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Sonntag, 22. Dezember 2019

Zum vierten Advent:Zwei Geschichten zum Thema Weihnachtsmarkt.

Zunächst denke ich da an einen gewissen Kater, und sein Abenteuer auf dem Bremer Weihnachtsmarkt:

http://schumt5.blogspot.com/2018/12/storyboard-weihnachtsclassic-ein-kater.html

Und dann war da noch jener junge Mann,dem von einem Fremden der Geist von Weihnachten gezeigt wurde:

https://schumt5.blogspot.com/2015/12/der-geist-der-weihnacht.html

Und vielleicht noch eine kleine Weisheit zum Fest:
An Weihnachten kommt es nicht darauf an, was man bekommt, sondern, was man von sich selber gibt,(aus ALF)
In diesem Sinne ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest ,und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Sonntag, 15. Dezember 2019

Zum 3.Advent:wie ein Einhorn zum Rentier wird-oder Weihnacht auf den traumwiesen

Liebe Leser ,kennt ihr die Traumwiesen?Jenen magischen Ort ,an dem Elfen ,Zwerge, Kobolde, Trolle und Einhörner wohnen-und die Hüterin letzterer,die Dragqueen Tamora. Lasst euch zu Weihnachten noch einmal dorthin entführen... 


Weihnacht auf den Traumwiesen

Es war der 23.Dezember.die Traumwiesen und der dazu gehörige Wald lagen unter einer weißen Decke. Ein Paar Flocken torkelten vom Himmel, dessen strahlendes Blau von großen fluffigen weißen Wolken unterbrochen wurde.

Durch den Traumwiesenwald stapfte eine große, schlanke Gestalt mit grünen Haaren, einem gelben Fellmantel über einem violetten Wollkleid, und Beinen, die in roten Strumpfhosen, und lila Boots steckten. Sie trug eine große, prächtige Nordmanntanne über die Schulter.

Tamora lieferte den Tannenbaum für alljährliche Traumwiesen-Weihnachtsfeier zur großen Lichtung, wo sie schon von den elfen erwartet wurde.

„Hier ist er. Ist er nicht prächtig?“, rief sie den kleinen Freunden fröhlich zu. „Wo soll er hin?
„Hier in die Mitte“, sagte Taukind, der die Leitung der Vorbereitung übernommen hatte, und die emsig hin und her wuselnden elfen und Kobolde so es ging koordinierte.
Tamora stellte den Baum an der bezeichneten stelle ab, und in einen reich verzierten Baumständer, der sich danach automatisch schloss.

Die Elfen kamen herbei, und stellten mehrere schwere Kisten um den Baum herum. Sie öffneten sie und wiesen mit den kleinen Fingern nach Oben. Schon entschwebten ihnen Kugeln, Lametta und kleine  Figuren, schmückten im nu den Baum. Ein Elf schwebte ganz nach Oben, und setzte eine goldene Spitze auf die Tanne Dann öffneten die Elfen die Handflächen, und bunte Lichter schossen aus ihnen heraus, die sich wie Kerzen auf den Baum setzten.

„Wunderschön!“  rief Tamora begeistert, und klatschte in die Hände.
„Da steht einer schönen Weihnachtsfeier ja nichts mehr im Wege!“
Beschwingt ging sie nach Hause, versorgte die Einhörner, und gönnte sich vor dem Zubett-  gehen noch einen Glühwein.

Am nächsten Morgen stand sie gut gelaunt auf, wusch sich, und ging hinaus, um die Einhörner zu versorgen
Ein Krachen und ein verzweifeltes Fluchen unterbrachen sie dabei.“

„Oh je Rudolph“, sagte eine tiefe Stimme „Doch nicht gerade jetzt!“

Tamora folgte ihr, und stand plötzlich vor einem großen Schlitten, der von Rentieren gezogen wurde, und davor- aber nein, das konnte doch gar nicht…doch er war es!
„Der Weihnachtsmann?“ rief sie erstaunt.
Der dicke Mann im roten Mantel mit weißem Rauschebart drehte sich um.

„Oh, Ähem tut mir Leid, aber mein Rentier lahmt.“
Und er zeigte auf ein Tier mit leuchtend roter Nase, das er ausgeschirrt hatte, und das nun auf die beiden zuhumpelte.
„Und ausgerechnet das Leittier, wo ich doch jetzt Geschenke  verteilen muss.“
„Tja, da hast du wirklich ein Problem- aber wart mal, ich hab´ da eine Idee!“
Und Tamora stieß einen melodischen Pfiff aus, worauf ein Einhorn herbei kam.
„nimm erstmal dieses Einhorn“
„aber kann denn ein Einhorn einen Schlitten ziehen?“
„Warum denn nicht? Mit den ‚Rentieren wird es schon klar kommen, und ich kümmere mich derweil, um dein verletztes Tier. Heute Abend, wenn du wieder kommst, wird es wie neu sein.“

Tamora nahm das Einhorn in den arm, und flüsterte ihm etwas ins Ohr .Es schnaubte verstehend, und sie führte es zum Schlitten. Der Weihnachtsmann hatte nun keine Wahl mehr und stimmte zu.

Anfänglich waren die Rentiere argwöhnisch, doch das legte sich schnell, und schließlich hob der Schlitten ab. Tamora nahm das Rentier, und winkte dem davon fliegenden Weihnachtsmann.

Am Abend schließlich begann die Weihnachtsfeier. Es duftete nach Lebkuchen, Glühwein und Plätzchen, und der Weihnachtsbaum strahlte weithin prächtig, so das er auch vom Weihnachtsmann gesehen wurde, der direkt darauf zu flog. Er kreiste einmal um den Baum, und landete schließlich auf der Lichtung, auf der sich elfen, Zwerge, Kobolde, Feen und die Tiere des Waldes versammelt hatten.

Der Weihnachtsmann sprang kam, und lief auf Tamora zu, die mit dem Rentier kam.
„Danke“, sagte er „ du hast mich gerettet „Dein Einhorn hat wirklich einen prima Job gemacht „
„Freut mich.Und hier, wie versprochen dein Rentier ganz gesundes hat schon sehnsüchtig auf euch gewartet.“

Die Tiere wurden getauscht. Tamora nahm das Einhorn in den Arm, und flüsterte ihm “Gut gemacht“ ins Ohr.

„Nun, ich hab noch viel zu tun Heut Nacht“, sagte der Weihnachtsmann
„Aber auf einen Glühwein kannst du doch wohl noch hier bleiben“
„Ich denke schon“

Und der Weihnachtsmann setzte sich zu ihnen, und so wurde es  eine  schöne Weihnachtsfeier auf den Traumwiesen.

Sonntag, 1. Dezember 2019

Zum ersten Advent: Thommy rettet 'Weihnachten

Eine kleine Wiederholung zum einstieg in die Vorweihnachtszeit:die Geschichte vom jungen, dem der Weihnachtsmann durchs Dach fällt.Viel Spaß und schönen ersten Advent!


Es ist der Tag vor Heiligabend. Thommy ist allein zu Haus. Die Eltern sind ausgegangen. Nach dem Einkaufs -und Vorbereitungsstress der vergangenen Tage, wollen sie sich einen Abend miteinander gönnen, und werden spät zurück sein. Für Thommy ist das kein Problem. Er ist Zwölf Jahre alt, aber für sein Alter sehr selbstständig, und ,da beide Elternteile arbeiten, es auch gewohnt mal allein Zuhause zu sein. Er hat die Aufgabe übernommen, noch für etwas Schmuck in der Wohnung zu sorgen. 

Er ist klein, untersetzt, hat braunes Haar, blaue Augen, und trägt eine Brille.
Nun sitzt er im Wohnzimmer, und ist mit Bastelarbeit beschäftigt. Prächtig leuchtet schon der Weihnachtsbaum, der Fernseher läuft nebenher, und Kakao und Kekse stehen neben ihm auf dem Tisch. Draußen beginnt der Abend zu dämmern.

Grade hat er die Arbeit an einem großen Strohstern beendet, und betrachtet zufrieden sein Werk, da rummst es plötzlich Oben.
„Das kam vom Dachboden. “, sagt er zu sich selbst, steht auf, und läuft die Treppe nach Oben hoch.

Schon ist er an der Bodentür angekommen. Er schließt auf, öffnet die Tür, und tritt ein, doch schon nach einem Meter bleibt er abrupt stehen. Ungläubig starrt er auf das Bild, welches sich ihm bietet.

Im Dach befindet sich ein großes Loch, und darunter, vor ihm, zwischen den hier gelagerten Kartons, liegt eine massige Gestalt im roten Mantel und Hose, sowie schwarzen Stiefeln. Die rote Zipfelmütze liegt neben ihm. Offensichtlich ist die Person bewusstlos.

Mit großen Augen tritt er langsam näher, dreht den, durchs Dach gefallenen, mit etwas Mühe auf den Rücken, und bekommt nun ein volles, rundes gutmütiges Gesicht mit weißem Rauschebart, und roter Knollennase zu sehen.

„Aber das ist doch…“, entfährt es ihm …„das gibt`s doch gar nicht!“
Vor ihm liegt der Weihnachtsmann!
Mit vor Staunen offenen Mund sieht er auf den bewusstlosen Fremden, und dann hoch zu dem Loch im Dach, durch das Schneeflocken herein fallen.

Vorsichtig rüttelt er den Ohnmächtigen an der Schulter, dann ein bisschen stärker. Schließlich regt der sich, stöhnt mit tiefer Bass-Stimme, und beginnt sich langsam zu erheben. Behutsam betastet er seinen Kopf.

„Ooh“, stöhnt er „Wie komm´ ich denn hier her?“ Er sieht an sich herab. „Und was soll der Aufzug?“
Thommy weist nach Oben
„Sie sind da durch gefallen, Herr…ääh…Weihnachtsmann.“
„Weihnachts…was? Was…was soll das, Wie komm´ ich in dieses Kostüm?“
„Aber das tragen sie doch immer. Offen gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es sie wirklich gibt. Na ja, sie wissen schon den Weihnachtsmann. “
„Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Ich heiße…“, Er überlegt kurz, dann sieht er eine Karte, welche sich unter den Dingen befindet, auf die er gefallen ist. Er hebt sie auf und liest sie.

„Siehste, muss mir aus der Tasche gefallen sein. Also, ich heiße Heinz Brunner, und bin Händler für exquisite Weine. Wo bin ich hier eigentlich?“

„In unserer Wohnung in der Karlsbader Strasse“
„Aber was mach´ ich denn hier? Habe ich dir was verkauft?“
„Bestimmt nicht, sehe ich alt genug aus, um Wein zu kaufen? Noch mal:Sie sind hier durchs Dach gefallen“
„Papperlapapp. Na, erst mal muss ich aus diesem albernen Kostüm raus, und was vernünftiges Anziehen.“

Und er steht auf, um an dem völlig verdutzt schauenden Jungen vorbei durch die Tür, und nach unten zu gehen.

Thommy steht noch wie vom Donner gerührt, als plötzlich goldene Funken durch das Loch in den Dachboden sprühen, und eine quäkende Stimme „Banzaii!“ ruft, worauf etwas in einem eleganten Sprung vor ihm landet, und sich erhebt.

Wenn er gedacht hatte, der Weihnachtsmann, der durchs Dach herein fällt, wäre das ungewöhnlichste, das er in seinem Leben bisher erlebt hat, dann wird Thommy nun sofort eines besseren belehrt. Was vor ihm steht, toppt den Weihnachtsmann noch einmal.

Der Neuankömmling ist etwa so groß wie er selbst, hat ein rundes Gesicht mit großen blauen Augen, spitzer Nase, einem breiten Mund, und großen, spitz zulaufenden Ohren. Er trägt eine rot-weiß geringelte Zipfelmütze mit grünem Saum, ein Rot-Weiß geringeltes Hemd mit grünen Manschetten und Kragen, eine grüne Hose und schwarze Stiefelchen.

Während er sich vollständig erhebt, und den Staub abklopft, sagt er zu sich selbst:
„Und ich hab ihn noch gewarnt. Nicht soweit rauslehnen, hab` ich gesagt, aber man hat es ja nicht nötig auf mich zu hören, und jetzt…“

Sein Blick fällt auf den Jungen, der ihn mit großen Augen, und offenem Mund anstarrt.
„Oh Oh“, meint er „Das sollte eigentlich nicht passieren.“
„Was sollte nicht passieren?“
„Das du mich gesehen hast, wir sollen nämlich möglichst inkognito arbeiten. Aber gut, da es jetzt nicht mehr zu ändern ist, hier ist doch jemand durchs Dach gekracht .Groß, füllig, roter Mantel, rote Mütze, weißer Bart?“

„Äh, sie meinen sicher den Weihnachtsmann. Ja, der  ist hier durchgefallen, aber ich glaub´ er hat sein Gedächtnis verloren. Er glaubt jetzt, er wäre ein Weinhändler. Ist auf einen Karton gefallen, in dem Papiere waren, darunter diese Karte von dem Brunner. Mein Vater hat da schon mal gekauft, glaub ich.“

„Oh nein“, ächzt der Besucher „Das hat noch gefehlt. Was für´n Schlamassel. Waren grade auf Probefahrt, haben den neuen Schlitten eingefahren, und dann wurde er übermütig.“
„Es steht wohl sehr schlimm?“, fragt Thommy vorsichtig.
„Sehr schlimm? Da ist eine Katastrophe. Weihnachten steht auf dem Spiel. Weißt du, wo er  jetzt ist?“

„Er wollte sich etwas anderes anziehen. Dann ist er wahrscheinlich an Vaters Kleiderschrank.“
„Klingt logisch. Dann los, ich heiße übrigens Blix, Vorarbeiter der Weihnachtselfen.“
„Ich heiße Thommy, und wohne hier. aber wenn du ein Elf bist, hast du dann nicht so was, wie magische Kräfte, mit denen du sein Gedächtnis wieder zurück zaubern kannst?“
„Nein, da werden wir Weihnachtselfen überschätzt. Ich kann Dinge versetzen und reparieren, und mich selbst transportieren, aber ein ramponiertes Gedächtnis zurecht rücken kann ich auch nicht. Komm, gehen wir!“

Sie laufen die Treppe hinunter, und ins Elternschlafzimmer, in dem sich tatsächlich der Weihnachtsmann befindet, der sich nun Heinz Brunner nennt, und Anzüge von Thommys Vater anprobiert.

