Sonntag, 4. Juni 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 11

*
War das jetzt das Ende? Das Scheitern ihrer Mission? Würde Ronny seine Eltern, den Ort, in dem er lebte, die Freunde, nie wieder sehen? Gedanken,. die durch den kopf gehen, wenn man in einen gähnenden Abgrund fällt.

Mitten in diese Gedanken hinein, gellte ein Pfiff. Rotbart hatte ihn ausgestoßen, und plötzlich schlug Ronny auf. Jetzt mussten seine Knochen zerschmettern. Er erwartete einen jähen Schmerz und große Schwärze, doch nichts davon geschah. Als er vorsichtig die Augen öffnete, stellte er fest, dass er noch lebte, und auf Schiffsplanken lag, und seine Freunde um ihn herum.

„Was ist los?“, fragte er, nicht unbedingt eine antwort erwartend.
„Das fliegende Einhorn hat noch ein paar Überraschungen parat“, schmunzelte der Kapitän.

Tatsächlich, sie befanden sich auf dem fliegenden Schiff, welches sich nun in der Luft unterhalb des Wasserfalls befand, und nun von seinem Kapitän langsam zur Erde dirigiert wird.


9.Jagd in der Dunkelheit

Die Kreaturen hatten ihre flucht anscheinend noch nicht bemerkt. So schlugen sich Pia, Kevin und der kleine Jan durch die Büsche. Sie wussten nicht wo sie waren, noch wie sie nach Hause kommen sollten, die Dornen kratzten, es war kühl und dunkel, und immer wieder erklangen Geräusche, die sie in Angst versetzten.

Sie kannten nur eine Richtung: erst mal weg von diesen Kreaturen und Hilfe finden. Der Wald wirkte in der Dunkelheit bedrohlich, die Bäume wie bösartige, skurrile Kreaturen.
Sie waren eine Weile gegangen, als vor ihnen mehrere Paare gelber Augen auftauchten. Wie angewurzelt blieben sie stehen. die Kreaturen kamen näher, und sie erkannten, es waren Wölfe!

Jan weinte vor angst, Pia klammerte sich an Kevin, da sagte eine raue Stimme:
„Fürchtet euch nicht, ich bin Grauwyn, der König der Wölfe. Klettert auf unseren Rücken, wir bringen euch in Sicherheit.“…

*
Der Unheimliche befand sich in freudiger Erregung .Bald war es soweit. Bald  würde es verzogen. Die Kinder waren bereits auf dem Weg.
Bald, bald war die die Stunde der dunklen Mächte, und er würde sie kontrollieren…
*
„Aber wie finden wir jetzt die Kinder?“, fragte Ronny
Diese Frage ging allen durch den Kopf. Natürlich war klar, das ihre Entführer sie heraus geschafft hatten, und zu einem unbekannten Ort brachten, doch wo konnte das sein?

Sie begannen in der ganzen Gegend nach spuren zu suchen, doch vergeblich. Das konnte doch nicht sein. So konnte es doch nicht scheitern. Irgendwo musste doch ein Hinweis zu finden sein.

So saßen sie an Bord des Schiffes. Betrübt und enttäuscht, als sie plötzlich aus ihren Gedanken gerissen wurden, weil ein Uhu an Deck gelandet war.

„Nachtklug“, rief Lucina „Was tust du denn hier?“
„Ich wollte eigentlich zu Lusaga. Grauwyn schickt mich. Er und seine Wölfe haben im Wald, vielleicht einen Kilometer  ein paar Kinder gefunden, die entführt wurden waren, da sah ich dieses Schiff, und euch. Was für ein glücklicher Zufall.“


„In der Tat ein glücklicher Zufall. Wir suchen entführte Kinder. Käpt´n starten wir wieder, und du Nachtklug, flieg uns voraus!“…. 

Sonntag, 14. Mai 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 10

Die Dunkelheit war von fackeln beleuchtet, welche die unheimlichen Wesen trugen, die sie voran trieben. Über einen Waldpfad, ging es zwischen dichtem Gestrüpp und Bäumen entlang. Wenn eines der Kinder nicht schnell genug lief, bekam es von den ungeschlachten Wächtern einen Stoss, begleitet von üblen Beschimpfungen und Verwünschungen.

Kevin, der blonde junge, der zuletzt dazu gekommen war, war jetzt an der Seite von Pia, die sich mühte, den kleinen Jungen an ihrer Hand mit zu bekommen.
„Sie haben Schwierigkeiten die Kinder zu kontrollieren. Jetzt wäre eine Chance zu  fliehen.“, sagte er leise zu ihr, so das ihre Peiniger es nicht hörten. Sie nickte still.

Nun kamen sie an einem großen, dichten Gebüsch vorbei, und die
Wächter drehten ihnen die Rücken zu. Bewusst ließen sie sic h nach hinten fallen, und als das Wesen zunächst zu ihnen ein Kind vor ihnen antrieb, raunte Kevin:“Jetzt!“

Damit schlug er sich durchs dichte Gestrüpp, und augenblicklich folgte sie ihm, den kleinen Jungen an der Hand.
„Hinlegen und still!“, zischte er .sie taten wie geheißen, und kurze Zeit später war die gesamte Prozession an ihnen vorbei.
Eine Zeit blieben sie liegen und lauschten, dann richteten sie sich auf, und setzten sich.
„Nun“, meinte Kevin, „müssen wir uns überlegen, wie es weiter geht.“…
*
Gefangen in einem unterirdischen Stollen. Von Geröll lebendig begraben. Sollte es ihr Schicksal sein, hier zu verschmachten? Nach dem ersten Schock untersuchte Lucina den Gang. Sie gingen zurück in das Kerker-Gewölbe, in der Hoffnung, hier einen Ausweg zu finden. Möglicher Weise gab es hier ja einen zweiten Ausgang.

Ein Versuch das Geröll magisch zu bewegen, scheiterte. Es war zuviel. Aber dennoch wollten sie nicht aufgeben. Wer immer sie hier gefangen, hatte eine starke magische Barriere gelegt.

Sie folgten einem Gang, der auf der anderen Seite der Kerker lag, aus dem ihnen ein kühler Hauch entgegen kam. Am Ende des Ganges kamen sie zu einer Quelle. Das Wasser ergoss sich hier in einen unterirdischen Flusslauf.

„Das könnte unsere Rettung sein“, meinte Lucina „möglicher Weise fließt dieser Fluss aus dem Berg.“
„Den Versuch ist es Wert’“, meinte Baugin, und auch die anderen stimmten zu.
Vorsichtig stiegen sie ins Wasser, das erwartungsgemäß eiskalt war, und folgten dem unterirdischen Flusslauf. Nur aufgrund der Tiefe des Wassers, konnten sie in dem Gang stehen.

Mit der Zeit wurden das Bett abschüssiger, und die Geschwindigkeit des Flusses schneller, bis sie sich zu einer reißenden Stromschnelle entwickelte. Die Freunde verloren zunehmend den Halt, und wurden  vom Wasser den Lauf hinunter getrieben, prallten hier und da gegen Felsen, und konnten sich nur mühsam über Wasser halten.


Nach ein paar Minuten konnten sie deutlich einen hellen Punkt erkennen, der schnell näher kam, und sich tatsächlich als Öffnung nach draußen erwies, auf die sie nun zu trieben, Schon durchquerte das Wasser die Felsenöffnung, und stürzte sich einen Abhang hinunter- und die Freunde mit ihm…  

Sonntag, 30. April 2017

Ronny-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 9

8.Im dunklen Reich

Langsam setzte das Gefährt auf dem Gipfel auf. Es war ein flaches Plateau, das von zerklüfteten Felsen und einigen kleinen, verkrüppelten Kiefern bedeckt war. In seiner Mitte war eine Art Pyramide aus Felsen errichtet worden, auf der eine Wanne saß, in der das Feuer brannte. Die Freunde sahen sich um, doch es war niemand hier oben. Plötzlich rief der Kapitän:
„Seht euch mal um!“Sie ließen den Blick schweifen, über die Landschaft um sich herum, und im Nebel konnten sie auf den Nachbar-Gipfeln ebenfalls Feuer leuchten sehen.

„Signalfeuer, das müssen Signalfeuer sein“, meinte Lucina
„Aber vom wem?“, fragte Baugin
„Von jenen, die die Kinder entführt haben. Da ist was in Gang. Ich fürchte unsere Zeit wird knapp. Kommt, wir müssen den Eingang finden. Hier gibt es bestimmt einen!“

Sie traten zu dem Feuer, da sie folgerichtig einen Eingang in seiner Nähe vermuteten. Doch lange war nichts zu finden. Doch dann war es Ronny, der ihn, wenn auch zufällig fand. Er wollte kurz verschnaufen, und lehnte sich an den Fels, und fühlte plötzlich, wie ein stück unter seinem Ellbogen nachgab, und sich gleichzeitig neben ihm eine Luke öffnete. Er konnte gerade noch beiseite treten, um nicht hinein zu fallen.

Die Freunde traten hinzu, und sahen in das schwarze Loch hinein. Lucina beschwor ein paar Fackeln, und reichte sie den Freunden, dann begannen sie mit dem Einstieg

Als sie nach unten geklettert waren, standen sie in einem engen Gang. Sie folgten ihm, und stiegen nun eine längere Zeit stufen hinunter. Es war dunkel und feucht, und es roch nach Moder und Fäulnis. Häufig fanden sie an den Wänden ausgebrannte Fackeln. Manche rauchten noch ein wenig. Hier musste noch vor einiger Zeit jemand gewesen sein.

Die Gänge wurden jetzt breiter, und Schließlich kamen sie in einer Art großem Gewölbe an, das mehrere große, Käfig-artige Zellen enthielt deren Türen offen standen. Einige Kinder-Kleidungsstücke lagen hier und da auf dem Boden, und ein einer Zelle fanden sie ein Stofftier.

„sie waren hier“, stieß Ronny hervor 2Und jetzt sind sie weg. Wir sind zu spät!“…
*
Sie hatten sie aus den Zellen  geholt, und trieben sie nun im Dunklen durch die Wälder. Gestrüpp zerrte an ihnen, und immer wieder wurden sie von ihren Peinigern angetrieben.
„Los, Kinder bewegen, müssen schnell sein, laufen, laufen!“

Pia achtete auf den kleinen  Jungen, der weinend, und von den hässlichen Geschöpfen eingeschüchtert neben ihr lief, aber nur schwer mithalten konnte. Immer wieder fasste sie ihn am arm, und zerrte ihn mit sich. Einem unbekannten Ort zu. Was hatten sie bloß mit ihnen vor?

*
„Wie finden wir sie jetzt nur?“, fragte Ronny
„Lasst uns zurück an die Oberfläche“, meinte Lucina. dort weiß ich ein Mittel.“
Sie kehrten also um, folgten dem dunklen Gang, und stiegen die Stufen wieder hinan. Da, plötzlich, ertönte ein Donnergrollen, alles erzitterte, Geröll prasselte von Oben herunter.
„Zurück!“, rief Lucina, sie gingen die Treppe wieder hinunter, und im nächsten Moment füllte sich der Gang mit Geröll und Felsen. Sie waren lebendig begraben.

