Freitag, 30. Oktober 2015

Das Krematorium

Hier meine diesjährige kleine Horror-Geschichte zu Halloween.Achtung:Nichts für Kinder!

Düster und drohend stand es da auf dem Hügel am Rande des Zentral-Friedhofes, das alte Krematorium. Nun war es seit bald Zehn Jahren außer Betrieb. Die neue Anlage lag zentraler, in der Mitte des Friedhofes, bei der Kapelle Sie war natürlich moderner, und heller gestaltet.
Das alte Krematorium war ein Backsteinbau, an dem der Zahn der Zeit nun stark nagte. Hier und da bröckelten Teile der Mauern ab. Durch beschädigte Fensterscheiben durchzog kühle Luft das alte Gebäude. An den großen, gusseisernen Öfen nagte der Rost, ebenso an den Schlittenanlagen, mit denen die Särge hinein gefahren worden waren.

Dennoch war die Anlage zuweilen immer noch Treffpunkt für Jugendliche oder für Paare, die hier ganz ungestört sein wollten, und es auch konnten, denn in diesen abgelegenen Teil des Friedhofes verirrte sich kaum noch jemand. Hier sollte es umgehen, hieß es, und düstere Geschichten von Menschen, die hier verschwanden, machten  die Runde.

Auch Corky kannte diese Geschichten. Er hatte hier bis zu seiner Rente gearbeitet, und die Särge eingefahren, sowie die Anlage gewartet. Just als sie endgültig den Betrieb beendete, ging auch er in Rente. Seitdem sah er hier nach dem Rechten, und versuchte das alte Gebäude einiger Maßen in Stand zu halten. Im Wechsel mit einigen anderen „Ehemaligen“.

Ursprünglich stammte er aus Irland. Der Liebe wegen war er hier her gezogen. Doch mittlere Weile war seine Frau verstorben. Und jetzt, mit Dreiundsiebzig zog es ihn auch nicht mehr zurück.

Er schritt den verwitterten, einiger Maßen  vom Unkraut gereinigten Weg zum Krematorium entlang, und kam schließlich an eine Pforte, die er aufschloss. Quietschend fuhr sie zurück. „Könnte auch mal wieder `ne Ladung Öl gebrauchen“, sinnierte er vor sich hin, als er hindurch schritt. Ihm war natürlich klar, das der rostige, mit genommene Zaun lange nicht mehr in der Lage war, ungebetene Besucher abzuhalten. Die Mittel zur Instandhaltung waren sehr begrenzt, und lediglich eine Hand voll Rentner konnten auch nicht jeden Meter Zaun in annehmbaren zustand halten. So kam es auch öfter mal vor, dass er hier Jugendliche Paare, oder auch Gruftis erwischte, und wenn er die Morgenrunde machte, fand er auch immer mal wieder  Überbleibsel schwarzer Messen vor.

Nun ,im Dunkel der Nacht, wirkten der Bau und seine Umgebung doppelt unheimlich, und selbst ihm ,der nicht zu den schreckhaften Menschen gehörte, war doch schon etwas beklommen zumute.
Er schloss die Eingangstür auf, und betrat das alte Gebäude. Links ging es zu den Büros der Verwaltung und den Sozialräumen der Beschäftigten, geradeaus lag das Kühllager für die ankommenden, zur Verbrennung vorgesehenen  Särge, die hier noch einmal zwischen gelagert wurden, für den Fall, das die Gerichtsmedizin sie noch einmal untersuchen musste. Es gab in Corkys Erinnerung nur eine Handvoll  solcher Fälle, in der Zeit, in der er hier beschäftigt war.

Natürlich standen jetzt dort keine Särge mehr, und die Kühlanlagen waren längst außer Betrieb, wie auch die beiden großen Verbrennungsöfen, welche man erreichte, wenn man die Doppeltür rechts durchschritt. Wenn man eintrat, lagen linkerseits die Öfen mit dem vor geschalteten Schlitten, auf denen die Särge eingefahren wurden. Rechts, weiter Hinten, lag die Schaltwarte, von der aus die Öfen gefahren wurden. Sie lag darum weiter Hinten, weil sich vorher ein Raum mit einer Sichtscheibe befand, von dem aus Angehörige, den Sarg der verstorbenen Person beim Einfahren in den Ofen beobachten, und so noch einmal endgültig Abschied nehmen konnten.

Corky schritt alles ab, ging die Treppe hinter, die unter die Öfen, und zur Technik führte Zu den Behältern die die Asche auffingen, den Magnetabscheidern, die Metallteile, wie chirurgische Schienen aus der Asche sortierten, bis hin zu der Mühle, die die Asche mahlte, bevor sie in die Urnen gefüllt wurde.

Die ganze Technik stammte aus den Achtziger Jahren, in denen die Anlage modernisiert worden war. Nun hatte man ein ganz neues Krematorium gebaut. Das Leben ist eben Veränderung.

 Corky sah sich um, kontrollierte die verwaiste Werkstatt, und stellte  fest, das alles in Ordnung war. Er stieg die Treppe wieder hinauf. Was war denn das? Von Oben ertönte einlauter Knall, als ob eine schwere Tür mit Gewalt geöffnet wurde. Er lief schneller die Treppe hinauf, und plötzlich wehte ihm ein eisiger Hauch ins Gesicht, so dass er sich am Geländer fest halten musste.

„Hallo, wer ist da?“, rief er nach oben. Keine Antwort. Er stieg weiter nach oben, dabei spürte er plötzlich Wärme. „Aber hier wird doch gar nicht mehr geheizt“, sagte er zu sich selbst, und dann stellte er fest, das die Wärme vom Ofen neben ihm kam. er war jetzt am oberen Treppenansatz angelangt, und sah sich um. Hinter dem Einfahrtstor von Ofen 1 konnte man Glut erkennen. Das war doch gar nicht möglich!
„Das kann doch gar nicht sein, der Laden ist seit über Zehn Jahren außer Betrieb“, dachte Corky, beklommen, doch als er zu den Förderbändern sah, stockte ihm der Atem: Da stand ein Sarg darauf! Das war doch völlig verrückt. Was war hier los?

Fassungslos starrte er auf das Szenario vor ihm, das ihm so unwirklich vorkam, und doch klar sichtbar vor ihm stattfand. Nun spürte er den kalten Windhauch wieder. Diesmal kam er von der Seite, von Rechts. Corky drehte sich dorthin um, und was er sah, lies ihn vor Grauen erstarren. Im nächsten Moment spürte er einen heftigen Schlag gegen den Kopf, und ihm wurde schwarz vor Augen.

Als er mit bleischwerem Kopf erwachte, lag er auf einer gepolsterten Unterlage. Er wollte die Glieder recken, doch er prallte gegen Wände. Wo bin ich? Er wollte sich erheben, kam aber gar nicht richtig hoch, denn er prallte sofort an eine Decke oder einen Deckel? Angst erfasste ihn, die sich zu maßlosem Grauen steigerte, als ihm klar wurde: Ich liege in einem Sarg!
„Hallo Hilfe!“, brüllte er angstvoll  „holt mich hier raus!“
Doch niemand half, und plötzlich spürte er einen Ruck, der Sarg bewegte sich! In höchster Todesangst polterte er gegen den Deckel.
„Hilfe, Hilfe, ich bin hier drin, ich bin nicht tot, Hilfe“
Doch es half nichts. Im nächsten Moment spürte er die alles verzerrende Hitze des Feuers, Sekunden unerträglichen  Schmerzes, und dann eine gnädige Ohnmacht, aus der er niemals wieder erwachen sollte.

