Sonntag, 20. März 2016

Jan-aus dem Reich der Toten-Teil 8

Heute Abend wird es dann doch nichts mehr mit der Besprechung, wie ich per Anruf von Kommissar Lohmann erfahre. So gehe ich nach Hause, nach dem ich Rosi im Krankenhaus in guten Händen weiß. Am nächsten Morgen, so die Ärzte, kann sie schon wieder nach Haus.

Ich gehe, vom Klinikum Mitte, die St. Jürgen-Straße in Richtung zur Straßenbahn-Haltestelle der 2,10 und 3, mit dem Werder-Imbiss, hoch.

Gut, das ich mit der Polizei zur Deponie gekommen bin. So steht mein Roller zu Hause, und ich komme Morgen zur Arbeit. Ich stelle mir allerdings die Frage: Kann man unter solchen Umständen schon wieder normal arbeiten?

Während ich so Straße hoch gehe, denke ich über alles nach. Laue nächtliche Frühlingsluft weht mir um die Nase, in die sich Gerüche aus Restaurants und Imbiss-Buden mischen. und der Himmel ist sternenklar.

Zum soundsovielten Mal wünsche ich mir, ich hätte die Bücher und die Tagebuchseite nicht gefunden. Was hätte mir und anderen dadurch erspart bleiben können. Fred wäre noch am Leben…
Er hätte aber auch so überfahren werden können. Du konntest das alles nicht vorhersehen, sage ich mir dann. Und doch plagen mich Schuldgefühle. Nun hätte es fast noch Rosi erwischt!  

Eine gute Viertelstunde  muss ich warten. Dann kommt eine 10 nach Sebaldsbrück. Ich steige ein, löse am Automaten  ein Ticket, lasse mich in einen Sitz fallen, um diese Zeit hat man da die freie Auswahl, und versinke wieder in meine Gedanken. Gut Zehn Minuten später bin ich schließlich zu Hause.

Meine Nacht, oder was davon noch übrig ist, ist unruhig. Nur schwer komme ich in den Schlaf, und dann habe ich wieder diesen Traum. Ich sehe Jan vor mir. Er zeigt auf mich, dann verschwimmt er, und ein Rollstuhl fährt auf mich zu , aber bevor er ganz bei mir ankommt, verschwimmt auch er, und wird zu einer hohen ,dunklen Gestalt, die über einer kleinen, verkrümmten steht.

Wieder verschwimmt alles, und ich sehe jenen Ball, der mir bei meinem ersten Besuch im Djsterkamp- Haus, auf der Treppe entgegen fiel, und der in meinem Zimmer auf der Fensterbank liegt. Ich kann die Schrift darauf sehen: WAHRHEIT FINDEN. Auch sie verschwimmt und neu bilden sich die Worte: FALSCHEN SUCHEN! , dann wird es schwarz.

Als ich aufwache, ist es fast Aufstehenszeit. Nach dem Klogang fällt mir der Ball auf der Fensterbank ein. Ich gehe hin, und nehme ihn in die Hand, drehe ihn herum, und erstarre. Was zum…Ich lese die Worte aus dem Traum: FALSCHEN SUCHEN!
Beunruhigt sehe ich mich um. Ist hier jemand eingebrochen, und hat die Bälle vertauscht? Aber das Fenster ist zu. Es könnte ohne hin niemand herein, auch die Tür ist unversehrt. Verstört bereite ich mir einen Kaffee, um danach zur Arbeit zu fahren.
???
Rosi hat sich für Heute krank gemeldet .Nicht überraschend .So darf ich Heut Chef spielen. Betriebstagebuch, nachsehen wegen Samstagsdienst, alles in Ordnung. Glücklicher Weise gibt es keine größeren Probleme, so das die Arbeit leicht fällt.

Zwischendurch meldet sich Hanseaten-Columbo, und hat beunruhigende Neuigkeiten. Die Beiden Entführer haben erwartungsgemäß nicht viel sagen können .Tatsächlich kannten sie ihren Auftraggeber nur als verzerrte Stimme am Telefon, und die Bezahlung lief über einen „toten Briefkasten“.


„Eventuell könnten wir sie als Köder benutzen, aber das müssen wir noch sehen. Aber jetzt kommt´s:Unsere Leute sind im Keller des Djsterkamp-Hauses auf Knochen gestoßen. Es sieht so aus, als hätten wir das vermisste Kindermädchen gefunden“… 

Sonntag, 6. März 2016

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 15

26.5.2025,im Norden, irgendwann

Kurz nach Einsetzen der Dunkelheit, machten wir uns auf den Weg. Es ging durch eine zerklüftete Fels-Landschaft, die immer wieder durch Grün unterbrochen war.Eine herbe, schöne Landschaft, am Südausläufer der Karpaten, die auch Transsylvanien genannt wurde, und vor allem, für den Walachischen Fürsten Vlad Tsepes Draculaer bekannt ist, der Bram Stoker als Vorbild für die Figur des Grafen Dracula diente.

Durch eine enge Schlucht, kamen wir dem Ziel entgegen. Ein hoher ,nackter Felsen, auf dem eine düster wirkende Burg thronte, die als Kulisse für einen Dracula-Film sicher gute dienste geleistet hätte.

