Sonntag, 10. Dezember 2017

Timmy auf dem Weihnachtsmarkt-Reloaded

Aus zeitlichen Gründen gibt es Heute keine neue Weihnachtsgeschichte , sondern einen Klassiker, nämlich Kater Timmys Abenteuer auf den Bremer Weihnachtsmarkt.Viel Spaß, und schönen zweiten Advent! 


Der Bremer Stadtkater-Oh je,du fröhliche


Langsam taumelten Schneeflocken vom Himmel und bedeckten die Bremer Innenstadt mit einer weißen  Puderschicht. Es herrschte viel Betrieb ,denn es war Adventszeit und der Weihnachtsmarkt war eröffnet.

Viele Menschen wuselten da durch die Straßen, die es eilig hatten ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen, oder mit ihnen zu Auto oder Straßenhahn zu kommen. Und weil sie so im Stress waren, nahmen sie kaum von den drei Vierbeinern Notiz ,die sich zwischen ihnen durchschlängelten .Es handelte sich um drei Katzen. Eine große rotbraun getigerte ,eine große, magere weiße mit grau getigertem Rücken ,bei der eine Ohrspitze nach vorn abgeknickt war und schließlich noch eine kleine schwarze mit grünlich gelben Augen. Der geneigte Leser wird natürlich schon erraten haben,das sich um Emma, Toby und -Timmy handelte.

Timmy hatte schon von dem Fest gehört, das die Zeibeiner Weihnachten nannten, und als Toby nun vorbeikam und fragte ,ob er diesen Weihnachtsmarkt mal sehen wollte ,stimmte er begeistert zu und auch Emma beschloss mit zu gehen. So waren sie jetzt also unterwegs ,die Violenstrasse entlang und auf den Domshof, auf  dem viele bunte Buden standen, die mit bunten Buchstaben und Lichtern ihre Waren oder Attraktion beworben. Neugierig sah Timmy sich um, sah diese Häuschen ,von denen einige Räder hatten ,auf denen Engel, Rentiere und Weihnachtsmänner gemalt waren ,Karussells, die sich drehten mit Zweibeinerjungen darin, die vor Vergnügen quietschten. Von unterschiedlichen Buden stiegen ihm die unterschiedlichsten Düfte in die Nase. Sie liefen weiter über den Domshof, schlängelten sich zwischen Zweibeinern hindurch in Richtung der Obernstraße.

Gerade waren sie dort angekommen, zwischen Dom und Rathaus, da rumpelte eine Straßenbahn vorbei. Als sie vorbeifuhr lief Timmy los, umkurvte eine Zweibeinerfrau mit ihrem Jungen an der Hand und drehte sich nach seinen Begleitern um “kommt ihr?“ Aber wo waren sie denn? Sie waren nicht zu sehen .Er sah durch die Menschenmenge auf der andern Seite, wollte schon wieder rüber laufen, doch kam die nächste Straßenbahn  angerumpelt, so das er auf die andere Seite. und am, Roland stehen blieb, wo gerade die gelben Zweibeiner mit den schmalen Augen davorstanden und von ihresgleichen in einiger Entfernung mit kleinen Kisten ,in die sie reinschauten. Timmy hatte inzwischen gelernt, das sie Bilder voneinander machten, wie auch immer das funktionierte.

Er sah sich um,wo waren Toby und Emma?Vor ihm waren bunte Buden und ein Karussel. Vielleicht waren sie dort hinten irgendwo. er lief also um den Roland herum und zwischen einer Bude, an der „K-a-r--t-o-f-f-e-l-p-u-f-f-e-r, stand und die einen angenehmen Duft verströmte, der ihn daran erinnerte ,das er mittlerer Weile sehr hungrig war.

 So lief er weiter, immer Ausschau nach Emma und Toby haltend. Er blieb stehen, schräg hinter ihm war jetzt die Bude mit den Kartoffelpuffern ,auf der anderen Seite das Karussell, daneben eine Bude mit süßen Dingen. “G-e-b-r-a-n-n-t-e- M-a-n-d-e-l-n“ ,stand daran zu lesen. Vor ihm stand ein Imbiss .Daneben hatte jemand eine Pappe mit einer halben Bratwurst fallen lassen. Er lief hin, unbemerkt- und beachtet von den vielen Zweibeinern. Er schnupperte an der Wurst. “Riecht nicht schlecht“ kurzer Hand schnappte er zu und verspeiste sie und sie schmeckte genauso gut, wie sie roch.

So gestärkt, setzte er seine Suche fort und kam an eine Art großes Haus an dem in verschnörkelten Buchstaben “G-l-ü-h-w-e-i-n“ stand. Es roch hier nach Wein, den Timmy aus dem Laden kannte und Gewürzen. Am Schanktisch stand jetzt ein dicker Zweibeiner mit schwarzen Stiefeln ,einem roten Kostüm und einer roten Zipfelmütze, der einen langen weißen Bart trug ,aus dem eine sehr rote Nase herauslugte.

Timmy hatte von ihm gehört, die Zweibeinigen nannten ihn Weihnachtsmann ,aber ihn nun hier zu treffen? Jetzt drehte sich der Dicke um und sah ihn an. Er beugte sich zu ihm runter ,dabei hielt er einen Becher mit der duftenden ,heißen Flüssigkeit und sagte: A-Auf dein Wohl“, dann nahm er einen tiefen Zug und seufzte behaglich.“aaah,dass tsut gut „ Ich glaub,der redet mit mir, dachte Timmy .Der Weihnachtsmann  hatte den Krug geleert und bestellte einen Zweiten .“Auff einem Bein k-ann man nicht stehen“, sagte er zu Timmy gewandt und zwinkerte ihm zu. Du kannst auch auf beiden nicht mehr ganz stehen ,dachte Timmy, als er sah ,das der Dicke leicht schwankte. Nachdenklich ging er weiter.

Er lies den Blick schweifen. Irgendwo zwischen diesen vielen Zweibeinern mussten seine beiden Artgenossen doch sein und sie würden ihn doch bestimmt auch suchen. Hinten ,hinter den Buden, stand ein großer ,festlich geschmückter Weihnachtsbaum. Er ging in diese Richtung und dort vor einer Holzbude ,an der Treppe der Bürgerschaft, sah er etwas ,das seine Neugier weckte. Da stand ein Mann mit einem Kasten,a n dem eine Kurbel war .An dieser Kurbel drehte er und entlockte dem Kasten damit Töne, die wohl Musik waren, und die viele Zweibeiner anlockte .Ein kleiner Affe an einer langen Leine lief  vor den Zuschauern herum. Er trug ein rotes Jäckchen und eine kleine grüne Melone, die er jetzt abnahm und herumreichte und viele Zweibeiner warfen Geldstücke hinein.

Neugierig ging Timmy zu ihm und wäre fast mit ihm zusammengestoßen. “ola  Gato,pase auf,sonste die Geld fällt runter.““Tschuldigung“,meinte Timmy,“Sammelst du das für den Zweibeiner ein,der dort am Kasten dreht?“ „Natürlicke, ische kann docke nixe anfangen damit ,aber Herrchen gibt mirr zu esse und eine eim,obwohle,isch habe mir was anderes vorgestellt ,als ich kam ierr her ,als rum zulaufen in ässliche Jacke und Hut und sammeln Gelde ein.Wäre ich bloß gebliebe an Amazonas.““Wieso bist du da weg, wo immer das ist“ „Ich wurde gelockt .Sweibeiner nahm mich mit Aus mit Boot.ätte wieder weglaufe könne in Dschungel,aber gebliebe  bei ihm und nun ier.Naja bin irgendwann gelaufe durch offene Türr in Garrte.wurde gefunde von anderre Mann und nun bei Drehorgel.“ „Pepe“,rief der Zweibeiner an der nun kurzzeitig verstummten Drehorgel.“Musse zurücke,Vielleickte,wir sehe uns wieder“Und das Äffchen lief zurück zu seinem Herrchen,um die volle Melone zu leeren..

Timmy lief weiter an Buden und Zweibeinern vorbei. Immer mal wieder blieb er stehen und lies den blick schweifen, um irgendwo etwas katzenmäßiges zu suchen ohne Erfolg. So lief er noch eine Weile lief auch noch einmal auf den Domshof rüber und allmählich taten ihm die Pfoten weh. Also irgendwo hier mussten sie doch sein. Traurig und erschöpft stand er nun zwischen Dom und Rathaus im Schneegestöber  und zwischen vielen ,wuselnden Zweibeinern.

Sollte er zurück in den Schnoor gehen und auf sie warten?Vielleicht war es das Beste. Er drehte sich um ,um über den Domshof zu laufen, prallte aber sofort zurück. Direkt vor ihm, praktisch Nase an Nase, stand ein riesiger Kläffer, ein Schäferhund, dessen gefletschte Zähne, ihn nicht unbedingt als Katzenfreund auswiesen, was er sogleich bestätigte. “Na sieh mal an, knurrte er, da bekomm´ ich ja heut Abend noch was richtig schönes zwischen die Zähne“ Timmy nahm sich gar nicht erst die Zeit zu antworten, wandte sich um, und schoß in Richtung Marktplatz davon.

Der Hund, dessen Herrchen durch ein Gespräch abgelenkt war,  riss sich los und rannte mit schleifender Leine hinter dem Kater her.“Harro hierher, komm zurück“, schrie das erschrockene Herrchen und lief ebenfalls hinterher. Timmy lief über den Markt, schlängelte sich zwischen Zweibeinern hindurch, gefolgt von dem wütenden kläffenden Hund. Hier geriet ein Zweibeiner aus dem Gleichgewicht, da lies einer bald sein Essen fallen und wütend sahen sie hinter den Tieren her, nur um fast mit dem hinterher laufenden und laut „Harro hierher, aus!“, rufenden Herrchen zusammen zu stoßen. Ein, in der Nähe stehender Schutzmann hatte die wilde Jagd bemerkt und lief nun ebenfalls hinterdrein,um zu helfen.

Timmy lief über das sich drehende Karussell ,Hund, Herrchen und Schutzmann liefen umzu, waren dann aber wieder auf seinen Fersen. Jetzt ging es durch eine Menschenmenge nahe der Bürgerschaft und als Timmy hindurchflitze ,sah er die Drehorgel und den Affen. Gleich hinter ihm kam der Hund ,sein Herrchen  und der Polizist prallten in die Menschenmenge und rissen sie um  ,sodass sie ein wild um sich schlagendes Knäuel bildeten.

Durch Timmy und den riesigen Hund und die gleichzeitig wild durcheinander fallende Menschenmenge erschrak auch der Affe. Ein „iiek „,ausstoßend. riss auch er sich los und schoß hinter Timmy her der jetzt auf den riesigen Tannenbaum zu rannte. „Ich hab dich gleich“, hörte den Hund hinter sich,“Aber vielleicht hol´ich mir vorher diesen Affen.“Pepe stieß ein noch lauteres „iieek“aus .

Ohne zu überlegen kletterte Timmy den Baum hoch, gefolgt von dem Affen. So entstand jetzt ein groteskes Bild: unten der laut kläffende Hund ,oben auf der Spitze des Baums der Kater und auf seinem Rücken der Affe. “Wäre ich bloß geblieben an die Amazonas!“ ,schimpfte er. “Kannst du nicht aufhören auf meinem Rücken rumzuhampeln?“ ,fragte Timmy unwirsch. “Dann höre du auf zu schwanken, ich werde schwindlig“ „Du als Affe?“ „Seit hier bin,ich bin nicht wieder auf Bäume geklettert. Wäre ich bloß gebliebe an Amazonas“

„Schön und gut,nur das hilft uns jetzt nicht weiter, solange der da unten ist, außerdem ist es der Baum, der schwankt “Timmy ließ den Blick schweifen. Von hier oben war der Weihnachtsmarkt wunderschön anzusehen, wenn die Lage nur nicht so ernst gewesen wäre. Während die Menschenmenge bei der Orgel sich langsam wieder aufrappelte, hatte sich unten ,um den Baum schon eine größere Menschenmenge angesammelt die nach oben schaute.

Es waren Zweibeinerjungen dazwischen, die begeistert nach oben zeigten. Merkwürdig, über was die sich freuen konnten. Verängstigt sah Timmy nach unten, er konnte doch nicht die Nacht hier oben verbringen. Und da plötzlich, bewegte sich etwas zwischen den Zweibeinern hindurch. Es war ein Hund, aber einer den Timmy gut kannte .Es war nämlich der Käpt´n. Seelenruhig und von den umstehenden Zweibeinern bestaunt, ging er auf Schäferhund zu, und baute sich direkt vor ihm auf. Redete er mit ihm? Einige Augenblicke später wandte sich der Schäferhund ab und ging der der Menschenwand zu, die sich im selben Moment teilte und das erregte Herrchen durchließ, das ihn sofort fest an der Leine packte und mit fort nahm.

„At dieser  Hund gemacht ,eine Exorzismus mit die andere Hund?“,fagte Pepe “Er muss jedenfalls sehr überzeugend gewesen sein “, meinte Timmy. Im gleichen Moment tönte von unten die Stimme des Käpt´ns“Was los,wollt iähr da oben anwächsen?“ “Oh ja,“ meinte Timmy, machen wir uns mal auf den Weg nach unten“ „Nach unte klettern oh je ,oh je“, zeterte Pepe “Komm schon, du bist ein Affe“, ermunterte ihn Timmy, “da hast du das Klettern doch im Blut. Diesen Tannenbaum wirst du doch schaffen, auf meinem Rücken kann dich jedenfalls nicht mitnehmen“ „Wäre ich bloß gebliebe…“ „ich weiß“, unterbrach Timmy und langsam und vorsichtig klettern sie den Baum wieder hinunter.

Unten angekommen lief er gleich zu seinem Helfer hin „Hallo Käpt´n. vielen Dank für deine Hilfe, aber was hast du ihm denn gesagt ,wie hast du das geschafft, das er weg gegangen ist?“ „Och nur das du untär moinem Schutz stehst und das er dich nicht kriegen wird, nor  jor und denn hoben wiär das übliche Spiel des in die Augen Sehens gespielt, woboi verliert, wer als erstes die Augen äbwendet und dobei bin ich unschlogbar .“Aber woher hast du überhaupt davon gewusst?“ „Joa,von Gesche doch, die kom zumiär“ Timmy sah sich sofort nach ihr um, aber nirgends war eine Siam-Katze zu sehen.

Aber sie musste doch hier gewesen sein, wenn sie dem Käpt´n von Timmys Notlage erzählt hatte. Geheimnistuerisches Frauenzimmer! “Tja,schoinst ja n´ Schutzengel zu hoben“ “Timmy!“, klang es da von der anderen Seite .Er drehte sich um und da waren Emma und Toby „Wo warst du  ,wir suchen dich die ganze Zeit“ ,tadelte Emma „Ich hab´ euch auch gesucht, na ja,und dann Probleme mit einem Kläffer bekommen“ „Ja,scheinst ja wirklich n´Talent zu haben, Schwierigkeiten anzuziehen“, lachte Toby „Nun joar,is jo älles gut ausgegängen“, meinte der Käpt´n“Ja ,Danke“,sagte Emma „ich glaube, dann sollten wir nach Hause gehen“

Sie verabschiedeten sich vom Käpt´n und machten sich auf den Nachhauseweg, wobei Timmy eng in die Mitte genommen wurde, damit er nicht wieder verloren ging. Der Affe war wieder zu seinem Herrchen mit der Drehorgel zurück gekehrt, der ihn erleichter herzte.An der Obernstrasse, neben einem großen, hölzernen Nussknacker stand wieder der dicke weißbärtige Mann im im roten Mantel und der roten Mütze. Oder war es ein anderer?Jedenfalls wirkte er ein wenig dicker, hatte aber nicht so eine große Nase ,auch schwankte er nicht und sein Gesichtsausdruck war sehr gütig.

 Normalerweise nahmen die Zweibeiner nicht allzu viel Notiz von ihrer Spezies ,doch der rot gekleidete ging auf sie zu und sagte:“Na,meine kleinen?“Er bückte sich und nahm Timmy aus ihrer Mitte „Bist du ein braver Kater gewesen?“ „Äh,ich denke schon“,sagte Timmy instinktiv „Gut“, sagte der Dicke und zwinkerte ihm zu“Ich wünsche euch frohe Weihnachten“. Timmy sah sich zu den anderen beiden um,denen ,wie ihm die Mäuler offen standen. Dann drehte er sich um, doch der Weihnachtsmann, war er es wirklich?, war verschwunden.

sie beschlossen den Heimweg fortzusetzen und gingen los,da erklang das Geräusch. Unwillkürlich hob Timmy den Kopf nach oben zum dunklen, abendlichen Himmel, von wo das Gräusch erklungen war ,das wie klingende Glöckchen klang und sich entfernte. Spielten ihm seine Sinne einen Streich? Und waren die Glöckchen wirklich da .Sie gingen weiter und Timmy fand ,das der Weihnachtsmarkt plötzlich wunderschön wirkte.

Vom Abendhimmel rieselten langsam große Flocken nieder und das warme Licht der Laternen beleuchtete die vielen schön geschmückten Buden und en prächtigen, strahlenden Weihnachtsbaum, auf dem er vorhin noch gewesen war. Alles wirkte wunderbar festlich. Sie  nahmen sich Zeit für den Heimweg, um die Eindrücke zu genießen. Beim Gerichtsgebäude verabschiedeten sie sich von Toby ,der noch eigene Pläne für diesen Abend hatte.

Später lagen Timmy und Emma behaglich auf ihren Kissen in der warmen, festlich geschmückten Stube. Am Adventskranz brannte das zweite Licht, es roch nach frisch gebackenen Plätzchen und draußen ,hinter dem Fenster rieselte der Schnee.

Vielleicht bekamen sie es hin, am heiligen Abend Toby und den Käpt´n dabei zu haben.Das wären wirklich fröhliche Weihnachten!         

Sonntag, 3. Dezember 2017

Weihnacht auf den Traumwiesen

Wie in jedem Jahr gibt zur Adventszeit Weihnachtsgeschichten.die erste ist von den Traum viel Spaß!


Es war der 23.Dezember.die Traumwiesen und der dazu gehörige Wald lagen unter einer weißen Decke. Ein Paar Flocken torkelten vom Himmel, dessen strahlendes Blau von großen fluffigen weißen Wolken unterbrochen wurde.

Durch den Traumwiesenwald stapfte eine große, schlanke Gestalt mit grünen Haaren, einem gelben Fellmantel über einem violetten Wollkleid, und Beinen, die in roten Strumpfhosen, und lila Boots steckten. Sie trug eine große, prächtige Nordmanntanne über die Schulter.

Tamora lieferte den Tannenbaum für alljährliche Traumwiesen-Weihnachtsfeier zur großen Lichtung, wo sie schon von den elfen erwartet wurde.

„Hier ist er. Ist er nicht prächtig?“, rief sie den kleinen Freunden fröhlich zu. „Wo soll er hin?
„Hier in die Mitte“, sagte Taukind, der die Leitung der Vorbereitung übernommen hatte, und die emsig hin und her wuselnden elfen und Kobolde so es ging koordinierte.
Tamora stellte den Baum an der bezeichneten stelle ab, und in einen reich verzierten Baumständer, der sich danach automatisch schloss.

Die elfen kamen herbei, und stellten mehrere schwere Kisten um den Baum herum. Sie öffneten sie und wiesen mit den kleinen fingern nach Oben. Schon entschwebten ihnen Kugeln, Lametta und kleine  Figuren, schmückten im nu den Baum. Ein Elf schwebte ganz nach Oben, und setzte eine goldene Spitze auf die Tanne Dann öffneten die Elfen die Handflächen, und bunte Lichter schossen aus ihnen heraus, die sich wie Kerzen auf den Baum setzten.

„Wunderschön!“  rief Tamora begeistert, und klatschte in die Hände.
„Da steht einer schönen Weihnachtsfeier ja nichts mehr im Wege!“
Beschwingt ging sie nach Hause, versorgte die Einhörner, und gönnte sich vor dem Zubett-  gehen noch einen Glühwein.

Am nächsten morgen stand sie gut gelaunt auf, wusch sich, und ging hinaus, um die Einhörner zu versorgen
Ein Krachen und ein verzweifeltes Fluchen unterbrachen sie dabei.“

„Oh je Rudolph“, sagte eine tiefe Stimme „Doch nicht gerade jetzt!“

Tamora folgte ihr, und stand plötzlich vor einem großen Schlitten, der von Rentieren gezogen wurde, und davor- aber nein, das konnte doch gar nicht…doch er war es!
„Der Weihnachtsmann?“ rief sie erstaunt.
Der dicke Mann im roten Mantel mit weißem Rauschebart drehte sich um.

„Oh, Ähem tut mir Leid, aber mein Rentier lahmt.“
Und er zeigte auf ein Tier mit leuchtend roter Nase, das er ausgeschirrt hatte, und das nun auf die beiden zuhumpelte.
„Und ausgerechnet das Leittier, wo ich doch jetzt Geschenke  verteilen muss.“
„Tja, da hast du wirklich ein Problem- aber wart mal, ich hab´ da eine Idee!“
Und Tamora stieß einen melodischen Pfiff aus, worauf ein Einhorn herbei kam.
„nimm erstmal dieses Einhorn“
„aber kann denn ein Einhorn einen Schlitten ziehen?“
„Warum denn nicht? Mit den ‚Rentieren wird es schon klar kommen, und ich kümmere mich derweil, um dein verletztes Tier. Heute Abend, wenn du wieder kommst, wird es wie neu sein.“

Tamora nahm das Einhorn in den arm, und flüsterte ihm etwas ins Ohr .Es schnaubte verstehen, und sie führte es zum Schlitten. Der Weihnachtsmann hatte nun keine Wahl mehr und stimmte zu.
Anfänglich waren die Rentiere argwöhnisch, doch das legte sich schnell, und schließlich hob der Schlitten ab. Tamora nahm das Rentier, und winkte dem davon fliegenden Weihnachtsmann.

Am Abend schließlich begann die Weihnachtsfeier. Es duftete nach Lebkuchen, Glühwein und Plätzchen, und der Weihnachtsbaum strahlte weithin prächtig, so das er auch vom Weihnachtsmann gesehen wurde, der direkt darauf zu flog. Er kreiste einmal um den Baum, und landete schließlich auf der Lichtung, auf der sich elfen, Zwerge, Kobolde, Feen und die Tiere des Waldes versammelt hatten.

Der Weihnachtsmann sprang kam, und lief auf Tamora zu, die mit dem Rentier kam.
„Danke“, sagte er „ du hast mich gerettet „Dein Einhorn hat wirklich einen prima Job gemacht „
Freut mich.Und hier, wie versprochen dein Rentier ganz gesundes hat schon sehnsüchtig auf euch gewartet.“

Die Tiere wurden getauscht. Tamora nahm das Einhorn in den arm, und flüsterte ihm “Gut gemacht“ ins Ohr.

„Nun, ich hab noch viel zu tun Heut Nacht“, sagte der Weihnachtsmann
„Aber auf einen Glühwein kannst du doch wohl noch hier bleiben“
„Ich denke schon“

Und der Weihnachtsmann setzte sich zu ihnen, und so wurde es  eine  schöne Weihnachtsfeier auf den Traumwiesen.

Sonntag, 19. November 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 15

Ronny stand am Bug des fliegenden Einhorns, das langsam am Nachthimmel, dem Tempelhügel zu schwebte .Sie waren dem schein der Fackeln gefolgt, welche die Kreaturen trugen, die die Kinder dort hin trieben.

Er dachte an seine Eltern Zu Hause, an die anderen, die ihre Kinder vermissten, die jetzt dort unten einem schrecklichen Schicksal entgegen gingen, und umklammerte fester sein Medaillon.
„Wir sind fast da. Käpt´n gehen sie runter“, rief Lucina, und riss ihn aus seinen Gedanken.Es ging los.
*
 Als sie Oben waren, öffneten die Kreaturen Öffnungen, die sich jeweils hinter den großen Steinen befanden, welche einen Kreis auf dem Hügel um einen verwitterten, großen steinernen Altar bildeten.
„Rein!“, brüllten sie die Kinder an, trieben sie in die dunklen Öffnungen, und reichten Fackeln hinterher.
„Suchen große, funkelnde Steine, die gehören an Altar.
Der Altar war Achteckig, und besaß an jeder Seite eine Öffnung, in die Offenbar etwas gehörte.
Der Unheimliche in der schwarzen Robe ging nahm das große Buch aus seiner Tasche, legte es auf den Altar, und schlug es auf.

„Alle dachten, es wäre vernichtet worden“, sagte  dunkle „doch es war immer da, im Verborgenen, und nun ist die Zeit, dass es aus der Versenkung kommt, und seine Bestimmung erfüllt“

„Kinder haben Steine gefunden!“, rief der Anführer seiner Diener
„Gut“, nickte er „Sie sollen sie Hoch bringen, und  auf die Opferschale.“
Und er wies auf eine  kreisrunde, steinerne Mulde, die sich an der, ihm gegenüberliegenden Seite des Altars, zwischen zwei Monolithen befand.“Bewacht sie dort“

Der Diener gehorchte. die Kreaturen trieben die Kinder, die aus der Höhle zurück gekommen waren auf die Mulde, nachdem sie ihnen die Steine, große Kristalle, abgenommen hatten, die sie ihrem Herren überreichten.

Er setzte die Kristalle rings herum in die  Öffnungen des Altars an, dann trat er davor, beugte sich über das buch, holte tief Luft, und begann die Beschwörungsformel zu sprechen. Der Altar begann zu leuchten, und der Berg zu beben.
*
Savinius und Lllith setzten auf dem Hügel auf. Es leuchtete, und die Erde bebte.
„Es beginnt bereits“, stieß Savinius hervor
„Dann dürfen wir keine Zeit verlieren“, meinte Lllith
Sie liefen zur Kultstätte, und Savinius holte sein Buch heraus.
„Es ist zu spät!“, scholl ihnen eine triumphierende Stimme entgegen, die Savinius kannte.
„Das Ritual ist bereits im Gang.Er wird kommen!“
*
Das fliegende Einhorn war am fuße des Hügels auf der anderen Seite gelandet, und seine Insassen erklommen jetzt den Höhenzug, der jetzt in flirrendes Leuchten getaucht war. Oben an der Kultstätte sahen sie einen Mann in einer schwarzen Robe vor einem Altar.

In einer steinern Mulde gegenüber kauerten, von Trollartigen Kreaturen bewacht, die Kinder, die sie suchten. “Simon!“, hörten sie die vertraute stimme von Savinius rufen. Der Unheimliche nahm die Kutte ab, und sie erkannten jenen jungen Mönch, der ihnen im Kloster Speisen und Getränke serviert hatte!

Doch es war keine Zeit zum Staunen, denn nun nahm Simon das Buch vom Altar, und trat zurück. Im nächsten Moment zerbarst der Altar, und gab eine Öffnung frei, die sich stetig vergrößerte, und aus der sich nun etwas erhob, das einem Alptraum entsprungen sein konnte. Ein riesiges Monster ,mit bläulich weißer Haut, rot glühenden, rollenden Augen, gewundenen ,schwarzen hörnern, und einem schorfigen Mund voll schrecklicher Zähne.

.Immer größer wurde es .Mit klauenartigen Händen stemmte es sich aus der Öffnung, und war schon höher als der Hügel, als es endgültig der erde entstiegen war, war es höher als die höchsten Bäume, und man konnte sehen, das seien Füße Hufe waren.

Simon stieß ein irres Lachen aus.
„Endlich bist du gekommen!“, schrie er “Dort sind deine ersten Opfer.Jungfräulich, wie es im Buch geschrieben steht.“
Und er wies auf die  Kinder.

„Nimm sie dir, und dann bringe ewige Dunkelheit in die Welt!“…

Dienstag, 31. Oktober 2017

Der Mitternachtszug


Wie angekündigt , die diesjährige Halloween-Geschichte.wie immer gilt:Nichts für Kinder!
Und nun, angenehm schaurige Fahrt im Mitternachtszug, und


Happy Halloween!


„Dies ist ihr persönliches Ticket für den Mitternachtszug. Wenn sie interessiert sind, sich einhunderttausend Pfund zu verdienen, dann sein sie in der Nacht vom  Dreißigsten auf den Einunddreißigsten um kurz vor Null Uhr auf dem Bahnhof von Langardon.
Dr.Asmodin“

Darren McCoy warf einen Blick auf das schreiben in seiner Hand. Der untersetzte rothaarige, 31-Jährige Mann mit dem runden, gutmütigen Gesicht, stand an dem bezeichneten Bahnhof des Ortes, der etwa eine Autostunde von seinem Heimatort Aberdeen entfernt lag.

Er betrieb dort eine Privatdetektei, doch im Moment herrschte eine auftragsmäßige Flaute, und wenn man schon die Möglichkeit hatte, sich Hunderttausend zu verdienen, dann konnte man auch zugreifen, wenngleich er sich fragte, womit. Auch von einem Mitternachtszug hatte er noch nie etwas gehört, und an diesem Bahnhof, in diesem Drecksnest schien auch schon lange kein Zug mehr gehalten zu haben.

Etwas unheimlich war die Geschichte ja schon. Der Brief, den er nun in Händen hielt, war auf feinem Büttenpapier geschrieben. Offenkundig mit einer alten Schreibmaschine. Oben rechts befand sich ein Briefkopf, indem nur stand:
Dr.Asmodin,
Advokatus

Ein Anwalt also. Nun ja, das war schon mal ein Anhaltspunkt, doch mehr herausfinden konnte er über den unbekannten Schreiber auch nicht. Die nächste Überraschung für ihn war, dass er anscheinend nicht der einzige war, der diese Einladung bekommen hatte. Außer ihm  waren noch vier andere Menschen dort: Zunächst eine hoch gewachsene schlanke, elegante Blondine, Mitte Vierzig namens Ingrid Hansen, ein hagerer, dunkelhaariger, etwa gleichaltriger Mann, Namens Harlan Green, Unternehmensberater aus London, ein grauhaariger Mittfünfziger namens Winston McGready , Arzt aus Edinburgh, und schließlich eine zierliche , hübsche schwarzhaarige Frau in Darrens Alter, die Joanna Bartok hieß, und Waliserin mit ungarischen Wurzeln war.

Diese Gemeinschaft stand also am Bahnhof in Langardon, und wartete auf den Mitternachtszug. Es war 233:55 Uhr. Darren fröstelte und zog den Kragen seines Anoraks hoch. Plötzlich ertönte von fern her ein Zischen. Da, von der nördlichen Seite, kam nun ein Licht näher. Das zischen wurde lauter, und ertönte ein schriller Pfiff. Ein Zug fuhr ein. Ein altertümlicher Zug, mit einer Dampflok. Er wirkte wie einer jener mondänen Luxuszüge, die in den Dreißiger Jahren Unterwegs waren, und war von Nebel umgeben.

Mit lautem Kreischen der Bremse kam das Gefährt zum Stehen. Die Türen öffneten sich selbsttätig, und alles war still. Kein Schaffner stieg aus, und auch kein Fahrgast. Langsam traten die Fünf wartenden zu der offnen Abteiltür. Es war jetzt fast Mitternacht.

Darren, der am nächsten stand, zögerten kurz, dann stieg er ein, und die anderen vier folgten ihm. Durch die Abteiltür kamen sie in eine art Salon. Darren riss die Augen auf. Auf dem Tisch standen Schilder, mit ihren Namen darauf. Sie wurden erwartet. Unsicher nahmen sie Platz. , und im selben Moment schloss sich die Tür. es gab einen Ruck, der Zug setze sich in Bewegung, und sie wussten nicht einmal wohin.


Kaum hatte sich der Zug in Bewegung gesetzt, da ertönte eine hohe Männerstimme:
„Herzlich willkommen an Bord des Mitternachtszuges, Darren McCoy,Ingrid Hansen,Harlan Green,Winston McGready und Joanna Bartok. Ich freue mich, dass sie meiner Einladung gefolgt sind, und sich die Hunderttausend Pfund verdienen wollen, und natürlich werden sie sich fragen, womit sie es sich verdienen sollen. Nun, ganz einfach, Indem sie diese Fahrt bis zum Morgengrauen überleben!....
*
Die fünf Passagiere starrten wie vom Donner gerührt, dann begannen sie durcheinander zu schreien: “Überleben?“, “Man will uns umbringen!“ „sind wir in den Händen eines wahnsinnigen?“

Nur Darren bewahrte Ruhe
2Einen Moment „ rief er „Wir müssen  kühlen Kopf bewahren. Wir sind offenkundig nicht zufällig hier, sondern wir wurden gezielt eingeladen. Wer immer uns hierher eingeladen hat, hat es also gezielt auf uns abgesehen.“
„Ich wüsste nicht warum“, brummte Harlan Green
„Ich auch nicht, aber trotzdem muss es so sein“

„Wer hat sie eigentlich zu unserem Kommandanten ernannt?“, fragte Ingrid Hansen
„Niemand“, entgegnete Darren „Ich erhebe auch nicht den Anspruch es zu sein. Ich gebe lediglich ein paar Denkanstösse. Wir können das nur zusammen durchstehen.“
„Im Gegenteil, wir beenden das sofort“, rief Green, ging zur Tür, und zog die Notbremse-Doch der Zug raste weiter durch die Nacht.

„Verdammt“, stieß Green hervor „Sie funktioniert nicht“
„Wir sind hier also gefangen, in einem fahrenden Zug zu einem unbekannten Ziel. Am besten sehen wir mal, ob sich außer uns noch jemand hier drin befindet. Harlan, wollen sie mich begleiten, und den vorderen Teil des Zuges durchsuchen, und ihr den hinteren. Wichtig ist, das wir nicht allein sind“

Der Vorschlag wurde angenommen. Darren und Harlan gingen von Waggon zu Waggon.doch keine Menschenseele war zu finden.
„Das gibt’s doch gar nicht“, meinte Green, „Es kann doch nicht sein, das wir die einzigen in diesem Zug sind.“
„Und doch ist es wohl so“, sagten Darren. Die Abteile wirkten, als wäre lange Zeit niemand darin gefahren. Es war, als wäre man in die Vergangenheit zurück versetzt.

Schließlich ,nachdem sie auch den letzten Waggon durchsucht hatten. Beschlossen sie zurück zu gehen. Als sie wieder im Salon ankamen, trafen sie die beiden Frauen an, die ebenfalls zurück gekehrt waren

„Und wie war´s bei euch?“
.“Nichts“, meinte Ingrid
„Genau wie bei uns.Das heißt, wir sind tatsächlich die einzigen in diesem Zug, übrigens wo ist McGready?“

„Musste mal, und wollte die Toilette suchen“, antwortete Joanna
„Gibt es denn hier im Zug eine“
„Keine Ahnung“

Plötzlich ertönte ein schriller Schrei von der hinteren Seite des Waggons .sie liefen nach hinten, verließen den Waggon, und kamen zu einer kleinen Kabine, die wohl die Toilette darstellte. Die Tür stand einen Spalt weit offen. Sie schoben sie ganz auf, und die Frauen schrien auf.

McGready war mit einem großen Fleischermesser buchstäblich an die Holzwand genagelt worden. Blut tropfte von der Leiche hinunter, und färbte die Wand rot. Unter dem Toten bildete sich bereits eine Lache.

„Raus hier“, stießen Darren hervor. „Zurück in den Salon“
Als sie dort angekommen waren, gingen Darren zur Bar, und nahm sich die Whisky-Flasche, und schenkte vier Gläser ein, während die anderen sich setzten.

Er brachte die Gläser an den Tisch, und setzte sich zu den anderen.
„Okay, das ist jetzt kein Spaß mehr“, sagte Ingrid „Wir sind in einem fahrenden Zug mit einem Killer an Bord“
„Ja“, meinte Harlan Green „aber da wir in diesem Zug offenbar die einzigen Menschen sind, muss der Mörder einer von uns sein.“
„Sie vergessen allerdings die Stimme, die uns begrüßt hat.“, meinte Joanna

„Ja, sie haben Recht“, sagte Darren. „Diese Stimme gehörte Niemand von uns.
Es muss doch noch jemand hier sein, der sich vor uns versteckt.“
„Vielleicht dieser Dr.Asmodin“
„Gut möglich, aber warum will er uns umbringen, und was ist das für einen merkwürdigen Zug, und wohin fährt er?“
Darren erhob sich, und begann den Salon zu durchsuchen. Die Wände waren mit edlem holz vertäfelt, aus dem auch die Möbel bestanden. Gepolsterte Stühle, Tische, hinten die kleine Bar, rote Teppiche auf dem Boden, und Vorhänge aus edlen Stoffen an den Wänden.

Vielleicht suchen wir noch mal  und bilden Zweierteams. Sie, McCoy, nehmen Miss Bartok mit in den hinteren-, ich gehe mit Mrs. Hansen in den vorderen Teil. Sie beschlossen es so zu machen. So gingen Darren und Joanna den Zug in Richtung Lokomotive durch. Harlan und Ingrid gingen entgegen gesetzt.

Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis sie fertig waren, und zum Salon zurück kehrten. Als sie die Tür öffneten erstarrten sie. Harlan lag Blut überströmt am Boden, und ein Mann in Schaffner-Uniform hatte Ingrid am Hals gepackt, hielt sie mit unmenschlicher Kraft an die Wand gedrückt, und stieß ihr im nächsten Moment ein großes Küchenmesser in den Leib. Ihr Schrei wurde zu einem Gurgeln, während sie an der Wand hängend noch zuckte. 

Joanna stieß im selben Moment einen Schrei aus. Der Schaffner drehte ihnen den Kopf zu, und das Blut gefror sie in den Adern. Sie blickten in leere Augenhöhlen die zu einem Totenschädel gehörten. Ein rotes Höllenfeuer glühte aus ihnen. Jetzt hob er einen arm, und zeigte mit weißen, klauenartigen Knochenfingern auf sie.

*
Ein Lichtblitz flammte auf, und ein Pergament erschien, in der Luft hängend, auf dem eine Liste mit Namen stand:

Angus McCoy
Olof Hansen
Henry Green
Helena Bartok
Charles McGready

“Helena Bartok war meine Großmutter.“
Darren nickten nur, dann erklang wieder die hohe, unheimliche hohe Stimme:
„Ja, einst, bei der letzten Fahrt des Mitternachtszuges, verkauften sie mir eure Seele, und nun hole ich mir, was mir zusteht“
Ein schauriges Gelächter ertönte, und der knöcherne Schaffner setzte sich in ihre Richtung in Bewegung.

Darren riss Joanna mit sich, und stürmte mit ihr durch die abteile dem Ende  des Zuges zu, den unheimlichen hinter sich. Stets konnten sein die schritte des Verfolgers hören. Die Stimme ertönte wieder:
„Es nützt euch nichts zu fliehen. Ihr werdet nicht entkommen!“

Sie rannten weiter durch den rasenden Zug, das Ungeheuer hinter sich. Das Ende des Zuges kam immer näher .Noch ein Großraumabteil, an geschlossenen abteilen vorbei, der letzte Wagen war erreicht. Wieder ein Großraumabteil .sie waren knapp zur Mitte gekommen, als sich hinter ihnen die Abteiltür öffnete, und ihr Verfolger eintrat.
„Nun seid ihr am Ende“, ertönte wieder die Stimme „Ihr könnt nicht entrinnen.“
Sie waren am Ende angekommen. Darren öffneten die Abteiltür. Kalter Fahrtwind wehte ihnen entgegen.

Sie sahen sich um. Der Unheimliche kam immer näher, konnte schon deutlich den grinsenden Totenschädel unter der Schaffnermütze erkennen. Die arme erhoben sich die Knochenfinger krümmten sich zu klauen. Sie wirbelten wieder herum, traten durch die Abteiltür hinaus aufs Podest in die kalte Nacht. Bei der Geschwindigkeit, in der der Zug raste , war ein Absprung kaum zu überleben ,doch was sollten sie tun, denn auf der anderen Seite war der Knochenmann bereits an der Abteiltür angekommen. Darren fassten einen Entschluss. Er fasste Joanna bei der Hand, zog sie zu sich und sprang…
*
Zugabteile, eine Frau, ein Knochenmann. Das alles drehte sich um ihn.
nicht entkommen, nicht entkommen!“,
tönte es in seinen Ohren
Mister, Mister!", hörte er plötzlichen einen lauten ruf an seinem Ohr.
Er öffnete langsam die Augen, und stellte fest, dass er in einem Bett lag. Neben seinem Bett standen eine in weiß gekleidete Frau, die er nicht kannte, und ein schwarzhaariger Mann in einem weißen Kittel.

Er war in einem Krankenhaus. Mühsam versuchte er sich aufzurichten.
„Ruhig, ruhig, sagte der Mann. Sie sind noch schwach. Sie wurden auf  der Bahnstrecke zwischen Langardon und Roxton gefunden. Wissen Sie, was passiert ist?“
„Der Zug, ich bin aus einem Zug gesprungen“
„Das kann nicht sein. Die Strecke ist still gelegt, da fährt schon seit Jahrzehnten kein Zug mehr“
„Unsinn, ich war doch in dem Zug, und der ist von Langardon abgefahren.“
„Der Bahnhof  von Langardon ist ein Museum. Ist ja eine Merkwürdige Geschichte. Die Frau, die mit ihnen aufgefunden wurde, sagte etwas Ähnliches. Gut, wie dem auch sei, sie müssen noch etwas unterschreiben, eine Formalität. Er legte ihm ein Klemmbrett mit einem Fragebogen hin, der seine Daten abfragte, wie Name Geburtsdatum, Krankengeschichte, etc. abfragte.Er war auf eigentümlich alt wirkendem Papier gedruckt. Darren füllte ihn aus, unterschrieb ihn, und gab er dem Arzt zurück. Der blickte kurz darauf, und ein eigentümliches lächeln glitt über sein Gesicht.
„Gut, sehr gut“, sagte er, wandte sich um, und schickte sich an, das Krankenzimmer zu verlassen.
„Kommen sie Schwester, wir gehen“, rief er der Schwester zu.
„In Ordnung, Dr.Asmodin!“…
ENDE


Sonntag, 29. Oktober 2017

Schaurige Dinge werfen ihre Schatten voraus

Am Dienstag ist Halloween, und jedes Jahr zu Halloween gibt es die Horrorstory des Jahres.Zur Einstimmung darum Heute die vier bisher erschienen Schauerstücke.

Nosferatu
Das Ding aus dem Watt
Das Krematorium
Die Bestie von Bartowek

Ach ja:Nichts für Kinder 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 14

11.Das Dämonengrab

Der unheimliche im langen, schwarzem Gewand, und einer Kapuze, die sein Gesicht verdeckte, trat an die vier Kreaturen heran.
„Sind die anderen Kinder auf dem Weg zum Tempelhügel?“
„Sind auf Weg Herr“, sagte der zunächst stehende ehrerbietig  „wussten nicht, das Herr sein hier“
Der Fremde vollführte eine wegwerfende Handbewegung.
„Ist ohne Belang. Wir können das Ritual auch mit den vorhandenen Kindern vollziehen. Lasst uns aufbrechen zum Tempel.“
*
Während das fliegende Einhorn mit den Kindern in Richtung Kloster flog, traten die Freunde unter Führung der Wölfe die Verfolgung der Entführer und der Kinder an. Die Spürfähigkeiten der Wölfe waren dabei von unschätzbarem Wert.

Bald waren sie an der Stelle, wo die drei entkommen waren, und fanden die restliche Spur wieder, der sie folgten. Die Dämmerung trat ein, als ein großer Hügel in Sicht kam, auf deren Spitze man Ruinen erkennen konnte.

„Der Tempelhügel“, stieß Grauwyn hervor
 „Was ist das für ein Ort?“, wollte Ronny wissen
„Eine ehemalige Kultstätte, auf der angeblich schwarze Messen abgehalten wurden .Es heißt, dieser Ort ist verflucht. Unter diesem Hügel soll ein Dämon aus grauer Vorzeit begraben sein.“
„Und dorthin bringen sie die Kinder?“
„Es sieht ganz so aus“
„Nun“, meinte Lucina „Dann sollten wir uns beeilen.“
*
Savinius und Lilith verließen die zerfallene Kirche.“
Du weißt, was sie vorhaben“, sagte sie
„Ja“
Sie brauchen die Kinder, weil nur sie dorthin kommen, und es holen können.“
„Ja, und als jungfräuliche Opfer. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“
Er griff in seine Tasche, und holte einen Wegestein hervor
„Willst du mich begleiten?“
Die Wildkatze trat neben ihn, und er legte die Hand auf sie, während er in der anderen den  Stein hielt.
„Also dann“
*
Sie waren Oben angekommen.

„Bringt sie hinein!“, rief der Unheimliche in der schwarzen Robe „Sie sollen es holen, und dann wird es beginnen. Ein neues Zeitalter bricht an, das Zeitalter des Bösen!“…

Sonntag, 17. September 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 13

10.Das Geheimnis des Abtes

Savinius hatte einen Wegestein benutzt, um zu der Ruine jenes Klosters zu gelangen, welches einst alle drei Bände des Zyklus von Mohrar beherbergt hatte. Wenn das Feuer nicht alle drei Bände vernichtet hatte, konnte es möglich sein, das der dritte Band noch hier war, obwohl, wenn jemand den zweiten Band an sich gebracht hatte, warum hätte er den ersten und dritten hier lassen sollen, es sei denn, sie sollten verbrennen, um zu verhindern, das die Beschwörung rückgängig gemacht wurde.

Dies jedoch würde bedeuten, das mit Vorbedacht gehandelt, und von langer Hand geplant wurde. Savinius hatte den Abt des Klosters gekannt. Er hatte seine Novizenzeit, und Teile seines Mönch-Daseins hier verbracht. Doch der Abt war tot. Leo –Johannes war ein Charismatischer Mensch gewesen, aber auch ein unheimlicher, geheimnisvoller Mensch. Könnte er im Geheimen Studien über den Zyklus von Mohrar und des unter gegangenen Volkes betrieben haben? Doch wer hatte sie dann fort geführt.

Savinius schritt durch die zerstörte Eingangshalle, die größtenteils im Freien lag. Nach dem Brand hatte man hier nichts Neues gebaut. Es hieß, dieser platz wäre verflucht. so wurde das, was das Feuer vom Kloster übrig gelassen hatte, dem Verfall überlassen. Der Abt Schritt durch  einen modrigen, von Pflanzen behangenden Gang, an dessen Ende sich eine schwere, massive Holztür befand, die nun Ruß geschwärzt war.

Er schob die nun schwergängige Tür auf, deren rostige Scharniere laut quietschten und knarrten, und stand in einem Büro, dessen vorderen Teil ein wuchtiger Schreibtisch einnahm. Im hinteren standen große Regale mit Büchern und merkwürdigen Geräten darin, sowie einen Tisch mit Reagenzgläsern, einem Brenner, und einigen anderen dingen für Experimente. Alles verstaubt und vermodert.

Auf dem Schreibtisch stand ein Tinten fass, eine Feder daneben, ein Stapel vermodertes Papier und ein gelblich weiß schimmernder Schädel. Savinius sah sich um, um hinweise auf das buch zu finden. Er ging an den Regalen entlang. War es eventuell unter falschem Umschlag dort hinein gestellt worden? Doch er fand nichts.

Plötzlich ertönte vom Schreibtisch eine tiefe Stimme „Du suchst es?“
Savinius fuhr herum, und ging zurück, und ging zum Schreibtisch, doch dort war niemand.
„Du suchst es?“, sagte die Stimme noch einmal, und Savinius erkannte, das es der Schädel war, der sprach, und in dessen Augenhöhlen es rot glühte.

„Irgendwann musste jemand kommen, das Buch zu suchen. Es wurde von den anderen getrennt, denn sie dürften nicht zusammen in die falschen Hände fallen. Mein Geist wurde hier hinein gesteckt, es zu bewachen, bis der richtige kommt, es seiner wahren Bestimmung zuzuführen...“
„Wer bist du?“, fragte Savinius.
„Im Leben war ich Leo Johannes, Abt dieses Klosters. Dies ist meine Sühne.“
„Sühne wofür?“
„Ich war ein Nachkomme jenes Volkes, das den Zyklus von Mohrar schuf. Ich forschte in der Hoffnung , es wieder ins Leben zu rufen, doch ich rief dunkle Mächte hervor, die das Kloster zerstörten .Jetzt, da sie sch anschicken, entsetzlicher als zuvor zurück zu kehren, bist du hier, um das einzige zu holen, das ihnen  Einhalt  gebieten kann.So nimm es dir !“

Und der Schädel drehte und hob sich, und mit ihm die Platte darunter. Ein Fach wurde sichtbar, indem ein großes, in Leder gebundenes Buch war zu sehen.

Savinius nahm es an sich, blickte noch einmal auf en Schädel zurück, und verlies dann das Büro.
„Viel Erfolg!“, scholl es ihm nach.

Als er durch den Eingangsaals schritt, wurde er erneut angesprochen. Diesmal von einer höheren Stimme.
„Du hast es also. Gut, denn die Entscheidung naht heran.“
Es war Lilith. Die Wildkatze saß auf dem steinernen, von Moos und Flechten überwucherten Altar.

Savinius nickte, und zog einen weiteren Wegestein aus der Tasche.

„Gut, gehen wir.“…

Sonntag, 20. August 2017

Fenris und die Frau des Staatsanwaltes

Nach langer Zeit mal wieder ein Fenris-Krimi,viel Spaß!

1
Es war schon eine erlesene Versammlung, die sich an diesem Vormittag in unserem  Büro eingefunden hatte, und nun meinem Boss Tjark Fenrissen, im Allgemeinen kurz „Fenris“ genannt, gegenüber saß.

Neben unserem Bekannten Hauptkommissar Stieler waren das Oberstaatsanwalt Hinnerk Bluhm, ein hochgewachsener dunkelblonder Mann,, mit kantigem, aber freundlichem Gesicht, und grauen Augen., der in dem Sessel in der Mitte Platz genommen hatte, Richter Hermann Holze, schmächtig, mit grauer Halbglatze, runder Brille, und braunen Augen, sowie der Bürgermeister von Frersum, Karl Dänke, persönlich. Außerdem war noch eine hübsche, rotblonde junge Frau dabei, die uns als Lena Günther, Hausmädchen der Bluhms, vorgestellt wurde.

„Tja“, meinte Dänke, ein vierschrötiger Mann mit schütterem roten Haar und einem geröteten Puttengesicht, “Sie haben sicher schon von dem Mord an Sylvia Bluhm,der Frau des Oberstaatsanwalts gehört. Darum sind wir her.“
„Selbstverständlich ist uns das schon zu Ohren gekommen“, nickte Fenris. Zu Bluhm gerichtet sagte er: “Mein aufrichtiges Beileid. “Bluhm nickte stumm.

„Nun“, fuhr der Bürgermeister fort, “Wir sind natürlich von den Fähigkeiten des Kommissars überzeugt, jedoch war es der Wunsch von Herrn Bluhm, und auch meiner, das noch jemand von Außerhalb der Polizei zu den Ermittlungen hinzu gezogen wird, und da sie ein gewisses Renommee besitzen, haben wir an sie gedacht.“

Fenris nickte bedächtig.
„Schön, schön. Wenn ich aus der Zeitung richtig informiert bin, dann ist sie von einem Einbrecher erschossen worden, der durch die Terassentür ins Wohnzimmer eingedrungen war. Für einen so simplen Fall scheint mir der Aufwand, den sie betreiben etwas groß zu sein.“

„Ahem ja, “, begann der Bürgermeister, der in einer Art stiller Absprache als Sprecher für die ganze Gruppe agierte. “Es ist schon ein bisschen komplizierter .Zunächst ist es so, das wir am Tatabend alle anwesend waren, dann ist es so, das möglicher weise Staatsanwalt Bluhm selbst getroffen werden sollte, und eventuell noch in Gefahr ist. Es könnte um Rache gehen“

„So, dann darf ich vermuten, das sie einen konkreten Verdacht haben? Aber vielleicht schildern sie mir erst, was sich an dem Abend, es war doch Vorgestern, ereignet hat.“

„Natürlich“, meinte Dänke „Der Herr Staatsanwalt, Richter Holze und ich haben einmal im Monat unseren Skatabend. Dazu gehen wir in unseren Club, ins „Seepferdchen“.
„Ah ja; diese Nobelgaststätte“
„Hmm ja. Nun, der verhängnisvolle Abend war so einer. Der Richter und ich holten Bluhm
Um ca. 19:30Uhr bei ihm zu Hause ab, äh Deichweg 7“

„Und ihre Frau blieb dann allein?“
„Ja“, griff der Staatsanwalt ein „ sonst trifft sie sich mit Freundinnen, doch an diesem Tag ging es ihr nicht gut, ne` Magen-Darm- Geschichte. Als wir gingen war sie grad in der Küche, um sich einen Salbei-Tee zu machen. Sie wollte nicht, dass ich deswegen meinen Skat-Abend sausen lasse. Sie rief uns aus der Küche noch viel Spaß zu, wie Dänke und Holze bestätigen können.“

Die beiden nickten zustimmend. Fenris wandte sich an die junge Frau
„Lena Günther nicht wahr? Verließen sie mit den drei Herren das Haus, oder blieben sie noch?“
Das Mädchen schüttelte den Kopf.
„Nein, ich verließ mit den Herren das Haus. die gnädige Frau gab mir für den Rest des Abends frei.“

„So tat sie das? Nun gut, fahren sie fort, Herr Bürgermeister“
„Ja, wir warteten noch auf Lena, verließen dann das Haus, fuhren also dort hin, spielten Skat, tranken, was man dann so macht, so ungefähr bis 23:00Uhr, dann traten wir mit einem Taxi den Heimweg an. Da Bluhm am nächsten zum Seepferdchen wohnt, fuhren wir zunächst zu ihm.Unterwegs lies er jedoch anhalten, weil er dringend telefonieren musste.“
„Mir fiel was ein, zu einem aktuellen Fall“, warf Bluhm ein Und ich hatte mein Handy nicht mit.“

„Gut, sie telefonierten also. wie lange dauerte das?“
„Etwa fünf Minuten“
„Gut , weiter“
„Wir fuhren weiter zu Bluhms Haus, und brachten ihn noch zur Tür.Als wir uns verabschiedeten, hörten wir von drinnen einen Schrei, und gleich darauf einen Schuss. Bluhm rief: <Das war meine Frau!> Wir stürmten rein, und fanden sie im Wohnzimmer liegen, mit einer Schusswunde im Herzen.

Die Terrassentür zum Garten stand auf.Über der Klinke war die Scheibe zerschlagen worden. Auf der Terrasse lagen Scherben. Es hatte auch niemand in der Nachbarschaft etwas Verdächtiges bemerkt“
„Gab es Fußspuren“
„Nein, der Täter musste allerdings mit großer Geschwindigkeit geflohen sein, denn wir kamen ja im selben Moment, als die Tat geschah“

„Richtig. Soweit also der Tathergang. Nun sagten sie, es gäbe einen verdächtigen?“
„Genau genommen zwei“, sagte der Staatsanwalt „Der erste heißt Jens Kersten, ich habe ihn wegen Raubes für fünf Jahre  ins Gefängnis gebracht. damals nach der Verhandlung hat er mir Rache geschworen. Wie ich erfahren habe, ist er seit einem halben Jahr auf Bewährung wieder draußen. Er wohnt jetzt am Hafen, Er arbeitet dort als Festmacher.“
„Und der andere?“

„Heiko Krien, der Exfreund meiner Frau. die Beziehung war schon vorüber als wir uns kennen lernten. Manche sagen aber, er hat die Trennung nicht verwunden.“
„Verstehe. Der Tathergang dürfe zu beiden passen. Gibt´s noch irgendwas Wissenswertes?“
„Das hier noch“, sagte der Kommissar, und reichte eine dicke Akte rüber „Ich habe hier Kopien der Ermittlungsakten, plus Obduktionsbericht und Dossiers der beiden Verdächtigen“
„Danke. Wir werden das erst mal durcharbeiten, und dann mit Herrn Kersten und Herrn Krien sprechen. Es sei denn, sie, Herr Kommissar, haben die Absicht dies jetzt zu tun. Dann könnte Herr Alldag mit kommen.“

„Wollte es grade vorschlagen. Wäre sowieso das Beste.“
„nun denn Jan, dann gehen sie mit, und berichten mir dann .Ich werde inzwischen die Akte studieren.“
Ich nickte, nahm meine Jacke, und folgte dem Kommissar, während sich die Versammlung auflöste.

2
Wir fanden Jens Kersten im Hafen, in dem es lebhaft zuging. Sein Vorarbeiter wies uns zum Pausenraum, wo er saß. Dieser bestand aus zwei zusammengeschweißten Seecontainern, und war innen mit einer kleinen Küche, Tischen, und einem Sanitärbereich ausgestattet.Kersten saß allein an einem Tisch. Er war blond, kräftig und hatte ein Bulldoggengesicht. Jemand , dem man nicht unbedingt nachts allein begegnen möchte, und dem ein Mord zugetraut werden konnte.

„Herr Kersten?“, sagte der Kommissar „Stieler, Kriminalpolizei, das ist Herr Alldag"
Wir setzten uns zu ihm.Er sah uns aus seinen tief liegenden Augen misstrauisch an.
„Was woll´n sie ? hab´ nichts gemacht. Bei mir gibt´s keine krummen Dinger mehr“, knurrte er.
„Mag sein. Sie haben sicher schon von dem Mord an der Frau von Staatsanwalt Bluhm gehört.“
„Sicher, ist ja Topthema im Moment.“

„Nun, uns ist bekannt, dass sie Bluhm bei ihrer Verurteilung damals bedroht haben“
„Hab ich wohl ja. aber ich hatte 4Jahre Zeit darüber nachzudenken. Sie wissen doch, man sagt soviel in seiner Wut, das einem hinterher Leid tut. Als ich raus gekommen bin, hatte ich keinen Groll mehr gegen ihn.“
„Gut, und wo waren sie Vorgestern Abend  zwischen 23:00 Uhr und 23:30 Uhr ?
"Zuhause im Bett .Hatte Fernsehen geguckt, und dann früh ins Bett. Musste früh raus.“
„Und sie waren allein, nehme ich an.“
„Leider“
„Schwaches Alibi, aber gut, besser als keins. Haben sie den Staatsanwalt mal getroffen, nachdem sie raus waren?“
„Nee, hatte ich auch kein Interesse dran.“
„Verstehe. Gut, das war dann alles, dann einen schönen Tag noch.“

Heiko Krien hatte ein Souvenir-Geschäft auf der anderen Seite des Hafens, welches vier in Zehn Minuten zu Fuß erreichen konnten. Um diese Zeit war noch nicht viel los, als wir den Laden betraten.

Krien erwies sich als ein schlanker Mann mit unruhigen, grauen Augen, und einer spitzen Nase. Er bat uns nach hinten in sein Büro. Der Raum machte einen aufgeräumten und gut organisierten  Eindruck.

„Was kann ich für die Polizei tun?“, fragte er mit leiser, bedächtiger Stimme.
„Wir sind hier wegen des Mordes an Sylvia Bluhm, der Frau des Staatsanwaltes“, sagte der Kommissar .Es ist doch richtig, das sie einmal liiert waren.“

Krien nickte „Wir kannten uns schon aus der Schule, und waren dann ein Paar, beinahe Fünfzehn Jahre lang.“
„Und dann?“
„Kriselte es. Kam schleichend. Irgendwie lebten wir uns auseinander, und hielten es dann für besser uns zu trennen. Offen gesagt hoffte ich, das wir, wenn wir ein bisschen Abstand hatten wieder zusammen finden würden.“
„Und dann lernte sie Staatsanwalt Blum kennen, und heiratete ihn.“
„Ja“
„Wie war das für sie. Es muss doch weh getan haben“, wollte ich wissen
„Hat es auch, gleichzeitig habe  ich mich aber auch für sie gefreut.“
„Haben sie seit dem wieder eine Beziehung?“
Er schüttelte den Kopf
„Nein.Irgenwie…Es ist keine wie sie“
"Wo waren sie Vorgestern zwischen 23 und 23:30Uhr?“, wollte jetzt der Kommissar wissen
„Bin herum gefahren, nachdem ich geschlossen hatte, so um Acht. War dann  draußen auf dem Deich, und bin da spazieren gegangen.“
„ Wie lange“
„Muss viertel vor Zwölf gewesen sein, als ich Zuhause war“
„Genau wissen sie es also nicht. Hat sie jemand gesehen oder war jemand bei ihnen“
„Nein, ich denke nicht.“
„Hmm gut, das War´s. Ich muss sie aber bitten, sich zur Verfügung zu halten.“
„Natürlich.“

Im Wagen besprachen wir, was wir gehört hatten.
„Sie haben beide ein schwaches Alibi, und beide durchaus ein Motiv“, meinte ich
„Richtig“, sagte Stieler, "aber auch ein schwaches Alibi muss erstmal widerlegt werden, wobei ich eher Kersten die Tat zutrauen würde.“
„Er ist mehr der Typ dafür richtig, aber auch Krien könnte nur nach außen so ruhig wirken. Er hat psychisch einiges durchgemacht, und scheint mit der Beziehung nie abgeschlossen zu haben.“

 Im Büro erstattete ich meinem Boss Bericht, und schilderte ihm detailliert die beiden Verhöre. Er nickte zufrieden.
„Gut,gut. Es ergibt sich doch ein klares Bild. Heute Nachmittag fahren sie noch zum Staatsanwalt, und sprechen mit seinen Nachbarn. Sie müssen ihnen nur eine Frage stellen, dann möchte ich die Herren für Morgen Abend noch einmal zum Essen einladen, aber das kann Frederike erledigen, und dann hab´ ich noch einen Spezialauftrag…ach sie haben doch ein eigenes Auto?“
„Natürlich“
„Gut, das werden sie brauchen.“…


3

Es war am Abend darauf. Das Abendessen war grade beendet, und Frederike räumten ab, um danach den Degestiv zu servieren. Fenris lehnte sich zurück und sagte:
„Ich bin erfreut, ihnen sagen zu können dass der Fall so gut wie gelöst ist.“
„Sie wissen also, wer es war?“
„Sicher. Es gibt aber noch ein Paar ‚Details  zu klären, die das Auto von Herrn Kersten betreffen.“
„Er hat ein Auto?“
„Einen alten weißen Citroen, einen DS, ja. Da das Fahrzeug sehr auffällig ist, sollte es nicht schwer sein, zu erfahren, ob es in der Nähe des Tatortes zu sehen war. Kommen sie doch Morgen um Zehn Uhr wieder hierher, und wir können dann sicher den Fall abschießen.“
„Ich werde noch Heute Abend einen Durchsuchungsbefehl für das Fahrzeug ausstellen.“, sagte der Richter. Die Anderen nickten zustimmend.

So saßen am nächsten Morgen alle beteiligten in Fenris Büro. Der letzte war der Kommissar, der mit ernster Mine eine Plastiktüte auf den Schreibtisch legte, die einen Gegenstand enthielt, der untrüglich wie eine Pistole aussah.

„Die haben wir Heute Morgen  in Kerstens Wagen gefunden. Sie war unter dem Sitz versteckt.“
Jens Kersten wurde rot
„D….Die muss mir jemand unter geschoben haben“
„Blödsinn!“, ereiferte sich Staatsanwalt Bluhm, und wollte auf Kersten losgehen. Ich trat zwischen die Beiden.
„Halt, halt!“, rief Fenris „bitte nehmen sie wieder Platz, und es wird sich alles klären. Wir haben jetzt also die Tatwaffe, das Kaliber stimmt mit dem, im Obduktionsbefund erwähnten überein. Die ballistische Untersuchung wird sicher den letzten Beweis bringen. Wir haben jetzt also alles, um den Fall zum Abschluss zu bringen, und den Mörder Sylvia Blums zu überführen.“

„Natürlich!“, blaffte der Staatsanwalt, und zeigte auf Kersten. “Da sitzt er“
„Nein“, sagte  Fenris kurz „er war es nicht“
„Und wer sonst?“
„Sie!“, sagte Fenris scharf, und fasste ihn in Auge
Alle starrten ihn entgeistert an. Bluhm lachte.
„Ich habe ein hieb- und stichfestes Alibi. Vielleicht ist es ihnen entgangen, aber ich habe selbst gehört, wie meine Frau erschossen wurde.“
„Sie hörten ,wie ein Schrei ausgestoßen ,und ein Schuss abgegeben wurde, und das ist genau der Punkt, denn Sylvia Bluhm war zu diesem Zeitpunkt bereits tot, und sie lebte auch schon nicht mehr, als sie Sie abholten, denn sie töteten sie vorher“

„Aber wir haben doch mit ihr geredet“, widersprach der Richter
„Eben nicht“, entgegnete Fenris „Sie hörten aus der Küche  die Stimme seiner Komplizin und Geliebten, Lena Günther, und nachdem sie das gehört , und gemeinsam das Haus verlassen hatten, konnte Bluhms Plan, sie zu seinem falschen Alibi zu machen, ablaufen.“

Es folgte ein Moment der Stille

„Lena kehrte später zurück“, fuhr Fenris fort „um die Inszenierung vor zu bereiten, die für die Rückkehr der drei Herren geplant war. Sie bringt die Leiche ins Wohnzimmer, die in der Küche gelegen hatte, öffnet die Terassentür, und schlägt die Scheibe ein, um Einbruch vorzutäuschen, dann nimmt sie die Tatwaffe, die sehr Herr Bluhm nach dem Mord nachgeladen hatten, wartet “

„Einen Moment“, sagte Bluhm „Die Nachbarn haben ausgesagt, dass sie niemanden bei unserem Haus gesehen haben.“
Fenris lächelte „Ja, eine Eigenart der Menschen. Wenn man sie fragt, ob sie jemanden gesehen haben, dann beziehen sie diese Frage immer auf eine ungewöhnliche Person, die hier nicht hingehört. Gestern Nachmittag aber befragte Herr Alldag die Nachbarn noch einmal, und stellte die Frage, ob sie vielleicht  jemand bekanntes gesehen haben, und siehe da, Jemand erinnerte sich, das er Lena Günther etwa Viertel vor Elf das Haus hat betreten sehen.“

„“Also, sie wartet auf einen Anruf, und der kommt. wissen sie noch? Bluhm lies anhalten, um einen Anruf zu tätigen, und mit wem hat er wohl telefoniert? Natürlich mit Frau Günther, um ihr zu sagen,das sie bald da sind, und sie sich bereit halten soll. Anhand der Anrufliste ihres Handys, sollte sich das ohne Weiteres nachweisen lassen.“

„Und was passiert nun? Lena wartet, bis die Drei kommen. Sie hört, wie die Tür aufgeschlossen wird, und die Inszenierung startet. Sie stößt den Schrei aus, und feuert den Schuss ab, in den Garten, dann verlässt sie durch die Terassentür das Haus, und da sich jetzt alles im Wohnzimmer abspielt, kann sich auf die Strasse davon stehlen ,und verschwinden.“

„Wie ich darauf gekommen bin wollen sie wissen? Nun Lena ist ein kleiner, aber entscheidender Fehler unterlaufen. Sie sagten, und das sah man auch auf den Tatort-Fotos, dass der Großteil der Scheiben der Tür auf der Terrasse lag. Das aber passte nicht zu einem Einbruch, denn wenn Jemand von außen die Scheibe eingeschlagen hätte, müssten die Scherben innen, im Wohnzimmer liegen. Wenn sie außen lagen bedeutet das , die Scheibe wurde von innen eingeschlagen, und das wiederum bewies, das der Einbruch  vorgetäuscht war, woraus sich ergab, das der Mörder aus dem Haushalt kommen musste.

