Sonntag, 24. Juni 2018

Storyboard Classics:Mein erster Krimi

Und Finn Hansens erster Fall im Harz.Viel Spass!

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Sonntag, 10. Juni 2018

die Brebolde-Teil 3

Dritter Teil:Zwillinge:

Im Reich der Brebolde

Jo wusste nicht wie ihr geschah. Es dauerte kaum eine Minute, bis sie Unten waren. Sie sah an sich herunter, sah zu den anderen, und erschrak.
„Warum bin ich plötzlich so klein wie ihr.“
„Nichts schlimmes“, beruhigte Umbo ist ein magischer Nebeneffekt. du kommst in unser Reich, und nimmst unsere Größe an. Wenn wir wieder hoch gehen, bekommst du auch deine eigentliche Größe wieder. Tja, willkommen im Reich der Brebolde. Du bist der erste Mensch, der das hier sieht!“  

Jo sah sich um. Das war eine fremde Welt, und doch irgendwie der eigenen nicht unähnlich. sie betrachtete die aus dem  Stein gehauenen Häuser, der Schänke, und den Platz mit der großen Scheibe, und die hier lebenden wesen, die emsig an ihr vorüber schritten, und sie neugierig betrachteten.

„Wir müssen zu Gunnlaug“, meinte Umbo, und sie gingen zum Gemeinschaftsplatz, überquerten ihn, und gingen einem großen Haus zu. Umbo klopfte an die Tür.
Sie öffnete sich, und Gunnlaug kam zum Vorschein.

Erstaunt betrachtete er die Ankömmlinge, und sein Blick blieb an Jo hängen.
„Was tut ihr hier? Ihr solltet doch Oben sein. Und wer ist sie?“
„Ihr Name ist Jo, sie ist ein Mensch, und hilft uns bei unserer Aufgabe. Aber es gibt ein Problem. Hast du schon einmal etwas von einem Alexander Astralus gehört?“

„Astralus, Astralus, ich glaube, den Namen habe ich schon gehört.Äh, kommt rein, Wir sehen in den alten Schriftrollen nach.“
Und er gab den Weg nach Innen frei,  lies sie eintreten, und führte sie in eine art Bibliothek.
An der wand waren mehrere Vorsprünge in den Stein gehauen worden, welche als Regale dienten, auf denen unzählige Pergamentrollen lagen.

Er durchsuchte sie, und förderte schließlich eine ältere zu Tage. Dann blies er den Staub  davon, und entrollte sie .Er setze sich eine art brezelförmige Brille auf die Nase, und begann zu lesen.
„Hmm, ah ja, sagte er „Akhbar Astralus war der Grund dafür, das die Steine versteckt wurden. Offenbar besitzt seine Familie eine eigene Scheibe, die ihnen in Kombination mit den Steinen unbegrenzte Macht verleiht. Alexander dürfte ein Nachfahr jenes Akhbar sein.“

„Und nun ist er unser Konkurrent, und ein gefährlicher dazu.“, meinte Umbo „Aber wir müssen unsere Suche fortsetzen...“
„Warte mal “, sagte Gunnlaug „Vielleicht kann ich euch helfen .Ich habe eine Art Waffe für Euch“

Und er ging zu einem Schränkchen, öffnete es, und holte einen glatten, bläulich leuchtenden Stein daraus hervor, den er Umbo reichte.
„Setze ihn nur im äußersten Notfall ein.“
„Aber wie?“
„Wenn die Zeit reif ist, wirst du es selber heraus finden, und nun geht.“


Sie verließen Gunnlaugs Haus, und gingen zu jenem Punkt zurück, an dem sie hier unten angekommen waren.

„Kark“, sagte Umbo „Mit dem Fund des zweiten Steines ist auch für dich die Mission beendet. du bleibst hier.“
Kark nickte, verabschiedete sich von den Freunden, und entfernte sich.
„Jo, wie war noch der letzte Hinweis?“
In des Kaisers Krone gibt es viele Stein. einer davon wird der richtge sein“
„Wo gibt es in Bremen denn eine Kaiserkrone“
„Hmm, mal überlegen...Ja vor dem Dom stehen Fünf Steinskulpturen. Eine davon stellt Karl den Großen dar, aber während der Domsanierung zwischen 1888 und 1901 wurde der Kopf gegen den von Wilhelm II ausgetauscht .Aber auch der trägt eine Krone.“

„Nun gut, das ist das unser einziger Anhaltspunkt. Dann kommen wir dort raus.Dann wollen wir mal.“
Und sie fuhren hoch.

Die Krone des Kaisers

Ebenso schnell, wie sie unten gewesen waren, standen sie nun vor dem Dom, und dort war auch die Statue. Umbo und Edele schwebten an der Figur empor, und untersuchten die Krone.
Ein Stein an der Dom zugewandten Seite der Figur ließ sich bewegen, und gab ein Fach frei, in dem sich ein kleines Päckchen fand.

„Kommt, wir ziehen uns damit in Dom zurück, wo wir geschützt sind.“, schlug Umbo vor, und sie gingen hinein.
Drinnen wickelten sie das Päckchen aus. Es war der dritte Stein mit dem Zwillingszeichen.
Umbo reichte ihn Edele.
„Bring ihn nach Unten“
„In Ordnung“ Sie verabschiedeten sich, und Sie versank.

Während dessen wickelte Umbo das Papier, in das der Stein eingewickelt war auseinander, und las:
„Weil der Krebs ins Wasser muss, findet sich der vierte Stein am Fluss“

„Am Fluss?“, sinnierte Umbo „Das muss die Weser sein“
„Ja“, meinte Jo „Aber Aufgrund der Zeit, in der die Steine verschwanden, können wir uns auf den Bereich der Schlachte konzentrieren.“
„Nun denn, dann machen wir uns auf“, meinte Umbo
„Ihr geht nirgendwo hin!“, klang peitschend eine scharfe stimme hinter ihnen...


Sonntag, 27. Mai 2018

Storyboard Classics:Als Neptun in Norddeutschland war

Ja doch, Neptun war hier.Ich hab´s damals dokumentiert: 
Neptun hat´s Satt

Eine frische, frühsommerliche Brise weht über die Nordseeküste bei dem Dorf  Bensumersiel. Man bereitet sich auf die Hauptsaison vor, die unmittelbar bevor steht. Am Strand sind bereits die ersten Touristen angekommen, die die vormittägliche Sonne genießen, während auf den benachbarten Salzwiesen friedlich Kühe grasen.

Es ist Ebbe. Das Meer ist trocken gelegt, und man kann bis zum Horizont über das in der Sonne glitzernde Watt sehen.

Nanu, da bewegt sich doch was .Ist schon jemand im Watt unterwegs?
Zwei Gestalten sind es, die da durchs Watt in Richtung Strand kommen. Je näher sie kommen, desto mehr Aufmerksamkeit haben sie. Immer mehr Leute stehen auf und gehen zum Strand .Neugierig blicken sie auf die höchst seltsame Prozession, die ihnen da entgegen kommt.

Jetzt kann man sie gut  erkennen. Es handelt sich um einen älteren Mann  und ein Mädchen. Das wäre erst einmal nicht ungewöhnlich. Das Besondere ist ihr Aussehen. Der Mann hat langes weißes Haar, das grünlich schimmert, und einen ebensolchen, langen, Bart. Tang hängt vereinzelt zwischen den Haaren .auf seinem Kopf sitzt eine goldene Krone, und über die linke Schulter trägt er einen…, ja, einen Dreizack.

Bekleidet ist er mit einem weißen Gewand, das an ein Fischernetz erinnert. Fußbekleidung trägt er keine, aber auf seiner rechten Schulter sitzt ein Hummer.
Das Mädchen ist etwa 16 Jahre alt, hat langes schwarzes Haar, das blaugrün schimmert. sie trägt ein  grünes Kleid .Auch in ihrem Haar ist Tang zu sehen, und eine Muschel, die wie ein Schmuck im Haar sitzt. Auch sie ist barfuss.

Dieses seltsame Paar ist nun am Strand angekommen, und ersteigt das Ufer. Oben bleiben sie kurz stehen, und sehen sich um. Dann erblicken sie einen Mann, der an seiner Brust ein Schild, mit Aufschrift: Tjark Matthiessen, Strandmeister trägt. Mann und  Mädchen nicken sich zu, dann bahnen sie sich den Weg durch die erstaunten Touristen zu jenem Mann, der nicht weniger erstaunt zu sein scheint.

„Verzeihung“, sagt der alte Mann mit tiefer, aber angenehmer Stimme „Können sie mich zu ihrem Anführer bringen?“
Der Strandmeister sieht die Beiden mit offenem Mund verdattert an. Er hätte wohl nicht weniger ungläubig ausgesehen, wenn ihn eine Kuh nach dem Weg gefragt hätte.

„Bitte“, sagt der Alte geduldig,  „Wenn sie ihren Mund genug gelüftet haben, könnten sie dann meine Bitte erfüllen, und uns zu ihrem Anführer bringen?“
„Zu meinem, äh, also zum Bürgermeister?“
„Nun, wenn er sich so nennt ,dann also zum Bürgermeister.“
„Aber so? Ich meine in ihrem Aufzug?“
„Wieso, was ist damit?“

„Na ja, ins Büro des Bürgermeisters geht man in einem Anzug oder etwas ähnlichem.“
„So, nun, ich glaube diesmal geht´s auch so, ich habe etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen.“
„Und wen soll ich ihm melden?“
„Oh.. Neptun, nebst Tochter Bella“, damit weist er auf das Mädchen.
„Und was is mit mir?“, zischt es von seiner Schulter
„Oh ja“, meint der alte Mann lächelnd „und Käpt´n Kidd“
Und er zeigt auf den Hummer auf seiner Schulter.

Der Strandmeister sieht jetzt noch entgeisterter aus „Hat das Ding…“
„Der Hummer“, verbessert Neptun sanft „Ja ,er hat gesprochen. Eigentlich tut er das immer. Sie können ihn jetzt verstehen, weil ich dabei bin, aber wieder zu meiner Bitte…“
Strandmeister Matthiessen  überlegt kurz, dann sagt er: „Kommen sie“
Der Strandmeister führt das seltsame Paar den Strand hinauf ,am kleinen Kutterhafen vorbei ,über den Deich zur Ortschaft. Nur 200m weiter kommen sie zu einem großen, alten Gebäude ,auf dem oben „RATHAUS“ steht.

Sie betreten das Haus, und gehen an staunenden Gemeindebeamten vorbei zum Amtszimmer des Bürgermeisters. Matthiessen klopft an. „Herein“, klingt es von drinnen, und sie treten ein.
Bürgermeister Grams sitzt an seinem Schreibtisch. Er ist ein großer, dicker Mann mit einer Glatze, und einem vollen, Runden Gesicht mit wasserhellen, blauen Augen, und einer großen Knollennase.

Auch er schaut erstaunt auf die merkwürdigen Gäste, die Strandmeister Matthiessen da anbringt.
„Matthiessen, was zum…“
Doch da kommt schon der Alte mit strahlendem Lächeln  auf ihn zu, und reicht ihm die Hand.
„Neptun, mein Name. Ich freue mich sie kennen zu lernen. Ich habe wichtiges mit ihnen zu besprechen, genau genommen möchte ich mich beschweren. Also, wir dürfen keine Zeit verlieren, die Menschheit ist in Gefahr!“, so sprudelte es aus ihm heraus.
„In Gefahr?“, wiederholt Grams.

