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Sonntag, 11. März 2018

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 19

Hier endet Ronnys zweites Abenteuer, und wie immer gibt´s für Quereinsteiger ertsmal ein "Was bisher geschah":


So, und nun zum Finale:


14.Das Ende der Mission

Der Druck der Explosion schleuderte das fliegende Einhorn kräftig zur Seite. Die Freunde und die Kinder flogen quer durch den Raum. Dann war alles still. Die Scharr -und Klopfgeräusche in der Tür und von der Decke hörten schlagartig auf.

Sie halfen den weinenden Kindern auf, und sahen sich ihre Verletzungen an, die glücklicher Weise über Prellungen und Schürfungen nicht hinaus gingen. Rotbart öffnete vorsichtig die Tür nach draußen.

„Die Luft ist rein!“, rief er den anderen zu, und trat nach draußen, um gleichzeitig vor schreck zu erstarren. Die Furien standen noch um das schiff in der Luft. Doch Moment, sie schienen erstarrt zu sein, und im nächsten Moment zerfielen sie zu Staub, und es wurde hell. Die dunklen Wolken verzogen sich, und die Sonne kam hervor.

Die Anderen kamen an Deck , und jubelten erleichtert auf, doch dann sahen sie auf den Tempelhügel, der nun einen riesigen, rauchenden Krater bildete. Hier und da brannten noch kleinere Feuer und alles war zerstört. Niemand konnte das überlebt haben.

Entsetzt sahen die Freunde auf das Inferno vor sich, bis Baugin trotzig rief:
„Nein, ich glaub´s nicht. Wir müssen sie suchen. Solange noch eine klitzekleine Chance besteht, das sie noch leben, dürfen wir nicht aufgeben!“

Rotbart lenkte das Schiff langsam über den rauchenden Krater, der mal der Tempelhügel gewesen war. Doch es gab nirgendwo Lebenszeichen. Noch ein weiters mal strichen sie darüber, noch einmal von der anderen Seite.

Sie wollten schon aufgeben, als ein Junge rief: „Da, da bewegt sich was!“
Sie sahen hinunter. Tatsächlich, da bewegten sich die Steine.

Baugin, Fenrick und Lichtfang streckten die arme aus, um mit ihren magischen Kräften die Steine zu bewegen. Als sie zur Seite waren, öffnete sich der Eingang einer Höhle, aus der ihnen nun ein verkohltes Gesicht entgegen blickte .Es war Ronny!

Er kroch heraus, und hinter ihm folgten Savinius, Lucina, Lilith und Thore .Sie hatten es alle geschafft. Sie waren alle schmutzig in Gesicht und Kleidung und wiesen kleinere Verletzungen auf.

Rotbart landete das fliegende Einhorn, und nahm sie an Bord.
„Wir konnten  uns in eine kleine Nebenhöhle verschanzen, so das wir von den Flammen verschont blieben“, erzählte Ronny „Doch wir wurden verschüttet. Lucina war so angeschlagen, das ihre Kräfte nicht reichten, das Geröll zur Seite zu bringen .Wenn ihr uns  nicht gefunden hättet , wären wir wohl verloren gewesen.“
„Was ist mit Simon“
„Wir fanden , was von ihm übrig war“, antworte Savinius an Ronnys Stelle, und die Reste seines Buches.“

Sie beschlossen zunächst zum Kloster der blauen Mönche zurück zu kehren, wo sie auf Pia und die beiden Jungen trafen. Grauwyn ukehrte nach einem herzlichen Abschied in die Wälder zu seinen Wölfen zurück.

Die anderen blieben blieben zunächst bei den Ordensbrüdern, deren Heilkunst sie schnell genesen ließ .So konnten sie sich von den Strapazen der letzten erholen.

Schließlich kam die Zeit des Abschiedes ,der herzlich ausfiel. Ronny und die Kinder bestiegen das fliegende Einhorn, und flogen in Richtung Dusterwalden davon.

Epilog


Das fliegende Einhorn ging am Waldrand, in einiger Entfernung vom Ort nieder. Dort verabschiedete man sich herzlich von Kapitän Rotbart.
Er bestieg sein Schiff, und segelte über die Wipfel davon.
Ronny und die Kinder gingen  in Richtung Dusterwalden, wo er die Kinder zur Polizei-Station brachte.

Es war nicht ganz einfach, zu erklären, warum er mit den Kindern zurück gekommen war, aber letztlich hatte man seine Geschichte , er hätte sie in einer weit verzweigten Höhle im Wald gefunden , dann doch mit etwas Skepsis geglaubt.

Unter Tränen schlossen schließlich die gerufenen Eltern ihre Kinder in die Arme, auch die Rieses.

Am nächsten Abend stand er vor seinem offenen Fenster , genoss die laue Abendluft, und sah in Richtung des Waldrandes, den der Sonnenuntergang in rotgoldenes Licht tauchte.

. Irgendwie glaubte er dort leuchtende Augenpaare zu sehen, und ein Zwergen-Mützchen, und er fragte sich, ob er noch einmal in diese Welt zurückkehren würde. Oder war die Frage
„Wann würde er zurückkehren?“...
Und mit diesen Gedanken ging er zu Bett.


ENDE

Und falls es gefallen hat, hier Ronny 1:

Sonntag, 18. Februar 2018

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 18

13.Vereinte Kräfte

„Jetzt, Dämon, töte sie, vernichte sie, und errichte dein dunkles Königreich!“, erscholl Simons, sich überschlagende Stimme.
Das Ungeheuer stieß einen  gutturalen Kehllaut aus, und stampfte in Richtung der Freunde, die sich hinter einen der großen Steine duckten, und sich in die Höhlenöffnung zurück zogen, die sich dahinter befand, und in der vorher die Kinder waren.
*
Die Aufschläge kamen häufiger. Von der Decke rieselten Holzsplitter.
„Oh Mann, die sind hartnäckig“, meinte Baugin
Jetzt wurde ein Loch in die Decke geschlagen, und auch die Tür schien nicht mehr lange stand zu halten.
„Gleich ist es soweit“, murmelte Lichtfang „Aber sie sollen einen hohen Preis für ihren Sieg feiern. Wir werden uns teuer verkaufen...“
*
In Dusterwalden saßen Ronnys Eltern in der Polizeistation vor dem Kommissar, der sie finster ansah.
„Es tut mir leid, aber alle Spuren führen zu ihrem Sohn, daher müssen wir wissen, wo er ist.“
„Wir wissen es doch selber nicht. möglicher Weise ist er auch entführt worden.“
 „Kann sein.Wir müssen aber davon ausgehen, dass er etwas mit den Entführungen zu tun hat.“
„Das sagen sie, aber das kann nicht sein“, antwortete Frau Riese ,und sah durch das Fenster des Büros nach draußen, wo sich die Wipfel der Bäume des Waldes im Winde wiegten, nicht ahnend (oder vielleicht doch?), das dort weit hinter ihnen Ihr Ronny um sein Leben kämpfte...
*
Sie zogen sich in die Höhle zurück. Das Stampfen des Monsters über ihnen ließ den ‚Boden erzittern, und Erde von der Decke auf sie rieseln.
Savinius holte das verkohlte Buch heraus, und schlug es auf.
„Ich verstehe nicht, warum die Beschwörung nicht funktionierte.“, stieß er hervor.
Lilith drehte eine Seite weiter, und deutete mit ihrer Pfote auf eine braun verkohlte stelle rechts unten auf der Seite.

Sie lasen:
Nur vereinte Kräfte bannen das Böse“
„Was bedeutet das?“, fragte Ronny
„Das“ keuchte Savinius „heißt, das das Buch allein nicht ausreicht“
„Alle Kräfte müssen sich vereinen“, sagte eine Bekannte stimme hinter ihnen.
Es war Lucina, die sich  ebenfalls in die Höhle geflüchtet hatte.

„Ich bin durch eine andere Öffnung herein gekommen „, sagte sie. „Wir müssen alle unsere Kräfte zusammen tun, und vereint gegen ihn richten.“
Lilith nickte.
„So wurde er auch damals besiegt, nachdem das alte Volk vernichtet wurde, doch gibt es da noch einen Nachteil: Es wird den Berg zerreißen, und werden es wahrscheinlich nicht überleben, doch es ist die einzige Möglichkeit“

„Wer will schon ewig leben?“, meinte Savinius „lasst es uns tun.“
Ronny schluckte. Soviel ging ihm durch den Kopf. Das war also jetzt das Ende!
Er würde seine Eltern niemals wieder sehen, und seine Freunde. Er würde so viele Dinge niemals tun, die er so gerne tat. Doch er würde für eine gute Sache sterben. Er würde die Welt vor der ewigen Finsternis bewahren. Die Kinder waren in Sicherheit, das war das wichtigste.
Er riss sich aus seinen Gedanken.
„Gut, tun wir´s“


Savinius legte das Buch auf den Boden. Lilith hielt ihre Vorderpfote darüber, und es ein bläulich weißer Lichtstrahl heraus. Lucina richtet beide Hände auf das Buch und ein violetter Lichtstrahl kam heraus, schließlich nahm Ronny sein Amulett ab, und legte es auf das Buch.

Endlich sprach Savinius mit gewaltiger stimme die Beschwörung aus, und es brach die Hölle los.
*
Oben begann sich das Ungeheuer zu winden. Es war, als brachen überall aus seinem Körper Lichtstrahlen hervor
„Nein!“, schrie Simon „Nein, das nicht!“
Jetzt stand das Monster still, und im nächsten Moment zerbarst erst die Kreatur, und dann der ganze Berg in einer gewaltigen Explosion, und dort, wo eben noch der Tempelhügel war, befand sich nun ein riesiger, gleißender Feuerball....


Samstag, 10. Februar 2018

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 17

12.Das Duell der Mönche

Rotbart hatte das Fliegende Einhorn zur Plattform gebracht, und lud mit den anderen die Kinder ein.
„Rein mit euch schneller, schneller!“, rief er den kleinen zu. Ältere Kinder halfen den kleineren, damit es schneller ging. Besorgt sahen sie sich nach dem Tempel um, wo der Kampf mit dem Ungeheuer tobte, und sahen mit entsetzen die Pranke des Monsters herunter rauschen.
„Ronny nein!“, schrie Lucina. Neben ihr huschte ein kleiner brauner Schatten auf die Stelle zu.Es war Thore…
*
Eine Mulde! Da war eine Mulde. Gedankenschnell rollte sich Ronny hinein, während schon die riesenhafte Pranke hernieder sauste. Die Erde bebte unter ihm. Die riesige Gliedmasse hob sich wieder, als ob die Kreatur darunter sehen und kontrollieren wollte, ob sein Opfer zerquetscht war.

