Sonntag, 17. September 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 13

10.Das Geheimnis des Abtes

Savinius hatte einen Wegestein benutzt, um zu der Ruine jenes Klosters zu gelangen, welches einst alle drei Bände des Zyklus von Mohrar beherbergt hatte. Wenn das Feuer nicht alle drei Bände vernichtet hatte, konnte es möglich sein, das der dritte Band noch hier war, obwohl, wenn jemand den zweiten Band an sich gebracht hatte, warum hätte er den ersten und dritten hier lassen sollen, es sei denn, sie sollten verbrennen, um zu verhindern, das die Beschwörung rückgängig gemacht wurde.

Dies jedoch würde bedeuten, das mit Vorbedacht gehandelt, und von langer Hand geplant wurde. Savinius hatte den Abt des Klosters gekannt. Er hatte seine Novizenzeit, und Teile seines Mönch-Daseins hier verbracht. Doch der Abt war tot. Leo –Johannes war ein Charismatischer Mensch gewesen, aber auch ein unheimlicher, geheimnisvoller Mensch. Könnte er im Geheimen Studien über den Zyklus von Mohrar und des unter gegangenen Volkes betrieben haben? Doch wer hatte sie dann fort geführt.

Savinius schritt durch die zerstörte Eingangshalle, die größtenteils im Freien lag. Nach dem Brand hatte man hier nichts Neues gebaut. Es hieß, dieser platz wäre verflucht. so wurde das, was das Feuer vom Kloster übrig gelassen hatte, dem Verfall überlassen. Der Abt Schritt durch  einen modrigen, von Pflanzen behangenden Gang, an dessen Ende sich eine schwere, massive Holztür befand, die nun Ruß geschwärzt war.

Er schob die nun schwergängige Tür auf, deren rostige Scharniere laut quietschten und knarrten, und stand in einem Büro, dessen vorderen Teil ein wuchtiger Schreibtisch einnahm. Im hinteren standen große Regale mit Büchern und merkwürdigen Geräten darin, sowie einen Tisch mit Reagenzgläsern, einem Brenner, und einigen anderen dingen für Experimente. Alles verstaubt und vermodert.

Auf dem Schreibtisch stand ein Tinten fass, eine Feder daneben, ein Stapel vermodertes Papier und ein gelblich weiß schimmernder Schädel. Savinius sah sich um, um hinweise auf das buch zu finden. Er ging an den Regalen entlang. War es eventuell unter falschem Umschlag dort hinein gestellt worden? Doch er fand nichts.

Plötzlich ertönte vom Schreibtisch eine tiefe Stimme „Du suchst es?“
Savinius fuhr herum, und ging zurück, und ging zum Schreibtisch, doch dort war niemand.
„Du suchst es?“, sagte die Stimme noch einmal, und Savinius erkannte, das es der Schädel war, der sprach, und in dessen Augenhöhlen es rot glühte.

„Irgendwann musste jemand kommen, das Buch zu suchen. Es wurde von den anderen getrennt, denn sie dürften nicht zusammen in die falschen Hände fallen. Mein Geist wurde hier hinein gesteckt, es zu bewachen, bis der richtige kommt, es seiner wahren Bestimmung zuzuführen...“
„Wer bist du?“, fragte Savinius.
„Im Leben war ich Leo Johannes, Abt dieses Klosters. Dies ist meine Sühne.“
„Sühne wofür?“
„Ich war ein Nachkomme jenes Volkes, das den Zyklus von Mohrar schuf. Ich forschte in der Hoffnung , es wieder ins Leben zu rufen, doch ich rief dunkle Mächte hervor, die das Kloster zerstörten .Jetzt, da sie sch anschicken, entsetzlicher als zuvor zurück zu kehren, bist du hier, um das einzige zu holen, das ihnen  Einhalt  gebieten kann.So nimm es dir !“

Und der Schädel drehte und hob sich, und mit ihm die Platte darunter. Ein Fach wurde sichtbar, indem ein großes, in Leder gebundenes Buch war zu sehen.

Savinius nahm es an sich, blickte noch einmal auf en Schädel zurück, und verlies dann das Büro.
„Viel Erfolg!“, scholl es ihm nach.