„Ah, hallo Chef!“, ruft Blix „Gut das ich sie gefunden hab´. Kommen sie, wir müssen zurück zum Schlitten, sie wissen schon Weihnachten…Wie sehen sie denn aus?“
„Was heißt hier, wie sehen sie denn aus?“, gibt der angesprochene zurück. „Das müssen sie nun grad sagen, in ihrem merkwürdigen Aufzug. Vielleicht sollten sie auch mal zum Schönheitschirurgen, wegen ihre merkwürdigen Ohren.“
„Merkwürdige… was? Hallo, ich bin ein Weihnachtself?“

„Ein Weihnachtself was? Für dumm verkaufen wollen sie mich auch noch, und nennen sie mich nicht Chef!,Ich kenne sie ja nicht mal!“
„Aber ich bin´s  doch, Blix!“
„Ich kenne keinen Blix!“
„Aber doch natürlich. Ich bin Blix der erste Weihnachtself, und sie sind der Weihnachtsmann .Und morgen ist Weihnachten!“

„Ich habe diesem Jungen schon gesagt, der mich ebenfalls dafür hielt, dass ich nicht der Weihnachtsmann bin.“
„Doch, das sind sie, und sie müssen jetzt mitkommen, denn ohne Weihnachtsmann gibt es kein Weihnachten!“
„Dann besorgen sich einen, aber woanders, und lassen sie mich in Ruhe. Ich muss jetzt in mein Geschäft. Hab ´eh schon zuviel Zeit verplempert. Wenn ich nur wüsste, wie ich überhaupt hierher  gekommen bin.“
Spricht`s, schreitet im neuen Anzug von Thommys Vater an ihnen vorbei, und geht nach Unten zur Haustür hinaus.

Blix schlägt sich mit der Hand vor die Stirn, lässt sich aufs Bett fallen, und stöhnt:
„Au Mann, jetzt haben wir wirklich ein Problem.“
„Und was tun wir jetzt?“, fragt Thommy
„Wir? Aber gut, du steckst eh schon drin, und ich kann Hilfe gebrauchen. Na ja, wir müssen ihm nach. Was hat er gesagt? Er muss in sein Geschäft.“

„Die Adresse müsste auf der Karte stehen, die er gefunden hat, aber die kann man noch auf andere Weise rauskriegen, komm“
Und er führt den Elf in sein Zimmer, und vor seinen PC. Die Suchmaschine anwerfen, und die Adresse finden, ist eine Sache von Minuten.
„Ah, Obernstrasse 45, das ist in der Innenstadt. Aber wie kommt er wohl dahin?Obwohl Paps hat immer Kleingeld in seinen Anzügen, da wird er wohl die Straßenbahn nehmen. Die bessere Frage ist. Wie kommen wir dahin?“

„Oh, kein Problem“, meint Blix. „Wir nehmen den Schlitten. Geh schon mal vor die Tür. Ich bin gleich da.“
Damit löst sich der Weihnachtself in einem goldenen Funkenregen auf. Thommy zögert nicht, zieht sich an, und geht nach draußen. Kaum hat er die Tür hinter sich geschlossen, da erscheint schon Blix mit dem Schlitten.
„Einsteigen, und dann geht´s sofort los!“ Thommy tut wie ihm geheißen, und gleich danach hebt der Schlitten ab.

Es ist schon einmerkwürdiges Gefühl im Schlitten des Weihnachtsmannes zu sitzen, aber Thommy geniest es. Bald sind sie über der Innenstadt, wo die Buden des Weihnachtsmarktes in festlichen Farben leuchten. Sie drehen eine Runde um den prächtig geschmückten Tannenbaum, und fliegen dann zur Obernstrasse.

„Da“, ruft Thommy, und zeigt auf ein einzeln stehendes, altes Gebäude. „Das muss es sein!“
Tatsächlich. “Weinhandel Brunner“ ,steht auf einem Schild, das an einer geschmiedeten Angel an zwei Ketten hängt.

Sie gehen auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude nieder, und stellen den Schlitten neben einem Mercedes ab. Als sie aussteigen, kommen ein Paar Passanten vorbei, die das Vehikel staunend ansehen.

„Äh, Werbeeinlage“, ruft Thommy den Leuten zu, und  ihren befremdeten Blicken auf Blix begegnend: „Kleinwüchsige Schauspieler als Weihnachtselfen.“
„Kleinwüchsi…“, will der Elf beleidigt einwenden
„Ich will mir mein Kostüm grad besorgen“, unterbricht Thommy, und zerrt den murrenden Blix mit sich in Richtung Laden.

„Du möchtest doch unerkannt bleiben“, raunt er ihm zu.
„Ja, aber ich bin immerhin der größte aller Weihnachtselfen“, mault der Elf.
„Und doch nicht größer als ich…oha, das ging ja noch mal gut.“
Er wäre beinahe auf einer gefrorenen Pfütze ausgerutscht.

Als sie den Laden betreten, sehen sie Heinz Brunner, alias der Weihnachtsmann in Diskussion mit dem Ladenpersonal.
„Was soll das heißen, ich kann nicht ihr Chef sein?“
„Das heißt, sie sind nicht Heinz Brunner“, sagt ein Mann, Mitte Vierzig, der ihm zunächst steht. „Wir kennen schließlich unseren Chef, und der ist im Urlaub in der Schweiz.“
„Das ist Unfug, ich bin Heinz Brunner. Ich habe schließlich auch diese Karte“
„Die besagt gar nichts.“
„Jetzt reicht´ s aber, sie sind entl…“

„Äh, Auszeit“, meldet sich Blix, und packt den vermeintlichen Weinhändler am Arm.
„Kommen sie doch mal kurz raus.“
„Sie schon wieder !“
„Ja, ich schon wieder, kommen sie“
„Aber ich habe ihnen doch schon gesagt, das ich nicht der…“
„Schon gut, wissen wir“, sagt Thommy, „Aber wir können ihnen helfen zu beweisen, das sie Brunner sind“ und er nickt dem verdutzt dreinblickenden Verkäufer unauffällig zu.
„Aber das können sie doch auch hier tun“
„Äh, Nein“, meint Blix, der verstanden hat „Draußen ist jemand der bezeugen kann, dass sie der Weinhändler sind, aber er möchte sie persönlich sprechen, unter vier Augen.“

Noch zweifelnd kommt Brunner /Weihnachtsmann mit heraus. Beim Verlassen des Geschäfts, lässt er versehentlich die Tür einem eintretenden Kunden an den Kopf fallen.
„Oh, Verzeihung“, ruft er zurück, aber zu Thommy gewandt: „Andererseits erhöhen kleine Schläge auf den Hinterkopf ja das Denkvermögen.“

„Kleine Schläge auf den Hinterkopf“, sinniert der Junge "Ein Schlag auf den Kopf, ein Schlag auf den…“
Er zuckt zusammen, und sagt dann laut:
„Oh, ich hab´s“

In diesem Moment fragt Brunner /Weihnachtsmann ärgerlich;
„Wo ist denn nun der Zeuge?“
„Kommen sie hier lang“, meint Thommy, und drängt ihn in Richtung jener Pfütze, auf der er beinahe ausgerutscht wäre, und auch: der angesprochene kommt ins Rutschen. Thommy gibt noch einen kleinen Schubs, und er  fällt der Länge nach hin, mit dem Kopf auf den Schneebedeckten Asphalt.Blix kann grade noch ausweichen.

„Was sollte das?“, quengelt er
Ich glaube, das sollte reichen“, meint Thommy zufrieden
„Sag mal…“
„Hey Blix, kannst du mir mal aufhelfen, und was mache ich hier auf einem Parkplatz  in diesem Anzug?“
Der Elf wirbelt herum
„Chef“, ruft er erfreut, „sind sie wieder bei sich?“
„Was heißt wieder bei mir, war ich denn weg?“

„Erkläre ich später, jetzt müssen wir erstmal los. Das ist übrigens Thommy. Sind sie sonst wohlauf?“
„Ja, ich habe nur schreckliche Kopfschmerzen.“
„Das gibt sich,wenn wir unterwegs sind.“
Sie besteigen schließlich den Schlitten, und fliegen los.

„Wir müssen erst den Jungen bei sich Zuhause abliefern. Ihre richtigen Sachen sind übrigens auch dort. Sie sind dort durchs Dach gefallen. erinnern sie sich?“
„Dunkel. N´ bisschen zu weit rausgelehnt, und etwas zu rasant geflogen.
Junger Mann, kann es sein, das du mich absichtlich hast ausrutschen lassen?“
„Ähm ja. Ich dachte, bei dem Sturz durch unser Dach sind sie auf den Kopf gefallen, und verloren danach das Gedächtnis, da müsste ein weiterer Schlag auf den Kopf es wieder zurückbringen.“

„Ein prächtiger Einfall“, lacht Blix
 „Ja, in der Tat“, sagt der Weihnachtsmann schmunzelnd.
Schließlich kommen sie wieder vor Thommys Haus an.
„Ich glaube, wir müssen das noch reparieren“, sagt der Weihnachtsmann, als sie über dem Haus sind, und weist auf das Loch im Dach. Zusammen sollten wir das schaffen.“
Blix nickt. Er hält den Schlitten über dem Haus an. Er und der Weihnachtsmann strecken die Hände aus.

Goldener Regen prasselt auf das Dach nieder, und nach und nach repariert sich der Schaden von selbst. Schließlich wirkt es, als wäre das Loch nie da gewesen.
Blix landet den Schlitten. Sie steigen aus, und betreten das Haus. Kurze Zeit später kommen sie wieder heraus. Der Weihnachtsmann trägt nun wieder seinen roten Mantel, Hose und die Mütze, wie man es kennt.

„Nun“, meint der Weihnachtsmann, nach einem Blick auf eine goldene Taschenuhr. „Mitternacht ist nicht mehr weit hin. Bald Heiligabend.“
Dann reicht er dem Jungen die Hand.
„Ich glaube, ich muss mich bei dir bedanken“
„Ja“, sagt Blix, und reicht ihm ebenfalls die Hand „Man kann es nicht anders sagen, aber du hast Weihnachten gerettet.“
„Oh, äh, keine Ursache“, meint Thommy
„Nein junger Mann, du hast da etwas ganz besonderes geleistet, und nebenbei, dem, Weihnachtsmann eine ordentliche Beule verpasst.“
Er greift in seine Manteltasche, und holt eine Karte hervor.
„Das mit der Karte hat mir gefallen.“
Er fährt mit der Hand über die Karte, und reicht sie ihm. Sie ist jetzt aus Gold.  Blix und der Weihnachtsmann sind nun darauf zu sehen, von Tannenzweigen umgeben.

„Das wird dich immer an diesen Abend  erinnern. Fröhliche Weihnachten“
Dann nimmt er in seinem Schlitten Platz, den er nun selber fliegt, den vergnügten Blix neben sich. Sie fliegen einmal  um ihn herum, und winken ihm zu. Thommy winkt zurück
„Frohe Weihnachten“, ruft er nach Oben, und dann entschwindet der Schlitten schließlich am Horizont.

Das wird mir keiner glauben, denkt Thommy, und  lässt sein Abenteuer geistig noch einmal Revue passieren. Schließlich geht er ins Haus, in dem Gefühl, das das Morgen ein besonders schönes Weihnachtsfest wird.

ENDE



Sonntag, 23. Dezember 2018

Der Porzellanengel

Die Familie war über Weihnachten in Urlaub gefahren, das wusste er. Er hatte es ausbaldowert, bevor er den Einbruch machte.

Das Weihnachtsmannkostüm war zu dieser Zeit eine hervorragende Tarnung, wer schaute da schon in den Sack, aber Emil hatte auch für diesen Fall vorgesorgt, mit ein Paar leeren Päckchen.