 Diesen Moment nutzte er, um sich hoch zu stemmen und los zu laufen.
„Ronny!“, ertönte da ein Schrei neben ihm. Den  kleinen braunen Schatten als Thore zu erkennen.
Nach ihm zu greifen, und ihn hoch zu reißen, war Eins.

Kaum hatte er den Kater auf seinem Arm und presste ihn an sich , sauste dort, wo er eben noch gewesen war , eine Flamme hernieder.
„Wär´ fast schief gegangen!“, stieß er hervor.
„Ronny, zu mir!“, hörte er die Stimme von Savinius
Er wirbelte herum, sah zwischen ihm und Lucina hin und her, und entschied im selben Moment, das Savinius näher war, und schlug die Richtung zum Abt hin ein..
*
Lucina erkannte erleichtert, das Ronny dem Tod entronnen war, und sah, wie er zu Savinius floh, dem sich jetzt auch das Ungeheuer zuwandte. Gleichzeitig hörte sie das hohe , kreischende Lachen Simons, der nun rief:
„Das nützt euch nichts. Euer Tod ist nur aufgeschoben .Ihr habt seiner Macht nichts entgegen zu setzen!“
„Rotbart, bringt die Kinder weg!“, rief Lucina, und wandte sich dem Kampfplatz zu, während Savinius mit gewaltiger Stimme  die Beschwörung aus dem dritten Buch las. Simon begann aus dem zweiten Buch Gegenbeschwörungen zu lesen.

Donnergrollen ertönte. Blitze zuckten von Beiden Seiten. Die Kreatur blickte von einer Seite zur anderen. Unschlüssig anscheinend, auf welche Beschwörungen sie nun hören sollte, doch dann wies ihre Pranke auf Ronny, Savinius ,Thore und Lilith..
„Runter!“, schrie Ronny, und riss den Mönch zu Boden. Im nächsten Moment schlug bereits ein Flammenblitz  in den Fels, auf dem das Buch gelegen hatte, und hinter dem sie standen.
Sie wurden zu Boden geschleudert .Das Buch fiel brennend neben sie. Eilig löschte Savinius das Feuer, doch das Buch war schwer beschädigt. Laut tönte das triumphierende lachen Simons durch die Nacht...

*
Das Fliegende Einhorn erhob sich, und stieg empor, an Bord die Kinder, Rotbart, Baugin, Lichtfang, Fenrick und Grauwyn.
„Wir müssen ihnen doch helfen!“, hatte Lichtfang noch gerufen
„Das tun wir am Besten damit, das wir die Kinder in Sicherheit bringen“, hatte der Kapitän geantwortet. “Der Kurs zum Kloster ist gesetzt“

Jetzt flogen sie durch dunkle Nebelschwaden, und entfernten sich vom Tempelhügel, doch schon hörten sie hohe, spitze Schreie, und schon stürzten sich die Furien auf sie herab. So überraschend kam der Angriff, das sie gar nicht hatten reagieren können.

Scharfe Krallen schlugen ihnen ins Gesicht. Mühsam wehrten sie die Angreifer ab,.
„Bringt die Kinder in die Kajüte!“, schrie Baugin
Rotbart stieß die Tür auf.
„Na los,rein mit euch!“ ,rief er den Kindern zu.
Schon stieß eine Furie herab, und ergriff mit ihren Krallen ein kleines Mädchen, das sich verzweifelt weinend wehrte.
Lichtfang schickte ihr einen violetten Blitz in die Beine , und lies das Kind mit einem Schmerzensschrei los. Geistesgegenwärtig lief Fenrick darunter, und fing die Kleine auf.

Alles in Ordnung“, sagte der ‚Kobold „Komm´ in die Kajüte !“
Sie schlossen sich alle in den Holzaufbau ein. Bei der Menge wurde es eng, und einige Kinder weinten. Sie hatten Kratzer im Gesicht und an den Armen, die von den Angriffen der Monster her rührten. Ihren Helfern ging es nicht anders.

Draußen sammelten sich immer mehr Furien auf dem Schiff. Sie hämmerten gegen die Tür,und waren auch auf dem Oberdeck über der Kajüte, wo sie von außen gegen die Decke hämmerten .Splitter flogen schon herunter..

„Lange werden wir auch hier nicht durchhalten“ , meinte Rotbart düster. „Wenn nicht ein Wunder geschieht, sind wir bald verloren...



Sonntag, 21. Januar 2018

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 16

Hallo, und Willkommen im neuen Jahr.Bevor es mit Teil 16 losgeht,ein"was bisher geschah", da ja doch ein wenig länger her.:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Teil 10
Teil 11
Teil 12
Teil 13
Teil 14
Teil 15

So, und nun, wenn ihr drin seid, Teil 16:

Sie liefen zu der Mulde. Zwei violette strahlen aus Lucinas Händen schleuderten die zu vorderst stehenden Trolle zur Seite, die anderen wurden von den nachfolgenden Freunden nieder gerungen.

„Lauft!“, schrie ihnen Ronny entgegen  „“Lauft in die Richtung aus der wir gekommen sind, dort ist ein Schiff!“
Die Kinder rannten los. Ein beso0nders kleines wurde von Grauwyn auf den rücken genommen, und mit kräftigen Sätzen trug es der Wolf aus der Gefahrenzone.

„Nein!“, schrie Simon „die Kinder bleiben hier!“
Ronny, der einen kleinen jungen in die Richtung geschoben hatte, sah einen Blitz des Mönches auf sich zu rasen, und warf sich zur Seite.
Mühsam rappelte er sich wieder auf, und zog sein Amulett unter dem Hemd hervor, das nun bläulich leuchtete, und den erneuten Angriff des abtrünnigen Mönches abwehrte, und ihn zurück warf.

„Simon!“, erklang erneut die Stimme von Savinius „Du kannst nicht gewinnen! Vor Urzeiten versuchte schon einmal ein Volk, die Macht dieses Dämons für sich zu nutzen, und leitete seinen Untergang ein.Darum wollte dein Vater dieses Buch verbrennen, das du da in den Händen hälst!

„Versuche nicht, mich zu überzeugen. Ich kann und werde ihn kontrollieren!“
„Nein .Es wird dein Untergang sein!“
Und der  Abt nahm das dritte buch hervor, öffnete es, und begann mit lauter stimme die Beschwörung zu verlesen.

Simon stieß ein irres Lachen aus
„Denkst du wirklich, damit kannst du ihn bannen?““
*
Ronny war wieder auf den Beinen. Die Ablenkung Simons durch Savinius kam ihm entgegen. Schnell schnappte er sich das letzte Kind, ein Mädchen von etwa 10 Jahren, und zog es mit sich, doch dann stand ihnen die monströse Kreatur gegenüber, die dem Altar entstiegen war, riss das Maul auf, und brüllte.

Instinktiv hielt ihm Ronny sein Amulett entgegen, dessen bläuliche Aura es zurück warf.
„Lauf!“, rief er der kleinen entgegen. Das Mädchen gehorchte, und Ronny ihr nach. Die Pranke des Ungeheures sauste hernieder. Das Mädchen entkam, doch Ronny wurde darunter begraben…



Sonntag, 19. November 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 15

Ronny stand am Bug des fliegenden Einhorns, das langsam am Nachthimmel, dem Tempelhügel zu schwebte .Sie waren dem schein der Fackeln gefolgt, welche die Kreaturen trugen, die die Kinder dort hin trieben.

Er dachte an seine Eltern Zu Hause, an die anderen, die ihre Kinder vermissten, die jetzt dort unten einem schrecklichen Schicksal entgegen gingen, und umklammerte fester sein Medaillon.
„Wir sind fast da. Käpt´n gehen sie runter“, rief Lucina, und riss ihn aus seinen Gedanken.Es ging los.
*
 Als sie Oben waren, öffneten die Kreaturen Öffnungen, die sich jeweils hinter den großen Steinen befanden, welche einen Kreis auf dem Hügel um einen verwitterten, großen steinernen Altar bildeten.
„Rein!“, brüllten sie die Kinder an, trieben sie in die dunklen Öffnungen, und reichten Fackeln hinterher.
„Suchen große, funkelnde Steine, die gehören an Altar.
Der Altar war Achteckig, und besaß an jeder Seite eine Öffnung, in die Offenbar etwas gehörte.
Der Unheimliche in der schwarzen Robe ging nahm das große Buch aus seiner Tasche, legte es auf den Altar, und schlug es auf.

„Alle dachten, es wäre vernichtet worden“, sagte  dunkle „doch es war immer da, im Verborgenen, und nun ist die Zeit, dass es aus der Versenkung kommt, und seine Bestimmung erfüllt“

„Kinder haben Steine gefunden!“, rief der Anführer seiner Diener
„Gut“, nickte er „Sie sollen sie Hoch bringen, und  auf die Opferschale.“
Und er wies auf eine  kreisrunde, steinerne Mulde, die sich an der, ihm gegenüberliegenden Seite des Altars, zwischen zwei Monolithen befand.“Bewacht sie dort“

Der Diener gehorchte. die Kreaturen trieben die Kinder, die aus der Höhle zurück gekommen waren auf die Mulde, nachdem sie ihnen die Steine, große Kristalle, abgenommen hatten, die sie ihrem Herren überreichten.

Er setzte die Kristalle rings herum in die  Öffnungen des Altars an, dann trat er davor, beugte sich über das buch, holte tief Luft, und begann die Beschwörungsformel zu sprechen. Der Altar begann zu leuchten, und der Berg zu beben.
*
Savinius und Lllith setzten auf dem Hügel auf. Es leuchtete, und die Erde bebte.
„Es beginnt bereits“, stieß Savinius hervor
„Dann dürfen wir keine Zeit verlieren“, meinte Lllith
Sie liefen zur Kultstätte, und Savinius holte sein Buch heraus.
„Es ist zu spät!“, scholl ihnen eine triumphierende Stimme entgegen, die Savinius kannte.
„Das Ritual ist bereits im Gang.Er wird kommen!“
*
Das fliegende Einhorn war am fuße des Hügels auf der anderen Seite gelandet, und seine Insassen erklommen jetzt den Höhenzug, der jetzt in flirrendes Leuchten getaucht war. Oben an der Kultstätte sahen sie einen Mann in einer schwarzen Robe vor einem Altar.

In einer steinern Mulde gegenüber kauerten, von Trollartigen Kreaturen bewacht, die Kinder, die sie suchten. “Simon!“, hörten sie die vertraute stimme von Savinius rufen. Der Unheimliche nahm die Kutte ab, und sie erkannten jenen jungen Mönch, der ihnen im Kloster Speisen und Getränke serviert hatte!

Doch es war keine Zeit zum Staunen, denn nun nahm Simon das Buch vom Altar, und trat zurück. Im nächsten Moment zerbarst der Altar, und gab eine Öffnung frei, die sich stetig vergrößerte, und aus der sich nun etwas erhob, das einem Alptraum entsprungen sein konnte. Ein riesiges Monster ,mit bläulich weißer Haut, rot glühenden, rollenden Augen, gewundenen ,schwarzen hörnern, und einem schorfigen Mund voll schrecklicher Zähne.