„Ja ,in Gefahr, wenn das mit der Meeresverschmutzung so weiter geht. Ich möchte mich im Namen der Meersbewohner über die Verschmutzung und Leerfischung der Meere beschweren, und ich wäre ungern gezwungen drastische Maßnahmen gegen die Menschen zu ergreifen. Ich habe es nun gründlich satt!“
„Sie wollen was? Maßnahmen ergreifen?“
„Na ja, immerhin bin ich der Gott der Meere“
„Vielleicht sollten wir das Irrenhaus verständigen“, schaltet sich Matthiessen ein
„Was ist ein Irrenhaus?“, fragt das Mädchen interessiert. Statt einer antwort sagt ihr Vater:
„Hören sie, ich bin weder verrückt, noch ein Hochstapler. Meine Warnung ist ernst und gut gemeint.“

„Hmm... macht der Bürgermeister, aber vielleicht bin ich dann die falsche Instanz. Vielleicht sollten sie dann lieber mit der Kanzlerin reden.“
„Was soll das heißen, haben sie nichts zu sagen?“
„doch schon, aber nur hier im Ort. Wenn es um eine so große Sache geht, dann reichen meine Kompetenzen nicht weit genug“
„Und diese Kanzlerin, ist das ihre Königin?“
„Oh äh, so was in der Art, ja“
„Dann möchte ich zu ihr“
„Ja nur sie sitzt in Berlin, das ist recht weit von hier“
„Und wie komme ich dorthin?“
„Mit dem Zug vielleicht“
„Zug?“
„Ja. Wagen, die auf Schienen fahren“
„Und wo fährt der“
„Vom Bahnhof, etwa 150 Meter die Strasse hinauf.“
„Nun Gut, dann werde ich es versuchen“ er nickt seiner Tochter zu “Komm, wir gehen.“

Als sie draußen sind, sagt der der Strandmeister :
„Glauben sie diesen Unsinn etwa?“
„Nun, eigentlich wollte ich diesen Spinner nur los werden, der kommt sowieso nicht zur Kanzlerin“
„Na hoffentlich irren sie sich da nicht…“
*
Der Bahnhof von Bensumersiel ist ein altes Gebäude aus dem Neunzehnten Jahrhundert. Hier fahren nur noch ein paar Nahverkehrszüge entlang. Neptun und Bella betreten das alte Gebäude und gehen in Richtung Bahnsteig, als sie den Schalter mit der Aufschrift: FAHRKARTEN UND INFORMATION, bemerken. Einer Eingebung folgend, lenkt Neptun seine Schritte dorthin.

„Guten Tag“, begrüßt er den Mann am Schalter, einen schmächtigen Mittfünfziger, „Können sie mir wohl sagen, welchen Zug ich nach Berlin nehmen muss?“
„Berlin?“, fragt der Bedienstete erstaunt, „Äh, von hier aus kommen sie nicht direkt nach Berlin. Sie kommen von hier bis nach Oldenburg, und von da nach Bremen, ja und von Bremen kommen sie dann nach Berlin “

„Ganz schön kompliziert“, meint der Meergott „Ist denn Berlin so unbedeutend , das man nicht direkt von hier hin kommt?“
„Im Gegenteil, wir sind so unbedeutend , das es von Berlin keine Verbindung hierher gibt. Hier fährt nur ein Nahverkehrszug ,und auch der ist der Bahn eigentlich noch zu teuer.“
„Ah so. Nun gut, dann nehmen wir also diesen Nahverkehrszug nach Oldenburg“
„Schön“, sagt der Mann am Schalter, „Das macht dann 6,50€ pro Person“
„Oh Geld? Ja, natürlich“, Neptun beginnt in seinem Gewand zu suchen.
„Auch für Hummer?“, zischt Käpt´n Kidd

„Wie meinen?“ fragt der Schalterbedienstete irritiert „Äh, nein, höchstens für Hunde ,aber für Hummer gibt es keinen Fahrpreis.“ Und zu sich selbst: „Was rede ich denn da  ,der ist doch bestimmt nicht echt“
„Darauf kannst du Gift nehmen, das ich echt bin“, gibt der Krebs auf Neptuns Schulter zurück.

„Oh, ist schon in Ordnung“, meint der alte Mann lächelnd, und holt eine Hand voll Münzen unter seinem Gewand hervor, die er auf den Tresen wirft. „Sie nehmen ja sicher auch Gold-Dublonen. Hab` ich von ein Paar gesunkenen Schiffen.“

Die Augen des Mannes hinter dem Tresen weiten sich, dann sagt er unsicher: „Äh, entschuldigen sie ,aber ich kann hier nur Euro entgegen nehmen. Vielleicht gehen sie erstmal zur Kreissparkasse und tauschen sie, oder verkaufen sie ans Museum.“
„Wo ist denn diese Kreissparkasse?“
„Ähem ,an der Hauptstrasse schräg gegenüber“
„Ah ja“, sagt Neptun lächelnd, und sammelt die Goldmünzen wieder ein „Dann gehe ich mal eben rüber, und komme dann wieder her. bis gleich“
„Äh ja, bis gleich“
„Paps, wir könnten doch sehr viel einfacher hin kommen“, meint Bella, als sie draußen über die Strasse gehen.
„Das mag sein, entgegnet der Meergott, aber ich möchte mich doch der Methoden der Menschen bedienen, so respektiere ich sie. Außerdem kann ich sie so besser kennen lernen.“

In diesem Moment rast ein Auto laut hupend nur zentimeterweit an ihnen Vorbei.
„Uups, hier muss man ja ganz schön aufpassen.“

Sie betreten die Kreissparkasse, die in einem flachen  Gebäude unter gebracht ist. Hier gehen sie zum Schalter. Neptun greift wieder in die Tasche seines Gewandes, und holt einige Goldmünzen hervor, die er auf den Tresen legt.

„Guten Tag, ich habe gehört, sie könnten dies in Euro umtauschen.“
Die junge Frau am Schalter, Anfang dreißig, mit dunklen Haaren und Brille, sieht auf die Münzen, dann betrachtet sie eingehend den alten Mann, der ihr gegenüber steht, und seine Begleiterin, die sich interessiert umschaut.

„Woher haben sie das ?“ ,fragt sie misstrauisch.
„Gefunden, in einigen gesunkenen Schiffen“, gibt Neptun bereitwillig Auskunft.
„Gesunken, wo?“
„Im Meer“
„Das Meer ist groß“
„Da haben sie Recht“
„Sie werden verstehen, das wir bei solchen Wertgegenständen nach der Herkunft fragen müssen. Wegen Hehlerei und so. Wir müssen sicher gehen, das sie die Münzen nicht auf illegalem Weg erworben haben.“

„Ist es bei den Menschen illegal, was immer das heißen mag, etwas im Meer zu finden?“
„Grundsätzlich nicht, nein. Sie können sich ausweisen?“
„Ausweisen?“ 
„Mir bestätigen, wer sie sind.Das muss schon sein, denn es geht hier ja um etwas mehr Geld.“
„Ach so. Nun ja, also hier ist meine Krone“, er zeigt auf seinen Kopf, „und hier ist mein Dreizack. Ich bin Neptun, Gott des Meeres, und offen gesagt ,ich habe es ein wenig eilig ,ich muss nach Berlin, und brauche das Geld für die Zug-Fahrkarte.“
„Äh ja gut, und wie ist ihr richtiger Name?“
„Hab´ ich ihnen doch grade gesagt, ich bin Neptun, und dies ist m eine Tochter Bella, und wir wollen nach Berlin. Wir müssen dringend mit der Kanzlerin sprechen. Es ist sehr wichtig.“

Die Frau am Schalter betrachtet die beiden sinnend, dann nimmt sie Münzen, legt sie in eine viereckige Schale, und sagt:
„Warten sie einen Augenblick ,ich wiege die Münzen eben aus, um zu sehen, wie viel das Gold wert ist.“
Sie lächelt die beiden gezwungen an, und verschwindet nach Hinten. Sie warten zirka fünf Minuten, dann betreten zwei Polizei-Beamten die Sparkasse,  und nehmen die Beiden zwischen sich.
„Ihre Ausweise!“ fordert einer der beiden streng.
„Ausweise?“, sagt Neptun „Wir haben keine Ausweise“
„Dann“, sagt der Beamte „Begleiten sie uns bitte aufs Revier, und machen sie keine Geschichten“
„Mann, seid ihr Menschen kompliziert ,aber wenn sie meinen“
Die Kassiererin kommt hinter dem Tresen hervor, mit einer  durchsichtigen Tüte ,in der sich die Münzen befinden.
„Ach“, fragt der Meergott den Polizisten, „ haben sie eine Dusche auf ihrem Revier?“
„Eine Dusche? Wollen sie duschen?“
„Ich nicht,aber mein Hummer könnte etwas Wasser vertragen“
„Kommen sie“, knurrt der Beamte

*
Im Büro der Polizei-Wache sitzen sie dem Polizei- Kommissar Kremer, einem mittelgroßen, aber kräftigen Mann, Mitte Fünfzig, mit grauem Haarkranz, gegenüber.
„Also“, sagt er kurz angebunden „Ihre Namen, aber die richtigen.“
„Neptun, und Tochter Bella“, antwortet der Gefragte und fügt hinzu:“ nebst Käpt´n Kidd“, als der Hummer die rechte Schere hebt.
„Sie sollten meinen Humor und meine Geduld nicht überstrapazieren“, sagt der Polizei-Chef düster. “Nun gut ,sie Heißen also Neptun. Und wo sind nun diese Goldmünzen her?“ Dabei weist er auf den Beutel mit Dublonen, die auf seinem Schreibtisch liegen.

„Vom Meeresboden, aus einigen versunkenen Schiffen, das hatte ich in der Bank schon gesagt. Wirklich, es wäre nett, wenn wir jetzt gehen könnten. Ich hab ´s  nämlich eilig, Ich muss dringend nach…, wie nennen sie es? Berlin.“
„Ach, müssen sie“, fragt der Kommissar lakonisch „Tja, daraus wird wohl nichts werden. Sie haben diese Münzen nicht zufällig irgendwo mitgehen lassen?“
„Werden denn irgendwo in der Gegend welche vermisst?“
„Werden sie nicht frech. Wir werden das selbstverständlich überprüfen, und solange bleiben sie unsere Gäste.“
Und so landen sie erst einmal in einer U-Haft-Zelle.
*
„Weißt du Paps, ich glaube, wenn ´s so weiter  geht, kommen wir gar nicht nach Berlin. Ich meine, wir können doch nicht warten, bis die fertig überprüft haben.“, sagt Bella, auf der Pritsche sitzend, und mit den Beinen baumelnd.
„Ich fürchte, du hast Recht“, meint ihr Vater, der am Waschbecken steht, und den Hummer badet.

„Wenn der Käpt´n genug Wasser hatte, machen wir, das wir hier raus kommen. Ich hab´ noch genug Dublonen bei mir, da brauchen wir nicht an seinem Schreibtisch vorbei.“
Nach etwa einer Stunde nimmt Neptun den Hummer wieder auf seine Schulter, dann geht er zur Zellentür. Er hebt die rechte Hand, und zeigt mit dem Finger auf das Schloß, das sich augenblicklich öffnet. Die Tür geht auf, und sie verlassen die Zelle.
Ein Polizist kommt ihnen entgegen. Neptun hebt die Hand, und der Beamte erstarrt in der Bewegung.