Laut und hallend, ertönte ein höhnisches Lachen, dann sagte die Stimme:

„Ihr wart gewarnt, ihr werdet die Kinder nicht retten. Dieser  Berg wird nun euer Grab!“… 

Sonntag, 9. April 2017

Das Frühlingsfest auf den Traumwiesen

Noch ein Ausflug auf die Traumwiesen,viel Spass


Auf den Traumwiesen herrschte großer Trubel, denn das große Frühlingsfest stand bevor, und in diesem Jahr war das Motto klar: Es ging um Einhörner, und um Tamoras Jubiläum, 25 Jahre als Einhornzüchterin. Die Dragqueen war mächtig stolz, so geehrt zu werden. Zum Höhepunkt des Festes, bei der Seifenblasenparty, sollte sie den goldenen Einhornkopf bekommen, eine große Auszeichnung, und ein edles Geschenk. Das Kleinod war von Gregor gefertigt wurden, einem Kobold. Goldschmied in der vierten Generation.

Die Kobolde galten als die geschicktesten Goldschmiede weit und breit, welche dieses Handwerk meisterhaft beherrschten, und so hatte der Elfenkönig zu ihnen geschickt, und ihrem besten den Auftrag erteilt. Natürlich war Gregor zu dem Fest mit eingeladen. Er würde den, von ihm geschaffenen Einhornkopf mitbringen.

Daneben wurden noch viele andere Gäste erwartet, darunter die Stadtkobolde Martin und Hans –Dittrich, der Zentaur Joschka, und der Satyr ein Ludwig, der mit seinem schwarz belocktem Kopf und Kinnbart, den Eselsohren, und den lockig behaarten Beinen mit Hufen eine besondere Erscheinung war. Er hatte griechische Vorfahren, und sollte für die Gäste auf der Pan-Flöte spielen.

Viel war noch zu tun für die  emsigen Helfer, um ein tolles Fest auf die Beine zu stellen.
Holz für Feuer wurde zusammen getragen, ein großes Festzelt gebaut, und Kübelweise Flüssigkeit für Regenbogenblasen zusammen gerührt. Bald konnte das Fest losgehen.

Das Festzelt in den Farben des Regenbogens stand. Auf seinem Dach wehten Wimpel.
Bunte Girlanden liefen von seiner Spitze zu den umstehenden Bäumen. Der Duft von Speisen lag in der Luft. Mehrere große Schüsseln mit grüner Waldmeisterbowle standen bereit, analog dazu noch Erdbeerbowle. Ein großer roter Ballon hing neben dem Zelt an einem Pfahl.

Zwergen -und Koboldkinder machten sich einen Spaß daraus, ein Zombieeinhorn zu schaffen, indem sie ein ausgestopftes Exemplar umschminkten.

Nun kamen die Gäste, unter ihnen auch der Zauberer Otto, der, nebenbei gesagt, ein Gay war, mit seiner Assistentin Biene. Sie waren per Postkarte eingeladen worden, und sollten, wenn es dunkel war, eine magische Light- Show vorführen.

 Und da kam auch Gregor. Der Kobold trug einen brauen Kasten mit sich, in dem sich das Schmuckstück befinden musste, welches Tamora bekommen sollte Er bekam zunächst ein Zimmer  im Palast des Elfenkönigs zugewiesen, wo er sich ausruhen, und frisch machen konnte. auch Kobolde hatten das durchaus nötig, besonders  wenn sie weit gereist waren, und das war bei Gregor der Fall.

Er legte den Kasten auf den Tisch am Fenster, öffnete ihn, und sah gerührt und stolz auf den wunderschönen Einhornkopf, der in der, herein scheinenden, Sonne glänzte.
„Wahrlich, ein kleines Meisterwerk ist mir da gelungen“, sagte er zu sich selbst, dann ging er sich waschen.

Als er zurück kam, und zu seinem Kasten ging, erstarrte er vor Schreck: Das Kleinod war verschwunden! Entsetzt lief er herunter zum Elfenkönig. Auroro war bestürzt, und rief sofort dazu auf, nach dem Einhornkopf zu suchen. Doch wo? Eine Durchsuchung des Zimmers hatte nichts ergeben, und durch das Fenster wäre es nicht möglich gewesen, es sei denn, man konnte fliegen. Glücklicher Weise hatte da Lichtfang einen Einfall. Er hatte sich draußen umgesehen, und sein blick blieb an einem der Bäume hängen, auf denen er ein Nest entdeckte.