Das Einsteigen war kein Problem. Die Alarmanlage war nicht sonderlich anspruchsvoll Die Beute war nicht schlecht: Tafelsilber, Schmuck, Bargeld, zwei Handys, und ein wunderbarer Weihnachtsengel aus Porzellan.
„Meißen, etwa Achtzehntes Jahrhundert“, meinte er zufrieden nach einem Pfiff durch die Zähne .Das hatte sich gelohnt!

Zufrieden wickelte er die, etwa dreißig Zentimeter hohe, Figur in eine Zeitung, und steckte sie zu den anderen Dingen in den Sack, dann trat er den Rückzug an, und verlies das Haus. Draußen sah er sich kurz um, dann stapfte durch den Schnee die verlassene Strasse entlang, als eine leise Stimme an sein Ohr drang:
„Weißt du nicht, das stehlen eine Sünde ist? Es ist besser, du bringst mich zurück.“
Er stoppte kurz, dann schüttelte er den Kopf
„Du magst ja kurzzeitigen Gewinn machen, doch die böse Tat kann das nicht aufwiegen.“
„Es trifft keine armen. Außerdem ist Weihnachten doch die Zeit des Gebens“, spottete er, um sich gleichzeitig zu fragen:
“Mit wem rede ich da eigentlich?“
„Nenne mich dein Gewissen“

Nun bog er auf eine größere Strasse ein, und schritt sie entlang, bis an ihrem Ende ein Waisenhaus auftauchte. Wie viele andere Häuser in der Strasse war es prächtig weihnachtlich geschmückt und beleuchtet.
„An Weihnachten kommt es nicht darauf an, was man bekommt, sondern, was man von sich selber gibt.“
Er sah sich um. Irgendwo musste die Person doch sein, die mit ihm sprach, doch da war Niemand.

Schließlich begann er die Stimme zu ignorieren
„Da sind sie ja endlich“, klang es von der anderen Seite
Er sah sich erschrocken um, und realisierte, dass er ja noch das Weihnachtsmann-Kostüm trug.
„Kommen sie schon“, sagte eine mittelaltrige blonde Frau mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf „die Kinder warten schon.“
„Siehst du“, meldete sich die Stimme wieder „Nun kannst du tun, was eigentlich die Aufgabe des Weihnachtsmannes ist, nämlich geben und nicht nehmen.“

Sie führte ihn in einen großen Raum, wo, vor einer kleinen Bühne, an die Dreißig Kinder saßen, welche ihm zu jubelten. Verdattert stand er nun da. Was sollte er nur tun. Er hatte ja gar keine Geschenke in seinem Sack. Im Gegenteil. Aber sie erwarteten  offenbar einen Weihnachtsmann, und der war sicher nicht fern, also musste er Zeit gewinnen.

„Ahm, also, zunächst möchte ich zum Schmuck eures Raumes beitragen.“ Er hatte einen Sockel neben der Bühne gesehen, der ihn auf eine Idee gebracht hatte. eine völlig verrückte Idee ,aber eine, die ihn retten konnte.

Er griff in seinen sack, und nahm den eingewickelten Engel heraus, wickelte ihn aus, und stellte ihn auf den Sockel, trat zurück, sah die Figur an, und erschrak.
Die Augen des Engels schienen ihn direkt an zu sehen, und ihr Blick schien ihn zu durchbohren. Hatte der mund schon vorher dieses wohlwollene Lächeln?
 „Ich glaube, du hast verstanden“, lies sich die Stimme freundlich vernehmen.

Im selben Moment ertönte von der Tür ein lautes „Ho, Ho Ho!“, und ein großer dicker Mann im Weihnachtsmannkostüm trat unter dem Jubel der Kinder ein.
„Äh ja“, sagte Emil „Das ist mein Kollege. Ich war nur die Vorhut.“
Da allerdings nahm keiner mehr wahr, denn der andere hatte bereits mit dem Verteilen von Geschenken begonnen. so nahm er seinen Sack, und stahl sich hinaus auf die Strasse, und wollte nur noch nach Hause. Doch ein innerer Trieb lies ihn zu jenem Haus zurück gehen, aus dem er die Dinge gestohlen hatte, und legte den Sack davor ab, dann ging er, und irgendwie fühlte er sich wirklich gut.

Unmittelbar nach den Feiertagen las er in der Zeitung, das  Waisenhaus eine fürstliche Belohnung für die Rückgabe der wertvollen Figur bekam, welche die Einrichtung vor der Pleite rettete .Da hatte er tatsächlich ein sehr gutes Werk getan,
als er den Porzellanengel dort gelassen hatte!


ENDE

Meinen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest,und eine guten Rutsch ins neue Jahr!

Sonntag, 16. Dezember 2018

Storyboard Weihnachtsclassics-Ein Strauß Weihnachtswunder

Auch Weihnachtsmänner haben Stress,Eine Gruppe Seenotretter und Schiffbrüchiger werden am Weihnachtsabend durch ein wunder aus größter Gefahr gerettet,Einem Jungen fällt der Weihnachtsmann durchs dach und verliert dabei das Gedächtnis,Mit ein bisschen göttlicher Hilfe löst ein Pastor ein Flüchtlingsproblem,Der Geist der Weihnacht wird einem jungen Zweifler von einem fremden Freund bei gebracht, und auch auf den Traumwiesen wird Weihnachten gefeiert, und notfalls ersetzt ein Einhorn ein lahmendes Rentier am Schlitten des Weihnachtsmanns und ein magischer Weihnachtsbaum bringt die Liebe zurück.Ein bunter Strauß kleiner und großer Weihnachtswunder.

Schönen dritten Advent!

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Sonntag, 9. Dezember 2018

Storyboard-Weihnachtsclassic-Ein Kater auf dem Weihnachtsmarkt

Heute mein zweiter Advents-Klassiker.Diesmal für Kater Timmy-Fans.Timmys Abenteuer auf dem Bremer Weihnachtsmarkt in leicht überarbeiteter Form, also doch irgendwie neu.Viel Spaß und schönen zweiten Advent


Der Bremer Stadtkater-Oh je,du fröhliche


Langsam taumelten Schneeflocken vom Himmel und bedeckten die Bremer Innenstadt mit einer weißen  Puderschicht. Es herrschte viel Betrieb ,denn es war Adventszeit und der Weihnachtsmarkt war eröffnet.

Viele Menschen wuselten da durch die Straßen, die es eilig hatten ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen, oder mit ihnen zu Auto oder Straßenhahn zu kommen. Und weil sie so im Stress waren, nahmen sie kaum von den drei Vierbeinern Notiz ,die sich zwischen ihnen durchschlängelten .Es handelte sich um drei Katzen. Eine große rotbraun getigerte ,eine große, magere weiße mit grau getigertem Rücken ,bei der eine Ohrspitze nach vorn abgeknickt war und schließlich noch eine kleine schwarze mit grünlich gelben Augen. Der geneigte Leser wird natürlich schon erraten haben,das sich um Emma, Toby und -Timmy handelte.

Timmy hatte schon von dem Fest gehört, das die Zeibeiner Weihnachten nannten, und als Toby nun vorbeikam und fragte ,ob er diesen Weihnachtsmarkt mal sehen wollte ,stimmte er begeistert zu und auch Emma beschloss mit zu gehen. So waren sie jetzt also unterwegs ,liefen die Violenstrasse entlang , auf den Domshof, auf  dem viele bunte Buden standen, die mit bunten Buchstaben und Lichtern ihre Waren oder Attraktion beworben. Neugierig sah Timmy sich um, sah diese Häuschen ,von denen einige Räder hatten ,auf denen Engel, Rentiere und Weihnachtsmänner gemalt waren ,Karussells, die sich drehten mit Zweibeinerjungen darin, die vor Vergnügen quietschten. Von unterschiedlichen Buden stiegen ihm die unterschiedlichsten Düfte in die Nase. Sie liefen weiter über den Domshof, schlängelten sich zwischen Zweibeinern hindurch in Richtung der Obernstraße.

Gerade waren sie dort angekommen, zwischen Dom und Rathaus, da rumpelte eine Straßenbahn vorbei. Als sie vorbeifuhr lief Timmy los, umkurvte eine Zweibeinerfrau mit ihrem Jungen an der Hand und drehte sich nach seinen Begleitern um “kommt ihr?“ Aber wo waren sie denn? Sie waren nicht zu sehen .Er sah durch die Menschenmenge auf der andern Seite, wollte schon wieder rüber laufen, doch kam die nächste Straßenbahn  angerumpelt, so das er auf die andere Seite. und am, Roland stehen blieb, wo gerade die gelben Zweibeiner mit den schmalen Augen davorstanden und von ihresgleichen in einiger Entfernung mit kleinen Kisten ,in die sie reinschauten. Timmy hatte inzwischen gelernt, das sie Bilder voneinander machten, wie auch immer das funktionierte.

Er sah sich um,wo waren Toby und Emma?Vor ihm waren bunte Buden und ein Karussel. Vielleicht waren sie dort hinten irgendwo. er lief also um den Roland herum und zwischen einer Bude, an der „K-a-r--t-o-f-f-e-l-p-u-f-f-e-r, stand und die einen angenehmen Duft verströmte, der ihn daran erinnerte ,das er mittlerer Weile sehr hungrig war.

 So lief er weiter, immer Ausschau nach Emma und Toby haltend. Er blieb stehen, schräg hinter ihm war jetzt die Bude mit den Kartoffelpuffern ,auf der anderen Seite das Karussell, daneben eine Bude mit süßen Dingen. “G-e-b-r-a-n-n-t-e- M-a-n-d-e-l-n“ ,stand daran zu lesen. Vor ihm stand ein Imbiss .Daneben hatte jemand eine Pappe mit einer halben Bratwurst fallen lassen. Er lief hin, unbemerkt- und beachtet von den vielen Zweibeinern. Er schnupperte an der Wurst.
“Riecht nicht schlecht“ kurzer Hand schnappte er zu und verspeiste sie und sie schmeckte genauso gut, wie sie roch.

So gestärkt, setzte er seine Suche fort und kam an eine Art großes Haus an dem in verschnörkelten Buchstaben “G-l-ü-h-w-e-i-n“ stand. Es roch hier nach Wein, den Timmy aus dem Laden kannte und Gewürzen. Am Schanktisch stand jetzt ein dicker Zweibeiner mit schwarzen Stiefeln ,einem roten Kostüm und einer roten Zipfelmütze, der einen langen weißen Bart trug ,aus dem eine sehr rote Nase herauslugte.

Timmy hatte von ihm gehört, die Zweibeinigen nannten ihn Weihnachtsmann ,aber ihn nun hier zu treffen? Jetzt drehte sich der Dicke um und sah ihn an. Er beugte sich zu ihm runter ,dabei hielt er einen Becher mit der duftenden ,heißen Flüssigkeit und sagte:
 „A-Auf dein Wohl“, dann nahm er einen tiefen Zug und seufzte behaglich.
“aaah,dass tsut gut „
Ich glaub,der redet mit mir, dachte Timmy .
Der Weihnachtsmann  hatte den Krug geleert und bestellte einen Zweiten .
“Auff einem Bein k-ann man nicht stehen“, sagte er zu Timmy gewandt und zwinkerte ihm zu. Du kannst auch auf beiden nicht mehr ganz stehen ,dachte Timmy, als er sah ,das der Dicke leicht schwankte. Nachdenklich ging er weiter.

Er lies den Blick schweifen. Irgendwo zwischen diesen vielen Zweibeinern mussten seine beiden Artgenossen doch sein und sie würden ihn doch bestimmt auch suchen. Hinten ,hinter den Buden, stand ein großer ,festlich geschmückter Weihnachtsbaum. Er ging in diese Richtung und dort vor einer Holzbude ,an der Treppe der Bürgerschaft, sah er etwas ,das seine Neugier weckte. Da stand ein Mann mit einem Kasten,a n dem eine Kurbel war .An dieser Kurbel drehte er und entlockte dem Kasten damit Töne, die wohl Musik waren, und die viele Zweibeiner anlockte .Ein kleiner Affe an einer langen Leine lief  vor den Zuschauern herum. Er trug ein rotes Jäckchen und eine kleine grüne Melone, die er jetzt abnahm und herumreichte und viele Zweibeiner warfen Geldstücke hinein.

Neugierig ging Timmy zu ihm und wäre fast mit ihm zusammengestoßen.
 “ola  Gato,pase auf,sonste die Geld fällt runter.“
“Tschuldigung“,meinte Timmy,“Sammelst du das für den Zweibeiner ein,der dort am Kasten dreht?“
 „Natürlicke, ische kann docke nixe anfangen damit ,aber Herrchen gibt mirr zu esse und eine eim,obwohle,isch habe mir was anderes vorgestellt ,als ich kam ierr her ,als rum zulaufen in ässliche Jacke und Hut und sammeln Gelde ein.Wäre ich bloß gebliebe an Amazonas.“
“Wieso bist du da weg, wo immer das ist“
„Ich wurde gelockt .Sweibeiner nahm mich mit Aus mit Boot.ätte wieder weglaufe könne in Dschungel,aber gebliebe  bei ihm und nun ier.Naja bin irgendwann gelaufe durch offene Türr in Garrte.wurde gefunde von anderre Mann und nun bei Drehorgel.“
 „Pepe“,rief der Zweibeiner an der nun kurzzeitig verstummten Drehorgel
.“Musse zurücke,Vielleickte,wir sehe uns wieder“
Und das Äffchen lief zurück zu seinem Herrchen,um die volle Melone zu leeren..