„In Fünf Minuten kannst du dich wieder bewegen“, sagt Neptun lächelnd.
Sie gehen weiter den Gang entlang.
„Schätze, wir nehmen besser den Hinterausgang“, meint der Meergott, und steuert die Herrentoilette an.
Innen gehen sie auf die gegenüber liegende Wand zu. Neptun hebt die Hand, und vollführt eine seitliche Bewegung. Die Mauer teilt sich, und sie treten hinaus ins Freie. Danach schließt sich die Mauer wieder, und sie treten auf die Strasse.
Neptun nimmt die Krone ab, und kratzt sich am Kopf.
„Wo war noch gleich dieses Museum? …ah ja, dort!“ er zeigt, auf ein schräg gegenüber liegendes Gebäude. „Die kaufen sicher alte Dublonen an.“
*
Der Museumsdirektor ist begeistert.
„Wunderbare Münzen“, schwärmt er „Die sind natürlich einiges wert. Gibt es da, wo sie her kommen noch mehr?“
„Hören sie, ich bin gerne bereit zurück zu kommen, und ihnen zu zeigen, wo die Schiffswracks liegen. Nur habe ich es im Moment ziemlich eilig.“

Wenig später sind sie mit einem Scheck über eine nicht ungeringe Summe in der Bank. Die Angestellte, die sie schon kennen, betrachtet sie misstrauisch, doch muss sie feststellen, das der Scheck in Ordnung ist, und zahlt die Summe aus.
So geht es zum Bahnhof. Auch der wohl bekannte Mann am Schalter ist erst misstrauisch verkauft ihnen aber die Fahrkarte, und so warten sie nun auf den Zug.
*
In der Polizeiwache kehrt Kommissar Kremer gerade zurück, und muss entdecken, dass seine Gefangenen  entkommen sind. Er lässt sich von dem Polizisten, dessen Lähmung nun nachlässt berichten.
„Hab ich´s doch geahnt. Ein klares Schuld- Eingeständnis, und dazu noch ein Angriff auf einen Beamten, wie immer die das gemacht haben. Kommen sie, vielleicht kriegen wir sie noch am Bahnhof!“
Als sie am Bahnhof ankommen, fährt gerade der Zug nach Oldenburg ab. Kremer nimmt sein Handy aus der Tasche, und tätigt einen Anruf in die Zentrale.
„So“, meint er zu dem jungen Beamten „Sie sind zur Fahndung ausgeschrieben, und wir nehmen jetzt den Wagen, und fahren nach Oldenburg. Da müssten wir sie abfangen können.“

Im Zug sitzen Neptun und Bella in ihrem Abteil und blicken sich interessiert um. Sie ahnen noch nicht, dass sie jetzt auf der Fahndungsliste stehen, und ihnen ein hartnäckiger Kommissar auf den Fersen ist….
*

 In Oldenburg haben sie noch etwas Aufenthalt, bis der Anschlusszug nach Bremen fährt. Den nutzt Neptun, um die Herren-Toilette aufzusuchen, und Käpt´n Kidd etwas Wasser zu geben. „Für was man bei den Menschen alles bezahlen muss“, sagt er zu sich selber, als er die Zahlschranke passiert. Bella wartet derweil draußen.
*
Zur selben Zeit, kommt oben Kommissar Kremer mit einigen Polizisten an. Sie durchsuchen den Zug nach Bremen, der auf dem Bahnsteig bereits steht, sowie den Zug von Bensumersiel, doch ohne Erfolg.
„Vier von euch bleiben oben und überwachen den Bahnsteig ,wir suchen unten“, befiehlt der Kommissar, und so geschieht es.
*
„Vielleicht sollten wir uns doch etwas anders anziehen, damit wir nicht so auffallen“, schlägt Bella vor.
Neptun nickt. „Warum nicht? Es kann nicht schaden, wenn wir uns den Menschen etwas besser anpassen.
In einer Boutique in Bahnhofsnähe kleiden sie sich rasch ein. Die Krone und die Gewänder verschwinden in einer Tüte. Neptun trägt nun einen Anzug aus dunkelbraunem Stoff, Bella Jeans und T- Shirt .  Aus dem Dreizack macht der Meergott mit einer Handbewegung einen Knotenstock. Käpt´n Kidd verschwindet erst einmal in einer Jackentasche. So gehen sie zurück zum  Bahnhof.
Als sie den Bahnsteig betreten, kommen sie an zwei Polizisten vorbei, die einen Mann mit Algen behangenem Gewand ,Krone und Dreizack und weißem Vollbart, sowie einem Mädchen im Feengewand aufhalten.
„Verdammt noch mal,“ schreit der Mann „Meine Nichte und ich wollen nur zu einem Kostümfest, einen Kommissar Kremer kenne ich nicht, und von was für Dublonen reden sie?“
„Nette Ausrede“ ,sagt einer der Beamten streng„Geben sie sich keine Mühe. Ihre Reise ist hier zu Ende.“
Neptun und Bella gehen ruhig vorbei, und schauen unauffällig zurück.
„Dz.Dz, Sachen gibt´s“, kommentiert Neptun „Deine Idee mit dem Umkleiden war wirklich nicht schlecht.“
Sie besteigen den Zug nach Bremen, der im Begriff ist los zu fahren.
*
Im Büro der Bahn-Polizei in Oldenburg sitzt Kommissar Kremer missmutig den beiden „Verdächtigen“  gegenüber ,die auf dem Bahnhof verhaftet wurden, um sie zu entlassen.
„Es tut mir wirklich Leid , das sie fälschlicher Weise  festgenommen wurden.“
„Selbstverständlich werden wir ihnen den entstandenen Schaden ersetzen“, fügt der Beamte der Bahnpolizei hinzu.

Nachdem die beiden entlassen worden sind berät man sich.
„Mit Sicherheit sitzen die Beiden jetzt im Zug nach Bremen“, konstatiert Kremer
„Ja“, meint der Bahnpolizist „Aber das ist ein Nahverkehrszug, der hält im Prinzip vor jeder Scheune.“
„Dann müsste man ihn noch einholen können“
„sicher ,wenn es einen außergewöhnlichen Grund gibt, könnte man ihn auch auf offener Strecke halten lassen.“
„Zum Beispiel wegen einer Bombendrohung?“
„Na ,das wäre doch arg übertrieben, aber eine Gefährdung wegen eines technischen Defektes wäre möglich“
„Dann machen wir es so“
*
Die Fahrt im Zug verläuft weitgehend ereignislos. Am Fenster ziehen Häuser, Bauernhöfe, Felder und Wiesen vorbei. Im Abteil sitzen Neptun und Bella eine ältere Frau, die mit Stickereien beschäftigt ist , sowie ein junger Mann gegenüber, der mit einem Tablet hantiert, gegenüber.

Plötzlich wird der Zug langsamer ,und stoppt schließlich vor einem kleinen Bahnhof. Eine Stimme erschallt aus dem Lautsprecher: „Verehrte Fahrgäste: Wegen eines technischen Defektes ,der behoben werden muss, muss der Zug hier leider anhalten. Wir hoffen, das Problem schnell beheben zu können.“

„Na typisch Bahn“, brummt der junge Mann „Das kommt davon, wenn man an der Instandhaltung spart.“
Doch Neptun hat draußen bereits Uniformierte ausgemacht. „Fürchte ,das technische Problem sind wir“, raunt er seiner Tochter zu, die zustimmend nickt.
Sie erheben sich, nicken ihren Reisegefährten lächelnd zu, und verlassen das Abteil. Bis zur Zugtür ist es nicht weit . Dort steht ein Polizist.

„Und nun?“, flüstert Bella ,doch ihr Vater geht unbeirrt auf den Beamten zu, hebt die Hand ,und lässt ihn erstarren, wie schon den Beamten im Gefängnis. Lächelnd tätschelt er ihm die Schulter, Bella zwinkert ihm zu, und sie verlassen den Zug .

Sie betreten das kleine Bahnhofsgebäude, und beobachten aus einer Nische ,wie die Uniformierten schließlich den Zug wieder verlassen, der sich nun wieder in Bewegung setzt. Sie warten, in die Nische gedrängt, bis die Uniformierten abgezogen sind, dann treten sie wieder auf den Bahnsteig .
„Tja“, fragt Bella „Und wie geht es jetzt weiter?“ 
*
 Sie sehen sich im Bahnhofsgebäude um. Da, zur Strasse hin ,befindet sich ein kleines Restaurant. Dorthinein gehen sie, und setzen sich an einen Tisch. Ein Kellner kommt dienstbeflissen herbei, und erkundigt sich nach ihren Wünschen.
Da sich Neptun und Bella mit menschlichen Speisen nicht so auskennen, bestellen sie Wasser und einen Salat. Sie essen ruhig. Hin und wieder lässt der Meergott etwas Wasser in seiner Tasche beim Hummer verschwinden.

Am Nebentisch sitzt ein Junger Mann, vielleicht Mitte Dreißig, bekleidet mit Cordjeans, und einem Baumwollhemd ,das bis an die Ellbogen aufgekrempelt ist. An den Füssen trägt er ausgelatschte Schuhe .Neben sich ,auf dem Tisch hat er eine alte Mütze liegen. Auf der Stuhllehne hinter ihm hängt ein braunes Jackett mit Flicken auf den Ellbogen.
Er hat lockiges ,rotes Harr und grüne Augen. Da runde ,rosige Gesicht ist voller Sommersprossen.

Er beobachtet die beiden interessiert. Schließlich geht er zu ihnen rüber ,und fragt: “Entschuldigung, sie sind nicht von hier oder?“
„Nein, sind wir nicht“, antwortet Neptun lächelnd „Wir sind eben mit dem Zug gekommen.“
„Aber der ist ja jetzt wieder weg. Wollten sie denn hier bleiben?“
„Eigentlich nicht. Wir wollen nach Berlin. Wir haben etwas wichtiges zu erledigen. Wenn wir gegessen haben, werden wir sehen, das wir uns ein Ticket für den nächsten Zug holen.“
„Oh, der kommt vielleicht erst in Drei Stunden, wenn heute noch einer kommt, dieses Nest ist nicht so bedeutend, wissen sie?“

Neptun nickt „Natürlich, das ist uns aufgefallen, das es bei ihnen Orte gibt, die bedeutender sind, und solche, die wenig bedeutend sind.“
„Äh, ja“, meint der der junge Mann „was meinen sie mit >bei ihnen<.“
„Na ja , bei den Menschen, und darf ich fragen …“
„Oh Jan ,äh…Jan Kolle .Ich bin Landwirt hier im Ort, hatte aber vor nach Bremen zu fahren, weil ich da geschäftlich zu tun hab.“
„Sehr interessant“, findet Neptun
„Was ist ein Landwirt?“, fragt Bella interessiert.
„Nun ja“, meint Jan „Ich baue Getreide an, aus dem Brot gemacht wird ,und halte Kühe ,die Milch geben…“
„Sie erzeugen, das ,was die Menschen essen“, wirft Bella altklug ein.
„Genau“
„Sagen sie“, fragt Neptun „sie sagten, sie wollten nach Bremen. wie kommen sie denn dahin?“
„Mit dem Auto, das heißt, wollte ich, aber nun hat das Auto einen Schaden, und ich muss auf einen Mechaniker warten.“

„Was ist denn kaputt?“
„Ach irgendwas mit dem Anlasser“
„Hmm, wenn man es wieder in Ordnung kommt ,würden sie dann zwei Fahrgäste mitnehmen?“
„Drei“, zischt es aus seiner Tasche
„Natürlich drei“
„Drei?“ Jan sieht sich um
„Oh ,nur kleines Selbstgespräch“, sagt Neptun lächelnd.
„Na gut, wenn sie das schaffen, aber ich glaube es nicht.
„Sehen wir mal. Wo steht ihr ,äh, Auto?“
„Auf meinem Hof, 10 Minuten Fußweg von hier entfernt.“
„Dann lassen sie uns gehen.“
Sie erheben sich, zahlen, und verlassen das Restaurant durch den Eingang ,der zur Strasse hin geht. Gerade als sie heraus sind, kommt zur Bahnhofsgewandten Tür Kremer mit zwei Beamten gestürmt.
*
Sie gehen die Landstrasse hinter dem Bahnhof entlang. Bald lassen sie die Häuser hinter sich .Es tauchen Felder und Wiesen auf, deren Halme sich leicht im lauen Sommerwind wiegen.
Nach einiger Zeit taucht rechterseits eine Gruppe alter Gebäude auf, von denen das Hauptgebäude ein altes Fachwerkhaus ist, unter dessen Giebel in altdeutscher Schrift: “Anno 1663“ steht.