Aus dem Schornstein des alten Krematoriums stieg schwarzer Rauch auf, und drinnen stand eine unheimliche Gestalt vor dem Ofen, in dem es glühte. Zischen und Fauchen drangen aus dem Ofen hervor.
Der Unheimliche nickte zufrieden. Es würde Heute Nacht noch mehr Arbeit für den Ofen geben. Eine alte Prophezeiung würde sich nun erfüllen, und alte Schuld gesühnt werden, und über die kleine Stadt würde das Grauen herein brechen.  Von hier aus würde bald das Grauen über die kleine Stadt kommen. Dieser alte Wärter war nur der Anfang…

*
Das Klingeln riss ihn aus dem Schlaf. Paul Weller erhob sich müde. Er war früh ins Bett gegangen, weil er ein wenig erkältet war, aber als Polizeichef einer Kleinstadt hatte man hat immer Rufbereitschaft.
Er griff nach dem Handy auf seinem Schreibtisch, drückte den Knopf zum annehmen des Gesprächs, und raunte ein müdes „Hallo“ hinein.

„Wie? Rauch über dem alten Krematorium? In Ordnung, ich sehe mir das mal an.“
Unwillig glitt er aus dem Bett, und zog sich an. Er war Vierzig Jahre alt, groß gebaut, hatte schwarze Haare, die an Schläfen leicht angegraut waren, und ein schmales Gesicht mit einer etwas großen Nase und blauen Augen. Sein Streifenwagen stand quasi vor der Tür, denn Polizei-Oberkommissar Weller bewohnte eine Dienstwohnung über dem kleinen Polizei-Revier. Er war nach dem Tod seiner Frau aus der Stadt hierher in diesen Ort im Weserbergland gekommen, weil er Ruhe und Einsamkeit suchte.

Fünf Minuten später hatte er den Friedhof erreicht. Er hatte Schlüssel für alle öffentlichen Gebäude, aber das Friedhofstor war offen. Der Friedhofsleiter, der eine Dienstwohnung neben dem Friedhof hatte, empfing ihn.
Sieht aus, als würde er selbst bald reif für seinen Laden sein, dachte Paul, und tatsächlich, Albert Jörk wirkte wirklich irgendwie wie der leibhaftige Tod. Ausgemergelt, ein Glatzkopf mit einigen wenigen Haaren, die der Zahn der Zeit wohl übersehen haben musste, tiefliegende Augen, und hohe Wangenknochen, über die sich die Haut wie Papier spannte.

„Guten Abend Herr Jörk, was kann ich für sie tun?“
„ N, Abend, Herr Kommissar“, antwortete Jörk mit einer krächzend klingenden Stimme  „Tut mir leid, sie aus dem Bett geholt zu haben, aber sehen sie“,
 und damit wies Jörk hinter sich, wo der Schornstein des alten Krematoriums empor ragte, wie eine riesige Zigarre. Weller konnte nun ebenfalls den schwarzen Rauch sehen, der aus ihm quoll.

„Die Anlage dürfte nicht laufen, sie schon seit über zehn Jahren außer Betrieb, das dürfte nicht sein, da stimmt was nicht.“
„Hmm…, verstehe. Was meinen sie, wollen wir uns das mal ansehen.“
„Von mir aus, ich habe meine Schlüssel bei mir.“
Gut, steigen sie ein.“

Albert Jörk stieg zu Paul Weller in den Streifenwagen, und sie fuhren den Weg zum Krematorium hinauf. An seinem Ende stand schon ein Fahrrad.
„Das gehört dem alten Corky, ganz sicher“
„Nun, dann mist er da drin. Hat er solch eigenartigen Sinn für Humor?“
„Beileibe nicht, er sieht hier nach dem Rechten. Er hat ja selber lange dort gearbeitet“
„Alles klart, dann könnte er auch in Gefahr sein, gehen wir hinauf, und sehen wir nach.“

Sie gingen den Weg hinauf, und durch die Pforte. Vor ihnen türmte sich das Gebäude auf, und der Schornstein, aus dem weiten Rauch quoll.
„Gehen wir weiter“, sagte Weller…
*
„Mensch, das war knapp“, sagte  das Mädchen. Kira Grünwald war Siebzehn, hatte dunkelbraunes Haar, und ebensolche Augen.Sie war nicht ganz schlank, aber weit entfernt davon dick zu sein.
„Wenn uns der Weller hier gesehen hätte“
Ihr Begleiter, Mark Behtge,  war eine Art Gegenentwurf zu ihr: Groß, schlank, kurzes, blondes Haar und blaue Augen. Er war Achtzehn.

„Was macht denn der Bulle hier?“, fragte er gerade.
„Sucht wahrscheinlich wegen dem rauchenden Schornstein. Ist auch ziemlich merkwürdig. eigentlich ist der Laden doch seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Ich frag´ mich sowieso, ob es nicht vielleicht besser ist, die Sache abzublasen. Ich meine, wie sollen wir da denn noch rein kommen. der Alte ist doch auch noch drin. Jedenfalls haben wir ihn noch nicht wieder raus kommen sehen“

„Am Besten, wir gehen um den Kasten herum, und in den Keller, da wollten wir uns ja sowieso treffen!“
„Robby!“, rief das Mädchen, und drehte sich zu Robert Brem um. „hast du mich erschreckt.
Robert war 18, und hatte wuscheliges, schwarzes Haar.
Kommt, die anderen warten schon  im Keller, ich hab´ grade mit Freddy telefoniert.Wir kriegen das schon hin, das sie uns nicht erwischen.

Sie gingen um das Gebäude herum, und kamen schließlich an einer alten, schweren Eisentür an, die angelehnt war.
„siehst du „sagte Robert, „sie haben für uns auf gelassen.“
Als sie die Tür öffneten, gab sie den Blick auf eine Treppe frei, die sie hinab stiegen. Unten angekommen, standen sie in einem Korridor, der Links und Rechts jeweils in einen dunkeln Gang führte. Geradeaus  war eine Tür.

„Die Tür“, sagte Robert. Kira öffnete sie Tür, und sie traten in den Raum dahinter ein. Gleichzeitig fiel oben die Tür krachend zu.
Als sie drinnen waren, blieben sie kreidebleich stehen, so entsetzlich war das, was sie sahen:

Da stand ein aschfahles, verängstigtes Mädchen in ihrem Alter.Daneben lag, bewusstlos, ein Junge, der aus dem Kopf blutete. Über ihm stand eine grauenhafte, fast Zwei Meter große Gestalt, die einen schweren, gusseisernen Schürhaken in der rechten Hand hielt.
Sie trug vermoderte, altertümliche, schwarze Kleidung, die teilweise in fetzen am ausgemergelten Körper hing.