Timmy lief weiter an Buden und Zweibeinern vorbei. Immer mal wieder blieb er stehen und lies den blick schweifen, um irgendwo etwas katzenmäßiges zu suchen ohne Erfolg. So lief er noch eine Weile lief auch noch einmal auf den Domshof rüber und allmählich taten ihm die Pfoten weh. Also irgendwo hier mussten sie doch sein. Traurig und erschöpft stand er nun zwischen Dom und Rathaus im Schneegestöber  und zwischen vielen ,wuselnden Zweibeinern.

Sollte er zurück in den Schnoor gehen und auf sie warten?Vielleicht war es das Beste. Er drehte sich um ,um über den Domshof zu laufen, prallte aber sofort zurück. Direkt vor ihm, praktisch Nase an Nase, stand ein riesiger Kläffer, ein Schäferhund, dessen gefletschte Zähne, ihn nicht unbedingt als Katzenfreund auswiesen, was er sogleich bestätigte. 
“Na sieh mal an, knurrte er, da bekomm´ ich ja heut Abend noch was richtig schönes zwischen die Zähne“ Timmy nahm sich gar nicht erst die Zeit zu antworten, wandte sich um, und schoß in Richtung Marktplatz davon.

Der Hund, dessen Herrchen durch ein Gespräch abgelenkt war,  riss sich los und rannte mit schleifender Leine hinter dem Kater her.“Harro hierher, komm zurück“, schrie das erschrockene Herrchen und lief ebenfalls hinterher. Timmy lief über den Markt, schlängelte sich zwischen Zweibeinern hindurch, gefolgt von dem wütenden kläffenden Hund. Hier geriet ein Zweibeiner aus dem Gleichgewicht, da lies einer bald sein Essen fallen und wütend sahen sie hinter den Tieren her, nur um fast mit dem hinterher laufenden und laut „Harro hierher, aus!“, rufenden Herrchen zusammen zu stoßen. Ein, in der Nähe stehender Schutzmann hatte die wilde Jagd bemerkt und lief nun ebenfalls hinterdrein,um zu helfen.

Timmy lief über das sich drehende Karussell ,Hund, Herrchen und Schutzmann liefen umzu, waren dann aber wieder auf seinen Fersen. Jetzt ging es durch eine Menschenmenge nahe der Bürgerschaft und als Timmy hindurchflitze ,sah er die Drehorgel und den Affen. Gleich hinter ihm kam der Hund ,sein Herrchen  und der Polizist prallten in die Menschenmenge und rissen sie um  ,sodass sie ein wild um sich schlagendes Knäuel bildeten.

Durch Timmy und den riesigen Hund und die gleichzeitig wild durcheinander fallende Menschenmenge erschrak auch der Affe. Ein „iiek" ausstoßend. riss auch er sich los und schoß hinter Timmy her der jetzt auf den riesigen Tannenbaum zu rannte.
 „Ich hab dich gleich“, hörte den Hund hinter sich,“Aber vielleicht hol´ich mir vorher diesen Affen.“
Pepe stieß ein noch lauteres „iieek“aus .

Ohne zu überlegen kletterte Timmy den Baum hoch, gefolgt von dem Affen. So entstand jetzt ein groteskes Bild: unten der laut kläffende Hund ,oben auf der Spitze des Baums der Kater und auf seinem Rücken der Affe. 
“Wäre ich bloß geblieben an die Amazonas!“ ,schimpfte er. 
“Kannst du nicht aufhören auf meinem Rücken rumzuhampeln?“ ,fragte Timmy unwirsch. 
“Dann höre du auf zu schwanken, ich werde schwindlig“ 
„Du als Affe?“ 
„Seit hier bin,ich bin nicht wieder auf Bäume geklettert. Wäre ich bloß gebliebe an Amazonas“

„Schön und gut,nur das hilft uns jetzt nicht weiter, solange der da unten ist, außerdem ist es der Baum, der schwankt “
Timmy ließ den Blick schweifen. Von hier oben war der Weihnachtsmarkt wunderschön anzusehen, wenn die Lage nur nicht so ernst gewesen wäre. Während die Menschenmenge bei der Orgel sich langsam wieder aufrappelte, hatte sich unten ,um den Baum schon eine größere Menschenmenge angesammelt die nach oben schaute.

Es waren Zweibeinerjungen dazwischen, die begeistert nach oben zeigten. Merkwürdig, über was die sich freuen konnten. Verängstigt sah Timmy nach unten, er konnte doch nicht die Nacht hier oben verbringen. Und da plötzlich, bewegte sich etwas zwischen den Zweibeinern hindurch. Es war ein Hund, aber einer den Timmy gut kannte .Es war nämlich der Käpt´n. Seelenruhig und von den umstehenden Zweibeinern bestaunt, ging er auf Schäferhund zu, und baute sich direkt vor ihm auf. Redete er mit ihm? Einige Augenblicke später wandte sich der Schäferhund ab und ging der der Menschenwand zu, die sich im selben Moment teilte und das erregte Herrchen durchließ, das ihn sofort fest an der Leine packte und mit fort nahm.

„At dieser  Hund gemacht ,eine Exorzismus mit die andere Hund?“,fagte Pepe 
“Er muss jedenfalls sehr überzeugend gewesen sein “, meinte Timmy. 
Im gleichen Moment tönte von unten die Stimme des Käpt´ns“Was los,wollt iähr da oben anwächsen?“
“Oh ja,“ meinte Timmy,  "machen wir uns mal auf den Weg nach unten“ 
„Nach unte klettern oh je ,oh je“, zeterte Pepe 
“Komm schon, du bist ein Affe“, ermunterte ihn Timmy, “da hast du das Klettern doch im Blut. Diesen Tannenbaum wirst du doch schaffen, auf meinem Rücken kann dich jedenfalls nicht mitnehmen“ 
„Wäre ich bloß gebliebe…“ 
„ich weiß“, unterbrach Timmy und langsam und vorsichtig klettern sie den Baum wieder hinunter.

Unten angekommen lief er gleich zu seinem Helfer hin
 „Hallo Käpt´n. vielen Dank für deine Hilfe, aber was hast du ihm denn gesagt ,wie hast du das geschafft, das er weg gegangen ist?“
 „Och nur das du untär moinem Schutz stehst und das er dich nicht kriegen wird, nor  jor und denn hoben wiär das übliche Spiel des in die Augen Sehens gespielt, woboi verliert, wer als erstes die Augen äbwendet und dobei bin ich unschlogbar .“
„Aber woher hast du überhaupt davon gewusst?“ „Joa,von Gesche doch, die kom zu miär“ Timmy sah sich sofort nach ihr um, aber nirgends war eine Siam-Katze zu sehen.

Aber sie musste doch hier gewesen sein, wenn sie dem Käpt´n von Timmys Notlage erzählt hatte. Geheimnistuerisches Frauenzimmer! “Tja,schoinst ja n´ Schutzengel zu hoben“
 “Timmy!“, klang es da von der anderen Seite .Er drehte sich um und da waren Emma und Toby
 „Wo warst du  ,wir suchen dich die ganze Zeit“ ,tadelte Emma „Ich hab´ euch auch gesucht, na ja,und dann Probleme mit einem Kläffer bekommen“ „Ja,scheinst ja wirklich n´Talent zu haben, Schwierigkeiten anzuziehen“, lachte Toby
 „Noa joar,is jo älles gut ausgegängen“, meinte der Käpt´n
“Ja ,Danke“,sagte Emma „ich glaube, dann sollten wir nach Hause gehen“

Sie verabschiedeten sich vom Käpt´n und machten sich auf den Nachhauseweg, wobei Timmy eng in die Mitte genommen wurde, damit er nicht wieder verloren ging. Der Affe war wieder zu seinem Herrchen mit der Drehorgel zurück gekehrt, der ihn erleichter herzte.

An der Obernstrasse, neben einem großen, hölzernen Nussknacker stand wieder der dicke weißbärtige Mann im im roten Mantel und der roten Mütze. Oder war es ein anderer?Jedenfalls wirkte er ein wenig dicker, hatte aber nicht so eine große Nase ,auch schwankte er nicht und sein Gesichtsausdruck war sehr gütig.

 Normalerweise nahmen die Zweibeiner nicht allzu viel Notiz von ihrer Spezies ,doch der rot gekleidete ging auf sie zu und sagte:“Na,meine kleinen?“
Er bückte sich und nahm Timmy aus ihrer Mitte
 „Bist du ein braver Kater gewesen?“
„Äh,ich denke schon“,sagte Timmy instinktiv
„Gut“, sagte der Dicke und zwinkerte ihm zu“Ich wünsche euch frohe Weihnachten“.
 Timmy sah sich zu den anderen beiden um,denen ,wie ihm die Mäuler offen standen. Dann drehte er sich um, doch der Weihnachtsmann, war er es wirklich?, war verschwunden.

sie beschlossen den Heimweg fortzusetzen und gingen los,da erklang das Geräusch. Unwillkürlich hob Timmy den Kopf nach oben zum dunklen, abendlichen Himmel, von wo das Gräusch erklungen war ,das wie klingende Glöckchen klang und sich entfernte. Spielten ihm seine Sinne einen Streich? Und waren die Glöckchen wirklich da .Sie gingen weiter und Timmy fand ,das der Weihnachtsmarkt plötzlich wunderschön wirkte.

Vom Abendhimmel rieselten langsam große Flocken nieder und das warme Licht der Laternen beleuchtete die vielen schön geschmückten Buden und en prächtigen, strahlenden Weihnachtsbaum, auf dem er vorhin noch gewesen war. Alles wirkte wunderbar festlich. Sie  nahmen sich Zeit für den Heimweg, um die Eindrücke zu genießen. Beim Gerichtsgebäude verabschiedeten sie sich von Toby ,der noch eigene Pläne für diesen Abend hatte.

Später lagen Timmy und Emma behaglich auf ihren Kissen in der warmen, festlich geschmückten Stube. Am Adventskranz brannte das zweite Licht, es roch nach frisch gebackenen Plätzchen und draußen ,hinter dem Fenster rieselte der Schnee.

Vielleicht bekamen sie es hin, am heiligen Abend Toby und den Käpt´n dabei zu haben.Das wären wirklich fröhliche Weihnachten!         

Sonntag, 2. Dezember 2018

Storyboard Weihachts-Classics-Die vier Weihnachtskinder

Langsam neigt sich das Jubiläums-Jahr dem Ende zu.Darum präsentiere ich Heute, und den zwei nächsten Advents-Sonntagen meine besten Weihnachts-Geschichten.am vierten Advent gibt es dann eine neue.
Den Auftakt machen Heute die Vier Weihnachtskinder.Schönen ersten Advent!


http://schumt5.blogspot.com/2016/11/die-vier-weihnachtskinder-teil-1.html
http://schumt5.blogspot.com/2016/12/die-vier-weihnachtskinder-teil-2.html
http://schumt5.blogspot.com/2016/12/die-vier-weihnachtskinder-teil-3.html
http://schumt5.blogspot.com/2016/12/die-vier-weihnachtskinder-teil-4.html

Sonntag, 17. Dezember 2017

Der magische Weihnachtsbaum

 Diese neue kleine  Adventsgeschichte ist zugleich auch der letzte Post für dieses Jahr.Allen Lesern einen Schönen dritten Advent ,ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, ach ja, und ein erfolgreiches 2018!


Ich lebte erst seit kurzem in diesem Bergdorf. Anfang des Jahres erst, war ich hierher gezogen. Natürlich hört man viele merkwürdige Geschichten in so einer Dorfgemeinde, und es ist schwer zu sehen, was daran wahr ist und was nicht.

Die vielleicht merkwürdigste davon war die vom magischen Weihnachtsbaum, der alljährlich zur Adventszeit im Wald hinter dem Dorf erscheinen sollte, stets an einer anderen Stelle. Fand man ihn, und legte irgendeinen persönlichen Gegenstand darunter, und sprach einen Wunsch aus, so sollte er erfüllt werden.

Eine Dorfsage, wie man sie sich wohl in vielen kleinen Dörfern erzählte. Eine hübsche kleine Legende, nicht mehr, dachte ich mir, auch wenn es Leute gab, die behaupteten, ihn gefunden zu haben, und Wünsche erfüllt bekamen. Wahrscheinlich doch eher Zufall.

In jener Zeit, der ersten Adventszeit in meinem neuen Zuhause, war ich noch ein wenig deprimiert. Ich hatte eine Trennung hinter mir. Zu viel Konzentration auf den Beruf, und zu wenig auf sie, hatte dafür gesorgt, dass Sylvia mich verlassen hatte. Könnte ich doch nur die zeit zurück drehen, und es besser machen!

Kurz danach hatte ich ein Burnout, Sylvia hatte mich genau davor gewarnt, nahm mir eine Auszeit, und zog mich in die Einsamkeit dieses Bergdorfes zurück. Die viele Zeit, die ich hier zum Nachdenken hatte, sorgte dafür, dass mir meine Fehler umso  bitterer klar wurden, umso mehr, wünschte ich mir, Sylvia könnte hier sein.