Als er durch den Eingangsaals schritt, wurde er erneut angesprochen. Diesmal von einer höheren Stimme.
„Du hast es also. Gut, denn die Entscheidung naht heran.“
Es war Lilith. Die Wildkatze saß auf dem steinernen, von Moos und Flechten überwucherten Altar.

Savinius nickte, und zog einen weiteren Wegestein aus der Tasche.

„Gut, gehen wir.“…

Sonntag, 20. August 2017

Fenris und die Frau des Staatsanwaltes

Nach langer Zeit mal wieder ein Fenris-Krimi,viel Spaß!

1
Es war schon eine erlesene Versammlung, die sich an diesem Vormittag in unserem  Büro eingefunden hatte, und nun meinem Boss Tjark Fenrissen, im Allgemeinen kurz „Fenris“ genannt, gegenüber saß.

Neben unserem Bekannten Hauptkommissar Stieler waren das Oberstaatsanwalt Hinnerk Bluhm, ein hochgewachsener dunkelblonder Mann,, mit kantigem, aber freundlichem Gesicht, und grauen Augen., der in dem Sessel in der Mitte Platz genommen hatte, Richter Hermann Holze, schmächtig, mit grauer Halbglatze, runder Brille, und braunen Augen, sowie der Bürgermeister von Frersum, Karl Dänke, persönlich. Außerdem war noch eine hübsche, rotblonde junge Frau dabei, die uns als Lena Günther, Hausmädchen der Bluhms, vorgestellt wurde.

„Tja“, meinte Dänke, ein vierschrötiger Mann mit schütterem roten Haar und einem geröteten Puttengesicht, “Sie haben sicher schon von dem Mord an Sylvia Bluhm,der Frau des Oberstaatsanwalts gehört. Darum sind wir her.“
„Selbstverständlich ist uns das schon zu Ohren gekommen“, nickte Fenris. Zu Bluhm gerichtet sagte er: “Mein aufrichtiges Beileid. “Bluhm nickte stumm.

„Nun“, fuhr der Bürgermeister fort, “Wir sind natürlich von den Fähigkeiten des Kommissars überzeugt, jedoch war es der Wunsch von Herrn Bluhm, und auch meiner, das noch jemand von Außerhalb der Polizei zu den Ermittlungen hinzu gezogen wird, und da sie ein gewisses Renommee besitzen, haben wir an sie gedacht.“

Fenris nickte bedächtig.
„Schön, schön. Wenn ich aus der Zeitung richtig informiert bin, dann ist sie von einem Einbrecher erschossen worden, der durch die Terassentür ins Wohnzimmer eingedrungen war. Für einen so simplen Fall scheint mir der Aufwand, den sie betreiben etwas groß zu sein.“

„Ahem ja, “, begann der Bürgermeister, der in einer Art stiller Absprache als Sprecher für die ganze Gruppe agierte. “Es ist schon ein bisschen komplizierter .Zunächst ist es so, das wir am Tatabend alle anwesend waren, dann ist es so, das möglicher weise Staatsanwalt Bluhm selbst getroffen werden sollte, und eventuell noch in Gefahr ist. Es könnte um Rache gehen“

„So, dann darf ich vermuten, das sie einen konkreten Verdacht haben? Aber vielleicht schildern sie mir erst, was sich an dem Abend, es war doch Vorgestern, ereignet hat.“

„Natürlich“, meinte Dänke „Der Herr Staatsanwalt, Richter Holze und ich haben einmal im Monat unseren Skatabend. Dazu gehen wir in unseren Club, ins „Seepferdchen“.
„Ah ja; diese Nobelgaststätte“
„Hmm ja. Nun, der verhängnisvolle Abend war so einer. Der Richter und ich holten Bluhm
Um ca. 19:30Uhr bei ihm zu Hause ab, äh Deichweg 7“

„Und ihre Frau blieb dann allein?“
„Ja“, griff der Staatsanwalt ein „ sonst trifft sie sich mit Freundinnen, doch an diesem Tag ging es ihr nicht gut, ne` Magen-Darm- Geschichte. Als wir gingen war sie grad in der Küche, um sich einen Salbei-Tee zu machen. Sie wollte nicht, dass ich deswegen meinen Skat-Abend sausen lasse. Sie rief uns aus der Küche noch viel Spaß zu, wie Dänke und Holze bestätigen können.“

