Sonntag, 11. Dezember 2016

Die vier Weihnachtskinder-Teil 3

Durch Knöchel hohen Schnee stapften sie den weg entlang, an Schnee bedeckten Tannen und Büschen vorbei, dem Raben nach, der ihnen voraus flog, dann von einem Eichhörnchen, einem Fuchs, und schließlich einem Uhu abgelöst wurde.

So kamen sie vor einem besonders großen Busch an, der vor einem Felsen stand.
„Wir sind am Ziel. Geht nur durch.“, sagte der Uhu, der auf einer nahe stehenden Tanne nieder gegangen war.
„Aber wie sollen wir dadurch? Da ist ein Felsen!“, rief Brix
„Geht nur“, nickte der Uhu

Sie stockten, dann sagte Lisa: „Vielleicht ist das eine Art Zauberei.“, und schritt voran. Es flirrte, und sie war verschwunden. Die Anderen folgten ihr unverzüglich. Als das Flirren vorbei war, standen sie neben Lisa, und einem von verschneiten Tannen umgebenen Schloß.
Auf einer der Tannen saß der Rabe, der sie zunächst geführt hatte.

„Sehr gut. Ihr seid am Ziel Da Hauptportal des Gebäudes öffnete sich, und eine wunderschöne Frau in einem weißen kleid mit blauem Umhang trat heraus. Dunkelbraunes Haar fiel ihr in zwei schweren Zöpfen auf den Rücken. Ihre Augen waren groß und von einem dunklen Blau. Ihr melancholischer Blick verlieh ihr eine Aura der Unergründlichkeit . Sie machte auf alle einen großen Eindruck.

„So habt ihr die Vertrauensprüfung bestanden, und die magische Barriere durchbrochen. Ich bin Bajaga, die Zauberin, die Herrin und Behüterin dieser Wälder. Ich habe euch erwartet.“
Ihr Blick fiel auf Lisa und Alexander
„Zwei Weihnachtskinder sind bereits gefunden, das ist gut.“
„Sicher“, meinte Brix „Das ist gut, doch kannst du und Helfen, unseren Schlitten zurück zu holen, oder uns einen anderen besorgen?“

Ein Lächeln umspielte den Mund der Zauberin
„Das und noch mehr. Tretet ein, in mein Haus.“
Sie folgten ihrer Einladung, und wurden in einen Salon gebeten, wo sie mit Tee und Gebäck versorgt wurden.“
Nun sollt ihr eurem Ziel ein Stück näher kommen.“, sagte Bajaga. Sie ging zur Tür, und rief: „Rika!“

Es dauerte ein wenig, dann betrat ein etwa Achtjähriges Mädchen mit dunkelblondem Haar, das Zimmer, welches sie zu einem geflochtenen Zopf zusammen gebunden hatte. Ihre Gesichtszüge ähnelten denen Lisas und Alexanders. Bekleidet war sie mit Weißer Strumpfhose, blauem Kleidchen, und Fellstiefelchen an den Füssen. Sie vollführte einen Knicks vor ihnen.

„Rika Borg, das dritte Weihnachtskind. Ich befreite sie aus der Gefangenschaft einiger Trolle, und nahm sie hier auf, da ich wusste, das ihr irgendwann in diese Gegend kommen würdet.“

Brix bekam große Augen, und sah in seine Rolle.
„Tatsächlich, sie ist es.“, sagte er.
Bajaga wandte sich an die Kinder:
Wisset nun euer Geheimnis: Einst gab es einen Fürsten und eine Fürstin, welche in der großen Weihnachtsstadt im hohen Norden wohnten. Sie wohl angesehen, und gut. Sie besaßen dazu die Macht, dem unheimlichen Eisdämon Einhalt zu gebieten, und ihn zu bannen.

Doch der schaffte es mit List und Tücke, sich ihrer kleinen Kinder zu bemächtigen. Zwei Jungen und zwei Mädchen im Baby-Alter. Er schleuderte sie in alle Richtungen.
Jahre vergingen, in denen das Paar vergeblich nach seinen verschollenen Kindern suchte. Mit der Zeit wurden ihre Herzen immer schwerer, und sie zogen sich zurück.

Dies machte sich der Eisdämon zu Nutze, drang in die Weihnachtsstadt ein, und belegte alle mit seinem Fluch. Wenn nun die Vier Geschwister und ihre Eltern wieder vereint würden, würde dies ihren Eltern ihre Kraft wieder geben, und der Fluch würde gebrochen.“

Kinder und elfen hatten gebannt zugehört, und sahen sie nun an.
„Darum“, schloss Bajaga, „seid ihr so wichtig. Wisset noch, das vierte Kind befindet sich im hohen Norden. Der Dämon weiß noch nicht, dass es in die Weihnachtsstadt zurück gekehrt ist.
So, und nun zu eurem Schlitten.“

Sie stand auf, und ging zu einer art Gong. Statt jedoch darauf zu schlagen, rieb sie mit ihren fingern darüber, so das ein flirren ertönte.
„die rentiere werden meinen Ruf gehört haben. Morgen früh wird euer Schlitten da sein, und ihr werdet eure Reise zur entscheidenden Etappe fortsetzen können.

So verbrachten sie die Nacht in Bajagas Schloß, und als es morgens nach dem Frühstück Zeit war, stand tatsächlich der Schlitten für sie bereit. Sie konnten die Reise fortsetzen. Es gab einen herzlichen Abschied. Besonders herzlich war der Abschied zwischen Bajaga und Rika.
Dann bestiegen sie den Schlitten, deckten sich zu, und der Schlitten setzte sich in Bewegung. Bajaga winkte  ihnen noch lange hinter her, inmitten ihrer Tiere.
Der Schlitten hob sich in die Luft, und flog der Entscheidung entgegen…


Ende des dritten Teils

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen