Sonntag, 4. Oktober 2015

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 10

17.05.2025,Triest,Spät abends
Giacomo Fellieri, auch „der Graf“ genannt, war ein hoch gewachsener, hagerer Mann mit kurzem ,weißem Haar, und hagerem Gesicht mit tief liegenden, blauen Augen, und einer Adlernase, der tatsächlich, in seiner ganzen Körperhaltung, Aristokratisch wirkte.

Er begrüßte uns herzlich, und blieb mit seinem blick besonders auf mir hängen.
„Ja“, sagte er, Überraschender Weise in klarstem Deutsch. „sie sind in der Tat ganz der Sohn ihres Vaters. Ja, ich habe ihn gekannt.“
Er ging zu einem Regal, betastete den Rücken einiger Bücher, und zog eines halb heraus. Augenblicklich, als er das tat, schwangen die daneben stehenden Bücher als eine Tür nach innen, und gaben den Blick in ein Geheimfach frei, aus dem er einen großen Umschlag nahm.
 „Ich nehme an, dass sie bereits in Brügge bei Drees de Gruyne waren. was sie dort bekommen haben, muss mit dem hier zusammen verwendet werden.“
„Was wissen sie von Celia“, fragte ich
Fellieri lächelte

„Ihre Sorge um sie muss wirklich sehr groß sein. Nun, sie lebt, und wird momentan in einer Felsenfestung in der Nähe von Vatra Domei, in den Karpaten, fest gehalten. In ein paar Tagen, so meine Quellen, soll sie nach Berlin überführt werden, mit ihnen zusammen. Sie soll wohl ein Köder sein.“
Ich atmete tief durch
„Wir müssen trotzdem versuchen, sie zu befreien“
„Nun mal langsam. erstmal müssen sie zu Franz Liviu Steinmann. Er wohnt in derselben Gegend, unweit von Bistritza zu den Karpaten hin.“
Er lächelte wieder

„Aber es ist schön zu sehen, dass sie unter gewissen Umständen doch das Zeug zum Helden zu haben scheinen, und das werden sie auch brauchen“
Ich fühlte, dass ich rot wurde, und auch die anderen lächelten, denn die letzten Worte hatte wir, aus Rücksicht auf Jean und seine Mannschaft auf Französisch geführt.
„Nun gut, in einer Stunde brechen sie auf. wir bringen sie erst mal nach Triest. Von da aus geht es nach Kroatien, und über Serbien nach Rumänien. Wir haben auch Freunde dort.“
Nach einer Stunde ging es wirklich los. Zunächst wurden wir quer über den italienischen Stiefel, bis nach Marina di Ravenna, ohne das es bemerkenswerte Geschehnisse gab. Wir ließen die Toskana hinter uns, überquerten die Appeninen, und kamen schließlich an der Adria-Küste an. Dort wartete ein Schiff auf uns, eine alte Fähre, die uns nach Triest bringen sollte.

In Trieste angekommen, wurden wir von einem dunkelhaarigen, jungen Mann, der sich als Zeljko vorstellte, und aus Kroatien stammte, in ein kleines Hotel geführt, in dem wir übernachten sollten.
Wir waren im Begriff  schlafen zu gehen, als es plötzlich laut an meiner Tür klopfte. Es war Zeljko, der  rief:
„Schnell, wir müssen sofort hier weg, und zur Grenze, die dunklen kommen. Sie wissen, dass ihr hier seid. Es muss einen Verräter geben.“

In aller Eile zog ich mich an. Die anderen warteten bereits draußen, als ich mein Zimmer verlies. Unten konnte man lärm, und laute stimmen hören.
„Verdammt, sie sind schon da!“, entfuhr es Zeljko „Kommt, hier lang!“
Er führte uns zu einem Treppenhaus, und in die nächst niedrigere Etage. Kaum waren wir hier im gang verschwunden, da hörten wir auch schon schwere Schritte, die Treppe herauf eilen.
„Los“, zischte unser Helfer.

Wir verließen den Gang und eilten die Treppen hinunter. Im Erdgeschoß bedeutete er uns zu halten. An der Tür stand ein uniformierter und hielt Wache. Wir duckten uns, und schlichen unter der Sichtscheibe eng an der Tür Vorbei, so dass der Posten uns durch die Scheibe nicht sehen konnte, dann eilten wir die letzte Treppe hinunter in die Tiefgarage, zu einem Kleinbus.
„Rein da ,schnell !“

Wir stiegen ein, Zeljko schwang sich auf den Fahrersitz, und fuhr los.
„Damit haben sie nicht gerechnet, und die Tiefgarage nicht bewacht“, sagte unser Helfer mit grimmiger Genugtuung.
Wir fuhren bis zum Stadtrand zu einer kleinen Herberge, wo ich jetzt schreibe.Kurz nachdem wir angekommen waren, kam Zeljko mit einer weiteren schlechten Nachricht:

„Wir haben eine Nachricht von unseren Freunden in Rumänien bekommen. Franz Liviu Steinmann ist verschwunden. Offenbar haben sie auch ihn geholt!“… 

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