Aber wenn es Lena war, hätte sie diese Inszenierung mit dem Schrei und dem Schuss nicht gebraucht, sondern die machte nur Sinn, wenn der Hausherr ein Alibi brauchte, aber, da dafür zwei Personen benötigt wurden, war klar, sie waren es zusammen.“

„Gut ausgedacht“, meinte Bluhm spöttisch „Aber eins können sie damit trotzdem nicht erklären, nämlich wie die Tatwaffe in Kerstens Auto kommt.“

Über Fenris Gesicht legte sich nun ein breites Grinsen.
„Ich denke doch“, sagte er und beugte sich vor „Sie haben sie dort hinein gelegt. Doch zunächst muss ich ihnen gestehen, dass ich sie Gestern beschwindelt habe. Da betreffende Auto gehört nicht Herrn Kersten, sondern Herrn Alldag.Genau genommen hat Herr Kersten nicht einmal einen Führerschein.“
"Und wieso stand es dann vor Herrn Kerstens Haus?“

„Sehr einfach, weil Herr Alldag es dort hin gestellt hat,auf meine Anweisung hin, und wie geplant haben sie die Gelegenheit wahr genommen, Herrn Kersten die Mordwaffe unter zu schieben, um ihn zu belasten. Sie  können jetzt behaupten, sie haben sie nicht da rein gelegt, doch Herr Alldag hat in dem Wagen noch eine technische Spielerei installiert, nämlich eine kleine Kamera, die er mit einem Aufzeichnungsgerät im Handschuhfach verbunden hatte, und die hat aufgezeichnet, wer die Waffe im Auto versteckt hat. Gleich nachdem die Polizei Heute Morgen fertig war, holte er das Gerät heraus.“

Fenris griff nach unten, und stellte ein kleines Laptop auf den Schreibtisch, dann drehte er   Es so, das alle das Display sehen konnten.

„Wollen wir uns ansehen wer es war?“
Bluhm war in sich zusammen gesunken, und seufzte Lena drehte verzweifelt den Kopf weg.
„Nicht nötig“

„Sie hätten es fast geschafft. Ich wusste sie waren es, aber ich hatte keinen klaren Beweis. Ich musste sie dazu bringen, ihn mir zu liefern. Dafür diese kleine Finte. In ihrem Bemühen, einen Sündenbock zu liefern, schaufelten sie sich ihr eigenes Grab. Herr Kommissar, er gehört ihnen!“…


Ende

Sonntag, 30. Juli 2017

Der Bauer und das Einhorn


Der Hof und die Ländereien lagen am Rande des Waldes. Schon sein Großvater hatte ihn betrieben, sein Vater, und nun führte er ihn fort.Der Betrieb  war nicht sehr groß. Ein Paar Stück Milchvieh, eine Hand voll Hühner und Gänse ,und eine Art Gnadenpension für Pferde und Ponys.

Ferdinand war grade dabei am Weidezaun das Rickelholz zu flicken, als er vom Waldrand her ein Wiehern hörte. Er sah auf, und gewahrte unmittelbar zwischen den Wipfel ein strahlend weißes Pferd mit grauer Mähne. Langsam näherte  er sich dem Tier, das seinerseits langsam auf ihn zu humpelte. Nun war er  bei ihm angekommen. Es ließ sich zutraulich in den arm nehmen, und schnaubte leise. Bis zum hof war es nicht weit, und so führte er es langsam dort hin.

Auf dem hof angekommen, stellte er schnell fest, das an der Flanke verletzt war. Auch das Bein hatte etwas ab bekommen. Auch schien Knochen ausgerenkt zu sein Da er auch Tierheilpraktiker, legte ihm Verbände an, und renkte die Knochen wieder ein. Schnell machte die Genesung Fortschritte, doch ein Problem blieb: Es war nicht fest zu stellen, wem das Tier gehörte.

Es war nun fast eine Woche vergangen, und es war früher Abend, als es an der Tür klingelte. Ferdinand ging hin, und öffnete, um dann erstaunt die Äugen auf zu reißen. Vor ihm stand  eine hoch gewachsene Frau mit hoch stehendem grün gefärbtem  Haar, in einem leuchtend purpurnen Kleid, einer blauen Strumpfhose und goldenen Plateau-Schuhen. Die Veilchenblauen Augen in dem hageren Gesicht blickten neugierig, fast kindlich, der Mund mit violett gefärbten Lippen lächelte breit und freundlich.

„Hallo“, sagte sie mit einer tiefen, melodischen Stimme, und Ferdinand wurde schlagartig klar, dass er eine Dragqueen vor sich hatte, “Ich heiße Tamora, und du hast ihn gefunden?“
„Ihn?“, fragte der Bauer
„Na ja, Flo, meine Hengst“
„Ach dieses weiße Pferd, das ich am Waldrand gefunden habe. Es gehört ihnen?“
.“Ja, es gab einen Kampf mit k. na ja, es gab Schwierigkeiten, dabei wurde er letzt, und lief in blinder angst davon. vielen Dank auch, das sie sich seiner angenommen haben.“
Darf ich ihn jetzt mitnehmen?“
Ähm, selbstverständlich, ich bringe sie zum Stall.“

Und sie gingen hinaus  zu den Stallungen, als bei der Box ankamen, strahlte der weiße Hengst gerade zu, und scharte mit den Hufen
Als er Tamora sah, wieherte r laut vor Freude. und kam ans Gatter.
„Ah Flo, wie schön, das es dir wieder gut geht. Jetzt bring´ich dich nach Hause.“
Und noch ehe Ferdinand etwas sagen konnte, öffnete sie das Gatter, und holte das Tier heraus, das sofort seinen kopf an ihrer Brust rieb.

Tamora drückte dem verdatterten Bauern einen Kuss auf die Wange, und sagte:
„Noch mal .danke ,das du sein leben gerettet, und sich um ihn gekümmert hast.“
Damit nahm sie das Pferd, und ging zum Stall hinaus. Ferdinand folgte ihnen nach draussen.Seelenruhig führte die Dragqueen das Tier zum Hinaus und in Richtung des Waldes.doch was das? Im Licht der langsam untergehenden Sonne sah er deutlich, das sich das Tier verändert hatte. Seine Mähne hatte plötzlich die Farben des Regenbogens, und aus seiner Stirn wuchs ein langes, spitzes Horn.

Die beiden drehten sich noch einmal um. Tamora winkte ihm zu, dann schritten sie wieder dem Wald zu, und waren im nächsten Moment in einem schwirrenden Licht verschwunden.


Sonntag, 9. Juli 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 12

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Die Kreaturen und ihre Gefangenen hetzten durch den Wald, einem noch unbekannten Ziel zu. Es war Zeit aufzubrechen Dann jedoch, ließ der Anführer den Zug plötzlich stoppen.
Offenbar hatte er einen Zuruf erhalten. Er blickte sich um.
„Was sein?“, schnautzte er seinen Untergebenen an.
„Kinder fehlen. müssen geflohen sein“
„Nehmen drei Mann, und gehen zurück. Suchen Kinder .werden gebraucht!“
Der andere nickte, nahm sich drei Helfer, und ging.
„Glauben nicht, das ihr könnt auch entkommen .Haben auch so noch genug wachen, zu halten euch.“
Und sie zogen weiter.
*
Es war Zeit aufzubrechen. Der Geheimnisvolle im schwarzen Kapuzenumhang machte sich auf den weg. Er hatte das Buch in einer Ledertasche verpackt, und schritt durch die Katakomben. Wenn seine Feinde wüssten, wie nahe er ihnen gewesen war. Nun ja, sie würden es ohnehin bald wissen, doch dann würde es für sie zu spät sein.
Plötzlich erschütterte ihn etwas .er musste sich an einer Felswand festhalten.
Mit verdrehten Augen erstarrte er, dann flüsterte er:
„Ja, sie werden wieder eingefangen. Nichts wird uns jetzt noch aufhalten .Ich mache mich jetzt auf den Weg“
Dann entspannte er sich, betätigte einen geheimen Mechanismus, und schritt durch eine, sich Öffnende Tür…
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Savinius atmete tief durch. Eine schreckliche Ahnung hatte sich für ihn bestätigt. Es war nicht seine art oder die seines Ordens, sich ein zu mischen, doch nun musste es sein. Er musste heraus finden, ob seine Vermutung zutraf. Wenn der dritte Band des Zyklus von  Mohrar noch existierte, dann war er die einzige Möglichkeit, die Apokalypse aufzuhalten. So machte sich der Abt auf den Weg…
*
Langsam, und recht tief, segelte das fliegende Einhorn über den Wald, berührte öfter Baumkronen, und ratschte an Ästen entlang, immer dem Uhu folgend, bis schließlich eine Lichtung in sicht kam , auf der sie mehrer Wölfe sahen, und mitten zwischen ihnen drei kleine ,menschliche Gestalten.
„Da sind sie!“, rief Lucina „Käpt´n, landen!“
Doch Rotbart befand sich bereits im Landeanflug auf die kleine Lichtung, und bald setzte das fliegende Einhorn auf.

Die Begrüßung war herzlich, dann gingen die Freunde zu den Kindern.
Es war nicht viel von ihnen zu erfahren, über die Absicht der Feinde.
„Die Kinder haben uns, in die sie die anderen schaffen. Ich habe ihnen  Kundschafter nach geschickt.“, sagte Grauwyn
„Vortrefflich“, meinte Lucina „Kapitän Rotbart, bringen sie bitte die drei Kinder zum Kloster der blauen Mönche. Dort sind sie erst einmal sicher. Wir folgen mit den Wölfen der Spur der anderen Kinder, um sie zu befreien.“
*
Die vier Kreaturen schritten den Wald weg zurück, fanden die spur der Flüchtigen, und dann auch die der Wölfe.
„Kommen zu spät“, krächzte der Anführer „werden Chef nicht gefallen. Sie folgten den Spuren von Kindern und Wölfen bis zu einer Lichtung. dort sahen sie ein fliegendes Schiff, und wurden Zeugen, wie die Kinder, die sie suchten, es bestiegen.
„Kinder entkommen“, sagte  der Anführer „Wir zu wenig „

Kein Problem“, sagte eine Stimme hinter ihnen, „Es gibt auch noch andere Wege.“…

Sonntag, 2. Juli 2017

Stadtkater-Breminale-Special

Heute zur Abwechslung mal eine Verlinkung zu einer neuen Version meiner letzten Timmy-Geschichte:

Timmy hebt ab:Breminale-Version

Sonntag, 4. Juni 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 11

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War das jetzt das Ende? Das Scheitern ihrer Mission? Würde Ronny seine Eltern, den Ort, in dem er lebte, die Freunde, nie wieder sehen? Gedanken,. die durch den kopf gehen, wenn man in einen gähnenden Abgrund fällt.