So wurde aus dem Frühjahr Sommer, aus dem Sommer Herbst, und schließlich war es Winter.
An diesem 23.Dezember kehrte ich von einer kleinen Weihnachtsfeier im Dorfkrug zurück, und beschloss spontan, noch einen Abendspaziergang durch den Wald zu machen. Es war bereits dunkel, und der Himmel Sternenklar.

Ich stapfte durch den Schnee, an weiß überzogenen Bäumen vorbei, den Waldweg entlang, in Gedanken versunken. Ein leichter wind wehte mir würzigen Tannenduft  in die Nase. Von fern her hörte ich ein Käuzchen schreien. Hinter einer Biegung des Waldweges segelte ein Uhu majestätisch an mir vorbei, und dann sah ich es.

Es war ein helles Leuchten, mitten im Wald, zwischen den Tannen. Ich verlese den Waldweg, und  folgte dem Licht, durch Knöcheltiefen Schnee, zwischen Bäumen und Sträuchern hindurch, kam das Leuchten immer näher, wurde immer heller, und da stand er!

Ich traute meinen Augen kaum. Es ein gut Drei Meter hoher, grade gewachsener Tannen Baum, prächtig geschmückt, und mit hellen Lichtern besetzt. Ich sah mich um. Es musste doch jemand in der Nähe sein oder…War es wirklich, aber nein, das war doch eine Legende.

Langsam trat ich auf den Baum zu, der inmitten der anderen Tannen stand, betrachtete ihn. Sollte es ihn wirklich geben? Und ich dachte daran zurück, was man mir erzählt hatte, von der Erfüllung von Wünschen, und mir kam ein Gedanke. Mit zitternder Hand zog ich den Ring von meinem Finger. Den Ring, der mir als Andenken an Sylvia geblieben war, ging vor dem Baum auf die Knie, und legte ihn darunter. Dann sprach ich leise meinen Wunsch aus.

Als ich am nächsten Morgen aufstand, war es bereits hell, genau genommen war es schon Vormittag. Ich trat auf den Balkon, und sah hinaus .Es war ein prächtiger, sonniger Wintertag. Genau passend für Heiligabend. Die Schnee bedeckten Wipfel der Bäume des Waldes glänzten in der Sonne.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, dachte ich über einen Spaziergang nach, als es unten klopfte es unten an die Tür. Wer konnte das ein? Größere Bekanntschaften hatte ich eigentlich noch nicht geschlossen. Ich ging hinunter, öffnete die Tür, und erstarrte!
Vor der Tür stand -Sylvia!

Sie strahlte mich an, und rief: “fröhliche Weihnachten!“ War gar nicht so leicht, dich zu finden. Ich hatte plötzlich das Gefühl, das ich doch zurück zu dir muss, wenn du mich noch willst. „

Ich weiß nicht, wie ich meine Gefühle in diesem Moment beschreiben soll. Alles drehte sich um mich vor Glück.

Wir machten den Spaziergang gemeinsam, hatten eine Wunderbares kleines Weihnachtsfest, und schließlich standen wir gemeinsam auf dem Balkon, und genossen die Sternenklare  heilige Nacht, und als ich so auf den Waldrand sah, bemerkte ich das helle Leuchten in der Ferne zwischen den Bäumen, und sah den Stern, der seine Spitze zierte.


Sie war also wahr, die Legende vom magischen Weihnachtsbaum!   

Sonntag, 18. Dezember 2016

Die Vier Weihnachtskinder-Teil 4

Durch die klare, kalte Winterluft, flog der Schlitten in Richtung Norden .Ab zu schneite es, und Flocken umwehten sie. Manchmal glaubte Lisa ein Flüstern aus ihnen zu hören. Die Geschwister, die so lange getrennt gewesen waren, hatten sich viel zu erzählen. Irgendwann wurde es dann dunkel, und sie wurden müde, kuschelten sich in ihre Decken, und schliefen.

Plötzlich wurde ihr Fahrzeug erschüttert. Hohes, kreischendes Lachen ertönte um sie herum. Dunkle, hässliche Gestalten in wallenden schwarzen Gewändern umkreisten den Schlitten. Sie hatten hässliche Gesichter, die runzlig wie Trockenfrüchte wirkten, Geierschnabelartige Nasen, und Münder, mit großen, scharfen, Zähnen.

„Die Furien vom Enaresee!“, schrie Brix „festhalten!
Von allen Seiten rissen die Bestien an dem Schlitten, schüttelten ihn, und versuchten die Insassen hinaus zu zerren.

Schon hatte eine die kleine Rika heraus gerissen, und schwebte triumphierend mit ihr Davon.
„Rika! “ riefen ihre Geschwister im Chor.
Kichernd vor Vergnügend ließ die Furie das Mädchen fallen. Die Freunde im Schlitten schrien entsetzt auf.

Da jedoch, kam Schneegestöber auf. Schnell verdichteten sich die Flocken, und materialisierten sich zu Frauengestalten auf Besen. Eine von ihnen kam mit Rika im Arm empor, und legte sie wieder in den Schlitten. Die anderen vertrieben die Furien.

„Ich bin Berit, Anführerin der Hexen vom Enaresee“, sagte sie .Sie hatte dichtes, braunes Haar, das sie offen trug, und das ihr wallend auf die Schultern fiel, und trug Kleidung, die jener, der Lappen ähnelte. Ihr Alter war schwer zu schätzen, mochte aber um die vierzig liegen. Ihr Gesicht war auf eine natürliche Weise hübsch. Die Augen braun, das Gesicht ernst aber mit freundlichen Zügen.

“ Wir sind die guten Geister des Nordens, die die Furien zähmen. Bajaga schickte uns eine Botschaft, und bat darum, euch zu beschützen. Sie hat uns auch eine Botschaft für euch mit gegeben: Sucht das vierte Kind unter Elfen.“

Damit setzte sie sich vor den Schlitten, und nahm ihn, zusammen mit ihren Schwestern in Eskorte, so lange, bis am Horizont ein heller Punkt auftauchte
„Der Nordpol, und die Weihnachtsstadt. Ihr seid am Ziel. Nun können euch die Furien nichts mehr tun. Wir scheiden hier von euch.“
Die Hexen stoben davon.

Der Schlitten flog dem Ziel am Nordpol zu. Auf einem Berg lag dort ihr Ziel: Die Weihnachtsstadt. Doch wirkte sie jetzt nicht weihnachtlich. Es wirkte kalt und düster. „Das ist das Zeichen seiner Herrschaft“, sagte Brix „Wir landen den Schlitten bei der Elfenwerkstatt. Verbergen können wir unsere Ankunft sowieso nicht.“

Langsam glitt das Fahrzeug niedriger, und kam schließlich vor einem mehrstöckigem, großen Holzgebäude zum stehen.
„Berit sagte, wir sollen das vierte Kind unter Elfen suchen“, meinte Alexander „meinst du, es ist hier zu finden?“
„Wenn es hier ist, ist es die einzige Möglichkeit“, sagte Brix „Obwohl uns ein Menschenkind hier auffallen müsste. Kommt herein!“

Sie betraten die Elfenwerkstatt, die ebenfalls düster wirkte.
„Normaler Weise ist hier um diese Zeit Hochbetrieb.“, bemerkte Brax. “Gehen wir nach Oben, wo der Weihnachtsmann liegt.“
Sie stiegen eine Holztreppe hinauf, und betraten ein Zimmer, in dem eine große dicke Gestalt in einem roten Mantel starr auf dem Bett lag .Das sonst so gutmütige Gesicht war blau angelaufen, und wirkte schmerz verzerrt. Viele Elfen standen um das Bett herum.
„Das ist der Fluch“, sagte Brix betrübt. "Um ihn zu brechen, brauchen wir das vierte Kind“

„Wenn es hier ist, können wir es finden“, sagte Lisa
Die Kinder sahen sich unter den Elfen um, doch ohne Erfolg. Doch dann piepste Rika:
 "Seht mal, Dort in der Ecke.“
Sie sahen hin. Dort saß, an die wand gelehnt, die rot-weiß geringelte Zipfelmütze  tief ins Gesicht gezogen, ein besonders kleiner Elf.
Sie traten näher an ihn heran. Erschrocken sah der kleine auf- es war ein Junge! Er mochte acht Jahre alt sein, und sah den anderen Kindern ähnlich.

„Du bist das vierte Kind“, hauchte Blix „Du bist Kai“
„K.k…Kai Schneeberg“, stotterte der Junge erschrocken. Doch Lisa trat an ihn heran, und legt den Arm um ihn. “Keine Angst, wir haben dich gesucht."
 Sie zog an der Kette, die er um den Hals trug, und brachte einen Anhänger wie den ihren zum Vorschein, in dessen Mitte der Name Kai stand. „Das ist der letzte Beweis, du bist unser Bruder.“, und freudig umarmte sie ihn, gefolgt von den übrigen Geschwistern.

„Schneeberg, die von Schneebergs, natürlich“, jubelte Brix. “Nun, da ihr wieder vereint seid, müssen wir eure Eltern finden, und dem Fluch ein Ende bereiten.“

„So, glaubt ihr wirklich, das ich das zulasse?“, dröhnte eine laute Stimme von draußen. Sie liefen zum Fenster, und sahen mit Schrecken, wie sich um das Gebäude eine riesige Wand aus Schnee und eis auftürmte.
„Ihr werdet hier nie wieder heraus kommen. Dieses Haus wir euer eisiges Grab sein“, sagte der Eisdämon mit kalter, höhnisch klingender stimme, und lachte dröhnend.

Die Freunde wichen vom Fenster zurück.
„Was nun?“, fragte Lisa
„Erst mal nach Unten“, meinte Brix „Wir haben noch ein kleines As  im Ärmel, von dem ich hoffe, dass er es nicht kennt.“
Sie liefen nach unten.
„In den Keller“, rief Blix

Schließlich waren sie im Keller, und standen am Anfang einer großen Röhre.
„Das ist eine ehemalige Versorgungsleitung, die nur uns Elfen bekannt ist, hoffentlich“, sagte Brix „In ihr kommt ihr heraus, und zum großen Palast eurer Eltern, die eigentlich Regenten der Weihnachtsstadt sind. Ich werde euch durch die Röhre bringen. 

Du Brax, wirst mit den anderen Elfen einen Scheinangriff organisieren, um den Dämon abzulenken. Er wird sich sicher nicht die ganze Zeit hinters Licht führen lassen, aber wir werden hoffentlich genug Zeit gewinnen, das wir es schaffen können, zu ihren Eltern durch zu kommen. Wenn die von Schneebergs wieder mit ihren Kindern vereint sind, haben wir gewonnen.“

 Brax nickte, und bedeutet den anderen elfen, ihm zu folgen.
„Macht, dass ihr loskommt, viel Glück.“
„Na los“, sagte Brix, und öffnete die Röhre.

So schnell sie konnten, liefen sie durch das unterirdische Rohr. Kurzzeitig konnten sie über sich Kampflärm, und dann das dröhnende Lachen des Dämons hören. Brix stoppte kurz, fuhr zusammen, und sah mit sorgenvollem Gesichtsausdruck nach Oben, dann liefen sie weiter.

„Hier entlang“, zischte der Weihnachtself, und sie bogen an einer Ecke rechts ab, um dann weiter zu laufen. dann wieder das dröhnende Lachen. Jetzt jedoch, war es näher, und plötzlich hören sie es hinter sich rumpelt. Entsetzt sahen sie, wie ein riesiger Schneeball durch die Röhre auf sie zu rollte. Begleitet vom Lachen des Dämons.
„Habt ihr geglaubt, ihr könnt mich täuschen?“

„Lauft“, schrie Blix, “Vorwärts, es ist nicht mehr weit“
Rumpelnd raste der Ball auf sie zu, sie liefen um ihr Leben.
„Dort“, rief der elf außer Atem, und deutete auf eine Klappe am Ende des Ganges, die leicht erhöht angebracht war. mit letzter Kraft öffnete er sie, zog die Kinder nach Oben, und rollte sich im letzten Moment selber hindurch, dann warf er die Klappe von außen zu. Im nächsten Moment hörte man krachend die Schneekugel gegen die Tür donnern.

Sie befanden sich nun in einem Palast. In einem Kamin am anderen Ende des Raumes, prasselte einwärmendes Feuer, doch sonst wirkte es trostlos hier Vor dem Kamin standen zwei hohe Sessel, in denen zwei Menschen saßen. Es waren ein Mann und eine Frau, deren Haar grau wirkte. Ihre Gesichter, eigentlich gütig, waren von Sorge zerfurcht, ihre Gestalten von Gram gebeugt.

„Martin“, sagte der Mann „Bist du es. Sie sind auch dieses Jahr nicht gefunden, nicht wahr?“
Anstelle des wohl angesprochenen Dieners antwortete Brix: “Nein, sie sind gefunden. Ich bringe sie euch.“
Die beiden drehten sich um, und sahen die Vier Kinder und den Elfen.
„Zeigt ihnen eure Anhänger“, sagte Brix

Die Kinder taten wie geheißen .Die Augen des Fürstenpaares weiteten sich, und dann schlossen sie unter Tränen ihre Kinder in die Arme, und es ging eine Veränderung mit ihnen vor. Ihre Körper richteten sich auf, und strafften sich, und ihre Gesichter verjüngten sich.