Auf dem Hof steht ein Auto, ein älterer Mercedes. Neptun und Bella betrachten ihn interessiert.
„Das ist er“, sagt Jan „Warten sie ,ich öffne mal die Haube.“
Er setzt sich auf den Fahrersitz., und zieht den Hebel, der die Haube öffnet, dann geht er herum, und stemmt die Motorhaube auf.
Neptun sieht eine Weile hinein.

„Hmm ja, versuchen sie mal anzulassen“
Jan geht wieder zum Fahrersitz
„Aber Paps, du verstehst doch nichts von diesen Dingern“, wirft Bella ein.
„Muss ich auch nicht unbedingt“, meint Neptun und zwinkert ihr zu. Dann streckt er einen Zeigefinger aus, aus dem ein dünner blauer Blitz in den Motor schießt ,und als Jan den Anlasser betätigt, springt das Fahrzeug sofort an.
„Wie haben sie das gemacht?“, fragt Jan staunend
„Es hat nur etwas geklemmt“, sagt  Neptun lächelnd . „Können wir jetzt los?“
„Oh äh, natürlich, ich muss nur noch einpaar Papiere holen.
Und fünf Minuten später geht die Fahrt los.
*
Im Bahnhofsrestaurant spricht Kommissar Kremer mit dem Kellner.
„Wir suchen einen älteren Mann und ein Mädchen, sind solche Leute hier gewiesen.“
„Ja“, meint der Bedienstete „Sie sind gerade raus auf die Landstrasse .Sie haben sie ganz knapp verpasst.“

Ohne sich zu bedanken, laufen der Kommissar und die beiden Polizisten zum anderen Eingang hinaus, doch draußen ist niemand zu sehen.
„Sie beiden gehen in Richtung Ortsmitte, ich in die andere“, entscheidet Kremer und wendet sich auf die Landstrasse. Die beiden Beamten gehen in die entgegen gesetzte Richtung.
Nach etwa zehn Minuten taucht Rechts ein Bauernhof auf, aus dessen Einfahrt ein alter, blauer Mercedes gefahren kommt. Als das Fahrzeug an ihm vorbei kommt, sieht der Kommissar auf dem Beifahrersitz einen alten Mann, der ihm zulächelt, im Fond sitzt ein Mädchen. Die Gesuchten!

Wild gestikulierend rennt er hinter dem sich rasch entfernenden Fahrzeug her, doch er holt es nicht ein.
Japsend bleibt er stehen , schüttelt die Faust hinterher und ruft keuchend: “Denkt nur nicht ,das ihr entkommen seid. Ich kriege euch doch!“…
*
Der Mercedes fährt über die Landstrasse hin. Nach ein Paar Kilometern biegt Jan auf die Autobahn nach Bremen.
„Sie haben mir ihren Namen noch nicht gesagt,“ wendet er sich an seine Passagiere.
„Oh Entschuldigung, Ich heiße Neptun, und dies ist meine Tochter Bella.“
Jan sieht seinen Beifahrer kurz von der Seite an. Mit einem Blick, der verrät, das er sich gerade fragt, ob er es nicht besser gewesen wäre ,allein zu fahren,. als mit einem Verrückten, doch der der Blick des Alten ist so fest, aber gleichzeitig so wohlwollend, das er die Besorgnis ablegt.

Dennoch fragt er:
„Neptun? Ist doch n´ Künstlername oder?“
Neptun sieht ihn überrascht an.
„Künstlername? Nein, ich heiße wirklich so , schon seit ein Paar Jahrtausenden.“
„Äh ja. Und sie haben in Berlin was zu erledigen?“
„Ich muss zur Kanzlerin, die Meeresverschmutzung, und das Leer fischen stoppen. Sie muss verstehen, das man so mit seiner Natur nicht umgehen kann.“
„Da haben sie sich aber was vorgenommen.“
„Ja, aber es muss sein. Ich habe es zu lange schleifen lassen und im letzten Jahrhundert war es besonders schlimm. Die menschliche Arroganz bringt ihre Spezies und nicht nur sie an den Rand des Untergangs. Darum muss ich nun etwas unternehmen.“
„Ach steht es schon so schlimm?“
„Leider ja, darum bin ich aus dem Meer gekommen.“

Sie fahren weiter über die Autobahn, und eine gute Stunde später sind sie in Bremen angekommen. Neptun und Bella verabschieden sich von Jan, und sehen sich um. Jan hat sie in der Nähe des Hauptbahnhofes abgesetzt. Sie gehen zum Bahnhof, und ins Reisezentrum, um sich nach der schnellsten Möglichkeit nach Berlin zu erkundigen.

Mehr durch Zufall sieht er auf einem Monitor ein Phantombild von sich und Bella. Um nicht erkannt zu werden, sieht er den Schalterbeamten nicht direkt an. Schnell haben sie ihr Ticket, gekauft von dem Geld aus dem Verkauf der Dublonen ans Museum von Bensumersiel. Sie müssen einen Umweg über Hamburg nehmen.

Auf dem Bahnsteig beobachten sie die vielen Menschen, da sind auch Polizisten zu sehen, die aufmerksam die Bahnsteige absuchen. Neptun sieht, das er und seine Tochter von Werbetafeln und ähnlichem verdeckt sind, damit sie nicht gesehen werden.
Sie gehen immer wieder zu entgegen gesetzten Ende des Bahnsteiges , so das sie immer weit von den Beamten entfernt sind.
So geht es einige Zeit lang, während auf der Anzeigetafel die Verspätung des Zuges angezeigt wird.

Neptun und Bella wollen sich gerade auf eine Bank setzen, als sich eine Hand schwer auf seine Schulter legt. Ein finster aussehender uniformierter sagt streng:
„Bahnpolizei. Kommen sie doch bitte mal mit.“
„Warum bitte?“
„Das werden sie in unserem Büro erfahren.“
Um nicht weiter Aufsehen zu erregen, gehen sie mit.
Im Büro der Bahnhofspolizei sitzen sie dem Beamten gegenüber ,den sie nun besser sehen können. Er ist groß und kräftig, hat braunes ,kurzes Haar und stechende graue Augen,
und ein kantiges Gesicht.

„Also nun“, fragt Neptun, „warum sind wir hier?“
„Waren sie vor kurzem in Bensumersiel?“, fragt der Beamte
„Bensumersiel? Also an der Küste war ich unlängst, wie der Ort hieß, an dem ich war, kann ich allerdings nicht sagen. Ich bin ja erst kurz in der Welt der Menschen, da kenn ich mich noch nicht ganz so aus. Immerhin hab´ ich das mit dem Geld schon gelernt.“

Man merkt es dem Bahnpolizisten an, das er sich fragt, ob er den Psychiatrischen Dienst holen, oder sein Gegenüber in die Ausnüchterungszelle sperren sollte. Allerdings scheint der alte Mann zu glauben, was er sagt.

„Ein älterer Mann und ein Mädchen werden dort gesucht, weil sie wohl illegal erworbene Goldmünzen verkaufen wollten und aus dem Gefängnis entwichen sind.“
„So“ meint der Meergott scheinbar erstaunt. “Und sie meinen, das könnten wir gewesen sein?“
„In Kürze wird ein Kommissar Kremer hier eintreffen, dann werden wir mehr wissen. Einstweilig machen sie es sich in unserer Zelle Bequem, Meyer!“

Ein anderer, jüngerer Beamter kommt herbei, und führt die Beiden zu einer Zelle. Als sie drin sind, bückt sich Neptun und sagt:
„Nanu, gehört das hier rein?“
Der Beamte kommt mit in die Zelle, ,um nach der Stelle zu sehen, nach der Neptun sich gebückt hat. Er gibt seiner Tochter ein Zeichen, und langsam verlassen sie rückwärts die Zelle
Sie schlagen  hinter dem verdutzen Bahnpolizisten die  zu, und Neptun dreht den Schlüssel um.

„Hey,“ ruft der Beamte
„Nichts für ungut“, meint Neptun „aber wir haben ´s leider eilig .“
Sie gehen zum Ausgang .Die Tür öffnet sich und herein kommt - Kommissar Kremer. Gerade noch gelingt es Neptun und Bella sich abzuwenden, so das er sie nicht erkennt. Er eilt an ihnen vorbei, und kaum ist er weg, verlassen die Zwei das Polizeirevier in Richtung  Bahnhof.

„Unser Zug dürfte schon abgefahren sein. Da müssen wir uns etwas anderes überlegen. Im Bahnhof laufen viel Uniformierte .Sie senken den Blick und laufen zum anderen Ausgang, der in die Innenstadt führt. Fürs Erste sind sie in Bremen gestrandet…
*
Sie treten hinaus auf den Bahnhofsvorplatz, und gehen in Richtung Innenstadt. Die Bahnhofstrasse  hinunter, dann rechts ab, an den Wall- Anlagen vorbei, bis zur Sögestraße, wo sie die Bronze-Schweine und ihren Hirten interessiert betrachten, bevor sie weiter gehen, Richtung Domshof, den sie überqueren bis zum Marktplatz.

Hier setzen sie sich erst einmal auf die Terasse eines Cafes. Während sie auf Kaffee und Kakao warten, beobachten sie das Treiben auf dem Marktplatz.
„Hast du ne´ Idee, wie wir weiter kommen?“, fragt Bella. 
„Nicht wirklich“, antwortet Neptun
„Wohin wollen sie denn?“, fragt eine Stimme
Sie sehen auf .die Kellnerin steht vor ihnen, mit den bestellten Getränken, und lächelt.
„Äh, nach Berlin“, sagt Neptun

„Ja, wenn´s mit Zug nicht geht, fahren auch Busse vom ZOB am Breitenweg.“
„Ah ja, und wo ist das?“
„Neben dem Hauptbahnhof, unter der Hochstrasse“
„Na, dann werden wir das schon finden, vielen Dank“
„Paps, da“, sagt Bella, und weist vorsichtig in Richtung Rathaus. Neptun räuspert sich, nimmt die Karte und hält sie sich vor´s Gesicht. Bella senkt das Gesicht, bis die Beamten vorbei sind. Unauffällig legt Neptun einen Geldschein auf den Tisch, und sie erheben sich und gehen davon.

Ohne weiter Zwischenfälle gelingt es ihnen zum Hauptbahnhof zu kommen.
„So wo wie das noch? Neben dem Bahnhof, unter der Hochstrasse, ah da“
Sie überqueren den Breitenweg, biegen links ab, und gehen zum ZOB. Es dauert eine gute Stunde ,bis ein Grün-Orange farbener Bus kommt und an der Haltestelle hält. sie lösen beim Fahre ein Ticket, und  suchen sich eine Sitzplatz weiter hinten. Als der Bus los fährt, sehen sie Kommissar Kremer den Breitenweg entlang gehen. Als der Beamte zum Bus aufschaut, kann es sich Neptun nicht verkneifen, ihm zuzuwinken.
*
Die Fahrt verläuft zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Draußen wechseln sich Felder und Wiesen mit Industrieanlagen und Ortschaften ab. Besonders interessiert sieht sich Neptun die großen Windmühlen an, die immer mal wieder an der Autobahn auftauchen.
Innen haben sich viele Passagiere die Sitze  zu behelfsmäßigen Betten umgebaut , und schlafen.

In Hamburg gibt es einen Zwischenstopp. Als sie wieder losfahren, kommen ihnen zwei Polizei-Fahrzeuge entgegen. In einem sitzt Kommissar Kremer.
Wieder geht es auf die Autobahn. Die Fahrt verläuft ruhig ,und schließlich kommen sie am zentralen Omnibus-Bahnhof in Berlin an.