„Natürlich“, meinte er „das muss es sein. Er ging zu dem Baum, schloss die Augen, streckte die Arme aus, und begann empor zu schweben. Schließlich blieb er auf Höhe des Nestes stehen.
„Ich hab´ es!“, rief er von Oben, griff hinein, und holte etwas aus Nest heraus: Es war der Einhornkopf!
Da stob laut krakeelend eine Elster auf ihn ein, und wollte das Kleinod aus seiner Hand beißen. Geschickt wich der Elf aus, und lies sich dann zum Boden herab.
„Es war die Elster“, erklärte er den anderen unten, nachdem Gregor das Schmuckstück wieder in der Schatulle versteckt hatte.
„sie muss durch Fenster geflogen, und den kopf gestohlen haben. Sicher wurde sie durch seinen Glanz angelockt.“

Es wurde ein glänzendes Fest. Nach der beeindruckenden Magic-Light-Show, kam der Höhepunkt, die Ehrung Tamoras, die gerührt und stolz, in mitten bunter Seifenblasen den Einhornkopf entgegen nahm, und eine rührende Dankesrede hielt.

Für Alle war es ein unvergessliches Fest, das  man auf den Traumwiesen nicht vergessen würde.

ENDE

Sonntag, 26. März 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 8

7.Das fliegende Einhorn

Das war ein schiff! Ja, ein richtiges Segelschiff, und es hing mitten in der Luft am Felsvorsprung, hinter sich die dichten Baumwipfel des Waldes.

Sein Körper war aus robustem Eichenholz, und glich einem Segler aus  dem Achtzehnten Jahrhundert. Hinten hatte es wuchtige Aufbauten, die mit geschnitzten Schnörkeln und Figuren verziert waren., davor drei Masten, an denen allerdings  keine Segel hingen, sondern riesige nachtblaue Ballons, die mit Halbmonden und Sternen verziert waren..

Den Bug bildete die kunstvoll geschnitzte Skulptur eines springenden Einhorns, dessen Horn, leicht nach Oben gewinkelt voraus zeigte. Dahinter, unterhalb der Reeling , stand in verschnörkelten, goldenen Lettern: Fliegendes Einhorn“

Savinius sah das Erstaunen der Freunde, und sagte lächelnd:
„Ja, das ist das fliegende Einhorn. Es gibt es wirklich.“
Ronny hatte ein eigenartiges Gefühl. Eine Mischung aus Unbehagen und Entdeckungsgeist. Offenbar kannte er nicht einmal die hälfte jener wunder, die Dusterwald und die angrenzenden Regionen zu bieten hatten. Doch schien er in dieser Hinsicht nicht der einzige zu sein, denn Baugin ,neben ihm, entfuhr es: “Ich habe es immer für eine Legende gehalten, aber es existiert wirklich.“

Savinius ging zu einer Planke, die vom schiff auf den Felsen auf den Felsen ausgelegt war, und , und so die Möglichkeit bot, an Bord zu kommen, betrat sie , und rief:
„Hey Käpt´n, bist du da?“
„Selbstverständlich“, tönte es aus der Kajüte, deren Tür sich im nächsten Moment öffnete, und den Blick  auf eine Erscheinung öffnete, die nicht weniger Skurril und erstaunlich war, als das Schiff.

Aus der Tür trat ein Mann von eher kleiner statur, keine 1,70m groß, dafür umso kräftiger gebaut.
Er trug  einen blauen Offiziersrock, wie er 200 Jahren getragen wurde .Er war hier dort durch flicken ausgebessert, und wirkte schon etwas schäbig, doch die Messingknöpfe waren blank geputzt, und auch die Epauletten auf den Schultern strahlten golden in der Morgensonne.