.Immer größer wurde es .Mit klauenartigen Händen stemmte es sich aus der Öffnung, und war schon höher als der Hügel, als es endgültig der erde entstiegen war, war es höher als die höchsten Bäume, und man konnte sehen, das seien Füße Hufe waren.

Simon stieß ein irres Lachen aus.
„Endlich bist du gekommen!“, schrie er “Dort sind deine ersten Opfer.Jungfräulich, wie es im Buch geschrieben steht.“
Und er wies auf die  Kinder.

„Nimm sie dir, und dann bringe ewige Dunkelheit in die Welt!“…

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 14

11.Das Dämonengrab

Der unheimliche im langen, schwarzem Gewand, und einer Kapuze, die sein Gesicht verdeckte, trat an die vier Kreaturen heran.
„Sind die anderen Kinder auf dem Weg zum Tempelhügel?“
„Sind auf Weg Herr“, sagte der zunächst stehende ehrerbietig  „wussten nicht, das Herr sein hier“
Der Fremde vollführte eine wegwerfende Handbewegung.
„Ist ohne Belang. Wir können das Ritual auch mit den vorhandenen Kindern vollziehen. Lasst uns aufbrechen zum Tempel.“
*
Während das fliegende Einhorn mit den Kindern in Richtung Kloster flog, traten die Freunde unter Führung der Wölfe die Verfolgung der Entführer und der Kinder an. Die Spürfähigkeiten der Wölfe waren dabei von unschätzbarem Wert.

Bald waren sie an der Stelle, wo die drei entkommen waren, und fanden die restliche Spur wieder, der sie folgten. Die Dämmerung trat ein, als ein großer Hügel in Sicht kam, auf deren Spitze man Ruinen erkennen konnte.

„Der Tempelhügel“, stieß Grauwyn hervor
 „Was ist das für ein Ort?“, wollte Ronny wissen
„Eine ehemalige Kultstätte, auf der angeblich schwarze Messen abgehalten wurden .Es heißt, dieser Ort ist verflucht. Unter diesem Hügel soll ein Dämon aus grauer Vorzeit begraben sein.“
„Und dorthin bringen sie die Kinder?“
„Es sieht ganz so aus“
„Nun“, meinte Lucina „Dann sollten wir uns beeilen.“

 In diesem Moment setzte vor ihnen das fliegende Einhorn wieder auf
„Die Kinder sind in Sicherheit. Ich bringe euch rauf!“, rief Rotbart

Sie nahmen das Angebot nur zu gern an, und verabschiedeten sich von den Wölfen. Nur Grauwyn kam mit.
*
Savinius und Lilith verließen die zerfallene Kirche.“
Du weißt, was sie vorhaben“, sagte sie
„Ja“
Sie brauchen die Kinder, weil nur sie dorthin kommen, und es holen können.“
„Ja, und als jungfräuliche Opfer. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“
Er griff in seine Tasche, und holte einen Wegestein hervor
„Willst du mich begleiten?“
Die Wildkatze trat neben ihn, und er legte die Hand auf sie, während er in der anderen den  Stein hielt.
„Also dann“
*
Sie waren Oben angekommen.

„Bringt sie hinein!“, rief der Unheimliche in der schwarzen Robe „Sie sollen es holen, und dann wird es beginnen. Ein neues Zeitalter bricht an, das Zeitalter des Bösen!“…

Sonntag, 17. September 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 13

10.Das Geheimnis des Abtes

Savinius hatte einen Wegestein benutzt, um zu der Ruine jenes Klosters zu gelangen, welches einst alle drei Bände des Zyklus von Mohrar beherbergt hatte. Wenn das Feuer nicht alle drei Bände vernichtet hatte, konnte es möglich sein, das der dritte Band noch hier war, obwohl, wenn jemand den zweiten Band an sich gebracht hatte, warum hätte er den ersten und dritten hier lassen sollen, es sei denn, sie sollten verbrennen, um zu verhindern, das die Beschwörung rückgängig gemacht wurde.

Dies jedoch würde bedeuten, das mit Vorbedacht gehandelt, und von langer Hand geplant wurde. Savinius hatte den Abt des Klosters gekannt. Er hatte seine Novizenzeit, und Teile seines Mönch-Daseins hier verbracht. Doch der Abt war tot. Leo –Johannes war ein Charismatischer Mensch gewesen, aber auch ein unheimlicher, geheimnisvoller Mensch. Könnte er im Geheimen Studien über den Zyklus von Mohrar und des unter gegangenen Volkes betrieben haben? Doch wer hatte sie dann fort geführt.

Savinius schritt durch die zerstörte Eingangshalle, die größtenteils im Freien lag. Nach dem Brand hatte man hier nichts Neues gebaut. Es hieß, dieser platz wäre verflucht. so wurde das, was das Feuer vom Kloster übrig gelassen hatte, dem Verfall überlassen. Der Abt Schritt durch  einen modrigen, von Pflanzen behangenden Gang, an dessen Ende sich eine schwere, massive Holztür befand, die nun Ruß geschwärzt war.

Er schob die nun schwergängige Tür auf, deren rostige Scharniere laut quietschten und knarrten, und stand in einem Büro, dessen vorderen Teil ein wuchtiger Schreibtisch einnahm. Im hinteren standen große Regale mit Büchern und merkwürdigen Geräten darin, sowie einen Tisch mit Reagenzgläsern, einem Brenner, und einigen anderen dingen für Experimente. Alles verstaubt und vermodert.

Auf dem Schreibtisch stand ein Tinten fass, eine Feder daneben, ein Stapel vermodertes Papier und ein gelblich weiß schimmernder Schädel. Savinius sah sich um, um hinweise auf das buch zu finden. Er ging an den Regalen entlang. War es eventuell unter falschem Umschlag dort hinein gestellt worden? Doch er fand nichts.

Plötzlich ertönte vom Schreibtisch eine tiefe Stimme „Du suchst es?“
Savinius fuhr herum, und ging zurück, und ging zum Schreibtisch, doch dort war niemand.
„Du suchst es?“, sagte die Stimme noch einmal, und Savinius erkannte, das es der Schädel war, der sprach, und in dessen Augenhöhlen es rot glühte.

„Irgendwann musste jemand kommen, das Buch zu suchen. Es wurde von den anderen getrennt, denn sie dürften nicht zusammen in die falschen Hände fallen. Mein Geist wurde hier hinein gesteckt, es zu bewachen, bis der richtige kommt, es seiner wahren Bestimmung zuzuführen...“
„Wer bist du?“, fragte Savinius.
„Im Leben war ich Leo Johannes, Abt dieses Klosters. Dies ist meine Sühne.“
„Sühne wofür?“
„Ich war ein Nachkomme jenes Volkes, das den Zyklus von Mohrar schuf. Ich forschte in der Hoffnung , es wieder ins Leben zu rufen, doch ich rief dunkle Mächte hervor, die das Kloster zerstörten .Jetzt, da sie sch anschicken, entsetzlicher als zuvor zurück zu kehren, bist du hier, um das einzige zu holen, das ihnen  Einhalt  gebieten kann.So nimm es dir !“

Und der Schädel drehte und hob sich, und mit ihm die Platte darunter. Ein Fach wurde sichtbar, indem ein großes, in Leder gebundenes Buch war zu sehen.

Savinius nahm es an sich, blickte noch einmal auf en Schädel zurück, und verlies dann das Büro.
„Viel Erfolg!“, scholl es ihm nach.

Als er durch den Eingangsaals schritt, wurde er erneut angesprochen. Diesmal von einer höheren Stimme.
„Du hast es also. Gut, denn die Entscheidung naht heran.“
Es war Lilith. Die Wildkatze saß auf dem steinernen, von Moos und Flechten überwucherten Altar.

Savinius nickte, und zog einen weiteren Wegestein aus der Tasche.

„Gut, gehen wir.“…

Sonntag, 9. Juli 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 12

*
Die Kreaturen und ihre Gefangenen hetzten durch den Wald, einem noch unbekannten Ziel zu. Es war Zeit aufzubrechen Dann jedoch, ließ der Anführer den Zug plötzlich stoppen.
Offenbar hatte er einen Zuruf erhalten. Er blickte sich um.
„Was sein?“, schnautzte er seinen Untergebenen an.
„Kinder fehlen. müssen geflohen sein“
„Nehmen drei Mann, und gehen zurück. Suchen Kinder .werden gebraucht!“
Der andere nickte, nahm sich drei Helfer, und ging.
„Glauben nicht, das ihr könnt auch entkommen .Haben auch so noch genug wachen, zu halten euch.“
Und sie zogen weiter.
*
Es war Zeit aufzubrechen. Der Geheimnisvolle im schwarzen Kapuzenumhang machte sich auf den weg. Er hatte das Buch in einer Ledertasche verpackt, und schritt durch die Katakomben. Wenn seine Feinde wüssten, wie nahe er ihnen gewesen war. Nun ja, sie würden es ohnehin bald wissen, doch dann würde es für sie zu spät sein.
Plötzlich erschütterte ihn etwas .er musste sich an einer Felswand festhalten.
Mit verdrehten Augen erstarrte er, dann flüsterte er:
„Ja, sie werden wieder eingefangen. Nichts wird uns jetzt noch aufhalten .Ich mache mich jetzt auf den Weg“
Dann entspannte er sich, betätigte einen geheimen Mechanismus, und schritt durch eine, sich Öffnende Tür…
*
Savinius atmete tief durch. Eine schreckliche Ahnung hatte sich für ihn bestätigt. Es war nicht seine art oder die seines Ordens, sich ein zu mischen, doch nun musste es sein. Er musste heraus finden, ob seine Vermutung zutraf. Wenn der dritte Band des Zyklus von  Mohrar noch existierte, dann war er die einzige Möglichkeit, die Apokalypse aufzuhalten. So machte sich der Abt auf den Weg…
*
Langsam, und recht tief, segelte das fliegende Einhorn über den Wald, berührte öfter Baumkronen, und ratschte an Ästen entlang, immer dem Uhu folgend, bis schließlich eine Lichtung in sicht kam , auf der sie mehrer Wölfe sahen, und mitten zwischen ihnen drei kleine ,menschliche Gestalten.
„Da sind sie!“, rief Lucina „Käpt´n, landen!“
Doch Rotbart befand sich bereits im Landeanflug auf die kleine Lichtung, und bald setzte das fliegende Einhorn auf.