Der Kopf des Unheimlichen war bis auf ein paar lange, weiße Haare kahl. Seine Haut, wo noch welche war, war verkohlt und voller Brandwunden.
Rote Augen, wie glühende Kohlen, lagen tief in den Höhlen des Schädels, an dem teilweise ganze Fleischfetzen fehlten, und sahen sie durchdringend ein.
„Willkommen“, sagte er mit einer knarrenden Stimme, in der nichts Menschliches lag.
Hinter ihnen fiel die Tür zu….

*
Pfarrer Josef Woelk saß kreidebleich und wie versteinert da. Er hatte die Kirchenchroniken neu geordnet, und dabei fiel ihm der Rest eines alten Tagebuches in die Hand. Es stammte von einem seiner Vorgänger, dem Pfarrer Wilhelm von Anderheim, und es war ein unheimliches Dokument. Es enthielt die Schilderung eines entsetzlichen Verbrechens, nämlich des grausamen Mordes an einem Grundbesitzer.
31.Oktober im Jahre des Herren 1615:

Es ist geschehen. Ich komme gerade von dem Ort des Verbrechens. Unser unausweichlicher Entschluss ist ausgeführt. Es musste sein, der war mit dem Teufel im Bunde .die Frau unseres Bürgermeisters hatte er verhext. Wir hoffen, mit seinem Tod ist sie wieder frei.
Wir haben Jeremias Brünn in seinem Haus eingeschlossen, sodann zündeten wir es an, das er darin verbrannte. Just, als das ganze Gebäude in Flammen stand, durchbrach er ein Fenster. Brennend, eine lebende Fackel, sprang er hinaus. Seine gellenden Schreie habe ich noch im Ohr, und noch mehr seine  schaurige Prophezeiung.

„Für das mir Heute Abend angetan wird , werden eure Nachkommen büßen, und wenn 500 Jahre vergangen sind, soll dieser ganze Ort in einem Feuersturm versinken, das schwöre ich, und wenn ich die Kräfte der Hölle dazu zu Hilfe nehmen muss!“ Danach brach er mit einem letzten schrei brennend zusammen und starb.
Gott schütze uns, und vergebe uns, was wir Heute Nacht getan.

Woelk  begann in anderen Chroniken nachzuforschen, und fand heraus, das Jeremias Brünn ein Außenseiter war. Ein Eigenbrötler, der aber Charisma besaß, und ein Verhältnis mit der Frau des Bürgermeisters hatte. Die Beschuldigung der Ketzerei und Teufelsanbetung war zu jener Zeit ein gängiges Mittel, um sich eines Rivalen zu entledigen, darüber hinaus lieferte sie ein hervorragendes Alibi, damit die Frau einer Anklage wegen Ehebruchs entging. Wenn sie verhext war, konnte sie nichts dafür.

Der Pfarrer schlug die Hände zusammen. Welch eine Niedertracht war hier begangen worden. Er sah sich Karten an, und stellte fest, das Brünns Haus genau dort lag, wo nun das alte Krematorium stand. Er ging ans Fenster seines Pfarrhauses, das neben der Kirche, direkt an den Friedhof angrenzte, und sah hinaus. Sah auf dem Hügel die Silhouette des alten Krematoriums, und den Schornstein, der rauchte. Sah ein Glühen in den Fenstern.

Er wandte den Blick auf seinen Kalender, und erstarrte. Konnte das…Nur ein Paar Sekunden später erhielt er die Bestätigung. Auf der Seite des aufgeschlagenen Tagebuches brannten sich plötzlich Zahlen und Buchstaben ein:A.D.31.10.1615, Dann ging das Buch in Flammen auf.
Josef sah auf, ging zum Fenster, und sah noch einmal hinaus zum Krematorium, und zu dem verkohlten Buch. Und er wusste, was er zu tun hatte.
Er legte sein Ornat und seine Schärpe an, und hing sich sein großes Kruzifix um

Er ging in die Kirche, füllte eine Flasche mit Weihwasser aus dem Taufbecken, dann ging er zum Altar und kniete nieder.
„Herr, gibt mir die Kraft zu tun, was ich tun muss, denn sonst erwartet diese Stadt ein Inferno!“
Er wandte sich entschlossen um, und ging…
*
„Willkommen in meinem Reich, zur Nacht des Feuers. Jenes Feuer, das einst mich verzerrte, soll nun diese Stadt verzerren, die ich vor so langer Zeit verfluchte, und ihr sollt es nähren.“
Von lähmendem Entsetzen gepackt, standen die Jugendlichen da, und blickten auf die Gestalt des unheimlichen, der ihnen diese schreckliche Drohung entgegen schmetterte, und sie mit glühenden Augen praktisch durchbohrte.

„Doch halt, ich merke gerade, ich habe Oben noch zwei Gäste, die das Höllenfeuer nähren wollen. So werdet ihr einstweilen warten, während ich mich ihrer annehme.“
Mit einem hässlichen Lachen entschwand er. Robert lief zu dem bewusstlosen, und kniete sich bei nieder, um dessen Vital-Funktionen zu prüfen. Mark rüttelte an beiden Türen, während Kira das verängstigte Mädchen zu trösten versuchte, obwohl sie selber Todesangst verspürte.
„Nichts“, sagte Mark tonlos, „Alles dicht, wir sind hier gefangen.“ Robert erhob sich mit ernstem blick von dem nieder geschlagenen. “Sein Schädel ist eingeschlagen“, sagte er, und das  Grauen war ihm anzuhören, „Er ist tot.“…
*
Weller und Jörk betraten das Gebäude. Zur Linken lag die Verwaltung. Gerade aus der Kühlraum für die, zur Verbrennung vorgesehenen, Särge mit Leichen. Aber ihr Ziel war die Halle mit den Öfen. Als sie eintraten, stockte ihnen der Atem.
Fackeln, die an den Fenstern angebracht waren, tauchten die Halle in gespenstisches Licht. Beide Öfen, schien es, waren angeheizt. Hinter ihnen fiel die Tür ins Schloss. Sie liefen zurück, um sie wieder zu öffnen, doch vergeblich.
„Guten Abend!“
Sie wirbelten wieder herum, und bekamen im nächsten Moment einen schweren schlag gegen den Kopf, so dass es schwarz wurde.
*
Langsam, aber sicheren Schrittes, ging Pfarrer Woelk den Weg zum Krematorium hoch. Er wusste, was ihn erwartete. Heute Nacht, würde sich das Schicksal erfüllen. Er dachte an die Worte Christi, am Abend vor seiner Verhaftung: Herr, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen. Doch er wusste, dieser Kelch würde nicht an ihm vorüber gehen. Das Schicksal seiner Gemeinde, der ganzen Stadt stand auf dem Spiel. Vor ihm tauchte das Krematorium auf. Vor der Pforte blieb er kurz stehen. Dann schritt er entschlossen voran. Die Zeit der Entscheidung war gekommen…
*
Als Weller wieder zu sich kam, fühlte er, dass er an Händen und Füssen gefesselt war. Jedenfalls fühlte es sich so an. Er konnte die Glieder nicht bewegen. Den Kopf, der schmerzte, konnte er jedoch drehen, Er fühlte Blut an seiner Schläfe entlang rinnen, und sah mit Entsetzen den alten Jörk neben sich liegen. Das Blut an seinem Kopf und sein starrer Blick zeigten, dass er tot sein musste.