Die beiden nickten zustimmend. Fenris wandte sich an die junge Frau
„Lena Günther nicht wahr? Verließen sie mit den drei Herren das Haus, oder blieben sie noch?“
Das Mädchen schüttelte den Kopf.
„Nein, ich verließ mit den Herren das Haus. die gnädige Frau gab mir für den Rest des Abends frei.“

„So tat sie das? Nun gut, fahren sie fort, Herr Bürgermeister“
„Ja, wir warteten noch auf Lena, verließen dann das Haus, fuhren also dort hin, spielten Skat, tranken, was man dann so macht, so ungefähr bis 23:00Uhr, dann traten wir mit einem Taxi den Heimweg an. Da Bluhm am nächsten zum Seepferdchen wohnt, fuhren wir zunächst zu ihm.Unterwegs lies er jedoch anhalten, weil er dringend telefonieren musste.“
„Mir fiel was ein, zu einem aktuellen Fall“, warf Bluhm ein Und ich hatte mein Handy nicht mit.“

„Gut, sie telefonierten also. wie lange dauerte das?“
„Etwa fünf Minuten“
„Gut , weiter“
„Wir fuhren weiter zu Bluhms Haus, und brachten ihn noch zur Tür.Als wir uns verabschiedeten, hörten wir von drinnen einen Schrei, und gleich darauf einen Schuss. Bluhm rief: <Das war meine Frau!> Wir stürmten rein, und fanden sie im Wohnzimmer liegen, mit einer Schusswunde im Herzen.

Die Terrassentür zum Garten stand auf.Über der Klinke war die Scheibe zerschlagen worden. Auf der Terrasse lagen Scherben. Es hatte auch niemand in der Nachbarschaft etwas Verdächtiges bemerkt“
„Gab es Fußspuren“
„Nein, der Täter musste allerdings mit großer Geschwindigkeit geflohen sein, denn wir kamen ja im selben Moment, als die Tat geschah“

„Richtig. Soweit also der Tathergang. Nun sagten sie, es gäbe einen verdächtigen?“
„Genau genommen zwei“, sagte der Staatsanwalt „Der erste heißt Jens Kersten, ich habe ihn wegen Raubes für fünf Jahre  ins Gefängnis gebracht. damals nach der Verhandlung hat er mir Rache geschworen. Wie ich erfahren habe, ist er seit einem halben Jahr auf Bewährung wieder draußen. Er wohnt jetzt am Hafen, Er arbeitet dort als Festmacher.“
„Und der andere?“

„Heiko Krien, der Exfreund meiner Frau. die Beziehung war schon vorüber als wir uns kennen lernten. Manche sagen aber, er hat die Trennung nicht verwunden.“
„Verstehe. Der Tathergang dürfe zu beiden passen. Gibt´s noch irgendwas Wissenswertes?“
„Das hier noch“, sagte der Kommissar, und reichte eine dicke Akte rüber „Ich habe hier Kopien der Ermittlungsakten, plus Obduktionsbericht und Dossiers der beiden Verdächtigen“
„Danke. Wir werden das erst mal durcharbeiten, und dann mit Herrn Kersten und Herrn Krien sprechen. Es sei denn, sie, Herr Kommissar, haben die Absicht dies jetzt zu tun. Dann könnte Herr Alldag mit kommen.“

„Wollte es grade vorschlagen. Wäre sowieso das Beste.“
„nun denn Jan, dann gehen sie mit, und berichten mir dann .Ich werde inzwischen die Akte studieren.“
Ich nickte, nahm meine Jacke, und folgte dem Kommissar, während sich die Versammlung auflöste.

2
Wir fanden Jens Kersten im Hafen, in dem es lebhaft zuging. Sein Vorarbeiter wies uns zum Pausenraum, wo er saß. Dieser bestand aus zwei zusammengeschweißten Seecontainern, und war innen mit einer kleinen Küche, Tischen, und einem Sanitärbereich ausgestattet.Kersten saß allein an einem Tisch. Er war blond, kräftig und hatte ein Bulldoggengesicht. Jemand , dem man nicht unbedingt nachts allein begegnen möchte, und dem ein Mord zugetraut werden konnte.