Darunter trug er ein weißes Baumwollhemd, außerdem eine rote Hose , und schwarze Stiefel.
Um den Kopf war ein rotes Tuch geschlungen, darauf saß ein schwarzer Dreispitz.

Sein Haar war Schulterlang und leuchtend rot, ebenso der Vollbart, der das gutmütige Puttengesicht einrahmte, dessen Mittelpunkt eine Knollennase bildete , über der zwei Lebhafte blaue Augen mit fast kindlicher Neugier in die Welt blickten. Der Mund , der in dem Bart nur zu erahnen war, schien ständig zu lächeln, und so blickte er jetzt auch mit heiterem Gesichtsausdruck auf die Ansammlung, die sein Schiff bestaunte.

„Master Savinius, schön euch wieder zu sehen!“, rief er „Habe eure Nachricht gestern Abend erhalten, und die Nacht durch. Is´ kaum ´ne Stunde her, das ich angekommen bin.“
„Vielen Dank dafür. Ich habe Passagiere für euch, wichtige Passagiere, in einer wichtigen Mission, die so schnell wie möglich zur Trollspitze müssen.

Meine Freunde“, und er wandte sich an Ronny und seine Begleiter „Das ist Erasmus Grind, Kapitän des fliegenden Einhorns, besser allen bekannt als Käpt´n Rotbart. Warum, könnt ihr ja sehen.“

„So“, brummte der Käpt´n „Zur Trollspitze meint ihr, einer der dunkelsten Orte. Ist nicht ganz unriskant und könnte holprig werden. Nun denn, wenn ihr es eilig habt, dann wollen wir keine Zeit verlieren. An Bord mit euch, und dann machen wir die Leinen los.“

Sie gingen an Bord des außergewöhnlichen Vehikels, Rotbart löste die Leinen, und die Fahrt begann. Savinius winkte noch zum Abschied ,und rief
„ Viel Glück, beizeiten werden ich euch hilfreich zur Seite stehen!“

Schnell stieg das Schiff empor, dann drehte es sich in der Luft, auf Kurs, und nahm rasch Fahrt auf. Dabei schleifte es an der Krone eines besonders hohen Baumes entlang, wa ein hässliches, ratschendes Geräusch erzeugte, jedoch keinen Schaden verursachte, mit Ausnahme einiger trockener Äste , die es abriss.
„Au Haarscharf zu dicht dran.“, kommentierte der Kapitän.
Das Fahrzeug stieg weiter über die Wipfel, und flog ,nun auf Kurs, seinem Ziel zu

Hier Oben war es wesentlich kälter als unten .Der wind fuhr durch ihr Haar, und die Luft wurde sehr feucht, als die durch die Wolken flogen.
Unten zogen Wälder ,unterbrochen von Heidelichtungen, Felsen , Wege ,und hier und da Schlösser und Häuser vorbei.

Ronny wusste bald nicht mehr, wie lange sie schon unterwegs waren, nahm nur das Schiff um sich herum wahr, welches aus einem Traum entsprungen schien, aus oder Stevensons  Schatzinsel, das zu seinen Lieblingsbüchern gehörte, und sah nach unten, auf die vorbei ziehende Landschaft.

„Nun ist es nicht mehr weit!“, rief Rotbart, der am Steuerrad stand.

Ronny sah auf, und blickte nach vorn, wo Thore an der spitze des Bugs saß.
Dort ,vor ihnen türmte sich ein gewaltiges, in Nebel getauchtes Bergmassiv auf. Rotbart ließ das Schiff ein wenig höher steigen. Je näher sie dem massiv kamen. Desto mehr verdichteten sich die Wolken und es wurde immer finsterer.