Die Begrüßung war herzlich, dann gingen die Freunde zu den Kindern.
Es war nicht viel von ihnen zu erfahren, über die Absicht der Feinde.
„Die Kinder haben uns, in die sie die anderen schaffen. Ich habe ihnen  Kundschafter nach geschickt.“, sagte Grauwyn
„Vortrefflich“, meinte Lucina „Kapitän Rotbart, bringen sie bitte die drei Kinder zum Kloster der blauen Mönche. Dort sind sie erst einmal sicher. Wir folgen mit den Wölfen der Spur der anderen Kinder, um sie zu befreien.“
*
Die vier Kreaturen schritten den Wald weg zurück, fanden die spur der Flüchtigen, und dann auch die der Wölfe.
„Kommen zu spät“, krächzte der Anführer „werden Chef nicht gefallen. Sie folgten den Spuren von Kindern und Wölfen bis zu einer Lichtung. dort sahen sie ein fliegendes Schiff, und wurden Zeugen, wie die Kinder, die sie suchten, es bestiegen.
„Kinder entkommen“, sagte  der Anführer „Wir zu wenig „

Kein Problem“, sagte eine Stimme hinter ihnen, „Es gibt auch noch andere Wege.“…

Sonntag, 4. Juni 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 11

*
War das jetzt das Ende? Das Scheitern ihrer Mission? Würde Ronny seine Eltern, den Ort, in dem er lebte, die Freunde, nie wieder sehen? Gedanken,. die durch den kopf gehen, wenn man in einen gähnenden Abgrund fällt.

Mitten in diese Gedanken hinein, gellte ein Pfiff. Rotbart hatte ihn ausgestoßen, und plötzlich schlug Ronny auf. Jetzt mussten seine Knochen zerschmettern. Er erwartete einen jähen Schmerz und große Schwärze, doch nichts davon geschah. Als er vorsichtig die Augen öffnete, stellte er fest, dass er noch lebte, und auf Schiffsplanken lag, und seine Freunde um ihn herum.

„Was ist los?“, fragte er, nicht unbedingt eine antwort erwartend.
„Das fliegende Einhorn hat noch ein paar Überraschungen parat“, schmunzelte der Kapitän.

Tatsächlich, sie befanden sich auf dem fliegenden Schiff, welches sich nun in der Luft unterhalb des Wasserfalls befand, und nun von seinem Kapitän langsam zur Erde dirigiert wird.


9.Jagd in der Dunkelheit

Die Kreaturen hatten ihre flucht anscheinend noch nicht bemerkt. So schlugen sich Pia, Kevin und der kleine Jan durch die Büsche. Sie wussten nicht wo sie waren, noch wie sie nach Hause kommen sollten, die Dornen kratzten, es war kühl und dunkel, und immer wieder erklangen Geräusche, die sie in Angst versetzten.

Sie kannten nur eine Richtung: erst mal weg von diesen Kreaturen und Hilfe finden. Der Wald wirkte in der Dunkelheit bedrohlich, die Bäume wie bösartige, skurrile Kreaturen.
Sie waren eine Weile gegangen, als vor ihnen mehrere Paare gelber Augen auftauchten. Wie angewurzelt blieben sie stehen. die Kreaturen kamen näher, und sie erkannten, es waren Wölfe!

Jan weinte vor angst, Pia klammerte sich an Kevin, da sagte eine raue Stimme:
„Fürchtet euch nicht, ich bin Grauwyn, der König der Wölfe. Klettert auf unseren Rücken, wir bringen euch in Sicherheit.“…

*
Der Unheimliche befand sich in freudiger Erregung .Bald war es soweit. Bald  würde es verzogen. Die Kinder waren bereits auf dem Weg.
Bald, bald war die die Stunde der dunklen Mächte, und er würde sie kontrollieren…
*
„Aber wie finden wir jetzt die Kinder?“, fragte Ronny
Diese Frage ging allen durch den Kopf. Natürlich war klar, das ihre Entführer sie heraus geschafft hatten, und zu einem unbekannten Ort brachten, doch wo konnte das sein?

Sie begannen in der ganzen Gegend nach spuren zu suchen, doch vergeblich. Das konnte doch nicht sein. So konnte es doch nicht scheitern. Irgendwo musste doch ein Hinweis zu finden sein.

So saßen sie an Bord des Schiffes. Betrübt und enttäuscht, als sie plötzlich aus ihren Gedanken gerissen wurden, weil ein Uhu an Deck gelandet war.

„Nachtklug“, rief Lucina „Was tust du denn hier?“
„Ich wollte eigentlich zu Lusaga. Grauwyn schickt mich. Er und seine Wölfe haben im Wald, vielleicht einen Kilometer  ein paar Kinder gefunden, die entführt wurden waren, da sah ich dieses Schiff, und euch. Was für ein glücklicher Zufall.“


„In der Tat ein glücklicher Zufall. Wir suchen entführte Kinder. Käpt´n starten wir wieder, und du Nachtklug, flieg uns voraus!“…. 

Sonntag, 14. Mai 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 10

Die Dunkelheit war von fackeln beleuchtet, welche die unheimlichen Wesen trugen, die sie voran trieben. Über einen Waldpfad, ging es zwischen dichtem Gestrüpp und Bäumen entlang. Wenn eines der Kinder nicht schnell genug lief, bekam es von den ungeschlachten Wächtern einen Stoss, begleitet von üblen Beschimpfungen und Verwünschungen.

Kevin, der blonde junge, der zuletzt dazu gekommen war, war jetzt an der Seite von Pia, die sich mühte, den kleinen Jungen an ihrer Hand mit zu bekommen.
„Sie haben Schwierigkeiten die Kinder zu kontrollieren. Jetzt wäre eine Chance zu  fliehen.“, sagte er leise zu ihr, so das ihre Peiniger es nicht hörten. Sie nickte still.

Nun kamen sie an einem großen, dichten Gebüsch vorbei, und die
Wächter drehten ihnen die Rücken zu. Bewusst ließen sie sic h nach hinten fallen, und als das Wesen zunächst zu ihnen ein Kind vor ihnen antrieb, raunte Kevin:“Jetzt!“

Damit schlug er sich durchs dichte Gestrüpp, und augenblicklich folgte sie ihm, den kleinen Jungen an der Hand.
„Hinlegen und still!“, zischte er .sie taten wie geheißen, und kurze Zeit später war die gesamte Prozession an ihnen vorbei.
Eine Zeit blieben sie liegen und lauschten, dann richteten sie sich auf, und setzten sich.
„Nun“, meinte Kevin, „müssen wir uns überlegen, wie es weiter geht.“…
*
Gefangen in einem unterirdischen Stollen. Von Geröll lebendig begraben. Sollte es ihr Schicksal sein, hier zu verschmachten? Nach dem ersten Schock untersuchte Lucina den Gang. Sie gingen zurück in das Kerker-Gewölbe, in der Hoffnung, hier einen Ausweg zu finden. Möglicher Weise gab es hier ja einen zweiten Ausgang.

Ein Versuch das Geröll magisch zu bewegen, scheiterte. Es war zuviel. Aber dennoch wollten sie nicht aufgeben. Wer immer sie hier gefangen, hatte eine starke magische Barriere gelegt.

Sie folgten einem Gang, der auf der anderen Seite der Kerker lag, aus dem ihnen ein kühler Hauch entgegen kam. Am Ende des Ganges kamen sie zu einer Quelle. Das Wasser ergoss sich hier in einen unterirdischen Flusslauf.

„Das könnte unsere Rettung sein“, meinte Lucina „möglicher Weise fließt dieser Fluss aus dem Berg.“
„Den Versuch ist es Wert’“, meinte Baugin, und auch die anderen stimmten zu.
Vorsichtig stiegen sie ins Wasser, das erwartungsgemäß eiskalt war, und folgten dem unterirdischen Flusslauf. Nur aufgrund der Tiefe des Wassers, konnten sie in dem Gang stehen.

Mit der Zeit wurden das Bett abschüssiger, und die Geschwindigkeit des Flusses schneller, bis sie sich zu einer reißenden Stromschnelle entwickelte. Die Freunde verloren zunehmend den Halt, und wurden  vom Wasser den Lauf hinunter getrieben, prallten hier und da gegen Felsen, und konnten sich nur mühsam über Wasser halten.


Nach ein paar Minuten konnten sie deutlich einen hellen Punkt erkennen, der schnell näher kam, und sich tatsächlich als Öffnung nach draußen erwies, auf die sie nun zu trieben, Schon durchquerte das Wasser die Felsenöffnung, und stürzte sich einen Abhang hinunter- und die Freunde mit ihm…  

Sonntag, 30. April 2017

Ronny-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 9

8.Im dunklen Reich

Langsam setzte das Gefährt auf dem Gipfel auf. Es war ein flaches Plateau, das von zerklüfteten Felsen und einigen kleinen, verkrüppelten Kiefern bedeckt war. In seiner Mitte war eine Art Pyramide aus Felsen errichtet worden, auf der eine Wanne saß, in der das Feuer brannte. Die Freunde sahen sich um, doch es war niemand hier oben. Plötzlich rief der Kapitän:
„Seht euch mal um!“Sie ließen den Blick schweifen, über die Landschaft um sich herum, und im Nebel konnten sie auf den Nachbar-Gipfeln ebenfalls Feuer leuchten sehen.

„Signalfeuer, das müssen Signalfeuer sein“, meinte Lucina
„Aber vom wem?“, fragte Baugin
„Von jenen, die die Kinder entführt haben. Da ist was in Gang. Ich fürchte unsere Zeit wird knapp. Kommt, wir müssen den Eingang finden. Hier gibt es bestimmt einen!“

Sie traten zu dem Feuer, da sie folgerichtig einen Eingang in seiner Nähe vermuteten. Doch lange war nichts zu finden. Doch dann war es Ronny, der ihn, wenn auch zufällig fand. Er wollte kurz verschnaufen, und lehnte sich an den Fels, und fühlte plötzlich, wie ein stück unter seinem Ellbogen nachgab, und sich gleichzeitig neben ihm eine Luke öffnete. Er konnte gerade noch beiseite treten, um nicht hinein zu fallen.

Die Freunde traten hinzu, und sahen in das schwarze Loch hinein. Lucina beschwor ein paar Fackeln, und reichte sie den Freunden, dann begannen sie mit dem Einstieg

Als sie nach unten geklettert waren, standen sie in einem engen Gang. Sie folgten ihm, und stiegen nun eine längere Zeit stufen hinunter. Es war dunkel und feucht, und es roch nach Moder und Fäulnis. Häufig fanden sie an den Wänden ausgebrannte Fackeln. Manche rauchten noch ein wenig. Hier musste noch vor einiger Zeit jemand gewesen sein.

Die Gänge wurden jetzt breiter, und Schließlich kamen sie in einer Art großem Gewölbe an, das mehrere große, Käfig-artige Zellen enthielt deren Türen offen standen. Einige Kinder-Kleidungsstücke lagen hier und da auf dem Boden, und ein einer Zelle fanden sie ein Stofftier.