Am Informationsschalter fragt der Meergott unbedarft: “
wo finden wir hier die Kanzlerin?“
„Äh, wohl im Reichstag“, meint der Mann am Schalter, und gibt eine S-Bahn- Verbindung an.
Sie gehen also zum S-Bahnhof. In jenem Moment, als sie unten bei der S-Bahn ankommen, fahren zwei Polizei-Fahrzeuge am S-Bahnhof vor. Kremer hat sie mal wieder knapp verpasst.
Der Ticket- Automat macht ein wenig Schwierigkeiten. Mit etwas Hilfe von Passanten, gelingt es Neptun und Bella doch ein Ticket zu ziehen.

Als sie beim Brandenburger Tor aus der S-Bahn steigen, folgen sie  nach nochmaligem Einholen einer Auskunft den Wegweisern zum Reichstag ,und zum Kanzleramt. Dort angekommen, müssen sie feststellen, das die Kanzlerin gar nicht da ist.
„Sie ist in Bremerhaven. Dort soll sie auf einer Meeresschutz-Konferenz sprechen“ 
„Also wieder zurück an die Küste“, sagt Bella
„Oh, wäre das schön“, zischt es aus Neptuns Tasche
„Ach“, sagt Neptun. “ Dich hätte ich ja fast vergessen“ 
Er sieht sich kurz um, geht dann zur Spree , wo er den Hummer aus der Tasche nimmt und hin hinein hält.
„Aber heute kommen wir wohl nicht weg“, meint Bella, sieht nach Oben auf die Strasse, und sagt: Oh ,oh“
Zwei Polizisten ,nebst Kremer haben sie gesehen, und kommen auf sie zu…
*
„Oh je“, meint Neptun „die haben noch gefehlt.“
Er sieht sich am Ufer um. Von Beiden Seiten kommen Polizisten auf sie zu, auch von der Strasse herunter.
„Tja“, meint Bella „Da gibt´s wohl nur einen Ausweg“ sie weist mit dem Kopf aufs Wasser .
Neptun nickt ,greift in die Innentasche seines Jacketts, holt das Geldbündel heraus, und steckt es in die Hosentasche .Käpt´n Kidd krabbelt auf seine Schulter So gehen sie beide ins Wasser ,und ihre Unterkörper verwandeln sich in schuppige Fischleiber. Mit einem Satz tauchen beide unter.

„Halt, lasst sie nicht entkommen“, ruft Kremer. doch die Beiden sind weg. Fieberhaft wird der Teil des Flusses abgesucht, doch man findet sie nicht.
Etwa fünfhundert Meter flussaufwärts tauchen die gesuchten wieder auf. Sie steigen aus dem Fluss ,und die Fischleiber verwandeln sich wieder in Beine. Neptun holt das unversehrte Geldbündel wieder aus der Hosentasche, und steckt es wieder ins Jackett. Den Hummer wieder in die Seitentasche. So gehen sie, die Blicke einiger erstaunter Passanten ignorierend, auf die Strasse, nehmen einen Bus und fahren in Richtung Innenstadt.
In der Nähe des Hauptbahnhofes steigen sie aus, und sehen sich um.

„Wie kommen wir jetzt nach Bremerhaven? Ein direkter Zug fährt wohl nicht“, sinniert Neptun, da reißt ihn eine stimme aus seinen Gedanken.
„Neptun, Bella, was für eine Überraschung!“
Sie sehen sich um. Da steht Jan Kolle und strahlt.

„Sie hier in Berlin?“, fragt Neptun, und reicht ihm lächelnd die Hand.
„Ja , hat sich unerwartet so ergeben. Und was sagt die Kanzlerin?“
„Haben sie nicht angetroffen, sie ist in Bremerhaven bei einer Meeresschutzkonferenz. Sie wollen nicht zufällig wieder Richtung Küste fahren?“
„Offen gesagt doch, und ich habe jetzt viel Zeit. Soll ich sie nach Bremerhaven bringen?“
„Oh liebend gern“

Sie gehen zu seinem Auto, und sind bald darauf unterwegs .
Auf der Fahrt gibt es keine besonderen Vorkommnisse .man erzählt sich gegenseitig die bisherigen Erlebnisse. Schließlich, gegen Abend kommt man in Bremerhaven an. Auf eine Erkundigung hin findet man heraus , das die Meeresschutzkonferenz im Atlantic -City Sail-Hotel statt findet. Sie fahren hin, und checken ein, in dem Neptun Einladungskarten für alle Drei hervor zaubert.

Nachdem sie sich auf dem Zimmer frisch gemacht haben gehen sie zum Abendessen nach unten. Käpt´n Kidd sitzt wieder auf Neptuns Schulter.
Sie kommen ans Buffet mit Salaten, Fleisch ,Wurste ,Fisch und Meeresfrüchte.
Plötzlich hört Neptun ein Schluchzen von seiner Schulter. Er schaut hin.

„Na mein alter, was gibt´s denn?“
Schluchzend weist Käpt´n Kidd auf seine appetitlich angerichteten Artgenossen im Buffet.
„Oh“ der Meergott nickt mitfühlend. „Du hast Recht. Mein Beileid.“
In diesem Moment tritt ein Kellner an ihn heran.
„Äh, mein Herr, auf ihrer Schulter…“
„Ja?“
„Da sitzt ,äh…ein Hummer“
„In der Tat“, nickt Neptun
„Soll ich ihn mit in die Küche nehmen , damit er zubereitet wird?“

„Wage es !“, zischt Käpt´n Kidd, und hebt drohend die Scheren „Und du servierst in Zukunft mit drei Fingern weniger!“
„Oh, äh, nein, nein, lassen sie ruhig“, sagt Neptun beschwichtigend.
„Ach ,sie wollen ihn lieber roh?“
„Ich will ihn gar nicht essen. Man isst nämlich keine Freunde“

Etwas verdattert geht der Kellner von dannen.
Nach dem Essen gehen sie kurz nach draußen ,um frische Luft zu schnappen. Sie stehe am Ufer ,und blicken auf die Wesermündung, hinter der das Meer beginnt.
„Ich muss Morgen weise Worte finden, wenn ich sie überzeugen will“, grübelt Neptun

Inzwischen hat Kremer heraus gefunden, das Neptun im Kanzleramt war, und wo er nun hin will. Mit ein Paar Beamten macht er sich auf den Weg nach Bremerhaven…

*
Am nächsten Morgen sitzen Neptun, Jan und Bella beim Frühstück. Käpt´n Kidd hat der Meergott vorsichtshalber Oben in der Badewanne gelassen.
„Haben sie sich überlegt, was sie sagen wollen?“, fragt Jan
„Sicher, so in etwa schon, aber ich rede lieber aus dem Bauch heraus.“
„Wie wollen sie es eigentlich schaffen da rein zu kommen und zu reden?“
Neptun lächelt.
„Oh, da machen sie sich keine Sorge“

Sie verlassen das Restaurant und gehen in Richtung Kongress-Saal. Vorher geht Neptun noch nach oben ins Zimmer und holt Käpt´n Kidd, den er sich in die Tasche steckt, und greift sich seinen Gehstock. Die Konferenz soll um 9:00 Uhr beginnen. Während dessen erreichen ein ziemlich erschöpfter Kommissar Kremer und einige Polizei-Beamte das Hotel, betreten das Foyer, und gehen zur Rezeption.

„Entschuldigung“, spricht der Kommissar die junge Dame an. „Haben hier in letzter Zeit ein alter und ein junger Mann, sowie ein Mädchen eingecheckt?“
„Ja ,gestern Abend. Ein Meeresforscher samt Tochter und Assistent.“
„Wissen sie, wo sie sind.“
„Möglicher Weise beim Frühstück oder schon im Saal. Die Konferenz beginnt ja um Neun“
Der Kommissar bedankt sich und geht mit den Beamten zunächst zum Speisesaal.

Inzwischen kommen Neptun, Jan und Bella beim Kongress-Saal an. Davor steht ein Portier.
„Guten Morgen. Wer sind sie?“
„Professor Neptun, Meeresforscher, mit Assistent Kolle und Tochter“ dabei holt er die Karten hervor.
Der Portier geht seine Liste durch „Hmm, ich finde sie nicht“
„Sehen sie noch mal genau nach.“, entgegnet Neptun liebenswürdig, dabei richtet er verstohlen den Zeigefinger auf die Liste, aus dem  ein kleiner blauer Blitz ins Papier fährt.
„Ah ja, da sind sie!“, ruft der Portier aus. Wie konnte ich das übersehen?“
„Ach, das passiert manchmal. “ sagt der Meergott gutmütig, und betritt mit seinen Begleitern den Saal.

Es sind bereits viele Leute dort. Sie suchen sich einen Platz und setzen sich. Draußen kommt Kremer nach ergebnisloser Suche im Speisesaal wieder im Foyer an.
„Zum Kongress-Saal“, befiehlt er kurzer Hand.
Drinnen hat die Konferenz begonnen. Gerade spricht die Kanzlerin. Neptun hört den Reden von Wissenschaftlern, Politikern, Wirtschaftsvertretern und Vertretern der Umweltschutz-Verbände interessiert zu.

„Es scheint guter Wille da zu sein, aber sie begreifen offenbar das eigentliche Problem nicht“, sagt er zu sich.

Schließlich ist es soweit: Neptun geht auf die Bühne und zum Rednerpult. Gleichzeitig langt Kremer beim Saal an.
„Entschuldigung, da läuft eine Konferenz, da können sie jetzt nicht rein.“ Sagt der Portier.
„Polizei“, raunzt der Kommissar. Widerwillig öffnet der Portier die Tür. Zwei bleiben draußen, und bewachen die Tür“, kommandiert Kremer, und betritt mit den restlichen Beamten den Saal.

Hier steht Neptun am Rednerpult, blickt auf die Leute unter sich und beginnt:
„Meine Damen und Herren, Frau Kanzlerin, liebe Menschen.
Mein Name ist Neptun, und zwar DER Neptun.“ Damit verwandelt er sich. Der Anzug verschwindet, und Vorschein kommt sein grünlich schimmerndes Gewand, Käpt´n Kidd sitzt wieder auf seiner Schulter, er trägt eine Krone, der Gehstock in seiner Hand, verwandelt sich in seinen Dreizack. Er wirkt nun nicht mehr, wie ein unbedarfter alter Mann, sondern macht einen Respekt einflößenden, majestätischen  Eindruck. Er lässt den Dreizack leicht auf den Boden auftreffen, und der ganze Saal erzittert in einem leichten Beben.
Lautes Tuscheln erfüllt den Raum, dann ist es wieder still. Alle starren auf die Erscheinung am Rednerpult.

„Ich hoffe, das reicht, um sie zu überzeugen, denn wir haben wichtiges zu tun.
Nun denn, ich bin aus meinem Reich zu ihnen gekommen, weil es, wie man bei ihnen sagt, schon Fünf nach Zwölf ist. Zu lange habe ich mit angesehen, wie der Mensch die Meere verschmutzt und Raubbau an ihnen getrieben hat. Wie er seinen Müll in ihnen ablädt, sie aus Profitgier  mit Riesenflotten leer fischt, sie mit Waffen, Öl und anderen Stoffen verseucht und wertvolle Lebensräume zerstört.

Ihr wirklich bemerkenswerter technologischer Fortschritt hat die Menschheit hochmütig werden lassen. Sie haben die Geschwindigkeit erfunden, doch innerlich sind sie stehen geblieben. Wie kann es sein, das Heute oft mehr Einfallsreichtum aufgewendet wird, um Arten des Tötens zu erfinden, als dazu, Leben und  Schöpfung zu erhalten?

Sicher, sie haben hier das Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer, das ich sehr begrüße, aber gleichzeitig exportieren sie mit Waffen Krieg und Tod in andere Regionen, und zerstören woanders Meere und Natur im Interesse ihrer Konzerne, weil im Zweifel kurzsichtige Interessen nach immer höhern Renditen in immer kürzerer Zeit, über die Interessen der Menschen und nicht zuletzt die der Natur gestellt werden.