„Herr Kersten?“, sagte der Kommissar „Stieler, Kriminalpolizei, das ist Herr Alldag"
Wir setzten uns zu ihm.Er sah uns aus seinen tief liegenden Augen misstrauisch an.
„Was woll´n sie ? hab´ nichts gemacht. Bei mir gibt´s keine krummen Dinger mehr“, knurrte er.
„Mag sein. Sie haben sicher schon von dem Mord an der Frau von Staatsanwalt Bluhm gehört.“
„Sicher, ist ja Topthema im Moment.“

„Nun, uns ist bekannt, dass sie Bluhm bei ihrer Verurteilung damals bedroht haben“
„Hab ich wohl ja. aber ich hatte 4Jahre Zeit darüber nachzudenken. Sie wissen doch, man sagt soviel in seiner Wut, das einem hinterher Leid tut. Als ich raus gekommen bin, hatte ich keinen Groll mehr gegen ihn.“
„Gut, und wo waren sie Vorgestern Abend  zwischen 23:00 Uhr und 23:30 Uhr ?
"Zuhause im Bett .Hatte Fernsehen geguckt, und dann früh ins Bett. Musste früh raus.“
„Und sie waren allein, nehme ich an.“
„Leider“
„Schwaches Alibi, aber gut, besser als keins. Haben sie den Staatsanwalt mal getroffen, nachdem sie raus waren?“
„Nee, hatte ich auch kein Interesse dran.“
„Verstehe. Gut, das war dann alles, dann einen schönen Tag noch.“

Heiko Krien hatte ein Souvenir-Geschäft auf der anderen Seite des Hafens, welches vier in Zehn Minuten zu Fuß erreichen konnten. Um diese Zeit war noch nicht viel los, als wir den Laden betraten.

Krien erwies sich als ein schlanker Mann mit unruhigen, grauen Augen, und einer spitzen Nase. Er bat uns nach hinten in sein Büro. Der Raum machte einen aufgeräumten und gut organisierten  Eindruck.

„Was kann ich für die Polizei tun?“, fragte er mit leiser, bedächtiger Stimme.
„Wir sind hier wegen des Mordes an Sylvia Bluhm, der Frau des Staatsanwaltes“, sagte der Kommissar .Es ist doch richtig, das sie einmal liiert waren.“

Krien nickte „Wir kannten uns schon aus der Schule, und waren dann ein Paar, beinahe Fünfzehn Jahre lang.“
„Und dann?“
„Kriselte es. Kam schleichend. Irgendwie lebten wir uns auseinander, und hielten es dann für besser uns zu trennen. Offen gesagt hoffte ich, das wir, wenn wir ein bisschen Abstand hatten wieder zusammen finden würden.“
„Und dann lernte sie Staatsanwalt Blum kennen, und heiratete ihn.“
„Ja“
„Wie war das für sie. Es muss doch weh getan haben“, wollte ich wissen
„Hat es auch, gleichzeitig habe  ich mich aber auch für sie gefreut.“
„Haben sie seit dem wieder eine Beziehung?“
Er schüttelte den Kopf
„Nein.Irgenwie…Es ist keine wie sie“
"Wo waren sie Vorgestern zwischen 23 und 23:30Uhr?“, wollte jetzt der Kommissar wissen
„Bin herum gefahren, nachdem ich geschlossen hatte, so um Acht. War dann  draußen auf dem Deich, und bin da spazieren gegangen.“
„ Wie lange“
„Muss viertel vor Zwölf gewesen sein, als ich Zuhause war“
„Genau wissen sie es also nicht. Hat sie jemand gesehen oder war jemand bei ihnen“
„Nein, ich denke nicht.“
„Hmm gut, das War´s. Ich muss sie aber bitten, sich zur Verfügung zu halten.“
„Natürlich.“

Im Wagen besprachen wir, was wir gehört hatten.
„Sie haben beide ein schwaches Alibi, und beide durchaus ein Motiv“, meinte ich
„Richtig“, sagte Stieler, "aber auch ein schwaches Alibi muss erstmal widerlegt werden, wobei ich eher Kersten die Tat zutrauen würde.“
„Er ist mehr der Typ dafür richtig, aber auch Krien könnte nur nach außen so ruhig wirken. Er hat psychisch einiges durchgemacht, und scheint mit der Beziehung nie abgeschlossen zu haben.“