„sie waren hier“, stieß Ronny hervor 2Und jetzt sind sie weg. Wir sind zu spät!“…
*
Sie hatten sie aus den Zellen  geholt, und trieben sie nun im Dunklen durch die Wälder. Gestrüpp zerrte an ihnen, und immer wieder wurden sie von ihren Peinigern angetrieben.
„Los, Kinder bewegen, müssen schnell sein, laufen, laufen!“

Pia achtete auf den kleinen  Jungen, der weinend, und von den hässlichen Geschöpfen eingeschüchtert neben ihr lief, aber nur schwer mithalten konnte. Immer wieder fasste sie ihn am arm, und zerrte ihn mit sich. Einem unbekannten Ort zu. Was hatten sie bloß mit ihnen vor?

*
„Wie finden wir sie jetzt nur?“, fragte Ronny
„Lasst uns zurück an die Oberfläche“, meinte Lucina. dort weiß ich ein Mittel.“
Sie kehrten also um, folgten dem dunklen Gang, und stiegen die Stufen wieder hinan. Da, plötzlich, ertönte ein Donnergrollen, alles erzitterte, Geröll prasselte von Oben herunter.
„Zurück!“, rief Lucina, sie gingen die Treppe wieder hinunter, und im nächsten Moment füllte sich der Gang mit Geröll und Felsen. Sie waren lebendig begraben.

Laut und hallend, ertönte ein höhnisches Lachen, dann sagte die Stimme:

„Ihr wart gewarnt, ihr werdet die Kinder nicht retten. Dieser  Berg wird nun euer Grab!“… 

Sonntag, 26. März 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 8

7.Das fliegende Einhorn

Das war ein schiff! Ja, ein richtiges Segelschiff, und es hing mitten in der Luft am Felsvorsprung, hinter sich die dichten Baumwipfel des Waldes.

Sein Körper war aus robustem Eichenholz, und glich einem Segler aus  dem Achtzehnten Jahrhundert. Hinten hatte es wuchtige Aufbauten, die mit geschnitzten Schnörkeln und Figuren verziert waren., davor drei Masten, an denen allerdings  keine Segel hingen, sondern riesige nachtblaue Ballons, die mit Halbmonden und Sternen verziert waren..

Den Bug bildete die kunstvoll geschnitzte Skulptur eines springenden Einhorns, dessen Horn, leicht nach Oben gewinkelt voraus zeigte. Dahinter, unterhalb der Reeling , stand in verschnörkelten, goldenen Lettern: Fliegendes Einhorn“

Savinius sah das Erstaunen der Freunde, und sagte lächelnd:
„Ja, das ist das fliegende Einhorn. Es gibt es wirklich.“
Ronny hatte ein eigenartiges Gefühl. Eine Mischung aus Unbehagen und Entdeckungsgeist. Offenbar kannte er nicht einmal die hälfte jener wunder, die Dusterwald und die angrenzenden Regionen zu bieten hatten. Doch schien er in dieser Hinsicht nicht der einzige zu sein, denn Baugin ,neben ihm, entfuhr es: “Ich habe es immer für eine Legende gehalten, aber es existiert wirklich.“

Savinius ging zu einer Planke, die vom schiff auf den Felsen auf den Felsen ausgelegt war, und , und so die Möglichkeit bot, an Bord zu kommen, betrat sie , und rief:
„Hey Käpt´n, bist du da?“
„Selbstverständlich“, tönte es aus der Kajüte, deren Tür sich im nächsten Moment öffnete, und den Blick  auf eine Erscheinung öffnete, die nicht weniger Skurril und erstaunlich war, als das Schiff.

Aus der Tür trat ein Mann von eher kleiner statur, keine 1,70m groß, dafür umso kräftiger gebaut.
Er trug  einen blauen Offiziersrock, wie er 200 Jahren getragen wurde .Er war hier dort durch flicken ausgebessert, und wirkte schon etwas schäbig, doch die Messingknöpfe waren blank geputzt, und auch die Epauletten auf den Schultern strahlten golden in der Morgensonne.

Darunter trug er ein weißes Baumwollhemd, außerdem eine rote Hose , und schwarze Stiefel.
Um den Kopf war ein rotes Tuch geschlungen, darauf saß ein schwarzer Dreispitz.

Sein Haar war Schulterlang und leuchtend rot, ebenso der Vollbart, der das gutmütige Puttengesicht einrahmte, dessen Mittelpunkt eine Knollennase bildete , über der zwei Lebhafte blaue Augen mit fast kindlicher Neugier in die Welt blickten. Der Mund , der in dem Bart nur zu erahnen war, schien ständig zu lächeln, und so blickte er jetzt auch mit heiterem Gesichtsausdruck auf die Ansammlung, die sein Schiff bestaunte.

„Master Savinius, schön euch wieder zu sehen!“, rief er „Habe eure Nachricht gestern Abend erhalten, und die Nacht durch. Is´ kaum ´ne Stunde her, das ich angekommen bin.“
„Vielen Dank dafür. Ich habe Passagiere für euch, wichtige Passagiere, in einer wichtigen Mission, die so schnell wie möglich zur Trollspitze müssen.

Meine Freunde“, und er wandte sich an Ronny und seine Begleiter „Das ist Erasmus Grind, Kapitän des fliegenden Einhorns, besser allen bekannt als Käpt´n Rotbart. Warum, könnt ihr ja sehen.“

„So“, brummte der Käpt´n „Zur Trollspitze meint ihr, einer der dunkelsten Orte. Ist nicht ganz unriskant und könnte holprig werden. Nun denn, wenn ihr es eilig habt, dann wollen wir keine Zeit verlieren. An Bord mit euch, und dann machen wir die Leinen los.“

Sie gingen an Bord des außergewöhnlichen Vehikels, Rotbart löste die Leinen, und die Fahrt begann. Savinius winkte noch zum Abschied ,und rief
„ Viel Glück, beizeiten werden ich euch hilfreich zur Seite stehen!“

Schnell stieg das Schiff empor, dann drehte es sich in der Luft, auf Kurs, und nahm rasch Fahrt auf. Dabei schleifte es an der Krone eines besonders hohen Baumes entlang, wa ein hässliches, ratschendes Geräusch erzeugte, jedoch keinen Schaden verursachte, mit Ausnahme einiger trockener Äste , die es abriss.
„Au Haarscharf zu dicht dran.“, kommentierte der Kapitän.
Das Fahrzeug stieg weiter über die Wipfel, und flog ,nun auf Kurs, seinem Ziel zu

Hier Oben war es wesentlich kälter als unten .Der wind fuhr durch ihr Haar, und die Luft wurde sehr feucht, als die durch die Wolken flogen.
Unten zogen Wälder ,unterbrochen von Heidelichtungen, Felsen , Wege ,und hier und da Schlösser und Häuser vorbei.

Ronny wusste bald nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren, nahm nur das Schiff um sich herum wahr, welches aus einem Traum entsprungen schien, aus oder Stevensons  Schatzinsel, das zu seinen Lieblingsbüchern gehörte, und sah nach unten, auf die vorbei ziehende Landschaft.

„Nun ist es nicht mehr weit!“, rief Rotbart, der am Steuerrad stand.

Ronny sah auf, und blickte nach vorn, wo Thore an der spitze des Bugs saß.
Dort ,vor ihnen türmte sich ein gewaltiges, in Nebel getauchtes Bergmassiv auf. Rotbart ließ das Schiff ein wenig höher steigen. Je näher sie dem massiv kamen. Desto mehr verdichteten sich die Wolken und es wurde immer finsterer.

Plötzlich zuckte ein Blitz hervor, und dicht am fliegenden Einhorn vorbei.
„Uff, Glück gehabt, stellte der Käpt´n fest „Aber beim nächsten Mal geht es nicht so knapp aus.“
Er lies das Schiff hart zur Seite fahren, zu einem Ausweichmanöver. Die Freunde hatten mühe ,sich auf den Beinen zu halten. Thore wurde von seinem Platz am Bug geschleudert, und landete in Ronnys Armen.

Eben dort, wo vor Sekunden noch das schiff gewesen war , schlug nun ein weiterer Blitz ein.
„Schein, als haben sie uns erwartet“, rief Lucina
Rotbart nickte, und steuerte das Schiff jetzt im Zickzack zwischen zuckenden Blitzen hindurch. Die Passagiere wurden ordentlich durchgeschüttelt, und dann schlug doch ein blitz ins Heck ein, hinterließ aber nur eine Brandspur.

So schoss das fliegende Einhorn seinem Ziel zu, in eine Wolke blauen Nebels hinein, dies sich aus heiterem Himmel vor ihnen bildete.
Die Schwaden begannen sich zu materialisieren, und bildeten einen Schwarm riesiger Raubvögel, die nun auf sie einstürzten. Mit Grauen erkannten die Freunde, das es sich nicht um gewöhnliche Raubvögel handelte ,denn als sie näherkamen, sahen sie , das auf ihren gefiederten Körpern Frauenköpfe saßen. Grässlich entstellte Frauengesichter grinsten sie an, deren Münder scharfe Reißzähne entblößten.

„Furien!“, schrie Lucina in das Kreischen hinein. Sie , Fenrick und Lichtfang wehrten sie mit violetten Lichtblitzen aus ihren Händen ab. Baugin liess sie heran kommen, und dann wehrte der Zwerg sie mit seiner Keule ab.

„Es sind zu viele, und sie beginnen die Ballons zu zerbeißen“, rief Rotbart
Ronny sah, wie eine der Furien Thore mit ihren klauen ergriff. Er dachte kurz nach, dann besann er sich auf seine Herkunft , und die damit verbundenen Fähigkeiten. Er liegte die Hände auf das Höllenwesen gerichtet zusammen, ein violetter Lichtblitz schoss heraus, und traf die Furie, die kreischend ihre Beute fallen lies. Ronny sprang in die Richtung, und fing den Kater auf.

 Doch es war klar, da sie nicht mehr lange würden durchhalten können,da schon der nächste Angriff erfolgte.
„Was vertragen sie nicht?“ ,rief er in Richtung Lucina
„Sonnenlicht!“, kam es zurück
Woher jetzt sonnenlicht nehmen? Ronny fiel nur eines ein. Er griff unter sein Hemd, zog das Medaillon hervor , und hielte es ,mit beiden Händen umklammert nach Oben gegen die Wolken. Es war eher eine Verzweiflungstat, denn aus Überlegung heraus, dennoch funktionierte es. Blaue Blitze züngelten aus dem Amulett in die Wolken. Es begann kräftig zu regnen, und die Wolken lösten sich auf. Helle sonnen strahlen durchfluteten und umgaben plötzlich das Schiff, und die Furien flohen.