Paul wandte den Blick wieder nach vorn, auf das gespenstische Szenario, welches sich vor ihm abspielte. Vom Licht der Fackeln beleuchtet, standen dort Särge, vier Särge. Zwei von ihnen standen schon auf den Förderbändern, die sie in die Öfen fahren sollten.
In der Mitte, neben dem Band des Ofens, der am nächsten war, stand der riesenhafte Fremde, der allen möglichen Stellen verbrannt zu sein schien. Eine dämonische Macht ging von ihm aus. Sie war es, die Weller fesselte.

„Ah, aufgewacht. Nun denn, dann können wir beginnen. Bevor du selber dran bist, werde Zeuge, wie  meine jungen Opfer das Höllenfeuer nähren und entfachen, welches ich auf diese Stadt hernieder regnen lassen werde. Was mir dereinst angetan, sollen alle in diesem Ort erleiden. Mit Satans Hilfe vollende ich meine Rache!“
Damit wies er mit einer verbrannten, klauenartigen Hand auf die Anlage, und die Särge setzten sich in Bewegung. Die Öfen öffneten sich und gaben rotglühende Löcher frei, gleich einem Höllenschlund.

Zu seinem maßlosen Entsetzen, hörte Paul wie von innen gegen die Särge gehämmert wurden. Stimmen riefen von innen um Hilfe. Stimmen ,die ihm bekannt vorkamen. Stimmen Jugendlicher aus dem Ort, die er kannte. Er stieß einen Schrei des Entsetzens aus. Der Unheimliche lachte schaurig, und die Särge fuhren in die Öfen ein…
*
Pfarrer Woelk betrat das Krematorium. Er wandte sich  Zielsicher nach  Rechts, und versuchte die Tür zu öffnen. Es ging nicht. Kurz verharrte er, dann nahm er sein silbernes Kruzifix, küsste es und drückte es gegen die Tür. Ein Zischen ertönte und sie ging auf. Der schob sie ganz auf, und trat hindurch. Da erscholl ein Schreckensschrei…
*
Das schaurige Lachen des Unheimlichen, und Pauls Entsetzensschrei vermischten sich, doch plötzlich wurde es von einem scharfen Ruf durchbrochen.
„Jeremias Brünn!“

Der Unheimliche und Paul drehten sich in Lichtung der Stimme um. Langsam, aber festen Schrittes kam der Pfarrer näher. Mit der einen. Er hielt das Kruzifix mit der linken Hand hoch. In der Rechten hielt er die Weihwasser-Viole.

Schon war er an die dämonische Gestalt heran gekommen, da hob er die Hand mit der Viole, und Weihwasser spritze dem Unheimlichen ins Gesicht. Ein lautes Zischen mischte sich mit dem erschreckten Aufschrei des Untoten, und ruckartig kamen die Särge Zentimeter in der Öffnung zu stehen, die an den Fußenden bereits angekohlt waren.

„Du willst ein Opfer?“, rief der Pfarrer „Du sollst eins haben, denn es war letztendlich die Inquisition, die dich verurteilte. Hier ist dein Opfer!“

Mit diesen Worten stürzte er sich auf das Monster und umfasste es, so, das sich das Kruzifix zischend gegen dessen Leib drückte. Dann drängte er es zum, ihnen nächststehenden, Ofen.
Mit einem Fußtritt schob er den Sarg beiseite, und drängte mit seinem Gegner der rotglühenden Öffnung zu. Er wandte sich kurz Paul zu, und rief: “Retten sie die Kinder!“, dann stürzte er sich und den sich verzweifelt wehrenden Unheimlichen mit einem gewaltigen Satz in den Höllenschlund.

Die Glut schlug über ihnen zusammen, und peitschte auf. Bläuliche Flammen schossen aus dem brodelnden Ofen heraus, der mit einem gigantischen Knall barst, dann verwandelte sich die Halle in ein loderndes Inferno…

*
Schon als der Pfarrer den Unheimlichen mit Weihwasser besprenkelte, spürte Paul Weller, dass er sich wieder bewegen konnte.
Sofort stand er auf.Trotz Schmerzendem Kopf und Schwindelgefühl erfasste er die Lage sofort.

„Wenn du ein Opfer willst…“, hörte er Woelk rufen, da war er schon bei den ersten Särgen, öffnete sie, und lies die Gefangenen heraus.
„Raus hier, schnell!“, rief er den verängstigten und verstörten Jugendlichen zu, dann lief er  zur Ofenanlage, um die Särge auf den Förderbändern zu öffnen. Zunächst, den, welchen der Geistliche vorhin zur Seite getreten hatte.

 „Retten sie die Kinder !“, hörte er den Priester noch rufen, als er die Beiden Jugendlichen, Mark und Kira, bei den Händen fasste, und mit sich zog. Kira hatte Tränen in den Augen.

Kaum waren sie vom Ofen weg, da knallte es schon. Der Ofen explodierte. Bläuliche Flammen züngelten um sie herum. Die Druckwelle der Explosion warf sie zu Boden. Sofort erhoben sie sich wieder, und kämpften sich zur Tür, wo die anderen beiden immer noch Standen. Mittlerer Weile war die ganze Halle ein Flammenmeer.

„Ich hab doch gesagt, ihr sollt hier raus. Worauf wartet ihr?“, rief Paul, und schob die Beiden weiter. In diesem Moment gab der Boden unter einem Ofen nach. Die ganze Anlage fiel mit Getöse in sich zusammen. Unten explodierte ein Heizölbehälter, und hier zerbarsten zwei Eimer mit Verdünnung.

Nun begriffen lösten sich auch die Beiden angesprochenen aus ihrer Erstarrung,  und gemeinsam flohen sie zur Tür, die bereits auch von Flammen umgeben  war. Gerade kamen sie noch durch. Paul schob seine Schützlinge voran, und hechtet als letztes nach draußen .Sekunden später fiel der Türrahmen hinter ihm zusammen, und gleich danach die Wand. Auch der Vorraum stand bereits in Flammen. Die Hitze raubte ihnen den Atem. Paul schob die Jugendlichen voran, und schließlich hatten sie sich ins Freie gekämpft.

Sie hasteten den Weg runter bis zum Auto. Dort verharrten sie hustend und Keuchend. als sie wieder Luft bekamen, wandten sie sich um, und sahen dorthin zurück, wo das gesamte Gebäude in Flammen stand. Es wirkte wie eine gigantische Fackel, welche den ganzen Ort in gespenstisches Licht tauchte.

Plötzlich schoss eine bläuliche Flammensäule senkrecht empor, und zerteilte sich in funken, wie eine Silvesterrakete, dann stürzte das Gebäude endgültig ein. In der Ferne hörte man Sirenen der Feuerwehr, doch zu löschen gab es jetzt nichts mehr.

Notärzte versorgten Paul und die Jugendlichen, während auch die letzten Reste des Gebäudes verbrannten. Schließlich stürzte auch der Schornstein ein. Das alte Krematorium gab es nicht mehr.

Erst am nächsten Tag konnte man die Überreste des toten Jungen, sowie Albert Jörk und des aus den rauchenden Trümmern bergen. Vom toten Pfarrer zeugte nur noch ein Klumpen Silber, der einmal sein Kruzifix war. Er wurde ins Pfarrhaus gebracht, wo man auch die alten unterlagen fand. Alles was man von Corky fand, war seine Identifikationsmarke aus der Militärzeit.