Natürlich hätte ich als Gott der Meere die Mittel, die Menschheit von der Erde zu tilgen, doch dann hätte ich mir sicher nicht die Mühe gemacht hierher zu kommen. Ich glaube, dass die Menschheit es wert ist zu überleben, und davon abgesehen hätte ich es gar nicht nötig, denn, wenn sie so weiter machen, werden sie sich letztendlich selbst vernichten.

Sie, liebe Menschen, begreifen einen entscheidenden Punkt nicht .Auch sie sind nur Teil der Natur, und nehmen sich darum mit deren Zerstörung zunehmend selbst die Lebensgrundlage. Denken sie daran. Die Natur, wie auch das Meer braucht sie nicht, aber sie brauchen die Natur und das Meer. In diesem Sinne, und in ihrem Interesse meine wirklich wohlwollend gemeinte Aufforderung: Denken sie um!“  

Neptun verlässt die Bühne und tosender Applaus brandet auf, der sich zu stehenden Ovationen auswächst. Ein Blitzlicht-Gewitter geht auf ihn nieder, aber er beachtet die Kameras nicht. Er setzt sich zu Bella und Jan.

Kremer steht an der Tür und blickt sich verstohlen um. Wenn er den Alten jetzt verhaftet, wird es ihn wohl den Job kosten. Die Anklage wird sich wohl jetzt nicht aufrecht erhalten lassen. Er bedeutet den Beamten ihm zu folgen und verlässt den Saal.
„Der Einsatz ist abgeblasen“, stößt er mühsam hervor, und sie verlassen das Hotel.

Drinnen fasst man nach kurzer Diskussion eine Resolution, eine Absichtserklärung, sich verstärkt für den Meeresschutz einsetzen zu wollen, und dafür bei den anderen Staaten zu werben, denn nationale Alleingänge bei gesetzlichen Regelungen gehen doch nicht.

Sie bleiben noch eine Nacht. Früh am nächsten morgen gehen sie zum Meer überqueren den Deich und bleiben am Ufer stehen. Es ist Ebbe. Das Meer hat sich zurück gezogen, und glitzernd liegt das Watt in der Morgensonne. Etwas weiter kann man durch die Fahrrinne die dicken Pötte in die Wesermündung einfahren sehen.

Neptun, Jan, und Bella sehen auf das schier endlose Watt.
„Glauben sie, dass sie erfolgreich waren?“, fragt Jan
„Nun“, meint der Meergott „Ich habe nicht so viel mehr als eine solche Resolution erwartet. Aber ich glaube schon, das ich ihnen eine Saat ins Herz pflanzen konnte.Ich habe, glaube ich die Menschen erreicht, und wenn nun langsam ein Umdenken beginnt, war ich erfolgreich, aber das wird die Zukunft zeigen. Im Grunde genommen ist die Menschheit noch eine sehr junge Spezies, quasi noch im Flegelalter, und nun entwickelt sie sich hoffentlich weiter und wird erwachsen.“

Er reicht Jan die Hand
„und bei ihnen, denke ich, ist die Saat bereits aufgegangen. Vielen Dank für ihre Hilfe. Leben sie wohl“
„Sie kommen nicht wieder?“
Neptun lächelt.
„Vielleicht, aber wohl erst zu einer Zeit, wo es sie nicht mehr gibt.Doch eventuell lerne ich dann ihre Nachkommen kennen. ansonsten, werde ich die Menschen sowieso im Auge behalten.“
Sie reichen sich noch einmal die Hände, Bella umarmt Jan
„Mach´s  gut“
Käpt´n Kidd schließlich, winkt zum Abschied mit der rechten Schere. Dann wenden sich Neptun und Bella um, und gehen ins Watt. Gemütlich, wie sie gekommen sind, gehen sie auch. Einmal noch wenden sie um, und winken dem jungen Mann, der mit zugeschnürter Kehle am Ufer zurück bleibt. Immer kleiner werden sie bis sie schließlich das Watt und der Horizont verschlucken.

ENDE

Montag, 21. Mai 2018

Storyboard Classics-Ein Privatdetektiv und eine gestohlene Robbe- Fenris kommt auf den Seehund

Vielleicht mein schönster Krimi ohne Mord, und der wohl ungewöhnlichste für meinen Schwergewichtigen Privatdetektiv...



1.
Zu den ungewöhnlichsten Fällen, die wir so bearbeitet haben, zählt sicher der Heuler-Fall. Bemerkenswert ist er vor allem, weil es ein Doppel-Fall war.
 Aber von Anfang an, und seinen Anfang nahm dieser Fall an einem Vormittag im Frühsommer ,Ende Juni, an dem wir , wie so oft im Büro saßen, beschäftigt mit jenem Papierkrieg, den so eine Detektei nun mal mit sich bringt.

Wir waren wohl schon seit einer Stunde beschäftigt mit Berichten und Formularen, als es an der Tür Klingelte. Ich wollte mich nach Fertigstellung des letzten Absatzes, grade erheben, um zu öffnen da streckte Frederike Brahms, unsere Haushälterin schon ihr pausbackiges Gesicht zur Türe rein, und sagte:
„Entschuldigung, draußen sind zwei mögliche Klienten.“
Fenris, eigentlich Tjark Fenrissen, , 45 Jahre alt, groß, dick, mit vollem blonden Haar, einem rundlichen Gesicht mit Knollennase und einer runden Brille , sah auf, schob die Papiere vor sich zur Seite, und sagte:
„Nun, eigentlich sind wir beschäftigt, aber führen sie sie herein. Etwas Abwechslung von dieser notwendigen, aber überaus stumpfsinnigen Tätigkeit kann wohl nicht schaden.“
Frederike nickte, und ging, um die Besucher zu holen, die wenig später in den Sesseln vor Fenris´ Schreibtisch saßen.

Es handelte sich um einen Mann um die Vierzig, und eine Frau Mitte Zwanzig, die mir durchaus gefiel. Hübsch, Blond, wohl proportioniert, mit einem netten, spitzbübisch wirkenden Gesicht mit Sommersprossen, in einem schlichten T- Shirt und Jeans.
Er war schlaksig, etwa 1,80, mit schütterem, braunem Haar, hoher Stirn, und nicht unsympathischen, aber nichts sagendem Allerweltsgesicht.

Sie stellten sich vor, als Tim Beckelsen, Tierarzt und Stellvertretender Leiter der Seehund –Station von Frersum, sowie Insa Kempe, Tierpflegerin in derselben.
Die Seehund-Station war uns natürlich bekannt. Sie war im vorigen Jahr eingeweiht worden.
„Schön“, meinte Fenris, „und was kann ich nun für sie tun?“
„Wir möchten sie engagieren, unseren gestohlenen Seehund wieder zu finden“, eröffnete Beckelsen.

„Einen Seehund?“, fragte Fenris mit einer Mischung aus Entgeisterung und Mißmutigkeit.
„Ja, wir glauben, er ist entführt worden“, schaltete sich Insa Kempe ein.
„Darf ich fragen, was sie zu dieser Vermutung führt?“
„Nun, letzte Nacht ist in unserer Station eingebrochen worden. Das Schloß am Tor wurde aufgebrochen, und Hein, so heißt das Tier, war verschwunden, und mit ihm ein Eimer Fische.“
„Fische“
„Ja, damit füttern wir sie.“
„Haben sie die Polizei eingeschaltet?“
„Ja, da kommen wir gerade her. Herr Kommissar Stieler hat zwar eine Anzeige aufgenommen, sie haben wohl auch jemand zur Spurensicherung geschickt aber er hat uns Sie empfohlen, weil die Polizei momentan beschäftigt ist mit diesem Juwelenraub.“
„Ach ja sicher, dieser Einbruch beim Juwelier Stöver, natürlich“

Es war leicht zu sehen, das mein Boss sich lieber mit gestohlenen Juwelen befasst hätte, als mit einem gestohlenen Seehund.
„Ist außer dem  Seehund und den Fischen noch etwas gestohlen worden?“
„Nein, „sagte Beckelsen „Das ist ja das seltsame .Unser Büro hat der Einbrecher gar nicht angerührt. Er ist nur beim Seehund-Becken gewesen. Es  ist so, als er ob er nur darum da war.“
„Gut, wann hat der letzte von ihnen gestern das Gelände verlassen?“
„Gegen Neunzehn Uhr, das war ich selber“, sagte Beckelsen.
„Und wann war der erste Heute morgen da?“
„Um Sechs, das war ich. mir ist es auch als erstes aufgefallen“, meldete sich Insa „Ich habe dann die Polizei und Herrn Beckelsen angerufen. Die waren auch da, und danach waren wir beim Kommissar, der uns zu ihnen geschickt hat.“
„Gut denn. Nun Jan, was halten sie von einem kleinen Ausflug zur Seehund-Station?“
„Da halte ich viel von, “ sagte ich.
„Schön, dann machen wir uns auf den Weg, um uns den Tatort anzusehen. Meine Dame, mein Herr, sie haben uns gerade engagiert.“
„Ähm, was das Honorar angeht, wir sind ein Verein, und nicht gerade Reich,aber Herr Kommissar Stieler meinte , die Polizei würde sich auch…“
„Mit der Honorar-Forderung warten wir, bis der Fall gelöst ist. Ich bin dafür, erstmal für mein Geld etwas zu tun.“

Die Seehund-Station lag am nord-östlichen Ortsrand von Frersum, direkt am Deich. Sie bestand aus zwei Gebäuden, von denen sich im einen Verwaltung und Sozialräume , im anderen Komplex ein Lager und die tierärztliche Quarantäne –Station befand , wo sich  in einer Halle zwei Becken befanden, die von einer Plexiglas-Wand getrennt waren. Daneben, befand sich ein großes Areal im freien, das drei sternförmig angeordnete Becken enthielt. Hier schwammen einige robben im Wasser, die uns aus großen Augen neugierig ansahen. Eine Pflegerin mit brünettem, lockerem Haar tat hier gerade Dienst, und wurde uns als Stina Rake vorgestellt.