„Das war Rettung in letzter Sekunde“, meinte Rotbart 2wenn auch nur für den Moment. Denn die Furien sind meistens nur Begleiter viel größeren Unheils, so wie Pilotfische, die Haien folgen., doch für´s erste…“ und er machte eine ausladende Handbewegung nach vorn „seid ihr am Ziel, das ist die Trollspitze!“

Vor ihnen türmte sich ein mächtiger, dunkler Berg auf. Von dunklen Schwaden umgeben. Doch war das? Leuchtete auf dem Gipfel ein Feuer? Wohnte dort jemand oder etwas?

Langsam näherte sich ihr Gefährt dem riesigen Berg glitt an ihm empor, bis zum Gipfel.
Ehrfurchtsvoll sahen sie ,sich näherndes Ziel

.Was würde sie dort erwarten?...

Fortsetzung folgt

Sonntag, 12. März 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 7

*
„Wer immer diese Art von Magie verwendet, von der ihr berichtet habt, er muss das zweite Buch besitzen oder zumindest mit seinem Inhalt vertraut sein.“
„Aber wer könnte das sein?“
„Eine interessante Frage. Sehr wahrscheinlich ist er ein Nachkomme jenes Volkes, und er hat dessen Magie geerbt.“
„Lillith sagte, das Volk sollte den Wildkatzen nahe gestanden haben. Wie ist das möglich?“
„Ja, es heißt, dass es da eine Art spirituelle Verbindung gab, die auf gleichen Vorfahren beruhte.“
„Warum haben die Wildkatzen sie dann nicht gewarnt?“, fragte Ronny
„Das taten sie durchaus, doch wurden die Warnungen in den Wind geschlagen. Das weiß ich von Lillith.“
„Aber was haben nun die entführten Kinder damit zu tun?“
„Genau kann ich das nicht sagen, aber es könnte sein, das man sie auf irgend eine Weise braucht, um die macht zu entfesseln. Wie dem auch sei. Geheime Boten haben mir von verschiedenen Beobachtungen berichtet, demzufolge Menschenkinder von dunklen Kreaturen durch die Wälder geschleppt wurden, und glaubt man diesen Berichten, führt deren Spur zur Trollspitze, einem Berg jenseits des Nachtwaldes...“

„Oh je, das kostet uns Zeit“, meinte Lucina. „Ich habe keinen Wegestein mehr.“
„Da kann ich euch helfen“, entgegnete Savinius „Ich habe ein Transportmittel, das euch dort hin bringen kann. Doch es ist schon spät. Ich werde euch Räume anweisen, in denen ihr die Nacht verbringt, und morgen früh zeige ich euch einen anderen weg hier heraus, der weniger gefährlich ist, als der durchs Moor. An seinem ende steht das Transportmittel.“…

*
Waren es schon Stunden, die sie hier war? Tage konnten es ja noch sein, oder doch? Entmutigt war Pia deswegen nicht. Kurz nach ihr kam wieder ein Kind, ein etwa zwölfjähriger Junge mit blondem Haar, wie sie im Schimmerlicht der wenigen Fackeln gerade so erkennen konnte. Sie verstanden sich auf Anhieb, und begannen gemeinsam in der ecke des Gefängnisses unter den Gitterstäben zu graben, die von ihrem Kerkermeister am meisten entfernt war. Dabei benutzten sie zunächst noch sein Handy als Lichtquelle, welches hier kein Netz besaß. Doch die Arbeit ging nur langsam voran…
*
Der Unheimliche, gekleidet in einen langen Umhang mit Kapuze, schritt durch den blauen Nebel zu einem Altar, auf dem ein, in Leder gebundenes, altes Buch lag. Er strich mit seinen Fingern darüber.
„Sie mögen es zu den blauen Mönchen geschafft haben, doch auch das soll ihnen nichts nützen“, murmelte  er.
„Sie werden uns nicht aufhalten können, sie werden zu spät kommen. Die Zeit ist gekommen…“
*
Die halbe Nacht lag Ronny wach. In was war er da nun wieder hinein geraten? Was machten seine Eltern jetzt durch. Sie waren zwar nicht seine wahren Eltern, aber er betrachtete sie so. Immerhin hatten sie ihn aufgezogen. War es der Preis, ein Elfenkönig zu sein, dass man solche Abenteuer bestehen musste? Und was hatten sie noch alles durch zu stehen. Dann dachte er aber auch an die Kinder, deren einzige Hoffnung er wohl war. Irgendwann übermannte ihn dann doch ein unruhiger Schlaf.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück brachen sie auf. Unter Führung des Abtes Savinius, verließen sie in der Tat das Kloster nicht, wie sie gekommen waren, sondern offenkundig führte ihr Weg durch das Innere des Berges.

Dunkel, kühl und feucht war es. Hier und da wurde der Gang durch Fackeln erleuchtet.Vorbei ging es an Stalagmiten und Stalaktiten, und ab und zu flatterte eine Fledermaus an ihnen vorbei, das Dunkel suchend.

Schließlich kam ein immer größer werdendes Licht auf sie zu, das sich als der Ausgang entpuppte.
„Vorsicht!“, warnte Savinius „Am Ausgang geht´s steil runter!“
Tatsächlich gewahrten sie am Ausgang einen steilen Abhang. Wer ohne Vorwarnung die Höhle verließ, konnte leicht abstürzen Doch es gab, rechter Hand, einen Vorsprung, auf den Savinius sie leitete.


„Da ist es!“, rief Savinius, und wies in die Rechte Richtung. Und dann sahen sie es auch, und trauten ihren Augen kaum. Ronny stockte der Atem, denn  das, was er sah, hätte er im Leben nicht erwartet.Es war einfach unglaublich!...
Fortsetzung folgt

Sonntag, 2. Oktober 2016

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 5

5.Das Haus am Hexenstern

Ronny brauchte einen Tag, um sich zu erholen. Das war einerseits ärgerlich, weil Zeit wichtig war, doch ein halber Ronny nutzte auch nichts.

Den größten Teil verschlief er, und hatte einen Traum von seinen Pflegeeltern Zuhause, von Polizisten, Kindern, die sich in Luft auflösten, und Männern ohne Gesicht in blauen Kutten. All dies wurde durcheinander gewirbelt, so das es keinen sinn ergab. Alle Eindrücke der letzten Tage, schienen in seinem Kopf Gestalt anzunehmen, und zu explodieren.

Am nächsten Morgen, nach einem kräftigen Frühstück, hatte er diesen Traum fast schon wieder vergessen. Die Gedanken an die Rieses und die verschleppten Kinder blieben jedoch
 bestehen.

Er fühlte sich wieder fit und kräftig, und unternahm mit Thore einen Spaziergang im Wald, von dem sie gegen Mittag zurück kamen. Lucina, Baugin, Fenrick und Lichtfang warteten schon auf sie.

„Nun“, sagte die Fee „Da du wieder bei Kräften bist, wollen wir keine Zeit mehr verlieren. Der Hexenstern liegt mehrere Tagesreisen von hier. Diese Zeit haben wir nicht. Daher werden wir hiermit reisen.“
Sie zog einen runden Gegenstand aus der Tasche ihres Kleides hervor, den Ronny als Wegestein erkannte.

Sie hielt ihn hoch, so dass alle ihn berühren konnten, und im nächsten Moment begann sich alles zu drehen. Ronny kannte das zur Genüge. Er war nun schon mehrfach auf diese Weise gereist.
*
Einen Augenblick später, standen sie an einem finster wirkenden Ort im Wald. Es war eine von dichtem, dunklem Gestrüpp umgebene Lichtung, auf  der sich fünf Wege trafen, von denen einer düsterer und unheimlicher wirkte, als der andere.

In der Mitte, wo sie sich trafen, befand sich ein großer Kreis, in dessen Zentrum ein Windschiefer, verwitterter Wegweiser aus wurmstichigem Holz stand. Auf jeden Weg wies eine Fahne, deren Schrift kaum noch zu lesen war. Das schaurigste aber waren die fünf  ausgeblichenen Schädel, welche oben auf dem mittleren Pfahl des Schildes thronten, und dem Wanderer in allen fünf Richtungen entgegen grinsten.

„Das“, sagte Lucina „ist der Hexenstern. Einer der unheimlichsten ,Geheimnisvollsten ,und gefährlichsten Orte im Dusterwald.“
„Das hättest du uns nicht extra sagen müssen“, meinte Ronny lakonisch.

Lucina lächelte, und wandte sich um.
„Ah da“, meinte sie, und zeigte zur oberen Weggabelung. Dort stand ein verwittertes, zweigeschossiges Fachwerkhaus, an dessen Fassade oben „Zum Hexenstern“ geschrieben stand, wobei die Farbe der Buchstaben hier und da verbleicht war, oder abblätterte.

Sie gingen zu dem wenig einladend wirkenden Haus, öffneten die schäbige Tür, von der der Lack abblätterte, und betraten den ,von einer kleinen Deckenleuchte ,und mehren Kerzen in Wandhalterungen, in schummriges Licht getauchten Gastraum, der vom Geruch nach Rauch und Alkohol durchweht wurde.  Die Wände waren weiß getüncht. Jedenfalls musste das einstmals so gewesen sein, weil noch weiße Teile hervor leuchteten, doch jetzt hatten Rauch und Schmutz ihnen größtenteils einen gelblich braunen Ton gegeben.

Der Fußboden bestand aus dreckigen Holzbohlen. Tische und Stühle bestanden aus rohem Holz, und hatten eindeutig schon bessere Tage hinter sich hatten, und diese mussten schon sehr weit zurück liegen.

Auf den T
,ischen lagen vergilbte Tischdecken, und daran- ja daran saßen einige der skurrilsten Gestalten, die Ronny je gesehen hatte.

Schon von Links neben der Tür scholl ihnen ein Grunzen entgegen, und als sie hinsahen, gewahrten sie an einem Tisch drei Trolle mit großen Steinzeugkrügen neben sich, die Karten zu spielen schienen, nun aber argwöhnisch die Neuankömmlinge beäugten.

Ronny erinnerte sich, dass Trolle nicht eben zu den angenehmsten Geschöpfen von Dusterwald zählten, und damals dem Schattenfürsten gedient hatten.
Aber vielleicht hatten das nicht alle getan? Schon möglich, doch das machte diese Exemplare auch nicht sympathischer.

Während sie weiter hinein gingen, auf die wuchtige Theke zu, die sich am anderen Ende des Gastraumes befand ,und aus Eichenholz bestand, sahen sie an den Tischen wunderliche Gestalten, darunter Menschen mit langem Haar, deren Gesichter von Wirren Bärten bewachsen waren, in Leder- oder Fellkleidung, die teilweise groteske Formen aufwies, ebenso, wie die Dinge ,in denen ihre Füße steckten. Man sah eigenartigen Gebilde auf ihren Köpfen, die in einem früherem Leben sicher mal Hüte oder Mützen waren, sich jetzt jedoch jeder Definition entzogen.