Der Ort, an dem das Krematorium stand, ist immer noch unheimlich, wenn nicht noch unheimlicher. Es heißt, ein Teil eines Ofens ist noch übrig, und ab und zu glüht es in ihm auf…

ENDE

Noch nicht genug gegruselt?Kein Problem:

                      Halloween 2014:Das Ding aus dem Watt

Sonntag, 18. Oktober 2015

Jan-aus dem Reich der Toten-Teil 3

 „Phantastisch“, meint Martin, als er die unheimliche Botschaft betrachtet .Wir haben uns am nächsten Vormittag bei Adele getroffen. „Ach, das ist beinahe genial“
„Freut mich, dass es dir gefällt“, meine ich lakonisch.
„Oh, du verstehst mich falsch. Diese Botschaft bestätigt eindeutig, dass wir  da tatsächlich etwas auf der Spur sind. Warum sonst sollte man solch eine Warnung schicken? Wenn ich bisher nicht hundertprozentig von einem Verbrechen überzeugt war, dann bin ich es jetzt.“
„Was mir Kopfzerbrechen bereitet“, sage ich „ist, woher die wussten, das ich in der Bibliothek  war, oder überhaupt, das ich in der Sache drin stecke. Der Zettel muss mir in der Bibliothek zu gesteckt worden sein. Ich weiß noch, das mich jemand anrempelte.“

„Das lässt darauf schließen, dass du vielleicht tatsächlich in diesem Haus, das ich mir übrigens auch selber noch einmal ansehen möchte, nicht allein gewesen bist. Möglicher Weise bist du beim Betreten des Hauses beobachtet worden. Es kann aber auch sein, das der Unbekannte zufällig in der Bibliothek feststellte, dass du Informationen über die Familie Dijsterkamp gesucht hast, und sofort handelte.
Wenn ihr wollt, können wir gleich zu der Schwester von Klara Persson fahren. Sie heißt Gesa Klemm, und lebt mit ihrem Mann in Horn. Außerdem habe ich einen Termin mit Dr. Uwe Stöhver gemacht, dem Sohn des Haisarztes, der die Praxis seines Vaters in Schwachhausen weiter führt.
Er hat tatsächlich noch die alten Krankenakten im Keller“

Wir fahren also zunächst zu Gesa, der Schwester Klara Perssons. sie ist eine ältere Dame von Achtzig Jahren, und wohnt  mit ihrem Mann in einem Einfamilienhaus in Horn. Sie schlank, groß gewachsen, und hat ein, trotz Falten, fein geschnittenes Gesicht, und fast weißes Haar.
„Viel kann ich nicht sagen, ich war damals Achtzehn, wissen sie? Ja, Klara war ein lebenslustiger Mensch. Sie hatte einen Draht zu Kindern, war innerlich manchmal selber noch ein Kind, und dabei war sie meine ältere Schwester.
Ja, Jan hatte sie besonders gern. Er ein ehr aufgeweckter Junge, der sein Umfeld genau beobachtete. Sie war manchmal überrascht, was ihm so alles auffiel. Dinge, die meisten nicht wahr nahmen, weil sie nicht genau hinsahen.“

„Haben sie ihn auch persönlich gekannt?“
„Nein, ich weiß nur, was mir Klara erzählte, wenn wir uns trafen. Aber ich habe noch ihre Tagebücher. Wenn sie glauben, das sie ihnen helfen können, kann ich sie ihnen gern leihen.“
„Gern“, meint Martin „Mit ihrem verschwinden, wie war das damals?“
„Nun ja, eines Tages, das muss im Juli´53 gewesen ein, da kehrte sie nicht nach Hause zurück. wir fragten überall nach. Schließlich gab es sogar eine Suchaktion der Polizei, aber sie wurde nie gefunden, und kehrte auch nie zurück.“

„Jan behauptete auf einem Zettel, dass sie ermordet wurde“
„Ja, ich habe davon gehört, auch die Polizei mutmaßte ein verbrechen, konnte aber nie Beweise dafür bringen. Von anderen kam die Vermutung, sie sei ausgewandert.“
„Glauben sie das?“
„Nein, eigentlich nicht. Sie wäre nie gegangen, ohne sich vorher bei uns zu melden.“
„Ist ihnen bekannt, ob es jemanden gab, der ihr den Tod wünschte?“
„Oh nein, sie war überall beliebt, andererseits war sie den Männern nicht abgeneigt, und sie wissen ja, was Eifersucht bewirken kann. Aber wir haben die Hoffnung nie aufgegeben, dass wir sie noch einmal wieder sehen.

Gesa übergibt uns die Tagebücher. Wir verabschieden uns, und fahren zum Arzt.
„Ich habe die Akten bereits für sie heraus gesucht. Normaler Weise gibt es eine ärztliche Schweigepflicht, aber in diesem Fall ist sie erloschen.“ Dr. Stöhver ist Mitte vierzig, mittelgroß und korpulent. Er hat braunes, schütteres Haar, und ein gebräuntes, rundes Gesicht mit blauen Augen.
„Ja, Kinderlähmung, Poliomyelitis, eine Infektionskrankheit, bei der Viren das Bewegungszentrum im Rückenmark befallen. Das War´s, warum Jan im Rollstuhl saß. Er hatte die Krankheit im alter von Zehn Jahren bekommen, hatte ansonsten aber alles gut überstanden. Sie kann auch zum Tode führen. Tja, und dann, ab August´53 begann sich sein zustand zunehmend zu verschlechtern. Er starb dann  an einer Sepsis, einer Blutvergiftung, so steht es jedenfalls im Totenschein.“

„Und an der Diagnose gab es keine Zweifel?“
„Es sieht so aus, sonst hätte er den Totenschein nicht unterzeichnet. Aber etwas anderes interessantes habe ich bei der durchsicht der Krankenakten entdeckt. Offenbar wurde die Familie seitdem von einer Art fluch befallen. Immer wieder starben Familienmitglieder bekannte oder Geschäftspartner unter zumindest merkwürdigen Umständen. “

Mit gemischten Gefühlen verlassen wir die Praxis.
Das alte Haus ist hier in der Nähe“, meint Martin „Was haltet ihr davon, wenn wir ihm einen Besuch abstatten?“
Ich habe zwar ein mulmiges Gefühl, aber ich stimme trotzdem zu. So fahren wir also zu jenem Haus, das ich eigentlich nicht mehr betreten wollte.
Jetzt im licht des hellen Tages wirkt es zumindest von Außen nicht ganz so düster, wenn auch nicht einladend.

Wir betreten den Vorgarten, gehen zur Tür, und betreten das Haus. Und kann man das Mobiliar besser sehen. Die alten, jetzt mottenlöchrigen, Teppiche , die Bilder an der Wand.
Wir sehen uns um, und kommen schließlich auch zur Treppe, die nach Oben führt. wir sehen hinauf.