„Und nun mag er sich in Acht nehmen“, sagte Herr von Schneeberg. Kommt alle mit, wir gehen zur Elfen-Werkstatt. Und sie gingen hin. Durch die Schneemauer war das Gebäude komplett verdeckt.
„Fasst unsere Hand, und fasst euch bei den Händen“, sagte die Mutter zu den Kindern. sie taten, wie ihnen geheißen, eine Aura von buntem Licht umgab sie. „Geht auf die Mauer zu!“
„Nein!“, schrie die dröhnende Stimme „Nein!“
Doch langsam schritt die Familie auf die Mauer zu, und kaum, das sie sie berührte, begann diese zu schmelzen, und zerplatze schließlich.

„Uaah, nein!“, schrie der Dämon
„Doch! “ rief der Vater Aurora Borealis, das Nordlicht besiegt dich!“
Ein langer gutturaler Schrei ertönte, und schließlich war alles still, das alles war nicht still, des ertönten weihnachtliche Lieder, Häuser und Strassen waren plötzlich beleuchtet. .Als würde eine unsichtbare Hand sie anknipsen, gingen reihenweise Laternen und Hausbeleuchtung an, und auch der große Tannen Baum auf dem Hauptplatz, begann von unten ausgehen ,schließlich bis zur spitze in heller, festlicher Pracht zu erstrahlen.

„Die Weihnachtsstadt erwacht wieder zum Leben!“, rief Brix, der im Hintergrund gestanden hatte. Auch die Elfenwerkstatt war plötzlich von regem Leben erfüllt.Oben auf dem Balkon aber, öffnete sich ein Fenster, und heraus kam- der Weihnachtsmann! Er reckte die Arme und gähnte herzhaft.
„Brix, mein guter, was ist los?“, fragte er
„Oh, alles gut“, beeilte sich der Elf zu sagen. Ich werde euch später alles berichten. Jetzt müssen wir uns sputen. Es ist Weihnachtsmorgen, und es ist noch viel zu tun.“

So kam es, das schließlich, bejubelt von den Bürgern der Weihnachtsstadt, die vier Weihnachtskinder und ihre Eltern auf dem Balkon des Palastes standen. Über ihnen kreiste der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten, Links und Rechts neben sich Brix und Brax, und rief ihnen zu:Frohe Weihnachten, Freunde!“ und flog zu den Menschen, begleitet von den guten Wünschen der vier Weihnachtskinder. Lisa, Alexander, Rika und Kai:


ENDE

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die vier Weihnachtskinder-Teil 3

Durch Knöchel hohen Schnee stapften sie den weg entlang, an Schnee bedeckten Tannen und Büschen vorbei, dem Raben nach, der ihnen voraus flog, dann von einem Eichhörnchen, einem Fuchs, und schließlich einem Uhu abgelöst wurde.

So kamen sie vor einem besonders großen Busch an, der vor einem Felsen stand.
„Wir sind am Ziel. Geht nur durch.“, sagte der Uhu, der auf einer nahe stehenden Tanne nieder gegangen war.
„Aber wie sollen wir dadurch? Da ist ein Felsen!“, rief Brix
„Geht nur“, nickte der Uhu

Sie stockten, dann sagte Lisa: „Vielleicht ist das eine Art Zauberei.“, und schritt voran. Es flirrte, und sie war verschwunden. Die Anderen folgten ihr unverzüglich. Als das Flirren vorbei war, standen sie neben Lisa, und einem von verschneiten Tannen umgebenen Schloß.
Auf einer der Tannen saß der Rabe, der sie zunächst geführt hatte.

„Sehr gut. Ihr seid am Ziel Da Hauptportal des Gebäudes öffnete sich, und eine wunderschöne Frau in einem weißen kleid mit blauem Umhang trat heraus. Dunkelbraunes Haar fiel ihr in zwei schweren Zöpfen auf den Rücken. Ihre Augen waren groß und von einem dunklen Blau. Ihr melancholischer Blick verlieh ihr eine Aura der Unergründlichkeit . Sie machte auf alle einen großen Eindruck.

„So habt ihr die Vertrauensprüfung bestanden, und die magische Barriere durchbrochen. Ich bin Bajaga, die Zauberin, die Herrin und Behüterin dieser Wälder. Ich habe euch erwartet.“
Ihr Blick fiel auf Lisa und Alexander
„Zwei Weihnachtskinder sind bereits gefunden, das ist gut.“
„Sicher“, meinte Brix „Das ist gut, doch kannst du und Helfen, unseren Schlitten zurück zu holen, oder uns einen anderen besorgen?“

Ein Lächeln umspielte den Mund der Zauberin
„Das und noch mehr. Tretet ein, in mein Haus.“
Sie folgten ihrer Einladung, und wurden in einen Salon gebeten, wo sie mit Tee und Gebäck versorgt wurden.“
Nun sollt ihr eurem Ziel ein Stück näher kommen.“, sagte Bajaga. Sie ging zur Tür, und rief: „Rika!“

Es dauerte ein wenig, dann betrat ein etwa Achtjähriges Mädchen mit dunkelblondem Haar, das Zimmer, welches sie zu einem geflochtenen Zopf zusammen gebunden hatte. Ihre Gesichtszüge ähnelten denen Lisas und Alexanders. Bekleidet war sie mit Weißer Strumpfhose, blauem Kleidchen, und Fellstiefelchen an den Füssen. Sie vollführte einen Knicks vor ihnen.

„Rika Borg, das dritte Weihnachtskind. Ich befreite sie aus der Gefangenschaft einiger Trolle, und nahm sie hier auf, da ich wusste, das ihr irgendwann in diese Gegend kommen würdet.“

Brix bekam große Augen, und sah in seine Rolle.
„Tatsächlich, sie ist es.“, sagte er.
Bajaga wandte sich an die Kinder:
Wisset nun euer Geheimnis: Einst gab es einen Fürsten und eine Fürstin, welche in der großen Weihnachtsstadt im hohen Norden wohnten. Sie wohl angesehen, und gut. Sie besaßen dazu die Macht, dem unheimlichen Eisdämon Einhalt zu gebieten, und ihn zu bannen.

Doch der schaffte es mit List und Tücke, sich ihrer kleinen Kinder zu bemächtigen. Zwei Jungen und zwei Mädchen im Baby-Alter. Er schleuderte sie in alle Richtungen.
Jahre vergingen, in denen das Paar vergeblich nach seinen verschollenen Kindern suchte. Mit der Zeit wurden ihre Herzen immer schwerer, und sie zogen sich zurück.

Dies machte sich der Eisdämon zu Nutze, drang in die Weihnachtsstadt ein, und belegte alle mit seinem Fluch. Wenn nun die Vier Geschwister und ihre Eltern wieder vereint würden, würde dies ihren Eltern ihre Kraft wieder geben, und der Fluch würde gebrochen.“

Kinder und elfen hatten gebannt zugehört, und sahen sie nun an.
„Darum“, schloss Bajaga, „seid ihr so wichtig. Wisset noch, das vierte Kind befindet sich im hohen Norden. Der Dämon weiß noch nicht, dass es in die Weihnachtsstadt zurück gekehrt ist.
So, und nun zu eurem Schlitten.“

Sie stand auf, und ging zu einer art Gong. Statt jedoch darauf zu schlagen, rieb sie mit ihren fingern darüber, so das ein flirren ertönte.
„die rentiere werden meinen Ruf gehört haben. Morgen früh wird euer Schlitten da sein, und ihr werdet eure Reise zur entscheidenden Etappe fortsetzen können.

So verbrachten sie die Nacht in Bajagas Schloß, und als es morgens nach dem Frühstück Zeit war, stand tatsächlich der Schlitten für sie bereit. Sie konnten die Reise fortsetzen. Es gab einen herzlichen Abschied. Besonders herzlich war der Abschied zwischen Bajaga und Rika.
Dann bestiegen sie den Schlitten, deckten sich zu, und der Schlitten setzte sich in Bewegung. Bajaga winkte  ihnen noch lange hinter her, inmitten ihrer Tiere.
Der Schlitten hob sich in die Luft, und flog der Entscheidung entgegen…


Ende des dritten Teils

Sonntag, 4. Dezember 2016

Die Vier Weihnachtskinder-Teil 2

Durch Flockengestöber ging der Flug im Schlitten durch die Nacht. Unter ihnen zogen die Lichter von Dörfern und Städten vorbei, deren Gebäude vielfach festlich geschmückt waren, und in deren Mitte oft große ,festliche Weihnachtsbäume standen, und Weihnachtsmärkte abgehalten wurden.

Zunehmend wurde es kälter, und Brax legte ihnen eine Decke über die Beine. Auch Brix, vorne auf dem Bock, hatte eine. Schließlich wurden die Flocken weniger, so dass man am Himmel die Sterne sehen konnte.
Plötzlich jedoch, entstand aus dem Nichts ein Wirbel aus Eiskristallen, der den Schlitten, der den Schlitten herum zuschleudern begann.

„Fest halten!“, schrie Brix durch den Lärm, und straffte die Zügel.
„Er versucht uns aufzuhalten!“
„Wer?“, wollte Lisa wissen
„Der Dämon.Er will nicht, dass der Fluch gebrochen wird!“
Der Schlitten schleuderte und wirbelte herum. Eiskristalle wurden ihnen ins Gesicht geweht, so dass es brannte. Lisa hielt sich krampfhaft fest.
Brix zog die Zügel fest an, und die Rentiere senkten die Köpfe mit den Geweihen.
„Los jetzt!“, schrie er.

Mit ihren gesenkten Köpfen rasten die Tiere los, durchbrachen mit einem bläulich weißen Blitz den Wirbel, und jagten davon.
„Ha, damit hat er nicht gerechnet!“, rief Brief zufrieden aus.
Schnell entfernte sich der Schlitten .Der Wirbel folgte ihm, doch das Gefährt ging schnell tiefer, und landete mitten in einem Wald von riesigen Tannen. Die Eiskristalle blieben in den Wipfel hängen, der Wirbel löste sich auf.

Der Schlitten fuhr unterdessen durch einen verschneiten Wald. Die Bäume trugen ein weißes Kleid, ebenso wie die Hügel, die sie passierten.
„Ah, dem Ziel nahe. Keine schlechte Landung“, meinte Brix
„Wo sind wir?“, fragte Lisa
„In Russland, und bald beim zweiten Kind.“
Der Schlitten folgte weiter dem Weg durch den Wald, bis dieser sich schließlich teilte, und sie sich einer kleinen Stadt näherten.

Die Dächer der Häuser waren mit Schnee bedeckt. Lichter waren in den Fenstern, und die Gärten weihnachtlich geschmückt. Bei einem großen Gebäude neben der Kirche machten sie schließlich Halt.
Dort stand im ‚Garten, ein Junge und hackte Holz.

Er war etwa in Lisas Alter, aber etwas größer, trug Jacke, Hemd und Stiefel, und auf dem Kopf eine Fellmütze, die sein pechschwarzes Haar bedeckte. Sein Gesicht, man konnte es nicht anders sagen, ähnelte dem Lisas entfernt.

Neugierig beäugte er die Ankömmlinge.
„Das ist er“, sagte Brix leise „Alexander Orodin, Das zweite Kind. Wundere dich nicht, wenn du seine Sprache verstehst .Da du mit uns zusammen bist, verstehst du, wie wir, jede Sprache.“
Es war nicht schwer, Alexander zu Überzeugen, mit ihnen zu fahren. Auch er trug eine Kette mit einem Anhänger um den Hals, welcher dem von Lisa, glich. Nur das in seiner Mitte der Name Alexander stand. Und auch er kannte seine Herkunft nicht.

Er kletterte mit auf den Schlitten, und sie verließen den Ort, und fuhren wieder durch den Wald .Brax wollte erst hinter dem Wald wieder in die Luft starten.

Eine Weile fuhren sie zwischen verschneiten Bäume und Sträuchern hindurch, als es plötzlich geschah:
Eine Art Baumwurzel schoss aus dem Bode, und hob das Gefährt an, sie dass sie hinaus fielen. Von den Erschrockenen Rentieren gezogen, entfernte sich der Schlitten, und entfernte sich schließlich in den Himmel.

„Die sehen wir so schnell nicht wieder“, kommentierte Brix “Er hat uns doch schneller wieder gefunden, als ich dachte. Aber wie geht´s nun weiter?“

Da krächzte es neben ihnen:
„Bajaga erwartet euch. Folgt den Tieren!“
Sie wandten sich um, und gewahrten auf einem Tannenzweig einen großen Raben. Er zeigte mit einem Flügel in die Richtung vor ihnen.
„Wer ist Bajaga?“, fragte Lisa
„Ich habe von ihr gehört. Sie ist eine Legende, von der man sich hier erzählt. Sie soll eine Art Zauberin oder Fee sein. ‚sie ist die Herrin dieses Waldes.“
„Ich habe auch von ihr gehört, sagte Brix. Nun denn, gehen wir zu ihr. Sie kann uns vielleicht helfen“
„Und ob sie das kann“, sagte der Rabe „kommt ruhig mit“
Und so machten sie sich auf den Weg…

Ende des zweiten Teils



Sonntag, 27. November 2016

Die vier Weihnachtskinder-Teil 1

Wie jedes Jahr , wird es auch in dieser Adventszeit hier weihnachtlich.dieses Mal gibt es eine vierteilige Weihnachts-Abenteuer-Geschichte,und hier ist Teil 1:

Es war frostig an diesem ersten Advent, und es war schon Schnee gefallen. Die kleine Stadt war weihnachtlich geschmückt, und von bunten Lichtern beleuchtet.
Auch im alten Waisenhaus herrschten Tannengrün und Kerzen, und die Luft war erfüllt vom Duft frisch gebackener Plätzchen.