Wild wirkten ihre Wetter gegerbten, vernarbten Gesichter, in dem hier und da ein Stück von der Nase oder ein Auge fehlte. An der einen oder anderen Hand fehlte auch mal ein Finger, und bei einem meinte Ronny auch ein Holzbein gesehen zu haben.

„Waldläufer“, erklärte Baugin „dieser Ort ist unendlich weit von jeder menschlichen Zivilisation entfernt, deshalb tragen sie keine Kleidung, wie du sie kennst. Viele haben eure Orte nie gesehen. Es sind raue Gesellen, und einige von ihnen sogar gefährlich.“

Die angesprochenen sahen die Freunde teils belustigt, teils ernst an. Anderen wieder waren sie gleichgültig. Sie rauchten lieber behaglich aus langstieligen Pfeifen.

Dazwischen gab es aber auch Zwerge, Kobolde, und andere Trolle, welche meistens unter sich blieben.

Die vielleicht skurrilste Erscheinung sahen sie nun hinter der ‚Theke: Etwa Zwei Meter groß, von grober, ungeschlachter Statur, in ein schmutziges Leinen Hemd gekleidet, dazu eine graue Hose.

Um den massigen, unförmigen Leib hatte er eine schmutzige Schürze gebunden. Aus den hoch gekrempelten Ärmeln ragten schmutzige, dicht beharrte Arme hervor, die .bei einer zierlicheren Person problemlos auch als Beine verwendbar gewesen wären. Sie endeten in massigen Händen, welche Grabschaufeln ähnelten.
Das außergewöhnlichste aber war sein Kopf. Unförmig, und mit wirrem, dunklem Haar bedeckt. Das Gesicht Trollartig mit großer, Kartoffelförmiger Nase, und breitem Mund mit schorfigen Lippen, aus denen links unten ein spitzer Zahn hervor lugte.

Die Brauen waren über den schwarzen Augen zusammen gewachsen, deren Blick stechend und argwöhnisch war. In den Zügen seines Gesichtes lagen Hinterlist und Verschlagenheit.

„Olchas, der Wirt“, erklärte Lucina. Er ist hinterlistig und verschlagen, aber keiner weiß mehr besser Bescheid über finstere Aktivitäten hier im Wald. Es heißt, er bekommt Informationen aus dunklen Kanälen.“

Sie trat zur Theke, und der finstere Wirt bemerkte sie. Über sein Gesicht glitt ein schiefes Grinsen, das ihn wie ein Raubtier erscheinen ließ.
„Sieh mal an, Lucina“, sagte er mit tiefer Reibeisenstimme „Es ist lange her.“
„Ja, es ist lange her. Zu lange vielleicht. So ist mir wichtiges entgangen, das mir diesen Gang vielleicht erspart hätte.“
„Und was soll das sein?“
„Bring´ erst Mal jedem einen Krug Met. Wir setzen uns an den Tisch da vorn. Bring dir auch einen mit, und setz dich zu uns“
Und Sie zeigte zu einem Tisch, gleich Rechts neben der Theke. Die Freunde verstanden, und nahmen dort Platz. Thore rollte sich unter den Tisch zusammen ohne jedoch seine Aufmerksamkeit zu verlieren. Wie Scheinwerfer leuchteten seine Augen unter dem Tisch hervor.

Olchas kam nach einigen Minuten mit mehren Krügen  an den Tisch und setzte sich.
Lucina vollführte mit dem Zeigefinger der rechten Hand eine kreisende Bewegung in der Luft, und hielt dann die Rechte auf, und im nächsten Moment fiel aus dem nichts ein Beutel mit Münzen darauf, den sie ihm hinhielt.

„Für die Zeche, und der Rest für die Auskunft.“
Der Halbtroll verzog sein Gesicht zu einem Grinsen.
„Du hast also noch nicht alles vergessen.“
„Wie du siehst. Also, was weißt du über verschleppte Menschenkinder?“
In seinen Augen schien es aufzuflammen.
„Oh, eine spezielle Frage. Nun, man hört so allerlei von Unheimlichem, das in letzter Zeit in Dusterwald geschieht, und nicht nur dort. Von einer uralten, zerstörerischen Kraft, die ,einmal entfesselt, den Untergang der Welt herbei führen könnte.“
„Und es hat mit den Kindern zu tun?“
„Ich glaube schon. Erst vor ein paar Tagen war ein Waldläufer hier, der mir von einer Beobachtung erzählte, welche er kurz zuvor machte. Er sah Gestalten, die ein Menschenkind davon trugen. Er hörte sie raunen und murmeln von dem Großen, der bald käme.

Er folgte ihnen heimlich, und belauschte sie, in der Hoffnung, das Kind befreien zu können, doch als er ihr Lager beschlich, erhielt er einen mächtigen Schlag, und wurde bewusstlos. Als er erwachte, waren sie fort, und ihre Spur nicht mehr zu finden.“

„Hat er denn mit bekommen, wer ihn nieder geschlagen hat?“
„Das ist es ja. Er sagt, kurz bevor das Bewusstsein verlor, habe er eine Gestalt in einer Robe mit Kapuze gesehen, aus deren ausgestreckter Hand ein Blitz geschossen war, welcher ihn endgültig außer Gefecht setzte.“

„Ein Blitz aus der Hand ?“
„Ja ,es muss sich um eine Art Magie handeln, und passt wiederum zu Berichten, die ich unlängst hörte von einem Geheimbund ,der über uralte sehr mächtige Magie verfügt, und dunkle Ziele verfolgt.“
Er hielt inne und grinste wieder.
„Möglich, dass ihr damit schon Bekanntschaft gemacht habt?“
Als er ihren Blick sah, lächelte  er wissend.
„Viele Dinge, die sich sogar bis hier herum sprechen.“

„Wenn es das denn war. Sag, weißt du mehr darüber?“
 „Über dunkle, alte Magie weiß hier nur einer Bescheid, und ich würde mich wundern, wenn ihr nicht sowieso vorhabt, ihn zu besuchen.“
„Du meinst Savinius?“
„Ja, ich meine Savinius, den Abt der blauen Mönche“
„Du kennst ihn?“
„Hin und wieder kommt er hierher. Sie stellen einen Kräuterschnaps her, den ich hier ausschenke. Das ist auch so ziemlich ihr einziger Kontakt mit der Außenwelt.“
„Man kommt von hier zu ihrem Kloster nicht?“
„Richtig, aber der Weg ist sehr gefährlich. Ihr müsst auf den zweiten Weg von hier, der Richtung Südosten nach Falkenburg führt. Nach der Hälfte des Weges geht rechts ein Pfad ab, dem müsst ihr folgen, doch er führt durch das Moor der Verdammnis. Eine der entsetzlichsten Gegenden überhaupt. Wehe dem, der dort vom Pfad abkommt. Er ist verloren. Es geht dort um. Untote, Geister und bösartige Wesen lauern dort. Ich rate euch bis zum Anbruch der Dunkelheit dort durch zu kommen.“

Sie tranken aus, und verließen das Haus. Mittlerer Weile war es Nachmittag geworden. Sie betraten den bezeichneten Weg, der wenig einladend wirkte. An beiden Seiten von dichtem Unterholz bewachsen, und von Nebelschwaden durchzogen, konnte man kaum zehn Meter weit sehen.

Entschlossen, aber vorsichtig schritten sie den Weg voran. Es vergingen wohl zwei bis Drei Stunden, bis Rechts ein dunkler Pfad erschien, an dessen Eingang ein verwitterter Wegweiser stand, auf dem nur das Wort „Kloster“ zu lesen war. Die Nebelschwaden waren hier noch dichter, so dass der Pfad kaum zu erkennen war.

„Wirkt noch weniger einladend“, stellte Fenrick düster fest
„Richtig“, meinte  Lucina „aber wir müssen dadurch. Es ist der einzige Weg.“
Sie warf einen Blick zum Himmel, der sich allmählig purpurn färbte.
„Was hat Olchas noch gesagt? Wir sollten bis zu Anbruch der Dunkelheit durch sein. Beeilen wir uns lieber.“
Sie schritten den Pfad entlang. Es wurde zunehmend kühl, und modriger Geruch lag in der Luft, der mit jedem Schritt stärker zu werden schien. Von Links und Rechts hörten sie blubbernde Geräusche.

„Hey, da war was an meinem Fuß!“, rief  Ronny plötzlich. Sie drehten sich zu ihm um.
„Jetzt ist es wieder weg“
Sie gingen weiter, und plötzlich erschien  vor ihnen ein Licht. Sie blieben stehen.
„Vorsicht“, hauchte Lucina
Dann kam von hinten Baugins Stimme:
 „Etwas hat mich am Bein!“
Tatsächlich, Hände kamen aus dem von links und Rechts aus dem Moor, und griffen nach ihnen, und hielten sie an den Knöcheln. Vor ihnen kam das Licht näher, und sie sahen ein außerordentlich hässliches Geschöpf, etwa einen Meter groß, mit einer Laterne in der Hand. Es war nackt bis auf einen Lendenschurz, und hatte einen völlig kahlen Kopf. Seine braune Haut war lederartig, und verschrumpelt, so dass es, wie eine kleine, vertrocknete Mumie wirkte.

Hinter ihm schälten sich ähnliche Wesen aus dem Nebel. und nun sah man auch, das sie bewaffnet waren .Sie trugen Speere. Auch der vordere mit der Laterne trug einen. Er zeigte auf die Freunde, und dann auf Ronny, dabei verzog sich sein hässliches Gesicht zu einem gemeinen Grinsen. Dann hob er seinen Speer, und schleuderte ihn nach dem, von zwei aus dem Moor ragenden Händen fest gehaltenen, vor Schreck erstarrten Jungen…

Sonntag, 4. September 2016

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 4

4.Ein neues Rätsel

„Roonny, Roonny!“  Er hörte die durch einen Schleier aus Mattigkeit und Übelkeit. Um ihn herum waberte Nebel, und in der Ferne schien ein Licht zu sein. Sah so  die andere Seite aus? War das der Tod? 

Dann begann sich der Nebel zu verziehen. Es wurde hell, und er begann alles wieder klar zu sehen. Besorgte Gesichter beugten sich über ihn. War er jetzt im Jenseits angekommen?
*
Unbarmherzig hielt die Ranke Lucina und ihre Freunde gepackt. Irgendwie hatte sie jedoch den linken arm frei behalten. Verzweifelt wand sie sich im Griff der Wurzel.Und dann fiel ihr etwas ein: Sie hielt etwas in der freien linken Hand. Sie versuchte mühsam den Kopf zu drehen, und sah, es war der Dolch, den sie Lillith gezeigt hatte. Eine Hoffnung, wenn auch eine schwache. Soweit es der Griff des Ungeheuers zuließ, holte sie tief Luft, dann stieß sie mit aller Kraft, die sie noch aufbringen konnte, den Dolch in die Ranke.