Auf Martins Vorschlag steigen wir die Stufen hinauf, und gehen in Jans Zimmer, wo sich auch der Privatdetektiv gründlich umsieht. Sein Blick bleibt kurz auf dem Rollstuhl hängen, dann nickt er uns zu, und bedeutet uns, ihm zu folgen. Wir verlassen das Zimmer, und werfen noch einen blick in die übrigen Räume, die sich als normale Wohnräume heraus stellen.  So verlassen wir die Etage, und steigen die Treppe wieder hinunter. Als wir auf halber Höhe sind, hören wir, ein zumindest mir vertrautes, Quietschen. Wir drehen uns um, und sehen Oben am Treppenansatz -den Rollstuhl!

„Geisterstunde“, bemerke ich ironisch
„Okay“, meint Martin, das wollen wir doch mal sehen. Er läuft, von uns gefolgt, noch einmal die Treppe hoch. doch wir finden Niemanden. Wir laufen wieder hinunter, und Martin läuft nach draußen, umrundet das Haus, doch es ist niemand draußen. Verwirrt starren wir nach oben, wo der Rollstuhl ganz still steht.

„Das gibt’s doch nicht“, stößt Adele aus.
„Es muss eine Erklärung dafür geben“, meint Martin „Vielleicht liegt sie im Keller, da waren wir noch nicht.“
Wir stimmen zu, und suchen nach der Kellertür, die wir sehr schnell befinden. Sie befindet sich unter der Treppe, die nach Oben führt, befindet.Wir probieren die Tür aus. Sie ist nicht verschlossen.

Martin fischt eine Taschenlampe aus seiner Jacke, und wir steigen nach unten. Im Licht der Lampe sehen wir viel altes Gerümpel. An den Wänden Regale. Dieser Keller besteht offenbar aus mehreren Gewölben. Eines ist ein Weinkeller, Tatsächlich legen in einigen Regalen sogar noch ein Paar Flaschen.
Wir gehen weiter in ein halb verfallenes Gewölbe, wo Schutt vor der Wand liegt, und es furchtbar stinkt. Plötzlich stolpere ich über ein großes Bündel. Martin leuchtet hin, damit wir sehen können, was dort im Weg liegt, und bei dem ,was ich sehen, wird mir Speiübel, ich weiß jetzt ,was den Gestank verursacht hat, und ich muss mich zusammen reißen, nicht vor Grauen aufzuschreien. Dort liegt einem halbverweste, Blut verschmierte Leiche…


Samstag, 10. Oktober 2015

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 11

19.05.2025, in der Nähe von Timisoara, Rumänien, Abends

Ich fühle mich müde und leer. Ich weiß nicht wirklich, wie es weiter gehen soll. Überhaupt, verstehe ich nicht einmal, wie ich es geschafft habe, bis hier hin zu kommen.

Nachdem wir  die Nachricht vom Verschwinden Steinmanns bekamen, berieten wir, was zu tun sei.
„Bringt es jetzt überhaupt noch was, dort hin zu fahren?“, fragte Jean
„Ich glaube, solange es Hoffnung gibt, das Steinmann, und vor allem auch Celia noch leben, sollten wir es versuchen“, meinte ich.
Jean lachte
„Wie mutig die Liebe doch machen kann“
Ich fühlte wieder, dass ich rot wurde.

„Aber du hast Recht, es ist noch nicht Zeit, die Flinte ins Korn zu werfen, sonst wären auch alle Mühe und aller Aufwand umsonst gewesen. Es gibt schließlich auch eine Mission, die wir zu erfüllen haben. Wir müssen dann eben auch Steinmann befreien, wenn er noch lebt.“

„Wir müssen zeitig los“, meinte Zeljko „Die werden bald auch hier sein. Ich habe außerdem erfahren, das sie de Gruyne geschnappt haben, und der Graf ist unter getaucht.“
Mit einem Geländewagen fuhren wir am nächsten morgen los, nachdem wir ein karges Frühstück eingenommen hatten.

Die Fahrt ging zunächst über die slowenische Grenze, durch Slowenien bis nach Zagreb, wo wir eine Pause einlegten. Die Landschaft hier auf dem Balkan ist felsig und ursprünglich. Man fühlt sich an die Winnetou-Filme erinnert, die tatsächlich hier in Kroatien gedreht wurden, während wir nun das Land in Richtung Vojvodina durchfahren, die zu Serbien gehört.

In vielen Orten sind noch Spuren des Jugoslawischen Bürgerkrieges zu sehen, und Serbien die Spuren der Bombardierungen im Kosovo-Krieg. Durch felsige Landschaft ging es nun in Richtung Novi Sad, wo wir einen weiteren Stopp einlegen sollten.

Wir wurden hier schon in einer kleinen Pension erwartet, und sehr freundlich empfangen. Dusko, der Wirt, ein beleibter, dunkelhaariger Mann, mit massigem Gesicht, versicherte uns, auf unserer Seite zu stehen, und alles für uns zu tun. Eines gewissen Misstrauens konnte ich mich allerdings nicht erwehren. Doch ich entschloss mich, meine Zweifel zu überwinden.

Wir bekamen eine einfache landestypische Mahlzeit, die aus Fleischspießen, Salat und Djuvec- Reis bestand, dazu schweren, süßen Wein.
Obwohl ich wie anderen maßvoll trank, wurde ich sehr schnell müde, und hatte, als ich am nächsten Morgen aufwachte einen „dicken Kopf“. Aber außerdem hatte ich Fesseln an Händen und Füßen.

Im nächsten Moment stellte ich auch fest, das ich nicht in meinem Bett war, sondern in einem Keller lag.
„Da haben die uns aber schön rein gelegt“, tönte es neben mir
Ich sah mich um. Neben mir lagen Jean und seine Crew. Nur Zeljko fehlte.
„Möchte wetten, da war ein Schlafmittel im Wein“, brummte der Kapitän „deshalb sind wir auch so schnell Müde geworden“
„Aber wo ist Zeljko?“, wollte ich wissen
„Möglicher weise haben sie den schon kalt gemacht“, meinte Alain, und Jean brummte zustimmend.

Ich sah mich in dem Keller um. Das Licht, welches durch ein Oben liegendes Fenster einfiel, lies einige Regale mit Vorräten erkennen. außerdem stand an einer Wand  links von mir, direkt neben der Treppe ein Weinregal. Ich lies alles auf mich wirken, da ertönten oben Schritte. Die Kellertür öffnete sich, und jemand kam die Treppe hinunter.  

Das Licht wurde eingeschaltet, und wir sahen -Zejlko und Dusko, die uns höhnisch anlächelten.
„Zeljko“, rief ich „Was soll das .wieso habt ihr das getan?“
Zeljko beugte sich zu mir runter “Oh, das müsst ihr nicht persönlich nehmen. Es ist nur so, das die dunklen Männer einen hohen Preis für euch zahlen, und insbesondere für dich, und für das, was du da drin hast.“

Er deutete links neben mich, und jetzt gewahrte ich, dass mein Rucksack neben mir lag.
„wir sind arme Schweine, und das gibt uns die Möglichkeit auf ein besseres Leben. Ich habe Fünf Kinder zu ernähren.“
„Du erwartest jetzt hoffentlich kein Mitleid“
Zeljko lachte
„Kein Problem. Sie werden bald kommen. Solange bleibt ihr hier“

Er erhob sich wieder, und verlies mit Dusko im Keller. Wir waren wieder im Dunkeln.
„Dann wissen wir jetzt auch, wer der Verräter ist“, meinte Alain dumpf
„Nicht unbedingt“, meinte ich „Dann hätte er uns denen schon in dem Hotel in Triest übergeben können. Nein, es muss da noch jemanden geben.“
„Junge, du machst ja Fortschritte“, lobte der Kapitän
Ich lächelte still in mich hinein, und sah mich um, so gut mein Auge sehen konnte. Da fiel mir etwas ein.