„Ja“, meinte Insa „Hier halten wir unsere Schützlinge. Die Quarantäne- Station ist das Reich von Tim, also Herrn Beckelsen. Hier kommen für ein bis zwei Tage die Neuankömmlinge hin, bis wir sicher sind, das sie keine Krankheiten haben, die sie nach draußen tragen können, und eben kranke Tiere. Darum gibt es dort zwei Becken.“
 Durch die Scheibe konnten wir im Becken zwei kleine Seehunde sehen.
„Und die Beiden, sind das Neuankömmlinge?“, fragte ich
„Ja, der eine der Beiden kam Vorgestern, und kommt bald nach draußen, der andere kam Gestern Nachmittag. Ich war dabei. Ich hatte grade Feierabend gemacht, und wollte das Gelände verlassen, da kam mir Tim mit einer Transportkiste entgegen. Normaler weise schaue ich mir die kleinen ja noch an, aber diesmal hatte ich es eilig, denn ich hatte noch einen Termin.“
„Ist es normal, das die eine dunkler ist, als die andere?“, fragte Fenris
„Ja, Farbschattierungen kommen durchaus vor.“
Wenn ich richtig verstanden habe, ist Beckelsen nicht der eigentliche Leiter?“
„Richtig, der eigentliche Leiter  ist Ubbo Baumann, aber der ist jetzt im Urlaub. Sonst ist noch Svea Herres da, die Sekretärin“

Wir sahen uns gründlich um, betrachtet das aufgebrochene Schloß, an dem noch ein Paar Späne des mittels zur Sichtbar-Machung von Fingerabdrücken klebte, da hörten wir einen Schrei.
Eine mittelaltrige, rothaarige Frau im Beige- farbenen Kleid kam auf Insa und  ihre Kollegen zu gestürmt, auch Beckelsen kam aus seiner Halle.
„Er ist da, er ist da“, rief sie
„Wer ist da?“, fragte Fenris
„Ein Erpresser-Brief“, antwortete die Frau, die offenkundig Svea Herres war, mit erstauntem Blick auf den Detektiv.
Wir standen im Kreis um sie, und sahen auf das Blatt Papier, welches sie in der Hand hielt:
Wenn sie den Seehund wieder haben wollen, dann hinterlegen sie am alten Steg hinter dem Deich die Summe von 10 000 Euro. Keine Polizei!
 Stand dort in Schreibmaschinenlettern geschrieben.
„Darf ich mal?“, fragte Fenris, und entnahm der hand der Frau sanft den Umschlag, und betrachtete ihn. Es war ein normaler Briefumschlag, wie man ihn überall im Schreibwaren-Handel bekommen konnte. Er war unbeschriftet und unfrankiert.
„Wann ist der Brief angekommen?“ Svea Herres sah meinen Chef erstaunt an, und warf dann einen fragenden Blick zu Beckelsen, der ermutigend nickte, und sagte:
„Es ist in Ordnung. Er ist Privatdetektiv. Wir haben ihn engagiert.“
„Nun“, sagte sie zu Fenris gewandt „Er war Heute morgen in der Post. Ich bin aber erst jetzt dazu gekommen, sie durch zu sehen“
„Hm danke“, sagte er leibenswürdig lächelnd. „Tja, hier haben wir nun alles gesehen, was wir sehen mussten. Wir melden uns dann bei ihnen.“
Damit verabschiedete wir uns, und gingen nach Hause, wo das wohl das Mittagessen schon auf uns wartete.
2
Als Erstes wartete allerdings Kommissar Stieler auf  uns.
„Werter Herr Kommissar, welchem Umstand verdanken wir die ehre ihres Besuchs“, begrüßte Fenris unseren Gast.
„Oh, ich war in der Nähe, und wollte mal rein schauen. Haben sie sich der Seehund-Sache angenommen?“
„ Das haben wir. Wir kommen grade von der Seehund-Station“
„Sehr Schön. Da sie damit der Polizei arbeit abnehmen, sind wir bereit, einen Teil des Honorars zu tragen.“
„Ich sagte schon meinen Klienten, dass wir damit erst mal warten wollen, bis die Arbeit getan ist. Und sie? Sind sie in der Juwelenraub-Sache schon voran gekommen?“
„Mehr schlecht als Recht“
„Wollen sie mir ein Paar Details verraten?“, fragte Fenris, während Frederike gerade ein vorzügliches Trappisten-Bier aus Belgien servierten, und ankündigten, dass das Essen in einer halben Stunde fertig sei.
„Nun“, meinte der Kommissar „Sie wissen ja, der Einbruch erfolgte Vorgestern Nacht. Stövers Juwelier-Geschäft liegt in der Flanier-Meile unweit des Hafens. Der Einbrecher ging allerdings ziemlich dilletantisch vor. Er löste die Alarmanlage aus, konnte aber mit Schmuck im Wert von gut 50 000 Euro entkommen, hatte jedoch die Polizei auf den Fersen.
Er ist dann in Clausens Fischhandel eingebrochen, wo er sich eine Weile versteckt hat, um dann dort durch den Hintereingang zu fliehen.“
„Clausen kenne ich“, meinte Fenris. „Er beliefert eigentlich alle hier in der Gegend“
„Ja, ein Zeuge hat ihn dort gesehen, ein Fischer namens Frerk Hinrichs, er ein ziemlich mürrischer Kerl. Wohnt übrigens in der  nah bei der Seehund-Station, was aber nichts zwingend etwas zu bedeuten haben muss. Ja, da es dunkel war, konnte er ihn nicht identifizieren. Unser Hauptverdächtiger ist Paule Krahl, der ist schon einschlägig vorbestraft, aber wir können ihm hier nichts nachweisen“
„Hoch interessant. Wenn sie Zeit haben, machen sie uns doch die Freude, und essen sie mit uns .es wird genug da sein, dabei können wir dann weiter reden.“

Der Kommissar nahm dankend ein, und wenig später trug Frederike auf. Es gab einen großen Schellfisch in der Salzkruste, den unsere Meisterköchin mit Kräutern gefüllt hatte. Wir sprachen dem köstlichen Mahl gut zu, und unterhielten uns dabei weiter über den Fall. Fenris sah auf den Rest des Mit Kräutern gefüllten Fischleibes, und erstarrte plötzlich.
„Nein“, sagte er sinnend. Das kann doch nicht, oder doch? Nun saß er sinnend da, und nuschelte sich ab zu in den Bart, wobei er auf den Fisch starrte,
„Was tut er da?“, fragte Stieler verwirrt.
„Er denkt“, antwortete ich heiter,  ich war mit den Schrullen meines Bosses gut vertraut.
Plötzlich hellte sich Fenris Gesicht auf, und ein zufriedenes Lächeln machte sich auf ihm breit
„Und jetzt ist er fertig“, kommentierte ich
„Sagen sie, Herr Kommissar, es gab nicht zufällig einen zweiten Einbruch bei dem Fischhändler?“
„Nein“
Und zu unserer Überraschung sagte Fenris höchst zufrieden: Das habe ich mir gedacht. Somit ist das Bild vervollständigt. Man muss die Dinge nur richtig kombinieren. Ach, Herr Stieler haben sie Zeit mit uns noch einmal zur Seehund- Station heraus zu fahren, aber vorher noch ein Paar Beamte mit hinzu zu bestellen, dann können wir die Sache zu Ende bringen.
3

Trotz einiger Zweifel kam der Kommissar mit, und zwanzig Minuten später waren wir wieder auf der Seehund-Station. Insa und Stina begrüßten uns überrascht.
„Sie sind schon wieder da?“, fragte Insa erstaunt.
„Ja, ich bin erfreut, ihnen sagen zu können, wo sich ihr Seehund befindet, und wollte sie zu ihm führen.“
„Oh ich mach´mich gleich fertig, ich muss nur einen Kasten…“
„Stopp, Stopp“, „rief mein Boss lachend, kommen sie doch mal mit zur Quarantäne- Station.“
„Zur Quarantäne- Station?“, fragte Insa verwirrt.
„Ja ja“
 Wir gingen zu jener Halle mit den Becken, wo noch die zwei jungen Robben waren.Im Moment lagen sie am Beckenrand.
„Und nun rufen sie Hein“
Insa sah ihn verwirrt ein an, dann rief sie „Hein!“
Zu aller Überraschung antwortete ein heiserer Robbenton, und die dunklere der beiden Robben kam bewegte sich mit rufen auf Insa zu.
„Hein!“, rief sie fassungslos „Hein, das kann doch nicht sein, und sie bückte sich zu dem Tier, das sie freudig beschnupperte, und liebkoste es.
„Doch doch, das kann sein“, meinte Fenris, und schmunzelte. Er berührte die kleine Robbe ebenfalls, dann hatte er etwas Schwarzes an der Hand.
„Ruß –Schwärze. Haftet gut, und ist schwer wasserlöslich. Durchaus keine schlechte Idee“
„Dann dürften das wohl die verschwundenen Fische sein“, meinte ich, und zeigte auf einen Blecheimer, der auf einem Regal neben dem Becken stand.
Wir gingen dort hin und betrachteten den Eimer. Die Fische waren in der Mitte durchgebrochen.
„Ist das üblich?“, fragte Stieler
„Eigentlich nicht, man sieht ja, sie waren groß, also für die Tiere draußen bestimmt.Die kleineren bekommen nur stücke und Krabben.“
„Gehe ich recht in der Annahme“, fragte Fenris, „ das Hein Gestern von diesen Fischen bekommen hatte?“
„Ja“, sagte Insa, während sie das Tier wieder absetzte. „Tim wirkte etwas merkwürdig, als er das sah, er kam an diesem Tag etwas später, er stand, glaube ich im Stau. Es wirkte, als wäre er wütend.“ In diesem Moment lies Hein etwas natürliches Fallen, aber es klapperte dabei. Unser Blick fiel nach Unten, und da lag eine kleine Brosche. Insa holte sich ein Paar Gummi- Handschuhe, holte das Stück hob das Stück aus dem Seehund-Kot, und wusch es ab.
„Was bedeutet…“, begann der Kommissar
„Das bedeutet“, beendete der Fenris den Satz, dass man Fischleiber auch mit etwas anderem, als Kräutern füllen kann. Gerade unser gefüllter Fisch , hat mich auf die richtige Spur gebracht.“
Während er dies sagte, öffnete sich langsam die Tür zum Tierarzt-Büro in der Quarantäne-Halle, und jemand schlich sich leise heraus, doch ich bemerkte ihn, und rief:
„Hey, Halt, stehen bleiben!“
Nun lief der Mann los, ich hinterher, hatte aber nicht damit rechnen können, das draußen noch Polizisten standen, so das ich im Lauf bremste, als die Beamten den in Handschellen gefesselten herein brachten.
„Ah, Hallo Herr Beckelsen“, sagte Fenris zufrieden „wollten sie uns schon verlassen?“
„Tim“, rief Insa ungläubig, aber das kann doch nicht sein. Warum…“
Er sagte nur ein Wort: “Spielschulden“
„Das hier hatte er bei sich“, sagte einer der Beiden Beamten, und reichte dem Kommissar einen Beutel. Er sah hinein, und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
„die gestohlenen Juwelen, aber das kann doch nicht…“
„Sicher, es kann“ meinte Fenris. Aber lassen sie uns doch ins Büro gehen, dann erkläre ich ihnen alles.“

Der Kommissar wies die Polizisten an, Beckelsen ins Revier zu bringen, dann gingen wir alle ins Verwaltungsgebäude .Svea kochte uns Kaffee und dann begann Fenris:
„Wie gesagt, es war der gefüllte Fisch, den wir Heute zu Mittag hatten, welcher mich auf die richtige Spur brachte, weil er mir erlaubte, alles im Zusammenhang zu sehen. Der Einbruch beim Juwelier wurde dilletantisch ausgeführt, das schloss Paule Krahl aus. Der Täter brach auf seiner Flucht beim Fischhändler Clausen ein, und blieb dort eine Weile. Zeit genug auch, um die Juwelen in Fischleibern zu verstecken. Warum? Um, falls er erwischt wurde. nicht mit der Beute angetroffen zu werden. Die Polizei auf den Fersen, ist das durchaus ein naheliegender Impuls, und selbst ein Anfänger in Einbrüchen könnte darauf kommen.

Wenn aber der Täter die Beute in den Fischen versteckte, dann müsste er zurück kommen, um sie zu holen, es sei denn, er hat sie in bestimmte Fische gesteckt, von denen er wusste ,wo sie hin gingen. Die Tatsache, das es keinen zweiten Einbruch bei Clausen gab, bestätigt diese Annahme Dann müsste er auch unter dieser Adresse zu finden sein. Und plötzlich ergibt sich auch der Zusammenhang zu dem Entführten Seehund und den verschwundenen  Fischen

.Das Seehund-Zentrum gehört auch zu Clausens Kunden, und sicher wird die Partie entsprechend gekennzeichnet. War also der Dieb jemand aus der Seehund-Station? Diese Frage wird beantwortet durch die Entführung von Hein. Die beweist, das es jemand von Hier gewesen sein muss, denn ein außen stehender Dieb, der zufällig wusste ,das die betreffenden Fische hierhin gegangen waren, hätte nur diese Fische mitgehen lassen, denn er konnte ja nicht wissen, das schon welche an die Robbe verfüttert worden waren.