Das Haus, welches gleichsam auch ein Internat war besaß dem entsprechend auch eine Bibliothek für die Kinder, und dort saß in diesem Moment ziemlich allein, ein kleines Mädchen. Es war zwölf Jahre alt, für sein Alter etwas klein, hatte kurzes, lockiges, schwarzes Haar, blaue Augen, eine Stupsnase, und auf der Stupsnase eine runde Nickelbrille. Sie trug Jeans, eine langärmelige, weiße Bluse und abgetragene Turnschuhe.

Sie hatte kein Problem damit, hier allein zu sein. Lisa, so hieß das Mädchen, mochte es sogar. Sie war nicht eben gesellig. Nicht das sie den Menschen abgeneigt wäre, nein wirklich nicht. Sie sogar sehr hilfsbereit. aber sie war auch ein wenig eigenbrötlerisch, und sie liebte die Bücher, und liebte es in Ruhe hier zu sein.

Wie so oft, kam es auch jetzt so, das sie über die Bücher die Zeit vergas, und als sie wieder aufschaute, war es bereits dunkel. Hoffentlich war es nicht schon Acht Uhr, und damit Zeit zu Bett zu gehen. Dann würden sie wieder nach ihr suchen.

Gerade wollte sie den Raum Verlassen, als sie einen kalten Luftzug im Rücken spürte. Sie wandte sich um, und sah zu ihrem Erstaunen, das das Fenster geöffnet war. Ein grelles Licht erhellte plötzlich den Raum, und sie hörte das Klingen von Glöckchen.

Langsam ging Lisa zum Fenster, und sah einen großen, prächtigen Schlitten, der von Acht Rentieren gezogen wurde. Sie prallte zurück, und hörte im selben Moment eine fiepsende Stimme sagen:
„Hier ist es. Ich glaube, wir haben sie gefunden.“
Wen gefunden?, dachte sie, doch weiter zu denken, dazu kam sie nicht, denn plötzlich standen die zwei seltsamsten Gestalten vor ihr, die sie je gesehen hatte.

Sie waren klein, ragten ihr gerade bis zur Brust, trugen grüne Zipfelmützen, rotweiß geringelte Hemden und grüne Hosen. Ihre Füßchen steckten in schwarzen, spitz zu laufenden Stiefeln.
 Sie hatten kurzes, braunes Har, und große, spitz zulaufende Ohren. Ihre Gesichter waren schmal, und liefen unten Spitz  zu, hatten grüne Augen, und jeweils eine lange spitze Nase.

„Ja, du bist es tatsächlich“, sagte das linke Männchen, und sah sie aus großen Augen an.
„Äh, ich bin was?“, fragte sie
„Das Kind, das erste Weihnachtskind. Du musst mit uns kommen.“
„Mit euch kommen? Seid ihr Verrückt? Wer seid ihr eigentlich?“

„Oh, wir sind Brix und Brax, Weihnachtselfen im Dienste des Weihnachtsmannes, und wir brauchen dich. Dich ,und noch drei andere Kinder, die wir noch suchen müssen.“
„Moment, Moment, der Weihnachtsmann? Wir reden von DEM Weihnachtsmann? Ihr wollt sagen, es gibt ihn wirklich?“
„Aber ja doch, und er braucht deine Hilfe. Weißt du, es ist so, unser Boss ist einem Fluch zum Opfer gefallen, der ihm alles Gute und menschliche genommen hat. Sein Herz ist erkaltet, und er liegt in einem dunklen Schlaf, der ihn schlafwandeln lässt, ohne dass ihm bewusst ist, was er tut. Es heißt, ein uralter Eisdämon soll dafür verantwortlich sein.
Aus einer Schriftrolle erfuhren wir, dass es vier Kinder auf der Erde gibt, vier  ganz besondere Kinder, die man Weihnachtskinder nennt. Sie allein haben die Macht, den Fluch zu brechen.“

„Aber da seid ihr bei mir an der falschen Adresse. Ich bin nichts besonderes, ich bin ein Niemand“
„So bist du das? Mir scheint, du schätzt dich selbst nicht besonders hoch ein. Wie dem auch sei: Kennst du deine Eltern?“
Sie sah ihn erstaunt an
„Nein, woher wisst ihr das? Soweit ich weiß, bin ich vor dieses Haus gelegt worden, als ich noch ein Baby war. Ich hatte nichts dabei außer diesem Anhänger…“, sie schob die Bluse zur Seite, und gab den Blick auf einen kleinen goldenen Anhänger frei, den sie um den Hals hatte. Er hatte die Form eines Ringes, in dessen Mitte der Name Lisa stand.
„…darum haben sie mich Lisa genannt.“

„Genauso, wie es in der Rolle steht“, sagte Brix „Vier Kinder, die ihre Herkunft nicht kennen. Du bist die Richtige. Der Anhänger beweist es. Du musst mit uns kommen.“
Lisa setzte sich wieder auf den Sessel.
„Ich kann doch nicht einfach weg. Ich gehöre hier hin. Sie würden mich vermissen.“
„Lisa“, sagte jetzt Brax „Wenn der Weihnachtsmann nicht von dem Fluch geheilt wird, wird es nicht nur kein Weihnachten mehr geben, es wird auch Kälte und Dunkelheit über eure Welt kommen. Kinderträume und Fantasie gäbe es dann nicht mehr. Und wir haben nur bis Heiligabend Zeit. Wir bitten dich, uns zu helfen.“

Sie dachte nach, rutschte auf dem Sessel hin und her, dann stand sie entschlossen auf.
„Gut, ich komme mit, aber ich muss noch meine Jacke holen, draußen ist es kalt.“
„Kein Problem“, sagte Brix. Er schnipste einmal mit den Fingern, und plötzlich hielt sie ihre Jacke in der Hand.
„Und nun komm raus“

Sie kletterten aus dem Fenster, und stiegen auf den Schlitten. Brix nahm vorn Platze, und schnalzte mit der Zunge. Die Rentiere liefen, und ehe sie sich versah, erhob sich das Gefährt in den Himmel. Immer kleiner wurden die hell erleuchteten Gebäude. Es war kalt, doch merkwürdiger Weise fror sie nicht so wie sie es erwartet hatte .Etwas schien die schlimmste Kälte fern zu halten.

„Wo fliegen wir hin?“, rief sie Brix zu
„Zum nächsten Kind.“
Sie fragte nicht weiter, sah nur nach unten auf die jetzt winzige Stadt, sich zügig entfernte, sah nach oben ,zu dem von Schneeflocken erfüllten Himmel, und schließlich nach vorn, zu einem unbekannten Ziel und einer ungewissen Zukunft.Die Reise in das Abenteuer ihres Lebens begann…


Ende des ersten Teils

Sonntag, 20. Dezember 2015

Thommy rettet Weihnachten



Es ist der Tag vor Heiligabend. Thommy ist allein zu Haus. Die Eltern sind ausgegangen. Nach dem Einkaufs -und Vorbereitungsstress der vergangenen Tage, wollen sie sich einen Abend miteinander gönnen, und werden spät zurück sein. Für Thommy ist das kein Problem. Er ist Zwölf Jahre alt, aber für sein Alter sehr selbstständig, und ,da beide Elternteile arbeiten, es auch gewohnt mal allein Zuhause zu sein. Er hat die Aufgabe übernommen, noch für etwas Schmuck in der Wohnung zu sorgen. 

Er ist klein, untersetzt, hat braunes Haar, blaue Augen, und trägt eine Brille.
Nun sitzt er im Wohnzimmer, und ist mit Bastelarbeit beschäftigt. Prächtig leuchtet schon der Weihnachtsbaum, der Fernseher läuft nebenher, und Kakao und Kekse stehen neben ihm auf dem Tisch. Draußen beginnt der Abend zu dämmern.

Grade hat er die Arbeit an einem großen Strohstern beendet, und betrachtet zufrieden sein Werk, da rummst es plötzlich Oben.
„Das kam vom Dachboden. “, sagt er zu sich selbst, steht auf, und läuft die Treppe nach Oben hoch.

Schon ist er an der Bodentür angekommen. Er schließt auf, öffnet die Tür, und tritt ein, doch schon nach einem Meter bleibt er abrupt stehen. Ungläubig starrt er auf das Bild, welches sich ihm bietet.

Im Dach befindet sich ein großes Loch, und darunter, vor ihm, zwischen den hier gelagerten Kartons, liegt eine massige Gestalt im roten Mantel und Hose, sowie schwarzen Stiefeln. Die rote Zipfelmütze liegt neben ihm. Offensichtlich ist die Person bewusstlos.

Mit großen Augen tritt er langsam näher, dreht den, durchs Dach gefallenen, mit etwas Mühe auf den Rücken, und bekommt nun ein volles, rundes gutmütiges Gesicht mit weißem Rauschebart, und roter Knollennase zu sehen.

„Aber das ist doch…“, entfährt es ihm …„das gibt`s doch gar nicht!“
Vor ihm liegt der Weihnachtsmann!
Mit vor Staunen offenen Mund sieht er auf den bewusstlosen Fremden, und dann hoch zu dem Loch im Dach, durch das Schneeflocken herein fallen.

Vorsichtig rüttelt er den Ohnmächtigen an der Schulter, dann ein bisschen stärker. Schließlich regt der sich, stöhnt mit tiefer Bass-Stimme, und beginnt sich langsam zu erheben. Behutsam betastet er seinen Kopf.

„Ooh“, stöhnt er „Wie komm´ ich denn hier her?“ Er sieht an sich herab. „Und was soll der Aufzug?“
Thommy weist nach Oben
„Sie sind da durch gefallen, Herr…ääh…Weihnachtsmann.“
„Weihnachts…was? Was…was soll das, Wie komm´ ich in dieses Kostüm?“
„Aber das tragen sie doch immer. Offen gesagt hätte ich nicht gedacht, dass es sie wirklich gibt. Na ja, sie wissen schon den Weihnachtsmann. “
„Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Ich heiße…“, Er überlegt kurz, dann sieht er eine Karte, welche sich unter den Dingen befindet, auf die er gefallen ist. Er hebt sie auf und liest sie.

„Siehste, muss mir aus der Tasche gefallen sein. Also, ich heiße Heinz Brunner, und bin Händler für exquisite Weine. Wo bin ich hier eigentlich?“

„In unserer Wohnung in der Karlsbader Strasse“
„Aber was mach´ ich denn hier? Habe ich dir was verkauft?“
„Bestimmt nicht, sehe ich alt genug aus, um Wein zu kaufen? Noch mal:Sie sind hier durchs Dach gefallen“
„Papperlapapp. Na, erst mal muss ich aus diesem albernen Kostüm raus, und was vernünftiges Anziehen.“

Und er steht auf, um an dem völlig verdutzt schauenden Jungen vorbei durch die Tür, und nach unten zu gehen.

Thommy steht noch wie vom Donner gerührt, als plötzlich goldene Funken durch das Loch in den Dachboden sprühen, und eine quäkende Stimme „Banzaii!“ ruft, worauf etwas in einem eleganten Sprung vor ihm landet, und sich erhebt.

Wenn er gedacht hatte, der Weihnachtsmann, der durchs Dach herein fällt, wäre das ungewöhnlichste, das er in seinem Leben bisher erlebt hat, dann wird Thommy nun sofort eines besseren belehrt. Was vor ihm steht, toppt den Weihnachtsmann noch einmal.

Der Neuankömmling ist etwa so groß wie er selbst, hat ein rundes Gesicht mit großen blauen Augen, spitzer Nase, einem breiten Mund, und großen, spitz zulaufenden Ohren. Er trägt eine rot-weiß geringelte Zipfelmütze mit grünem Saum, ein Rot-Weiß geringeltes Hemd mit grünen Manschetten und Kragen, eine grüne Hose und schwarze Stiefelchen.