Das Weinregal mit den Flaschen. Ja, das wäre eine Möglichkeit. Mühsam begann ich mich zum Weinregal herüber zu Robben. Mit gefesselten Armen und Beinen dauert selbst das schon eine Ewigkeit. Doch irgendwann war ich da. Nun begann ich mich gegen das Regal zu werfen, um auf diese Weise eine oder mehrere Flaschen hinter  zu stürzen, deren Flaschen, wenn sie am Boden zerschellten, ein gutes Werkzeug zur Durchtrennung der Fesseln wären.

Natürlich war ich mir des Risikos bewusst, welches ich da einging, insbesondere, weil ich ja auch Lärm machte, aber ich hoffte, das wir tief genug waren, damit niemand etwas hörte.
Der Kapitän schien bemerkt zuhaben, was ich vor hatte.
„Junge, du gefällst mir raunte er, du lernst sehr schnell dazu“
Ich warf mich weiter gegen das Regal. schließlich war ich am Ziel. Eine, und noch eine zweite Flasche fielen herunter, und zerschellten krachend auf dem Boden neben mir.

Langsam schob ich mich auf die Scherben zu, wobei ich den Weingeruch, und den Wein selber als Orientierung nahm. Ich robbte mühsam durch die Flüssigkeit, dabei spürte ich, wie ich einen Splitter in den Rücken bekam, aber schließlich bekam ich eine große Scherbe zu fassen. 

Es kostete noch einmal Mühe, bis ich die Scherbe so in meiner Hand so zurecht gerückt hatte, das ich damit meine Fesseln zerschneiden konnte , das dauerte auch noch einmal, da ich im gefesselten Zustand natürlich nicht die Kraft hatte, richtig zu schneiden. Ich musste viel mehr die Scherbe so gut es ging an den stricken reiben. doch schließlich spürte ich, wie sie nachgaben, und hatte schließlich die Hände frei. die Fußfesseln zu lösen war jetzt ein Leichtes.

Was nun? Ich sah mich wieder um. Wenn ich die große Kiste vor dem Regal an das Fenster stellte, könnte ich heran kommen. Durch die Tür zu entkommen dürfte sowieso nicht möglich sein. aber erst musste ich meine Freunde befreien. Da ertönten oben Geräusche. Schwere Schritte, und dann stimmen.
„Wo sind sie?“, fragte eine raue Stimme
„Unten im Keller, gut verschnürt“, hörte ich Zeljko antworten.
„Gut, dann holen wir sie gleich“
„Flieh alleine“ hörte ich jetzt Jean leise rufen
„Was?“, antwortete ich“

„Flieh alleine. Du hast doch gehört, die kommen gleich. Wir werden nicht mehr Zeit genug haben, zusammen zu fliehen, aber du bist der wichtigste.Du musst entkommen, und möglichst großen Vorsprung haben. Gib mir nur die Scherbe, und vergiss deine Tasche nicht.wir schaffen es schon.“

Zögernd ging ich zu ihm, und legte die Scherbe in die Hand, dann griff ich meinen Rucksack, holte die Kiste, stellte sie unters Fenster, und stieg hinauf.
„Schlag es ein. Alain, du liegst dem Regal am nächsten. Wenn Toby die Scheibe einschlägt, tritt dagegen.“
Alain nickte nur, und kroch in Richtung Regal.“
Ich holte aus, Alain auch .Gleichzeitig schlugen nun mein Ellen bogen, und Alains Fuß in die Scheibe, beziehungsweise, das Regal ein.

Schon hörte man oben Schritte .Ich sah mich noch einmal um.
„Raus, schnell“, raunte Jean
Ich griff durch das Loch in der Scheibe nach außen, erfasste den Griff, öffnete das Fenster, und kroch hinaus.

 Ich kam in einem dunklen Hinterhof heraus. Als ich mich umsah, fiel mir auf der einen Seite ein alter Kübelwagen auf. Genau, den könnte ich jetzt brauchen.Ich hatte ja Führerschein. Vorsichtig schlich dorthin, während ich von vorn laute Stimmen hörte. Es steckte kein Schlüssel. Mist! Obwohl mir klar war, dass gleich der Hinterhof von dunklen Männern wimmeln würde, suchte ich im Fahrzeug nach dem Schlüssel. Da -unter dem Sitz! Mein Glück hatte mich doch noch nicht verlassen.

Ich zog den Schlüssel unter dem Sitz hervor, steckte ihn ins Schloß, und startete den Motor. Ein Gefühl der Erleichterung überkam mich, als ich den Motor laufen hörte. Um nicht gleich aufzufallen, lies ich den Scheinwerfer aus.
Vorn konnte ich nicht lang fahren, weil dort die dunklen Männer waren, aber hier hinter dem Hof führte ein Feldweg weg. Ohne weiter zu überlegen, fuhr ich dort entlang. Erst in einiger Entfernung  vom Hof, schaltete ich die Scheinwerfer ein.

Das Gefühl der Erleichterung war inzwischen Unsicherheit und angst gewichen, angesichts der Tatsache, dass ich mich nun auf mich allein gestellt, in einem fremden Land befand, und noch nicht mal wusste, ob ich in der richtigen Richtung unterwegs war. In Triest hatte ich noch etwas Geld eingetauscht, und ich hatte ja auch noch diese gigantische Kreditkarte. Ich warf einen Blick auf den Tank. der war noch voll.

Irgendwann mündete der Feldweg in eine Landstrasse. Nach kurzem Überlegen bog ich nach Rechts ab, und folgte der Strasse. Da, ein Schild, dessen Schrift ich zwar nicht lesen konnte, dass aber von den Symbolen her ein Hinweis auf die rumänische Grenze, mit einem Richtungspfeil, der in die Richtung wies, in die ich gerade fuhr .Na, wenn das kein Glück war! Ich fuhr also weiter in dieser Richtung, war in Gedanken jetzt aber bei meinen Freunden, bei Celia, und beim Kapitän und seiner Crew.Ich wünschte, ich hätte mehr für sie tun können, doch andererseits wusste ich innerlich, das ,meine Mission zu erfüllen, ihnen am Meisten helfen würde.

Aber wie, wenn nun auch Steinmann verschwunden war, und wen sollte ich dort in Rumänien ansprechen. Ich versuchte diese sorgen zu vertreiben. Nachdem ich die ganze Nacht hindurch gefahren war, hielt ich in der Dämmerung an einer Tankstelle an, füllte den Tank nach, und kaufte mir etwas zu essen. Die Verständigung klappte leidlich über ein paar Brocken englisch, sowie den Einsatz von Händen und Füssen.

Als ich wieder los fuhr, konnte ich auf einem Schild erkennen, das ich nur noch wenige Kilometer von der Grenze entfernt war.Ich gab also Gas, umso mehr. Als ich im Rückspiegel zwei schwarze Armee-Jeeps sahen, die auf die Tankstelle fuhren. siedend heiß wurde mir nun auch klar, das die dunklen mit Sicherheit den Grenzübergang kontrollieren würden.Ich musste also über die grüne Grenze nach Rumänien.

