Hallo,
Nach langer Zeit mal wiedre ein neuer Beitrag.Diesmal eine weihnachtliche ,und etwas andere Stadtkater-Geschichte
Viel Spaß!
Über die engen und
verwinkelten Gassen des Schnoors hatte sich weißer Puder gelegt.Ein
sicheres Zeichen des Winters , und im Dezember nichts besonderes. Auf
dem kleinen Platz war eine Krippe aufgebaut wurden mit dem Stall, den
Eheleuten Maria und Joseph, dem Jesuskind in seinem Bett aus Stroh,
sowie den Hirten, Engeln, und den heiligen drei Königen,welche dem
Sohn Gottes huldigten, und über allen der helle Stern, der sie zur
Krippe geführt hatte.
Für Timmy war es
gewöhnungsbedürftig gewesen, sich auf dem kalten Zeug zu bewegen,
doch nun tapste er durch weiß überzogenen Gassen zu dem kleinen
Kunstwerk.Er war ein Halbperserkater,war klein, gedrungen, und
schwarz. Wie Scheinwerfer leuchteten die grünlich gelben Augen in
dem runden Köpfchen.
Aus Holz war der Stall, und
aus Holz waren auch die Figuren geschnitzt.Fast lebensgroß waren
sie, und bildeten die berühmte Szene .
Timmy kannte die
Weihnachtsgeschichte.Er hatte das Fest ja ,mit seinem
Dosenöffner-Ehepaar schon oft gefeiert.So saß er mit seiner
Ziehmutter Emma, einer großen, rot getigerten Katze mit blauen
Augen, und Toby dem Streuner vor dem Krippenspiel. Toby war ein
Kater,weiß,mit graugetigertem Rücken,der allerdings die besten
Zeiten schon hinter sich hatte.Er wirkte sehr abgemagert und ein
wenig klapprig und die linke Ohrspitze war nach vorn hin
abgeknickt.Seine gelben Augen besaßen hingegen jugendliche Frische
und einen forschen,listigen Blick.
„Hübsch geworden.Die
Zweibeiner haben sich Mühe gegeben“, meinte Emma
„Ja“ entgegnete Toby“ist
ihnen gut gelungen“
Ja, es war gut gelungen, und
es passte sehr gut in die,dieser Tage festlich geschmückten Gassen
des Schnoor.
Die drei Katzen machten noch
einen kleinen Winterspaziergang am Osterdeich und durch das Revier,
und verbrachten des Rest des tages mit dem was Katzen mit am liebsten
taten,nämlich im Haus von Günther und Helena behaglich schlafen.Im
Keller des alten Hauses im Schnoor, welches auch jenen kleinen Laden
enthielt, von dem das Paar lebte, war dafür extra ein Platz
geschaffen worden.
Am Abend beschloss Thimmy kurz
seinen Lieblingsplatz auf dem Dach des Hauses aufzusuchen.Doch es war
kalt hier Oben ,und das Dach etwas rutschig.Dennoch blieb er kurz
hier,und lies den Blick über die bereits im Dunkeln liegende,
festlich geschmückte Stadt schweifen.
Als er auf den nächtlichen
Schnoor herab sah, der nun zur ruhe kam, konnte er die Krippe nicht
sehen.Nur das Leuchten des Sternes konnte er erahnen.
Und dann fiel ihm etwas auf.Es
wirkte, als würde etwas kurz hell aufleuchten.Vielleicht war es der
Stern unten.
Thimmy maß dem keine große
Bedeutung bei ,und ging wieder runter.
Am nächsten Morgen herrschte
großer Aufruhr.Menschen liefen laut rufend durch den Schnoor, und
zwischen ihnen ,auf dem Platz waren jene uniformierten,die Timmy als
Polizisten kannte.
Was war denn da los? Beschloss
dem Aufruhr zur Ursprungsstelle zu folgen, und kam schließlich auf
dem Platz beim Krippenspiel an.
„Tja“,sagte eine wohl
bekannte Stimme neben ihm, und es war Emma, die meinte:“Das ist ja
eine schöne Bescherung!“
Timmy sah zur Krippe und
verstand , was sie meinte.Dort , wo eigentlich die Jungfrau Maria
stehen sollte , und dort wo einer der Engel über ihr sein sollte
war..Nichts!
Sie waren einfach weg.
Einige Schneeflocken rieselten
auf die Erde nieder.Menschen wuselten geschäftig durch die Stadt und
zwischen den Geschäften, dem Weihnachtsmarkt und der schlachte.
Die junge Frau schritt langsam
die .Straße entlang.Sie blickte verständnislos auf die hastenden
,eilenden Menschen um sich herum.Auf die rumpelnden Straßenbahnen,
die erleuchteten Geschäfte und den festlichen Schmuck in den
Straßen.
Sie hatte dunkles Haar , große
,braune Augen und war in ein grobes Leinentuch gekleidet, dessen
Ränder rot waren, und das um sie herum geschlungen war.Den oberen
Teil hatte sie wie eine Kapuze um ihren Kopf gelegt.
Warum war sie hier? Was hatte
sie her befohlen?
„Geh´ruhig weiter“, sagte
die Stimme über ihr „hinter diesem großen Kaufhaus gehst du nach
rechts“
Sie sah nach Oben, sah neben
sich, und da, leicht über ihrer rechten Schulter , hing ein Licht,
aus dem die stimme kam.