Mitten in diese Gedanken hinein, gellte ein Pfiff. Rotbart hatte ihn ausgestoßen, und plötzlich schlug Ronny auf. Jetzt mussten seine Knochen zerschmettern. Er erwartete einen jähen Schmerz und große Schwärze, doch nichts davon geschah. Als er vorsichtig die Augen öffnete, stellte er fest, dass er noch lebte, und auf Schiffsplanken lag, und seine Freunde um ihn herum.

„Was ist los?“, fragte er, nicht unbedingt eine antwort erwartend.
„Das fliegende Einhorn hat noch ein paar Überraschungen parat“, schmunzelte der Kapitän.

Tatsächlich, sie befanden sich auf dem fliegenden Schiff, welches sich nun in der Luft unterhalb des Wasserfalls befand, und nun von seinem Kapitän langsam zur Erde dirigiert wird.


9.Jagd in der Dunkelheit

Die Kreaturen hatten ihre flucht anscheinend noch nicht bemerkt. So schlugen sich Pia, Kevin und der kleine Jan durch die Büsche. Sie wussten nicht wo sie waren, noch wie sie nach Hause kommen sollten, die Dornen kratzten, es war kühl und dunkel, und immer wieder erklangen Geräusche, die sie in Angst versetzten.

Sie kannten nur eine Richtung: erst mal weg von diesen Kreaturen und Hilfe finden. Der Wald wirkte in der Dunkelheit bedrohlich, die Bäume wie bösartige, skurrile Kreaturen.
Sie waren eine Weile gegangen, als vor ihnen mehrere Paare gelber Augen auftauchten. Wie angewurzelt blieben sie stehen. die Kreaturen kamen näher, und sie erkannten, es waren Wölfe!

Jan weinte vor angst, Pia klammerte sich an Kevin, da sagte eine raue Stimme:
„Fürchtet euch nicht, ich bin Grauwyn, der König der Wölfe. Klettert auf unseren Rücken, wir bringen euch in Sicherheit.“…

*
Der Unheimliche befand sich in freudiger Erregung .Bald war es soweit. Bald  würde es verzogen. Die Kinder waren bereits auf dem Weg.
Bald, bald war die die Stunde der dunklen Mächte, und er würde sie kontrollieren…
*
„Aber wie finden wir jetzt die Kinder?“, fragte Ronny
Diese Frage ging allen durch den Kopf. Natürlich war klar, das ihre Entführer sie heraus geschafft hatten, und zu einem unbekannten Ort brachten, doch wo konnte das sein?

Sie begannen in der ganzen Gegend nach spuren zu suchen, doch vergeblich. Das konnte doch nicht sein. So konnte es doch nicht scheitern. Irgendwo musste doch ein Hinweis zu finden sein.

So saßen sie an Bord des Schiffes. Betrübt und enttäuscht, als sie plötzlich aus ihren Gedanken gerissen wurden, weil ein Uhu an Deck gelandet war.

„Nachtklug“, rief Lucina „Was tust du denn hier?“
„Ich wollte eigentlich zu Lusaga. Grauwyn schickt mich. Er und seine Wölfe haben im Wald, vielleicht einen Kilometer  ein paar Kinder gefunden, die entführt wurden waren, da sah ich dieses Schiff, und euch. Was für ein glücklicher Zufall.“


„In der Tat ein glücklicher Zufall. Wir suchen entführte Kinder. Käpt´n starten wir wieder, und du Nachtklug, flieg uns voraus!“…. 

Sonntag, 14. Mai 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 10

Die Dunkelheit war von fackeln beleuchtet, welche die unheimlichen Wesen trugen, die sie voran trieben. Über einen Waldpfad, ging es zwischen dichtem Gestrüpp und Bäumen entlang. Wenn eines der Kinder nicht schnell genug lief, bekam es von den ungeschlachten Wächtern einen Stoss, begleitet von üblen Beschimpfungen und Verwünschungen.

Kevin, der blonde junge, der zuletzt dazu gekommen war, war jetzt an der Seite von Pia, die sich mühte, den kleinen Jungen an ihrer Hand mit zu bekommen.
„Sie haben Schwierigkeiten die Kinder zu kontrollieren. Jetzt wäre eine Chance zu  fliehen.“, sagte er leise zu ihr, so das ihre Peiniger es nicht hörten. Sie nickte still.

Nun kamen sie an einem großen, dichten Gebüsch vorbei, und die
Wächter drehten ihnen die Rücken zu. Bewusst ließen sie sic h nach hinten fallen, und als das Wesen zunächst zu ihnen ein Kind vor ihnen antrieb, raunte Kevin:“Jetzt!“

Damit schlug er sich durchs dichte Gestrüpp, und augenblicklich folgte sie ihm, den kleinen Jungen an der Hand.
„Hinlegen und still!“, zischte er .sie taten wie geheißen, und kurze Zeit später war die gesamte Prozession an ihnen vorbei.
Eine Zeit blieben sie liegen und lauschten, dann richteten sie sich auf, und setzten sich.
„Nun“, meinte Kevin, „müssen wir uns überlegen, wie es weiter geht.“…
*
Gefangen in einem unterirdischen Stollen. Von Geröll lebendig begraben. Sollte es ihr Schicksal sein, hier zu verschmachten? Nach dem ersten Schock untersuchte Lucina den Gang. Sie gingen zurück in das Kerker-Gewölbe, in der Hoffnung, hier einen Ausweg zu finden. Möglicher Weise gab es hier ja einen zweiten Ausgang.

Ein Versuch das Geröll magisch zu bewegen, scheiterte. Es war zuviel. Aber dennoch wollten sie nicht aufgeben. Wer immer sie hier gefangen, hatte eine starke magische Barriere gelegt.

Sie folgten einem Gang, der auf der anderen Seite der Kerker lag, aus dem ihnen ein kühler Hauch entgegen kam. Am Ende des Ganges kamen sie zu einer Quelle. Das Wasser ergoss sich hier in einen unterirdischen Flusslauf.

„Das könnte unsere Rettung sein“, meinte Lucina „möglicher Weise fließt dieser Fluss aus dem Berg.“
„Den Versuch ist es Wert’“, meinte Baugin, und auch die anderen stimmten zu.
Vorsichtig stiegen sie ins Wasser, das erwartungsgemäß eiskalt war, und folgten dem unterirdischen Flusslauf. Nur aufgrund der Tiefe des Wassers, konnten sie in dem Gang stehen.

Mit der Zeit wurden das Bett abschüssiger, und die Geschwindigkeit des Flusses schneller, bis sie sich zu einer reißenden Stromschnelle entwickelte. Die Freunde verloren zunehmend den Halt, und wurden  vom Wasser den Lauf hinunter getrieben, prallten hier und da gegen Felsen, und konnten sich nur mühsam über Wasser halten.


Nach ein paar Minuten konnten sie deutlich einen hellen Punkt erkennen, der schnell näher kam, und sich tatsächlich als Öffnung nach draußen erwies, auf die sie nun zu trieben, Schon durchquerte das Wasser die Felsenöffnung, und stürzte sich einen Abhang hinunter- und die Freunde mit ihm…  

Sonntag, 30. April 2017

Ronny-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 9

8.Im dunklen Reich

Langsam setzte das Gefährt auf dem Gipfel auf. Es war ein flaches Plateau, das von zerklüfteten Felsen und einigen kleinen, verkrüppelten Kiefern bedeckt war. In seiner Mitte war eine Art Pyramide aus Felsen errichtet worden, auf der eine Wanne saß, in der das Feuer brannte. Die Freunde sahen sich um, doch es war niemand hier oben. Plötzlich rief der Kapitän:
„Seht euch mal um!“Sie ließen den Blick schweifen, über die Landschaft um sich herum, und im Nebel konnten sie auf den Nachbar-Gipfeln ebenfalls Feuer leuchten sehen.

„Signalfeuer, das müssen Signalfeuer sein“, meinte Lucina
„Aber vom wem?“, fragte Baugin
„Von jenen, die die Kinder entführt haben. Da ist was in Gang. Ich fürchte unsere Zeit wird knapp. Kommt, wir müssen den Eingang finden. Hier gibt es bestimmt einen!“

Sie traten zu dem Feuer, da sie folgerichtig einen Eingang in seiner Nähe vermuteten. Doch lange war nichts zu finden. Doch dann war es Ronny, der ihn, wenn auch zufällig fand. Er wollte kurz verschnaufen, und lehnte sich an den Fels, und fühlte plötzlich, wie ein stück unter seinem Ellbogen nachgab, und sich gleichzeitig neben ihm eine Luke öffnete. Er konnte gerade noch beiseite treten, um nicht hinein zu fallen.

Die Freunde traten hinzu, und sahen in das schwarze Loch hinein. Lucina beschwor ein paar Fackeln, und reichte sie den Freunden, dann begannen sie mit dem Einstieg

Als sie nach unten geklettert waren, standen sie in einem engen Gang. Sie folgten ihm, und stiegen nun eine längere Zeit stufen hinunter. Es war dunkel und feucht, und es roch nach Moder und Fäulnis. Häufig fanden sie an den Wänden ausgebrannte Fackeln. Manche rauchten noch ein wenig. Hier musste noch vor einiger Zeit jemand gewesen sein.

Die Gänge wurden jetzt breiter, und Schließlich kamen sie in einer Art großem Gewölbe an, das mehrere große, Käfig-artige Zellen enthielt deren Türen offen standen. Einige Kinder-Kleidungsstücke lagen hier und da auf dem Boden, und ein einer Zelle fanden sie ein Stofftier.

„sie waren hier“, stieß Ronny hervor 2Und jetzt sind sie weg. Wir sind zu spät!“…
*
Sie hatten sie aus den Zellen  geholt, und trieben sie nun im Dunklen durch die Wälder. Gestrüpp zerrte an ihnen, und immer wieder wurden sie von ihren Peinigern angetrieben.
„Los, Kinder bewegen, müssen schnell sein, laufen, laufen!“

Pia achtete auf den kleinen  Jungen, der weinend, und von den hässlichen Geschöpfen eingeschüchtert neben ihr lief, aber nur schwer mithalten konnte. Immer wieder fasste sie ihn am arm, und zerrte ihn mit sich. Einem unbekannten Ort zu. Was hatten sie bloß mit ihnen vor?

*
„Wie finden wir sie jetzt nur?“, fragte Ronny
„Lasst uns zurück an die Oberfläche“, meinte Lucina. dort weiß ich ein Mittel.“
Sie kehrten also um, folgten dem dunklen Gang, und stiegen die Stufen wieder hinan. Da, plötzlich, ertönte ein Donnergrollen, alles erzitterte, Geröll prasselte von Oben herunter.
„Zurück!“, rief Lucina, sie gingen die Treppe wieder hinunter, und im nächsten Moment füllte sich der Gang mit Geröll und Felsen. Sie waren lebendig begraben.

Laut und hallend, ertönte ein höhnisches Lachen, dann sagte die Stimme:

„Ihr wart gewarnt, ihr werdet die Kinder nicht retten. Dieser  Berg wird nun euer Grab!“…