Kurz vor dem Grenzübergang bog daher auf einen Feldweg ein, auf dem ich bis an die Grenze kam, die hier durch Schilder markiert war. Soweit ich fahren konnte, fuhr ich. Dann aber kam hügelige Wildnis, die mich zwang, den Weg zu Fuß fort zu setzen. Was ich mitnehmen konnte, nahm ich mit. Als ich schließlich rumänischen Grund betrat, sah ich um, und folgte schließlich dem Weg  zur Strasse, und ging ihn entlang bis zum nächsten Dorf. Ein Wegweiser gab an, dass es hier entlang nach Timisoara ging. allerdings waren es noch gute dreihundert Kilometer bis dort hin.

Ich ging sie Strasse weiter lang, bis zu einem alten, beplanten LKW, der am Straßenrand stand. Grade, als ich dahinter stand, bestieg ein Mann das Fahrzeug bestieg. Im Augenblick beschloss ich die Gelegenheit zu nutzen, und sprang hinten auf. Was hatte ich zu verlieren. Auf diese Weise konnte ich bis nach Timisoara kommen, und von dort nach Bistritza. Im schlimmsten Fall konnte ich in die falsche Richtung kommen.

Etwa zwei Stunden fuhren wir, dann hielt der LKW. Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte, sprang ich ab. Ich befand mich auf einer Art Gutshof. Ich lief schnell in Richtung einer alten Scheune. Die Tür war offen. Ich trat ein, und Schloß die Tür.
Das Gebäude war baufällig. Man konnte hinten ein Loch im Dach sehen. Ansonsten waren da einige alte Werkzeuge, und ein großer Haufen fauliges Heu. Nun ja, besser als gar nichts .Ich lies mich darauf nieder und begann zu schreiben. Mittlerer Weile ist es dunkel geworden, und der Mond scheint durch das Loch im Dach  


Ich will es mir grade gemütlich machen, da höre ich draußen Stimmen, und jemand öffnet die Tür. Haben sie mich jetzt doch erwischt?...

Sonntag, 4. Oktober 2015

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 10

17.05.2025,Triest,Spät abends
Giacomo Fellieri, auch „der Graf“ genannt, war ein hoch gewachsener, hagerer Mann mit kurzem ,weißem Haar, und hagerem Gesicht mit tief liegenden, blauen Augen, und einer Adlernase, der tatsächlich, in seiner ganzen Körperhaltung, Aristokratisch wirkte.

Er begrüßte uns herzlich, und blieb mit seinem blick besonders auf mir hängen.
„Ja“, sagte er, Überraschender Weise in klarstem Deutsch. „sie sind in der Tat ganz der Sohn ihres Vaters. Ja, ich habe ihn gekannt.“
Er ging zu einem Regal, betastete den Rücken einiger Bücher, und zog eines halb heraus. Augenblicklich, als er das tat, schwangen die daneben stehenden Bücher als eine Tür nach innen, und gaben den Blick in ein Geheimfach frei, aus dem er einen großen Umschlag nahm.
 „Ich nehme an, dass sie bereits in Brügge bei Drees de Gruyne waren. was sie dort bekommen haben, muss mit dem hier zusammen verwendet werden.“
„Was wissen sie von Celia“, fragte ich
Fellieri lächelte

„Ihre Sorge um sie muss wirklich sehr groß sein. Nun, sie lebt, und wird momentan in einer Felsenfestung in der Nähe von Vatra Domei, in den Karpaten, fest gehalten. In ein paar Tagen, so meine Quellen, soll sie nach Berlin überführt werden, mit ihnen zusammen. Sie soll wohl ein Köder sein.“
Ich atmete tief durch
„Wir müssen trotzdem versuchen, sie zu befreien“
„Nun mal langsam. erstmal müssen sie zu Franz Liviu Steinmann. Er wohnt in derselben Gegend, unweit von Bistritza zu den Karpaten hin.“
Er lächelte wieder

„Aber es ist schön zu sehen, dass sie unter gewissen Umständen doch das Zeug zum Helden zu haben scheinen, und das werden sie auch brauchen“
Ich fühlte, dass ich rot wurde, und auch die anderen lächelten, denn die letzten Worte hatte wir, aus Rücksicht auf Jean und seine Mannschaft auf Französisch geführt.
„Nun gut, in einer Stunde brechen sie auf. wir bringen sie erst mal nach Triest. Von da aus geht es nach Kroatien, und über Serbien nach Rumänien. Wir haben auch Freunde dort.“
Nach einer Stunde ging es wirklich los. Zunächst wurden wir quer über den italienischen Stiefel, bis nach Marina di Ravenna, ohne das es bemerkenswerte Geschehnisse gab. Wir ließen die Toskana hinter uns, überquerten die Appeninen, und kamen schließlich an der Adria-Küste an. Dort wartete ein Schiff auf uns, eine alte Fähre, die uns nach Triest bringen sollte.

In Trieste angekommen, wurden wir von einem dunkelhaarigen, jungen Mann, der sich als Zeljko vorstellte, und aus Kroatien stammte, in ein kleines Hotel geführt, in dem wir übernachten sollten.
Wir waren im Begriff  schlafen zu gehen, als es plötzlich laut an meiner Tür klopfte. Es war Zeljko, der  rief:
„Schnell, wir müssen sofort hier weg, und zur Grenze, die dunklen kommen. Sie wissen, dass ihr hier seid. Es muss einen Verräter geben.“

In aller Eile zog ich mich an. Die anderen warteten bereits draußen, als ich mein Zimmer verlies. Unten konnte man lärm, und laute stimmen hören.
„Verdammt, sie sind schon da!“, entfuhr es Zeljko „Kommt, hier lang!“
Er führte uns zu einem Treppenhaus, und in die nächst niedrigere Etage. Kaum waren wir hier im gang verschwunden, da hörten wir auch schon schwere Schritte, die Treppe herauf eilen.
„Los“, zischte unser Helfer.

Wir verließen den Gang und eilten die Treppen hinunter. Im Erdgeschoß bedeutete er uns zu halten. An der Tür stand ein uniformierter und hielt Wache. Wir duckten uns, und schlichen unter der Sichtscheibe eng an der Tür Vorbei, so dass der Posten uns durch die Scheibe nicht sehen konnte, dann eilten wir die letzte Treppe hinunter in die Tiefgarage, zu einem Kleinbus.
„Rein da ,schnell !“

Wir stiegen ein, Zeljko schwang sich auf den Fahrersitz, und fuhr los.
„Damit haben sie nicht gerechnet, und die Tiefgarage nicht bewacht“, sagte unser Helfer mit grimmiger Genugtuung.
Wir fuhren bis zum Stadtrand zu einer kleinen Herberge, wo ich jetzt schreibe.Kurz nachdem wir angekommen waren, kam Zeljko mit einer weiteren schlechten Nachricht:

„Wir haben eine Nachricht von unseren Freunden in Rumänien bekommen. Franz Liviu Steinmann ist verschwunden. Offenbar haben sie auch ihn geholt!“…