Nur wer das wusste, konnte Hein entführt haben. Aber wer von ihnen? Auch hier zeigt uns die Logik schnell die richtige Lösung. Insa und Stina kamen nicht in Frage , denn erstens hätten sie die Fische nicht verfüttert, wenn sie von deren wertvollen Inhalt gewusst hätten, und Zweitens hätten sie es auch nicht nötig gehabt, den Seehund zu entführen, denn sie hatten ja jeden Tag mit ihm zu tun, hätten ihm also unauffällig ein Abführmittel verabreichen können, wie es sicher unser Dieb Getan hat, um an die Juwelen heran zu kommen.

Die Sekretärin schied von vornherein aus. Nein, es gab nur eine Person, die in Frage kam, nämlich Tim Beckelsen. Nur er hätte es nötig gehabt, das Tier zu entfernen, und wo hätte er es hinbringen, und sicherer halten können, als in seiner Quarantäne-Station?“

„Ja, aber wie hat er das Geschafft? Ich meine ,dann hätten es doch drei Robben in dem Becken sein müssen. Ich habe doch selber gesehen, wie er am Nachmittag vorher den einen Heuler gebracht hat.“, warf Insa ein

„Nein“, berichtigte Fenris. “Sie sahen, wie er einen Transportkasten herein brachte, aber sie selber sagten mir, das sie nicht hinein gesehen hatten, und natürlich gingen sie davon aus , das sich ein Tier darin befand, aber sie fielen auf einen Taschenspieler- Trick herein. Es war nur ein leerer Kasten. Verstehen Sie, als Beckelsen erfuhr, das sie bereits von den Fischen an Hein verfüttert hatten, war er geschockt. Sie haben ja selber berichtet, dass er mit Verspätung kam, das kam für ihn unerwartet. Aber er wollte ja die Juwelen wieder haben, und da lies er sich die vorgetäuschte Entführung einfallen.

 Zunächst nahm er sich einen Kasten mit, und fuhr damit herum. Als Stellvertretender Leiter wusste er ja, wann sie Feierabend haben, und sicher auch, von ihrem Termin. Was war also leichter, als zu diesem Zeitpunkt mit Kasten aufzukreuzen und ihn an ihnen vorbei zu tragen, und einen Neuzugang vorzutäuschen. Da er der letzte war, der Feierabend machte ,war es dann auch ein Leichtes Hein, aus seinem Bassin zu holen, etwas dunkler zu färben ,und in die Quarantäne -Station zu bringen, wo er ihm in Ruhe Abführmittel verabreichen, und warten konnte, bis er die Stücke ausschied. Und natürlich war es auch ein Leichtes für ihn ,den Umschlag mit dem Erpresser-Brief unter die Post zu mischen, der selbstredend eine Finte war, um abzulenken. Er musste ihn ,beim Verlassen zu Feierabend am Vortag, nur in den Briefkasten werfen“

Es entstand eine Pause, in der beeindruckte Blicke auf den zufrieden wirkenden Fenris fielen.
Schließlich brach ein Polizist das schweigen, der berichtete, das in Beckelsens Büro noch drei Eimer mit aufgebrochenen Fischen standen. Damit war wohl alles klar.
 „Mein lieber Fenris“, meinte Kommissar Stieler „Gleich zwei Fälle aufgeklärt. Alle Achtung, sie sind wirklich ein Phänomen.“
Man merkte meinem Boss an, dass er sich zusammen reißen musste, nicht zu viel Selbstzufriedenheit zu zeigen.

Am nächsten Tag, bekamen wir von der Seehund-Station ein Päckchen, welches einen kleinen Original- getreuen Plüsch-Seehund enthielt, der ein Schild mit der Aufschrift „Hein“ um den Hals trug.Dabei ein Schreiben, indem man uns des tiefsten Dankes versicherte, und das Hein in den nächsten Tagen ausgewildert würde. Er war trotz allem ein Wildtier, und gehöre wieder in die freie Wildbahn.
Lächelnd setze Fenris das Plüschtier auf seinen Schreibtisch, und dort hat es seitdem seinen festen Platz, als Erinnerung an einen unserer ungewöhnlichsten Fälle.


ENDE

Sonntag, 29. April 2018

Die Brebolde-Teil 2

Zweiter Teil:Stier

Alexander Astralus
Jo und die Brebolde hatten sich in den Schatten des Domes zurück gezogen, um gemeinsam das Rätsel des zweiten Steines zu lösen. Auf den Domtreppen sitzend, berieten sie sich.
„Also“, meinte Umbo „Wo wurden denn einst Kühe gehütet in Bremen?“
„Na, las mal überlegen“, meinte Jo „Auf der Bürgerweide, aber im zweiten Teil des Rätsels steht was von Angesicht in Stein. Auf der Bürgerweide  gibt es aber keine Kühe aus Stein, aber ...ja natürlich, es gibt einen Ort, an dem früher Kühe gehütet wurden, und wo es zumindest ihre Köpfe in Stein gibt, nämlich... Hey!“

Eine Hand hatte sich von der Seite auf ihre Schulter gelegt. Sie gehörte zu einem großen Hageren Mann, in einem langen, schwarzen Mantel mit ebenfalls schwarzen Hosen und Schuhen.

Sein Kopf glich einem Totenschädel mit zurück gekämmtem, dünnem grauen Haar. Sein Gesicht war schmal mit hohen Wangenknochen und stechenden grauen Augen in tief sitzenden Höhlen. Der Mund war schmallippig mit einem dünnen Schnurrbart.

„Oh, habe ich erschreckt?“, fragte er mit eher hoher Stimme „Ich kam nicht umhin euer Gespräch mit zu hören.“
„Euer Gespräch? Sie können uns sehen?“, fragte Umbo
Im Blick des Fremden lag etwas Lauerndes
„Ja, das kann ich. Mein Name ist Astralus, Alexander Astralus.Ich glaube, ich kann euch helfen.“
„Woher wissen sie denn von unserer Mission?“, fragte Umbo misstrauisch.
Der Fremde lächelte, und es war ein unangenehmes Lächeln, das eher höhnisch wirkte.

„Ich weiß es eben.“
„Aber woher?“, wollte nun auch Jo wissen
„Das wollt ihr nicht wissen“, sagte Astralus, und hob seine Hände.

Plötzlich befiel Jo große Müdigkeit. Die Bilder verschwommen vor ihren Augen.Sie konnte gerade noch mit bekommen, wie auch die Brebolde zusammen brachen, dann wurde es schwarz.

In der Falle

Als sie wieder erwachte, war es dunkel. .Obwohl sie Augen öffnete, konnte sie zuerst nichts sehen. Dann gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit, und sie konnte Zumindest erkennen, dass sie sich in einer Art Keller befand.

Auch ihre kleinen Freunde begannen zu erwachen. Umbo stöhnte, setzte sich auf, und hob den Zeigefinder in die Luft, aus dem sich eine Lichtkugel über sie erhob.
„So, jetzt können wir was sehen.“

Ihr Gefängnis schien mehr ein unterirdisches Verlies zu sein. Sie blickten sich um. Steinerne Wände , keine Tür und keine Fenster. Es gab keine Bank, oder sonst eine Einrichtung. Was war das für ein Verlies, und wie kamen sie hierher?

Plötzlich ertönte die Stimme des Fremden:
„Habt ihr nicht gewusst, dass ihr einen Konkurrenten habt? Mein Vorfahre wurde einst besiegt, als die Steine versteckt wurden, doch nun werde ich sein Werk vollenden. Ich habe das Pergament mit dem zweiten Hinweis an mich genommen, und werde dadurch auch die anderen Steine finden. Ihr aber werdet hier verschmachten. Dieses Verlies ist euer Grab!“

Die Freunde sahen sich entsetzt an, während sich die Stimme hohnlachend entfernte.
„Wir können doch nicht schon gescheitert sein.“, stöhnte Umbo
„Wenn du aus deinem Finger Licht steigen lassen kannst, könnt ihr uns dann nicht auch raus zaubern?“, fragte jo vorsichtig
Umbo schüttelte resigniert den Kopf
„Nein, so groß sind unsere magischen Fähigkeiten nicht. Kleinigkeiten wie Licht machen. Mehr nicht.“

Er lehnte sich gegen einen leicht hervor stehenden Stein. Plötzlich rumorte es, und die Wand hinter ihm drehte sich.
„Umbo“, sagte Edele „Du hast eine Geheimtür geöffnet“
„Sieht aus wie ein Gang. Mal sehen, wohin er führt“

Umbo schickte die Lichtkugel vor, dann betraten sie den Gang. Es war feucht, und roch muffig. Der Boden war sandig und weich.
Sie gingen eine längere Zeit durch den Gang, der zwischenzeitlich anstieg, bis sie zu einer schweren Holztür.

„Das war´s wohl“, meinte Tjark „Jetzt sind wir so schlau wie vorher“
„Nicht unbedingt“, meinte Jo, und begann die Tür ab zu tasten.
„Seht mal, da ist ein Fackelhalter mit einer ausgebrannten Fackel.Es muss schon einmal jemand hier gewesen sein.

„Ja, wahrscheinlich schon vor Jahrhunderten“, sagte Umbo
Jo streckte sich, um an den Fackelhalter heran zu kommen. Jetzt bekam sie ihn zu fassen. Das gusseiserne Teil klappte plötzlich nach unten, und die Holztür schwang nach außen auf.

Der zweite Stein

Sie sahen sich an, und verließen dann den Gang. Die plötzliche Helligkeit lies sie kurz die Augen zu kneifen. Dann stellten sie fest, dass sie sich im Dom befanden.
„Wir  sind Frei!“, rief Umbo, „Los, versuchen wir den zweiten Stein vor diesem Astralus zu find. Jo, du sagtest, es gibt noch einen Ort, der in Frage kommt.“

„Ja, es ist der „Kuhhirte“ auf dem Stadtwerder.“
„Der Kuhhirte?“
„Es ist ein Restaurant. An der Fassade des Gebäudes sind in Stein gehauene Kuhköpfe. Darauf könnte sich die Passage Angesicht in Stein beziehen.“

„Nun gut, einen anderen Anhaltspunkt haben wir nicht, nur wie kommen wir dahin?“
„Wenn eure magischen Kräfte nicht soweit gehen, müssen wir die Straßenbahn und dann die Fähre nehmen. Ich habe Geld für eine Fahrkarte. Euch kann man eh nicht sehen.“

Eine gute halbe stunde später waren sie vor dem „Kuhhirten“
„Scheint, als wäre dieser Astralus noch nicht da gewesen. Wo sind jetzt die Köpfe?“
 „Dort oben an der Fassade“, sagte Jo
„Ah gut, klettern können wir.“

Unter der Aufsicht von Jo kletterten die Brebolde an der Fassade hoch, und untersuchten die Köpfe.
Schließlich war es Edele, die fündig wurde. Beim abtasten des mittleren Kuhkopfes, ging ihr Finger ins rechte Auge der Skulptur, die sich nach Links drehte, und ein kleines Fach frei gab.
Sie griff hinein, und holte ein kleines Päckchen hervor.

Wie schon  der erste, war auch dieser Stein in Pergament gewickelt. Sie wickelten ihn aus .Der Stein mit dem Stier, drehten das Pergament um, und lasen.
„In des Kaisers Krone gibt es viele Stein. einer davon wird der richtge sein“
Das ist der Hinweis zum dritten Stein“, meinte Jo

„Hölle und Teufel!“, hörten sie da eine bekannte Stimme „Wie seid ihr da nur heraus gekommen? Aber es wird euch nichts nützen. Her mit dem Stein !“

„Los, fasst euch an die Hände!“, schrie Umbo.“Wir gehen gemeinsam runter!“
Bevor Jo noch etwas sagen konnte, griff Umbo ihre Hand, und plötzlich begann sie zu sinken. Kurzzeitig konnte sie noch den wütenden Astralus sehen, der auf sie zu lief, dann wurde es dunkel, und sie wurde mit ins Reich der Brebolde gezogen...


Ende des zweiten Teils