Während er sich vollständig erhebt, und den Staub abklopft, sagt er zu sich selbst:
„Und ich hab ihn noch gewarnt. Nicht soweit rauslehnen, hab` ich gesagt, aber man hat es ja nicht nötig auf mich zu hören, und jetzt…“

Sein Blick fällt auf den Jungen, der ihn mit großen Augen, und offenem Mund anstarrt.
„Oh Oh“, meint er „Das sollte eigentlich nicht passieren.“
„Was sollte nicht passieren?“
„Das du mich gesehen hast, wir sollen nämlich möglichst inkognito arbeiten.Aber gut, da es jetzt nicht mehr zu ändern ist, hier ist doch jemand durchs Dach gekracht .Groß, füllig, roter Mantel, rote Mütze, weißer Bart?“

„Äh, sie meinen sicher den Weihnachtsmann. Ja, der  ist hier durchgefallen, aber ich glaub´ er hat sein Gedächtnis verloren. Er glaubt jetzt, er wäre ein Weinhändler. Ist auf einen Karton gefallen, in dem Papiere waren, darunter diese Karte von dem Brunner. Mein Vater hat da schon mal gekauft, glaub ich.“

„Oh nein“, ächzt der Besucher „Das hat noch gefehlt. Was für´n Schlamassel. Waren grade auf Probefahrt, haben den neuen Schlitten eingefahren, und dann wurde er übermütig.“
„Es steht wohl sehr schlimm?“, fragt Thommy vorsichtig.
„Sehr schlimm? Da ist eine Katastrophe. Weihnachten steht auf dem Spiel. Weißt du, wo er  jetzt ist?“

„Er wollte sich etwas anderes anziehen. Dann ist er wahrscheinlich an Vaters Kleiderschrank.“
„Klingt logisch. Dann los, ich heiße übrigens Blix, Vorarbeiter der Weihnachtselfen.“
„Ich heiße Thommy, und wohne hier. aber wenn du ein Elf bist, hast du dann nicht so was, wie magische Kräfte, mit denen du sein Gedächtnis wieder zurück zaubern kannst?“
„Nein, da werden wir Weihnachtselfen überschätzt. Ich kann Dinge versetzen und reparieren, und mich selbst transportieren, aber ein ramponiertes Gedächtnis zurecht rücken kann ich auch nicht. Komm, gehen wir!“

Sie laufen die Treppe hinunter, und ins Elternschlafzimmer, in dem sich tatsächlich der Weihnachtsmann befindet, der sich nun Heinz Brunner nennt, und Anzüge von Thommys Vater anprobiert.

„Ah, hallo Chef!“, ruft Blix „Gut das ich sie gefunden hab´. Kommen sie, wir müssen zurück zum Schlitten, sie wissen schon Weihnachten…Wie sehen sie denn aus?“
„Was heißt hier, wie sehen sie denn aus?“, gibt der angesprochene zurück. „Das müssen sie nun grad sagen, in ihrem merkwürdigen Aufzug. Vielleicht sollten sie auch mal zum Schönheitschirurgen, wegen ihre merkwürdigen Ohren.“
„Merkwürdige… was? Hallo, ich bin ein Weihnachtself?“

„Ein Weihnachtself was? Für dumm verkaufen wollen sie mich auch noch, und nennen sie mich nicht Chef!,Ich kenne sie ja nicht mal!“
„Aber ich bin´s  doch, Blix!“
„Ich kenne keinen Blix!“
„Aber doch natürlich. Ich bin Blix der erste Weihnachtself, und sie sind der Weihnachtsmann .Und morgen ist Weihnachten!“

„Ich habe diesem Jungen schon gesagt, der mich ebenfalls dafür hielt, dass ich nicht der Weihnachtsmann bin.“
„Doch, das sind sie, und sie müssen jetzt mitkommen, denn ohne Weihnachtsmann gibt es kein Weihnachten!“
„Dann besorgen sich einen, aber woanders, und lassen sie mich in Ruhe. Ich muss jetzt in mein Geschäft. Hab ´eh schon zuviel Zeit verplempert. Wenn ich nur wüsste, wie ich überhaupt hierher  gekommen bin.“
Spricht`s, schreitet im neuen Anzug von Thommys Vater an ihnen vorbei, und geht nach Unten zur Haustür hinaus.

Blix schlägt sich mit der Hand vor die Stirn, lässt sich aufs Bett fallen, und stöhnt:
„Au Mann, jetzt haben wir wirklich ein Problem.“
„Und was tun wir jetzt?“, fragt Thommy
„Wir? Aber gut, du steckst eh schon drin, und ich kann Hilfe gebrauchen. Na ja, wir müssen ihm nach. Was hat er gesagt? Er muss in sein Geschäft.“

„Die Adresse müsste auf der Karte stehen, die er gefunden hat, aber die kann man noch auf andere Weise rauskriegen, komm“
Und er führt den Elf in sein Zimmer, und vor seinen PC. Die Suchmaschine anwerfen, und die Adresse finden, ist eine Sache von Minuten.
„Ah, Obernstrasse 45, das ist in der Innenstadt. Aber wie kommt er wohl dahin?Obwohl Paps hat immer Kleingeld in seinen Anzügen, da wird er wohl die Straßenbahn nehmen. Die bessere Frage ist. Wie kommen wir dahin?“

„Oh, kein Problem“, meint Blix. „Wir nehmen den Schlitten. Geh schon mal vor die Tür. Ich bin gleich da.“
Damit löst sich der Weihnachtself in einem goldenen Funkenregen auf. Thommy zögert nicht, zieht sich an, und geht nach draußen. Kaum hat er die Tür hinter sich geschlossen, da erscheint schon Blix mit dem Schlitten.
„Einsteigen, und dann geht´s sofort los!“ Thommy tut wie ihm geheißen, und gleich danach hebt der Schlitten ab.

Es ist schon einmerkwürdiges Gefühl im Schlitten des Weihnachtsmannes zu sitzen, aber Thommy geniest es. Bald sind sie über der Innenstadt, wo die Buden des Weihnachtsmarktes in festlichen Farben leuchten. Sie drehen eine Runde um den prächtig geschmückten Tannenbaum, und fliegen dann zur Obernstrasse.

„Da“, ruft Thommy, und zeigt auf ein einzeln stehendes, altes Gebäude. „Das muss es sein!“
Tatsächlich. “Weinhandel Brunner“ ,steht auf einem Schild, das an einer geschmiedeten Angel an zwei Ketten hängt.

Sie gehen auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude nieder, und stellen den Schlitten neben einem Mercedes ab. Als sie aussteigen, kommen ein Paar Passanten vorbei, die das Vehikel staunend ansehen.

„Äh, Werbeeinlage“, ruft Thommy den Leuten zu, und  ihren befremdeten Blicken auf Blix begegnend: „Kleinwüchsige Schauspieler als Weihnachtselfen.“
„Kleinwüchsi…“, will der Elf beleidigt einwenden
„Ich will mir mein Kostüm grad besorgen“, unterbricht Thommy, und zerrt den murrenden Blix mit sich in Richtung Laden.

„Du möchtest doch unerkannt bleiben“, raunt er ihm zu.
„Ja, aber ich bin immerhin der größte aller Weihnachtselfen“, mault der Elf.
„Und doch nicht größer als ich…oha, das ging ja noch mal gut.“
Er wäre beinahe auf einer gefrorenen Pfütze ausgerutscht.

Als sie den Laden betreten, sehen sie Heinz Brunner, alias der Weihnachtsmann in Diskussion mit dem Ladenpersonal.
„Was soll das heißen, ich kann nicht ihr Chef sein?“
„Das heißt, sie sind nicht Heinz Brunner“, sagt ein Mann, Mitte Vierzig, der ihm zunächst steht. „Wir kennen schließlich unseren Chef, und der ist im Urlaub in der Schweiz.“
„Das ist Unfug, ich bin Heinz Brunner. Ich habe schließlich auch diese Karte“
„Die besagt gar nichts.“
„Jetzt reicht´ s aber, sie sind entl…“

„Äh, Auszeit“, meldet sich Blix, und packt den vermeintlichen Weinhändler am Arm.
„Kommen sie doch mal kurz raus.“
„Sie schon wieder !“
„Ja, ich schon wieder, kommen sie“
„Aber ich habe ihnen doch schon gesagt, das ich nicht der…“
„Schon gut, wissen wir“, sagt Thommy, „Aber wir können ihnen helfen zu beweisen, das sie Brunner sind“ und er nickt dem verdutzt dreinblickenden Verkäufer unauffällig zu.
„Aber das können sie doch auch hier tun“
„Äh, Nein“, meint Blix, der verstanden hat „Draußen ist jemand der bezeugen kann, dass sie der Weinhändler sind, aber er möchte sie persönlich sprechen, unter vier Augen.“

Noch zweifelnd kommt Brunner /Weihnachtsmann mit heraus. Beim Verlassen des Geschäfts, lässt er versehentlich die Tür einem eintretenden Kunden an den Kopf fallen.
„Oh, Verzeihung“, ruft er zurück, aber zu Thommy gewandt: „Andererseits erhöhen kleine Schläge auf den Hinterkopf ja das Denkvermögen.“

„Kleine Schläge auf den Hinterkopf“, sinniert der Junge "Ein Schlag auf den Kopf, ein Schlag auf den…“
Er zuckt zusammen, und sagt dann laut:
„Oh, ich hab´s“

In diesem Moment fragt Brunner /Weihnachtsmann ärgerlich;
„Wo ist denn nun der Zeuge?“
„Kommen sie hier lang“, meint Thommy, und drängt ihn in Richtung jener Pfütze, auf der er beinahe ausgerutscht wäre, und auch: der angesprochene kommt ins Rutschen. Thommy gibt noch einen kleinen Schubs, und er  fällt der Länge nach hin, mit dem Kopf auf den Schneebedeckten Asphalt.Blix kann grade noch ausweichen.

„Was sollte das?“, quengelt er
Ich glaube, das sollte reichen“, meint Thommy zufrieden
„Sag mal…“
„Hey Blix, kannst du mir mal aufhelfen, und was mache ich hier auf einem Parkplatz  in diesem Anzug?“
Der Elf wirbelt herum
„Chef“, ruft er erfreut, „sind sie wieder bei sich?“
„Was heißt wieder bei mir, war ich denn weg?“

„Erkläre ich später, jetzt müssen wir erstmal los. Das ist übrigens Thommy. Sind sie sonst wohlauf?“
„Ja, ich habe nur schreckliche Kopfschmerzen.“
„Das gibt sich,wenn wir unterwegs sind.“
Sie besteigen schließlich den Schlitten, und fliegen los.

„Wir müssen erst den Jungen bei sich Zuhause abliefern. Ihre richtigen Sachen sind übrigens auch dort. Sie sind dort durchs Dach gefallen. erinnern sie sich?“
„Dunkel. N´ bisschen zu weit rausgelehnt, und etwas zu rasant geflogen.
Junger Mann, kann es sein, das du mich absichtlich hast ausrutschen lassen?“
„Ähm ja. Ich dachte, bei dem Sturz durch unser Dach sind sie auf den Kopf gefallen, und verloren danach das Gedächtnis, da müsste ein weiterer Schlag auf den Kopf es wieder zurückbringen.“

„Ein prächtiger Einfall“, lacht Blix
 „Ja, in der Tat“, sagt der Weihnachtsmann schmunzelnd.
Schließlich kommen sie wieder vor Thommys Haus an.
„Ich glaube, wir müssen das noch reparieren“, sagt der Weihnachtsmann, als sie über dem Haus sind, und weist auf das Loch im Dach. Zusammen sollten wir das schaffen.“
Blix nickt. Er hält den Schlitten über dem Haus an. Er und der Weihnachtsmann strecken die Hände aus.

Goldener Regen prasselt auf das Dach nieder, und nach und nach repariert sich der Schaden von selbst. Schließlich wirkt es, als wäre das Loch nie da gewesen.
Blix landet den Schlitten. Sie steigen aus, und betreten das Haus. Kurze Zeit später kommen sie wieder heraus. Der Weihnachtsmann trägt nun wieder seinen roten Mantel, Hose und die Mütze, wie man es kennt.

„Nun“, meint der Weihnachtsmann, nach einem Blick auf eine goldene Taschenuhr. „Mitternacht ist nicht mehr weit hin. Bald Heiligabend.“
Dann reicht er dem Jungen die Hand.
„Ich glaube, ich muss mich bei dir bedanken“
„Ja“, sagt Blix, und reicht ihm ebenfalls die Hand „Man kann es nicht anders sagen, aber du hast Weihnachten gerettet.“
„Oh, äh, keine Ursache“, meint Thommy
„Nein junger Mann, du hast da etwas ganz besonderes geleistet, und nebenbei, dem, Weihnachtsmann eine ordentliche Beule verpasst.“
Er greift in seine Manteltasche, und holt eine Karte hervor.
„Das mit der Karte hat mir gefallen.“
Er fährt mit der Hand über die Karte, und reicht sie ihm. Sie ist jetzt aus Gold.  Blix und der Weihnachtsmann sind nun darauf zu sehen, von Tannenzweigen umgeben.

„Das wird dich immer an diesen Abend  erinnern. Fröhliche Weihnachten“
Dann nimmt er in seinem Schlitten Platz, den er nun selber fliegt, den vergnügten Blix neben sich. Sie fliegen einmal  um ihn herum, und winken ihm zu. Thommy winkt zurück
„Frohe Weihnachten“, ruft er nach Oben, und dann entschwindet der Schlitten schließlich am Horizont.

Das wird mir keiner glauben, denkt Thommy, und  lässt sein Abenteuer geistig noch einmal Revue passieren. Schließlich geht er ins Haus, in dem Gefühl, das das Morgen ein besonders schönes Weihnachtsfest wird.

ENDE