 Im Büro erstattete ich meinem Boss Bericht, und schilderte ihm detailliert die beiden Verhöre. Er nickte zufrieden.
„Gut,gut. Es ergibt sich doch ein klares Bild. Heute Nachmittag fahren sie noch zum Staatsanwalt, und sprechen mit seinen Nachbarn. Sie müssen ihnen nur eine Frage stellen, dann möchte ich die Herren für Morgen Abend noch einmal zum Essen einladen, aber das kann Frederike erledigen, und dann hab´ ich noch einen Spezialauftrag…ach sie haben doch ein eigenes Auto?“
„Natürlich“
„Gut, das werden sie brauchen.“…


3

Es war am Abend darauf. Das Abendessen war grade beendet, und Frederike räumten ab, um danach den Degestiv zu servieren. Fenris lehnte sich zurück und sagte:
„Ich bin erfreut, ihnen sagen zu können dass der Fall so gut wie gelöst ist.“
„Sie wissen also, wer es war?“
„Sicher. Es gibt aber noch ein Paar ‚Details  zu klären, die das Auto von Herrn Kersten betreffen.“
„Er hat ein Auto?“
„Einen alten weißen Citroen, einen DS, ja. Da das Fahrzeug sehr auffällig ist, sollte es nicht schwer sein, zu erfahren, ob es in der Nähe des Tatortes zu sehen war. Kommen sie doch Morgen um Zehn Uhr wieder hierher, und wir können dann sicher den Fall abschießen.“
„Ich werde noch Heute Abend einen Durchsuchungsbefehl für das Fahrzeug ausstellen.“, sagte der Richter. Die Anderen nickten zustimmend.

So saßen am nächsten Morgen alle beteiligten in Fenris Büro. Der letzte war der Kommissar, der mit ernster Mine eine Plastiktüte auf den Schreibtisch legte, die einen Gegenstand enthielt, der untrüglich wie eine Pistole aussah.

„Die haben wir Heute Morgen  in Kerstens Wagen gefunden. Sie war unter dem Sitz versteckt.“
Jens Kersten wurde rot
„D….Die muss mir jemand unter geschoben haben“
„Blödsinn!“, ereiferte sich Staatsanwalt Bluhm, und wollte auf Kersten losgehen. Ich trat zwischen die Beiden.
„Halt, halt!“, rief Fenris „bitte nehmen sie wieder Platz, und es wird sich alles klären. Wir haben jetzt also die Tatwaffe, das Kaliber stimmt mit dem, im Obduktionsbefund erwähnten überein. Die ballistische Untersuchung wird sicher den letzten Beweis bringen. Wir haben jetzt also alles, um den Fall zum Abschluss zu bringen, und den Mörder Sylvia Blums zu überführen.“

„Natürlich!“, blaffte der Staatsanwalt, und zeigte auf Kersten. “Da sitzt er“
„Nein“, sagte  Fenris kurz „er war es nicht“
„Und wer sonst?“
„Sie!“, sagte Fenris scharf, und fasste ihn in Auge
Alle starrten ihn entgeistert an. Bluhm lachte.
„Ich habe ein hieb- und stichfestes Alibi. Vielleicht ist es ihnen entgangen, aber ich habe selbst gehört, wie meine Frau erschossen wurde.“
„Sie hörten ,wie ein Schrei ausgestoßen ,und ein Schuss abgegeben wurde, und das ist genau der Punkt, denn Sylvia Bluhm war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, und sie lebte auch schon nicht mehr, als sie Sie abholten, denn sie töteten sie vorher“

„Aber wir haben doch mit ihr geredet“, widersprach der Richter
„Eben nicht“, entgegnete Fenris „Sie hörten aus der Küche  die Stimme seiner Komplizin und Geliebten, Lena Günther, und nachdem sie das gehört , und gemeinsam das Haus verlassen hatten, konnte Bluhms Plan, sie zu seinem falschen Alibi zu machen, ablaufen.“

Es folgte ein Moment der Stille

„Lena kehrte später zurück“, fuhr Fenris fort „um die Inszenierung vor zu bereiten, die für die Rückkehr der drei Herren geplant war. Sie bringt die Leiche ins Wohnzimmer, die in der Küche gelegen hatte, öffnet die Terassentür, und schlägt die Scheibe ein, um Einbruch vorzutäuschen, dann nimmt sie die Tatwaffe, die sehr Herr Bluhm nach dem Mord nachgeladen hatten, wartet “

