Sonntag, 6. März 2016

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 15

26.5.2025,im Norden, irgendwann

Kurz nach Einsetzen der Dunkelheit, machten wir uns auf den Weg. Es ging durch eine zerklüftete Fels-Landschaft, die immer wieder durch Grün unterbrochen war.Eine herbe, schöne Landschaft, am Südausläufer der Karpaten, die auch Transsylvanien genannt wurde, und vor allem, für den Walachischen Fürsten Vlad Tsepes Draculaer bekannt ist, der Bram Stoker als Vorbild für die Figur des Grafen Dracula diente.

Durch eine enge Schlucht, kamen wir dem Ziel entgegen. Ein hoher ,nackter Felsen, auf dem eine düster wirkende Burg thronte, die als Kulisse für einen Dracula-Film sicher gute dienste geleistet hätte.

Wir fuhren auf einem Seitenweg ein Stück um den Felsen herum, und ließen schließlich das Fahrzeug hinter einem großen Gebüsch stehen, um den Rest zu Fuß zu gehen. Immer Deckung suchend, schlichen wir auf eine Felswand zu, von der in einiger Höhe ein Wasserfall herab fiel. Mir wurde ein wenig unwohl, als ich  ihn betrachtet, bei dem Gedanken, da gleich hoch zu müssen. Immerhin war ich trotz des Intensiv-Trainings alles Andere als ein geübter Bergsteiger.

Steinmann musste meine Bedenken gemerkt haben, denn er legte mir die Hand auf die Schulter und zwinkerte mir zu, während er die Vorbereitungen begann, in dem er vorsichtig Metallhaken in die Felswand schlug. Dann begannen Er, Sergiu und ich mit dem Aufstieg.

Ich weiß nicht wie lange es dauerte, Es musste wohl über eine Stunde gewesen sein, in der ich mehr als ein Mal von der fechten Felswand abrutschte , doch schließlich waren wir oben. Dort, wo das Wasser in die tiefe stürzte, hatte es eine breite Rinne den Fels gegraben.

Wie Franz gesagt hatte, war sie Zwei Meter Breit, und etwa eineinhalb Meter hoch. Wir mussten in der Rinne durch Wasser warten, um Uns durch den Gang zu bewegen. Zu diesem Zweck hatten wir entsprechendes Ölzeug an.
Das Anwaten gegen die Strömung kostete Kraft, und so verging noch einmal einige Zeit, bis wir schließlich an besagter Quelle waren.

Auf der linken Seite befand sich ein Felsvorsprung, in den ein kurzer Gang mündete, an dessen Ende eine Tür war. Wir Entstiegen dem Wasser, und gingen darauf zu. An der Gangmündung hielt Sergiu mich zurück, und wies in Richtung der Tür, und da sah ich es auch: Links Oben, über der Tür, hing eine Kamera. So ganz trauten sie der Uneinnehmbarkeit ihrer Festung doch nicht, oder sahen hier eine Ausbruchsmöglichkeit. Alles Andere wäre aber auch eine große Unvorsichtigkeit gewesen.

Franz zog ein Funkgerät aus der Tasche und gab leise dem Kapitän und seinen Leuten Bescheid, dass wir Oben waren.

Am Boden liegend krochen wir an der linken Wand auf die Tür zu, bemüht, immer im toten Winkel der Kamera zu bleiben. An der Tür angekommen, zog Sergiu, der an vorderster Stelle war, eine Schnur aus der Tasche, machte eine schlinge hinein, und warf sie nach der Türklinke. Beim fünften Versuch gelang es. Er zog vorsichtig zu, und schließlich nach unten. Stück für Stück senkte sich die Klinke, bis es schließlich klickte, und die Tür  sich öffnete.

Wir waren überrascht. Es war nicht abgeschlossen! Vorsichtig krochen wir hinein, um u7ns auf der anderen Seite zu erheben.
Wir spähten um uns herum. Die Luft war rein. Wir folgten dem spärlich beleuchteten Gang, der der einzige war, bis wieder eine Tür kam. auch sie war nicht verschlossen, und auch nicht Kamera- überwacht. Wir gingen hindurch, und kamen nun in einen hellen Gang. Nach ein Paar Metern hörten wir Schritte. Wir nahmen hinter einem Vorsprung Deckung. Eine Wache kam vorbei.

Als der Wachmann vorüber war, liefen wir weiter. Franz, der die Festung kannte, führte uns jetzt in den Inhaftierungstrakt. Nach kurzer Suche fanden wir die Zelle, in der Celia gefangen gehalten wurde. Für eine große Begrüßung war keine Zeit, weil wir weg mussten.

Wir kehrten durch den gang zurück, doch dann hinderten uns Wachen, den Weg fort zu setzen, den wir gekommen waren. Wir wichen also aus, und versteckten uns erst einmal in einer Vorratskammer.

„Und nun?“, Stieß ich hervor
„Kein Problem“, entgegnete Franz „Es gibt hier noch einen alten Lastenaufzug, den sie noch benutzen. Damit können wir runter kommen. Müssen dann ein stück um den Felsen zum Käpt´n laufen, aber das dürfte das kleinste Problem sein.“

Wir beschlossen, das zu tun. Mit viel Glück schafften wir es, dort hin zu kommen. Zwischendurch mussten wir uns immer wieder vor herannahenden Wachen verstecken.
Der Aufzug ließ nur eine Person zurzeit zu. So wurde erst Celia abgeseilt, dann Franz, schließlich ich und Sergiu, die wir vorher den Rückzug deckten.

Zu unseren Freunden zu kommen, war das Einfachste, und so waren wir bald unterwegs zurück.
„Morgen nach dem Frühstück müsst ihr euch nach Norden aufmachen. Sie werden euch suchen. Sergiu und ich werden untertauchen. So fuhren wir, das heißt Celia, der Kapitän, seine Leute und ich am nächsten morgen los.
*
Die Reise in den Norden verlief weitgehend ereignislos. Wir hatten von Franz gefälschte Papiere bekommen. Celia hatte sich durch Sonnenbrille, und tief ins Gesicht gezogene Schirmmütze getarnt. Wir fuhren über Russland und Finnland schließlich in die Nähe des Polarkreises, wo in einem kleinen Dorf, laut Franz´ Beschreibung Finn Hjärtisson wohnte, der Vertraute meines Vaters, wo ich das Geheimnis der Drei Umschläge lösen sollte, die ich nun in Händen hielt. Was würden sie enthalten, und wohin würden sie uns führen?...


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