Wir fuhren auf einem Seitenweg ein Stück um den Felsen herum, und ließen schließlich das Fahrzeug hinter einem großen Gebüsch stehen, um den Rest zu Fuß zu gehen. Immer Deckung suchend, schlichen wir auf eine Felswand zu, von der in einiger Höhe ein Wasserfall herab fiel. Mir wurde ein wenig unwohl, als ich  ihn betrachtet, bei dem Gedanken, da gleich hoch zu müssen. Immerhin war ich trotz des Intensiv-Trainings alles Andere als ein geübter Bergsteiger.

Steinmann musste meine Bedenken gemerkt haben, denn er legte mir die Hand auf die Schulter und zwinkerte mir zu, während er die Vorbereitungen begann, in dem er vorsichtig Metallhaken in die Felswand schlug. Dann begannen Er, Sergiu und ich mit dem Aufstieg.

Ich weiß nicht wie lange es dauerte, Es musste wohl über eine Stunde gewesen sein, in der ich mehr als ein Mal von der fechten Felswand abrutschte , doch schließlich waren wir oben. Dort, wo das Wasser in die tiefe stürzte, hatte es eine breite Rinne den Fels gegraben.

Wie Franz gesagt hatte, war sie Zwei Meter Breit, und etwa eineinhalb Meter hoch. Wir mussten in der Rinne durch Wasser warten, um Uns durch den Gang zu bewegen. Zu diesem Zweck hatten wir entsprechendes Ölzeug an.
Das Anwaten gegen die Strömung kostete Kraft, und so verging noch einmal einige Zeit, bis wir schließlich an besagter Quelle waren.

Auf der linken Seite befand sich ein Felsvorsprung, in den ein kurzer Gang mündete, an dessen Ende eine Tür war. Wir Entstiegen dem Wasser, und gingen darauf zu. An der Gangmündung hielt Sergiu mich zurück, und wies in Richtung der Tür, und da sah ich es auch: Links Oben, über der Tür, hing eine Kamera. So ganz trauten sie der Uneinnehmbarkeit ihrer Festung doch nicht, oder sahen hier eine Ausbruchsmöglichkeit. Alles Andere wäre aber auch eine große Unvorsichtigkeit gewesen.

Franz zog ein Funkgerät aus der Tasche und gab leise dem Kapitän und seinen Leuten Bescheid, dass wir Oben waren.

Am Boden liegend krochen wir an der linken Wand auf die Tür zu, bemüht, immer im toten Winkel der Kamera zu bleiben. An der Tür angekommen, zog Sergiu, der an vorderster Stelle war, eine Schnur aus der Tasche, machte eine schlinge hinein, und warf sie nach der Türklinke. Beim fünften Versuch gelang es. Er zog vorsichtig zu, und schließlich nach unten. Stück für Stück senkte sich die Klinke, bis es schließlich klickte, und die Tür  sich öffnete.

Wir waren überrascht. Es war nicht abgeschlossen! Vorsichtig krochen wir hinein, um u7ns auf der anderen Seite zu erheben.
Wir spähten um uns herum. Die Luft war rein. Wir folgten dem spärlich beleuchteten Gang, der der einzige war, bis wieder eine Tür kam. auch sie war nicht verschlossen, und auch nicht Kamera- überwacht. Wir gingen hindurch, und kamen nun in einen hellen Gang. Nach ein Paar Metern hörten wir Schritte. Wir nahmen hinter einem Vorsprung Deckung. Eine Wache kam vorbei.

Als der Wachmann vorüber war, liefen wir weiter. Franz, der die Festung kannte, führte uns jetzt in den Inhaftierungstrakt. Nach kurzer Suche fanden wir die Zelle, in der Celia gefangen gehalten wurde. Für eine große Begrüßung war keine Zeit, weil wir weg mussten.

Wir kehrten durch den gang zurück, doch dann hinderten uns Wachen, den Weg fort zu setzen, den wir gekommen waren. Wir wichen also aus, und versteckten uns erst einmal in einer Vorratskammer.

„Und nun?“, Stieß ich hervor
„Kein Problem“, entgegnete Franz „Es gibt hier noch einen alten Lastenaufzug, den sie noch benutzen. Damit können wir runter kommen. Müssen dann ein stück um den Felsen zum Käpt´n laufen, aber das dürfte das kleinste Problem sein.“

Wir beschlossen, das zu tun. Mit viel Glück schafften wir es, dort hin zu kommen. Zwischendurch mussten wir uns immer wieder vor herannahenden Wachen verstecken.
Der Aufzug ließ nur eine Person zurzeit zu. So wurde erst Celia abgeseilt, dann Franz, schließlich ich und Sergiu, die wir vorher den Rückzug deckten.

Zu unseren Freunden zu kommen, war das Einfachste, und so waren wir bald unterwegs zurück.
„Morgen nach dem Frühstück müsst ihr euch nach Norden aufmachen. Sie werden euch suchen. Sergiu und ich werden untertauchen. So fuhren wir, das heißt Celia, der Kapitän, seine Leute und ich am nächsten morgen los.
*
Die Reise in den Norden verlief weitgehend ereignislos. Wir hatten von Franz gefälschte Papiere bekommen. Celia hatte sich durch Sonnenbrille, und tief ins Gesicht gezogene Schirmmütze getarnt. Wir fuhren über Russland und Finnland schließlich in die Nähe des Polarkreises, wo in einem kleinen Dorf, laut Franz´ Beschreibung Finn Hjärtisson wohnte, der Vertraute meines Vaters, wo ich das Geheimnis der Drei Umschläge lösen sollte, die ich nun in Händen hielt. Was würden sie enthalten, und wohin würden sie uns führen?...