„Geh ruhig, vertraue
mir“,sagte sie, und klang so mild und warm, das sie ihr vertraute,
und ihren weg fortsetzte.
Über einem Durchgang stand
Lloyd-Passage.Worte ,die ihr
nichts sagten.
„In
die andere Richtung,dort
hinter C&A“
Sie
ging den angegeben Weg an dem Geschäft vorbei ,zu einem
Durchgang.“Lloydhof“, hiess
es da.Sie durchschritt den Gang ,und kam in einen kleinen Hof mit
leer stehenden Geschäften.
Dort, aus einer Ecke heraus,
hörte sie ein Wimmern.Sie folgte dem Ton, und fand dort ein Mädchen
im Teenageralter, vielleicht Sechzehn Jahre alt.
Sie in Pullower und Jeans
gekleidet, und saß dort dort stöhnend und mit gesenktem Kopf in
einer Ecke.Das lockige, blonde Haar fiel ihr dabei ins Gesicht.
Die junge Frau betrachte das
Mädchen, bemerkte die offenkundig anderen Umstände, und wusste ,
was zu tun war. Vorsichtig trat sie an sie heran, und griff ihre
Hände.
„Komm“, sagte sie „du
brauchst Hlfe“
Das
Mädchen sah zu ihr auf.Sie hatte ein fein gezeichnetes Gesicht und
helle blaue Augen.Sie wolte sich zuerst widersetzen, doch dann fasste
sie Vertrauen zu der fremden Frau , di e sie an der Hand nahm, und
sie mit sich führte.
Sie kannte sich in dieser Welt
nicht aus , und trotzdem wusste sie , was sie zu tun hatte .Im
Schaufenster des Karstadt-Kaufhauses , befand sich eine
Polizei-Kontaktstelle.Hier würde sie Hilfe bekommen.Dorthin brachte
sie das Mädchen.
Man
rief den Krankenwagen. Sie
wollte es eigentlich nicht nicht.Sie wusste nicht, wie sie ein Kind
versorgen sollte.Ihr wurde jedoch klar gemacht, das es viele
Möglichkeiten gab, Hilfe zu bekommen.
Mit den Sanitätern kam auch
die Mutter des schwangeren Mädchen.Die Junge Frau ging, nachdem man
ihr für ihre Hilfe gedankt hatte wieder ihres Weges, die Obernstraße
entlang ,in Richtung des Marktplatzes und des Weihnachtsmarktes.Ein
müsse ein Wunder gewesen sein, das sie zu diesem Zeitpunkt dort lang
kam, und das Mädchen fand.
„Nun“, sagte die Stimme
„Dein Werk ist getan,lass uns zurück gehen.“
Und sie gingen am
Weihnachtsmarkt vorbei, in Richtung Schnoor.
*Was war das für eine
Aufregung! Den ganzen Tag wuselten Zweibeiner durch den
Schnoor,zwischen ihnen immer wieder Polizisten, die an jede Tür
klopften , und die Leute fragten, ob sie etwas gesehen hatten.Es
konnte doch nicht sein, das die Figuren so mir nichts ,dir nichts
gestohlen worden waren.
Doch niemanden gelang es eine
Spur zu finden.Timmy juckte es , selbst Untersuchungen anzustellen,
doch letzten Endes beschloss er es den Zweibeinern zu überlassen.
Statt dessen machte er sich gegen Abend auf einen Rundgang mit Toby
durch´s Innenstadtrevier.
Als sie so von der
Violenstraße über den Domshof in Richtung Marktplatz liefen, sahen
sie im Bereich des Weihnachtsmarktes eine Junge Frau, die langsam und
verstörten Blickes dort entlang lief , und der verschwundenen
Marienfigur erstaunlich ähnlich war...aber nein Blödsinn!
Und sie liefen weiter.
Es war schon dunkel ,als Timmy
sich wieder auf seinen Lieblingsplatz auf dem Dach gelegt hatte.Er
war trotz Kälte grade ein wenig eingedöst , als er unten Geräusche
vernahm. Lief da jemand durch die stillen Gassen?Timmy ging soweit an
den Rand des Daches , wie es ihm möglich war, und sah hinunter, doch
er konnte nicht erkennen , wer oder was sich dort bewegte.
Plötzlich leuchtete grell ein
Licht auf, dann war es wieder dunkel.Timmy stutzte.War es nicht ,
bevor die Figuren verschwanden auch?...
Mit diesen Gedanken ging Timmy
nach Unten.
Am nächsten Morgen herrschte
wieder großer Aufruhr und wieder standen alle vor Krippe.War etwa
noch eine Figur daraus verschwunden?Timmy, Emma und Toby liefen mit
Günther und Helena dort hin.
Doch nein, es fehlte nichts,
im Gegenteil, die verschwundenen Figuren waren wieder da!Timmy trat
näher an das Krippenspiel heran, und kurz war es ihm, als ob die
Marienstatue ihn ansah und leicht zwinkerte.
Wie durch ein Wunder waren die
Figuren verschwunden, und wie durch ein wunder waren sie wieder da,
als wären sie nie weg gewesen.
„Nun ja“, meinte Timmy bei
sich“Es ist Weihnachten.Genau die richtige Zeit für Wunder!“
Ende