Ein gutturales Geräusch, gleich einem Schrei, ertönte, die Baumwurzel erzitterte, und eine Art blauer Nebel entwich ihr, der eine Art waberndes Gesicht bildete. Zwei, ihre form ständig verändernde  Augen, und eine ebensolche Mundöffnung, die sich zu einem Schrei zu verziehen schien. Dann löste sich der blaue Nebel auf. Die Wurzelranken erstarrten, und ließen die Gefangenen los.

„Roonny, Roonny!“ riefen sie.Mühsam rappelten sie sich auf. Lucina lief sofort zu Ronny, so schnell ihre noch schwachen Beine es zuließen. Er war bewusstlos .sein Gesicht hatte sich bläulich verfärbt. Die Freunde folgten ihr.

„Er braucht Luft“, rief Baugin. Lucina beugte sich über ihn, öffnete seinen Mund, und blies eine glitzernde weiße Wolke Luft hinein. Sofort begann er zu zucken, und hustete.

„Ich bin tot, nicht wahr? Das hier ist das Jenseits“
Lucina lächelte „Nein, soweit ist es noch nicht. Du bist noch am leben, und unter Freunden.“
„Oh“, entgegnete er und blinzelte. Tatsächlich, er sah in die, jetzt erleichterten, Gesichter seiner Freunde.

Lillith kam mit Thore heran.
„Ihr müsst mächtige Feinde haben, aber einen ebenso mächtigen Freund. Wer immer euch gewarnt hat, hat euch mit diesem Dolch eine mächtige magische Waffe gesandt.“ Und sie wies mit der Pfote auf das Messer, das noch im Baum steckte.
Lucina nickte “Du hast Recht. Ich habe ihn spontan eingesetzt. Es war meine letzte Hoffnung, aber dass ihm solche Kräfte inne wohnen, hatte ich nicht gedacht. Ein Feind hätte uns eine solche Waffe sicher nicht geschickt.“

Sie streckte die Hand aus. Der Dolch begann zu zittern, löste sich dann aber aus der Wurzelranke, und schwebte schließlich auf die Fee zu, die ihn geschickt auffing, und ihn an sich steckte.

„Ein weiteres ‚Rätsel, welches wir zu lösen haben. Wer ist unser unbekannter Helfer, und was ist das für ein Feind, der über eine so mächtige Magie verfügt?“
„Savinius der Abt der blauen Mönche könnte euch weiter helfen. Er kennt sich mit dunkler Magie aus. Ihr Kloster liegt am Weg vom Hexenstern  nach Falkenburg.“

Zum Hexenstern wollten wir sowieso .Nun haben wir umso mehr Grund dazu. Doch erst kehren wir zu meinem Haus zurück. Ronny braucht erst einmal Erholung.“
„So lebt wohl“, sagte die Wildkatze „Doch seid auf der Hut .Eure Feinde haben Kontakt aufgenommen, und werden sich nicht aufhalten lassen. Wo wir euch helfen können, werden wir euch helfen.“
*

Es saß vor einer Art Kristall, und sah hinein. Blauer Nebel umwaberte die hagere, Gestalt mit dem leicht gekrümmten Rücken .Der erste Anschlag war fehlgeschlagen, aber das konnte es verkraften .Es würden weitere Fallen auf sie warten. Wichtig war, sie aufzuhalten, bis es vollbracht war. War das große Werk erst vollendet, so würden sie unbesiegbar werden, und jetzt noch war, würde nie wieder kommen. Der Untergang der Welt, wie sie jetzt war, stand bevor…


Sonntag, 21. August 2016

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 3

3.Lillith

Vorbereitungen verzögerten die Abreise. Eine Abordnung Zwerge, Kobolde, Elfen und andere Wesen kamen an, sprachen mit Lucina, und gingen wieder. Auch ein Wolf, der eine Botschaft ihres Königs Grauwyn brachte, wurde empfangen. Mit nachdenklich gerunzelter Stirn kam Lucina aus dem Haus, zu dem Tisch, an dem Ronny, Baugin und Fenrick saßen.

"Sie bringen beunruhigende Nachrichten. Es geschehen unheimliche Dinge im Wald, und es sind wieder Kinder verschwunden. Wir brechen bald auf. Ich warte nur noch auf Nachricht."
Nur einen Augenblick später hörten sie ein Flattern, und Ein großer Rabe landete auf Lucinas Schulter.

„Schwarzkleid?“, fragte Ronny
„Ich frreue mich das du mich noch kennst“, antwortete der Vogel, dann wandte er sich zu Lucina.
„Sie wirrrd in einer Stunde am grauen Hügel auf euch warten.“
„Das ist gut, danke. In einer stunde werden wir es dorthin ohne Wegestein schaffen. Brechen wir auf“

Sie schulterten ihr Gepäck, und machten sich auf in den Wald. ein lauer Sommerwind fuhr durch die dichten Baumwipfel .Zwischen blättern und Ästen schimmerte die sonne hindurch. die Luft war von würzigem duft und dem Zwitschern der Vögel erfüllt.

Schweigend durchschritten sie den Wald .Ronny war nervös, und versuchte sich zu beruhigen, indem er unter sein Hemd griff und  das Amulett betastete.
*
Am Waldrand in Dusterwalde war eine große suche im Gang. Die Rieses, Ronnys Pflegeeltern waren dabei.
„Ronny, Rooonnny!“, riefen sie immer.
„Er war doch schon mal verschwunden gewesen“, sagte ein Polizist neben ihnen.
„Vielleicht hat es damit zu tun. Vielleicht weiß er auch, was mit den anderen Kindern passiert ist. Eventuell hat er auch selber etwas damit zu tun. Wenn sie etwas wissen, müssen sie es uns sagen.“

„Ronny hat nichts damit zu tun, und damals, das war etwas anderes.“, sagte Herr Riese empört. Wir sollten uns lieber auf die Suche konzentrieren, als unsinnige Beschuldigungen zu erheben.“
Doch der Beamte sah ihn argwöhnisch an. Insgeheim beschloss er die Rieses nicht mehr aus den Augen zu lassen.
*
In den Wäldern kamen die Freunde nach einer ungehinderten Wanderung am grauen Hügel an, einer leichten Erhebung mitten im Wald, auf dem der Rest eines riesigen Baumes lag. wie übergroße Tentakeln, ragten die Zweige der in ihrer Richtung liegenden Baumwurzel in alle Richtungen.

Sie sahen sich um, aber es war niemand dort. Wer immer sie erwartete, schien sich zu verspäten. Da ertönte plötzlich eine feine, hohe Stimme:
„Ihr seid pünktlich!“
Die stimme kam direkt vom ausgerissenen Baum, und als sie dort hin sahen, bewegte sich jetzt ein grau getigerter Körper zwischen der Baumwurzel auf sie zu.Es war eine große Wildkatze.

„Lillith, Königin der Wildkatzen, schön, dich zu sehen, ich grüße dich“, sagte Lucina
„Ich freue mich auch, dich zu sehen, da es so selten ist.“
Sie wandte sich Ronny zu.
„Du musst der Junge sein, der den Schattenfürsten bezwungen hat.“
„Ja, ich bin es“, erwiderte Ronny.
Dann wandte sie sich Thore zu
„Ich habe noch nie einen domestizierten angehörigen unserer Art gesehen.Du gehörst zu dem Jungen, nicht wahr“
„Ja“, erwiderte der norwegische Waldkater
„Und, ist es ein gutes Leben bei einem Menschen?“
„Ja, er ist mein Freund, und ich bin seiner“

Lillith nickte, und wandte sich wieder Lucina zu.
„Nun, was führt euch zu mir?“
Lucina zog das Pergament hervor, das Ronny in der Nacht bekommen hatte, rollte es aus , und hielt es fest, so das Lillith es lesen konnte. Niemand nahm unterdessen die Bewegung in der Baumwurzel wahr.

„Ich glaube, nur du kannst es lesen. Du bist berühmt als Kennerin der geheimnisvollen Schriften.“
Die Wildkatze nickte, trat heran, und betrachtete das Pergament. Ihre Augen weiteten sich, und ihre Züge nahmen den Ausdruck entsetzter Spannung an. Schließlich sah sie zu ihnen auf.

„Woher habt ihr das?“
„Es wurde Heute Nacht mit einem Dolch auf das Fußende von Ronnys Bett geheftet“, antwortete  Lucina „Hier ist er“.
Sie holte das Messer heraus, und zeigte es Lillith.

„Das ist  interessant und rätselhaft zugleich, denn diese Schriftart wurde seit Generationen nicht mehr verwendet. Ich kenne es, weil  die Schriftlehre bei uns von Königin zu Königin weiter gegeben wird. Es stammt von einem längst vergangenem Volk, das unserer Art vor langer Zeit nahe stand.“
„Und was bedeutet es?“
„Es ist eine Warnung. Wörtlich übersetzt bedeutet es in etwa: Wehe dem, der es aufzuhalten versucht. Kehre um!“

„Dieses Volk, vom du sprachst, kennst du es genau?“
„Nein, denn es existiert seit Hunderten von Jahren nicht mehr. Nur in Sagen und Geschichten lebt es noch, das Waldvolk, das einst hier zu Hause war. Dann kam die große Katastrophe, die es vernichtete “
„Was ist damals passiert?“
„Genau weiß das niemand. Zerstörung und Tod, etwas, das ein ganzes Volk vernichtete, wie der Sturm diesen Baum entwurzelte.“

„Kannst du dir vorstellen“, fragte Lucina „Warum jemand ausgerechnet in dieser Schrift eine Warnung an uns schickt?“
„Eine sehr interessante Frage, auf die auch ich keine Antwort finde“

Plötzlich ertönte ein Schrei. Lucina wirbelte herum, und sah mit Schreck geweitet Augen, das die Baumwurzel lebendig geworden war. Ihre Zweige hielten Ronny eisern umschlungen in der Luft, und drohten ihn zu ersticken….
*
Urplötzlich fühlte Ronny sich von harten armen umschlungen, und in die Luft gehoben .Angstvoll blickte er sich um. Es war die Baumwurzel, deren Zweige sich um seine Arme und Beine, und schließlich auch um seinen Hals schlangen. Eine legte sich auch auf seinen Mund und verschloss ihn


In Todesangst bäumte er sich gegen die Ranken auf, doch er konnte ihrem eisernen Griff nicht entgegen setzen. Er öffnete die Augen, und sah grüne und violette Lichtblitze, die aus den Händen von Lucina, Lichtfang und Fenrick kamen, aber ihnen anscheinend nichts anhaben konnten. Er sah noch wie Lillith  und Lucina von Ranken umschlungen, und in die Höhe gehoben wurden, dann wurde  alles Schwarz, und es war vorbei…