„Einen Moment“, sagte Bluhm „Die Nachbarn haben ausgesagt, dass sie niemanden bei unserem Haus gesehen haben.“
Fenris lächelte „Ja, eine Eigenart der Menschen. Wenn man sie fragt, ob sie jemanden gesehen haben, dann beziehen sie diese Frage immer auf eine ungewöhnliche Person, die hier nicht hingehört. Gestern Nachmittag aber befragte Herr Alldag die Nachbarn noch einmal, und stellte die Frage, ob sie vielleicht  jemand bekanntes gesehen haben, und siehe da, Jemand erinnerte sich, das er Lena Günther etwa Viertel vor Elf das Haus hat betreten sehen.“

„“Also, sie wartet auf einen Anruf, und der kommt. wissen sie noch? Bluhm lies anhalten, um einen Anruf zu tätigen, und mit wem hat er wohl telefoniert? Natürlich mit Frau Günther, um ihr zu sagen,das sie bald da sind, und sie sich bereit halten soll. Anhand der Anrufliste ihres Handys, sollte sich das ohne Weiteres nachweisen lassen.“

„Und was passiert nun? Lena wartet, bis die Drei kommen. Sie hört, wie die Tür aufgeschlossen wird, und die Inszenierung startet. Sie stößt den Schrei aus, und feuert den Schuss ab, in den Garten, dann verlässt sie durch die Terassentür das Haus, und da sich jetzt alles im Wohnzimmer abspielt, kann sich auf die Strasse davon stehlen ,und verschwinden.“

„Wie ich darauf gekommen bin wollen sie wissen? Nun Lena ist ein kleiner, aber entscheidender Fehler unterlaufen. Sie sagten, und das sah man auch auf den Tatort-Fotos, dass der Großteil der Scheiben der Tür auf der Terrasse lag. Das aber passte nicht zu einem Einbruch, denn wenn Jemand von außen die Scheibe eingeschlagen hätte, müssten die Scherben innen, im Wohnzimmer liegen. Wenn sie außen lagen bedeutet das , die Scheibe wurde von innen eingeschlagen, und das wiederum bewies, das der Einbruch  vorgetäuscht war, woraus sich ergab, das der Mörder aus dem Haushalt kommen musste.

Aber wenn es Lena war, hätte sie diese Inszenierung mit dem Schrei und dem Schuss nicht gebraucht, sondern die machte nur Sinn, wenn der Hausherr ein Alibi brauchte, aber, da dafür zwei Personen benötigt wurden, war klar, sie waren es zusammen.“

„Gut ausgedacht“, meinte Bluhm spöttisch „Aber eins können sie damit trotzdem nicht erklären, nämlich wie die Tatwaffe in Kerstens Auto kommt.“

Über Fenris Gesicht legte sich nun ein breites Grinsen.
„Ich denke doch“, sagte er und beugte sich vor „Sie haben sie dort hinein gelegt. Doch zunächst muss ich ihnen gestehen, dass ich sie Gestern beschwindelt habe. Da betreffende Auto gehört nicht Herrn Kersten, sondern Herrn Alldag.Genau genommen hat Herr Kersten nicht einmal einen Führerschein.“
"Und wieso stand es dann vor Herrn Kerstens Haus?“

„Sehr einfach, weil Herr Alldag es dort hin gestellt hat,auf meine Anweisung hin, und wie geplant haben sie die Gelegenheit wahr genommen, Herrn Kersten die Mordwaffe unter zu schieben, um ihn zu belasten. Sie  können jetzt behaupten, sie haben sie nicht da rein gelegt, doch Herr Alldag hat in dem Wagen noch eine technische Spielerei installiert, nämlich eine kleine Kamera, die er mit einem Aufzeichnungsgerät im Handschuhfach verbunden hatte, und die hat aufgezeichnet, wer die Waffe im Auto versteckt hat. Gleich nachdem die Polizei Heute Morgen fertig war, holte er das Gerät heraus.“

Fenris griff nach unten, und stellte ein kleines Laptop auf den Schreibtisch, dann drehte er   Es so, das alle das Display sehen konnten.