Plötzlich zuckte ein Blitz hervor, und dicht am fliegenden Einhorn vorbei.
„Uff, Glück gehabt, stellte der Käpt´n fest „Aber beim nächsten Mal geht es nicht so knapp aus.“
Er lies das Schiff hart zur Seite fahren, zu einem Ausweichmanöver. Die Freunde hatten mühe ,sich auf den Beinen zu halten. Thore wurde von seinem Platz am Bug geschleudert, und landete in Ronnys Armen.

Eben dort, wo vor Sekunden noch das schiff gewesen war , schlug nun ein weiterer Blitz ein.
„Schein, als haben sie uns erwartet“, rief Lucina
Rotbart nickte, und steuerte das Schiff jetzt im Zickzack zwischen zuckenden Blitzen hindurch. Die Passagiere wurden ordentlich durchgeschüttelt, und dann schlug doch ein blitz ins Heck ein, hinterließ aber nur eine Brandspur.

So schoss das fliegende Einhorn seinem Ziel zu, in eine Wolke blauen Nebels hinein, dies sich aus heiterem Himmel vor ihnen bildete.
Die Schwaden begannen sich zu materialisieren, und bildeten einen Schwarm riesiger Raubvögel, die nun auf sie einstürzten. Mit Grauen erkannten die Freunde, das es sich nicht um gewöhnliche Raubvögel handelte ,denn als sie näherkamen, sahen sie , das auf ihren gefiederten Körpern Frauenköpfe saßen. Grässlich entstellte Frauengesichter grinsten sie an, deren Münder scharfe Reißzähne entblößten.

„Furien!“, schrie Lucina in das Kreischen hinein. Sie , Fenrick und Lichtfang wehrten sie mit violetten Lichtblitzen aus ihren Händen ab. Baugin liess sie heran kommen, und dann wehrte der Zwerg sie mit seiner Keule ab.

„Es sind zu viele, und sie beginnen die Ballons zu zerbeißen“, rief Rotbart
Ronny sah, wie eine der Furien Thore mit ihren klauen ergriff. Er dachte kurz nach, dann besann er sich auf seine Herkunft , und die damit verbundenen Fähigkeiten. Er liegte die Hände auf das Höllenwesen gerichtet zusammen, ein violetter Lichtblitz schoss heraus, und traf die Furie, die kreischend ihre Beute fallen lies. Ronny sprang in die Richtung, und fing den Kater auf.

 Doch es war klar, da sie nicht mehr lange würden durchhalten können,da schon der nächste Angriff erfolgte.
„Was vertragen sie nicht?“ ,rief er in Richtung Lucina
„Sonnenlicht!“, kam es zurück
Woher jetzt sonnenlicht nehmen? Ronny fiel nur eines ein. Er griff unter sein Hemd, zog das Medaillon hervor , und hielte es ,mit beiden Händen umklammert nach Oben gegen die Wolken. Es war eher eine Verzweiflungstat, denn aus Überlegung heraus, dennoch funktionierte es. Blaue Blitze züngelten aus dem Amulett in die Wolken. Es begann kräftig zu regnen, und die Wolken lösten sich auf. Helle sonnen strahlen durchfluteten und umgaben plötzlich das Schiff, und die Furien flohen.

„Das war Rettung in letzter Sekunde“, meinte Rotbart 2wenn auch nur für den Moment. Denn die Furien sind meistens nur Begleiter viel größeren Unheils, so wie Pilotfische, die Haien folgen., doch für´s erste…“ und er machte eine ausladende Handbewegung nach vorn „seid ihr am Ziel, das ist die Trollspitze!“

Vor ihnen türmte sich ein mächtiger, dunkler Berg auf. Von dunklen Schwaden umgeben. Doch war das? Leuchtete auf dem Gipfel ein Feuer? Wohnte dort jemand oder etwas?

Langsam näherte sich ihr Gefährt dem riesigen Berg glitt an ihm empor, bis zum Gipfel.
Ehrfurchtsvoll sahen sie ,sich näherndes Ziel

.Was würde sie dort erwarten?...

Fortsetzung folgt