„Wollen wir uns ansehen wer es war?“
Bluhm war in sich zusammen gesunken, und seufzte Lena drehte verzweifelt den Kopf weg.
„Nicht nötig“

„Sie hätten es fast geschafft. Ich wusste sie waren es, aber ich hatte keinen klaren Beweis. Ich musste sie dazu bringen, ihn mir zu liefern. Dafür diese kleine Finte. In ihrem Bemühen, einen Sündenbock zu liefern, schaufelten sie sich ihr eigenes Grab. Herr Kommissar, er gehört ihnen!“…


Ende

Sonntag, 30. Juli 2017

Der Bauer und das Einhorn


Der Hof und die Ländereien lagen am Rande des Waldes. Schon sein Großvater hatte ihn betrieben, sein Vater, und nun führte er ihn fort.Der Betrieb  war nicht sehr groß. Ein Paar Stück Milchvieh, eine Hand voll Hühner und Gänse ,und eine Art Gnadenpension für Pferde und Ponys.

Ferdinand war grade dabei am Weidezaun das Rickelholz zu flicken, als er vom Waldrand her ein Wiehern hörte. Er sah auf, und gewahrte unmittelbar zwischen den Wipfel ein strahlend weißes Pferd mit grauer Mähne. Langsam näherte  er sich dem Tier, das seinerseits langsam auf ihn zu humpelte. Nun war er  bei ihm angekommen. Es ließ sich zutraulich in den arm nehmen, und schnaubte leise. Bis zum hof war es nicht weit, und so führte er es langsam dort hin.

Auf dem hof angekommen, stellte er schnell fest, das an der Flanke verletzt war. Auch das Bein hatte etwas ab bekommen. Auch schien Knochen ausgerenkt zu sein Da er auch Tierheilpraktiker, legte ihm Verbände an, und renkte die Knochen wieder ein. Schnell machte die Genesung Fortschritte, doch ein Problem blieb: Es war nicht fest zu stellen, wem das Tier gehörte.

Es war nun fast eine Woche vergangen, und es war früher Abend, als es an der Tür klingelte. Ferdinand ging hin, und öffnete, um dann erstaunt die Äugen auf zu reißen. Vor ihm stand  eine hoch gewachsene Frau mit hoch stehendem grün gefärbtem  Haar, in einem leuchtend purpurnen Kleid, einer blauen Strumpfhose und goldenen Plateau-Schuhen. Die Veilchenblauen Augen in dem hageren Gesicht blickten neugierig, fast kindlich, der Mund mit violett gefärbten Lippen lächelte breit und freundlich.

„Hallo“, sagte sie mit einer tiefen, melodischen Stimme, und Ferdinand wurde schlagartig klar, dass er eine Dragqueen vor sich hatte, “Ich heiße Tamora, und du hast ihn gefunden?“
„Ihn?“, fragte der Bauer
„Na ja, Flo, meine Hengst“
„Ach dieses weiße Pferd, das ich am Waldrand gefunden habe. Es gehört ihnen?“
.“Ja, es gab einen Kampf mit k. na ja, es gab Schwierigkeiten, dabei wurde er letzt, und lief in blinder angst davon. vielen Dank auch, das sie sich seiner angenommen haben.“
Darf ich ihn jetzt mitnehmen?“
Ähm, selbstverständlich, ich bringe sie zum Stall.“

Und sie gingen hinaus  zu den Stallungen, als bei der Box ankamen, strahlte der weiße Hengst gerade zu, und scharte mit den Hufen
Als er Tamora sah, wieherte r laut vor Freude. und kam ans Gatter.
„Ah Flo, wie schön, das es dir wieder gut geht. Jetzt bring´ich dich nach Hause.“
Und noch ehe Ferdinand etwas sagen konnte, öffnete sie das Gatter, und holte das Tier heraus, das sofort seinen kopf an ihrer Brust rieb.

Tamora drückte dem verdatterten Bauern einen Kuss auf die Wange, und sagte:
„Noch mal .danke ,das du sein leben gerettet, und sich um ihn gekümmert hast.“
Damit nahm sie das Pferd, und ging zum Stall hinaus. Ferdinand folgte ihnen nach draussen.Seelenruhig führte die Dragqueen das Tier zum Hinaus und in Richtung des Waldes.doch was das? Im Licht der langsam untergehenden Sonne sah er deutlich, das sich das Tier verändert hatte. Seine Mähne hatte plötzlich die Farben des Regenbogens, und aus seiner Stirn wuchs ein langes, spitzes Horn.

Die beiden drehten sich noch einmal um. Tamora winkte ihm zu, dann schritten sie wieder dem Wald zu, und waren im nächsten Moment in einem schwirrenden Licht verschwunden.


Sonntag, 9. Juli 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 12

*
Die Kreaturen und ihre Gefangenen hetzten durch den Wald, einem noch unbekannten Ziel zu. Es war Zeit aufzubrechen Dann jedoch, ließ der Anführer den Zug plötzlich stoppen.
Offenbar hatte er einen Zuruf erhalten. Er blickte sich um.
„Was sein?“, schnautzte er seinen Untergebenen an.
„Kinder fehlen. müssen geflohen sein“
„Nehmen drei Mann, und gehen zurück. Suchen Kinder .werden gebraucht!“
Der andere nickte, nahm sich drei Helfer, und ging.
„Glauben nicht, das ihr könnt auch entkommen .Haben auch so noch genug wachen, zu halten euch.“
Und sie zogen weiter.
*
Es war Zeit aufzubrechen. Der Geheimnisvolle im schwarzen Kapuzenumhang machte sich auf den weg. Er hatte das Buch in einer Ledertasche verpackt, und schritt durch die Katakomben. Wenn seine Feinde wüssten, wie nahe er ihnen gewesen war. Nun ja, sie würden es ohnehin bald wissen, doch dann würde es für sie zu spät sein.
Plötzlich erschütterte ihn etwas .er musste sich an einer Felswand festhalten.
Mit verdrehten Augen erstarrte er, dann flüsterte er:
„Ja, sie werden wieder eingefangen. Nichts wird uns jetzt noch aufhalten .Ich mache mich jetzt auf den Weg“
Dann entspannte er sich, betätigte einen geheimen Mechanismus, und schritt durch eine, sich Öffnende Tür…
*
Savinius atmete tief durch. Eine schreckliche Ahnung hatte sich für ihn bestätigt. Es war nicht seine art oder die seines Ordens, sich ein zu mischen, doch nun musste es sein. Er musste heraus finden, ob seine Vermutung zutraf. Wenn der dritte Band des Zyklus von  Mohrar noch existierte, dann war er die einzige Möglichkeit, die Apokalypse aufzuhalten. So machte sich der Abt auf den Weg…
*
Langsam, und recht tief, segelte das fliegende Einhorn über den Wald, berührte öfter Baumkronen, und ratschte an Ästen entlang, immer dem Uhu folgend, bis schließlich eine Lichtung in sicht kam , auf der sie mehrer Wölfe sahen, und mitten zwischen ihnen drei kleine ,menschliche Gestalten.
„Da sind sie!“, rief Lucina „Käpt´n, landen!“
Doch Rotbart befand sich bereits im Landeanflug auf die kleine Lichtung, und bald setzte das fliegende Einhorn auf.

Die Begrüßung war herzlich, dann gingen die Freunde zu den Kindern.
Es war nicht viel von ihnen zu erfahren, über die Absicht der Feinde.
„Die Kinder haben uns, in die sie die anderen schaffen. Ich habe ihnen  Kundschafter nach geschickt.“, sagte Grauwyn
„Vortrefflich“, meinte Lucina „Kapitän Rotbart, bringen sie bitte die drei Kinder zum Kloster der blauen Mönche. Dort sind sie erst einmal sicher. Wir folgen mit den Wölfen der Spur der anderen Kinder, um sie zu befreien.“
*
Die vier Kreaturen schritten den Wald weg zurück, fanden die spur der Flüchtigen, und dann auch die der Wölfe.
„Kommen zu spät“, krächzte der Anführer „werden Chef nicht gefallen. Sie folgten den Spuren von Kindern und Wölfen bis zu einer Lichtung. dort sahen sie ein fliegendes Schiff, und wurden Zeugen, wie die Kinder, die sie suchten, es bestiegen.
„Kinder entkommen“, sagte  der Anführer „Wir zu wenig „

Kein Problem“, sagte eine Stimme hinter ihnen, „Es gibt auch noch andere Wege.“…

Sonntag, 2. Juli 2017

Stadtkater-Breminale-Special

Heute zur Abwechslung mal eine Verlinkung zu einer neuen Version meiner letzten Timmy-Geschichte:

Timmy hebt ab:Breminale-Version