Sonntag, 30. Juli 2017

Der Bauer und das Einhorn


Der Hof und die Ländereien lagen am Rande des Waldes. Schon sein Großvater hatte ihn betrieben, sein Vater, und nun führte er ihn fort.Der Betrieb  war nicht sehr groß. Ein Paar Stück Milchvieh, eine Hand voll Hühner und Gänse ,und eine Art Gnadenpension für Pferde und Ponys.

Ferdinand war grade dabei am Weidezaun das Rickelholz zu flicken, als er vom Waldrand her ein Wiehern hörte. Er sah auf, und gewahrte unmittelbar zwischen den Wipfel ein strahlend weißes Pferd mit grauer Mähne. Langsam näherte  er sich dem Tier, das seinerseits langsam auf ihn zu humpelte. Nun war er  bei ihm angekommen. Es ließ sich zutraulich in den arm nehmen, und schnaubte leise. Bis zum hof war es nicht weit, und so führte er es langsam dort hin.

Auf dem hof angekommen, stellte er schnell fest, das an der Flanke verletzt war. Auch das Bein hatte etwas ab bekommen. Auch schien Knochen ausgerenkt zu sein Da er auch Tierheilpraktiker, legte ihm Verbände an, und renkte die Knochen wieder ein. Schnell machte die Genesung Fortschritte, doch ein Problem blieb: Es war nicht fest zu stellen, wem das Tier gehörte.

Es war nun fast eine Woche vergangen, und es war früher Abend, als es an der Tür klingelte. Ferdinand ging hin, und öffnete, um dann erstaunt die Äugen auf zu reißen. Vor ihm stand  eine hoch gewachsene Frau mit hoch stehendem grün gefärbtem  Haar, in einem leuchtend purpurnen Kleid, einer blauen Strumpfhose und goldenen Plateau-Schuhen. Die Veilchenblauen Augen in dem hageren Gesicht blickten neugierig, fast kindlich, der Mund mit violett gefärbten Lippen lächelte breit und freundlich.

„Hallo“, sagte sie mit einer tiefen, melodischen Stimme, und Ferdinand wurde schlagartig klar, dass er eine Dragqueen vor sich hatte, “Ich heiße Tamora, und du hast ihn gefunden?“
„Ihn?“, fragte der Bauer
„Na ja, Flo, meine Hengst“
„Ach dieses weiße Pferd, das ich am Waldrand gefunden habe. Es gehört ihnen?“
.“Ja, es gab einen Kampf mit k. na ja, es gab Schwierigkeiten, dabei wurde er letzt, und lief in blinder angst davon. vielen Dank auch, das sie sich seiner angenommen haben.“
Darf ich ihn jetzt mitnehmen?“
Ähm, selbstverständlich, ich bringe sie zum Stall.“

Und sie gingen hinaus  zu den Stallungen, als bei der Box ankamen, strahlte der weiße Hengst gerade zu, und scharte mit den Hufen
Als er Tamora sah, wieherte r laut vor Freude. und kam ans Gatter.
„Ah Flo, wie schön, das es dir wieder gut geht. Jetzt bring´ich dich nach Hause.“
Und noch ehe Ferdinand etwas sagen konnte, öffnete sie das Gatter, und holte das Tier heraus, das sofort seinen kopf an ihrer Brust rieb.

Tamora drückte dem verdatterten Bauern einen Kuss auf die Wange, und sagte:
„Noch mal .danke ,das du sein leben gerettet, und sich um ihn gekümmert hast.“
Damit nahm sie das Pferd, und ging zum Stall hinaus. Ferdinand folgte ihnen nach draussen.Seelenruhig führte die Dragqueen das Tier zum Hinaus und in Richtung des Waldes.doch was das? Im Licht der langsam untergehenden Sonne sah er deutlich, das sich das Tier verändert hatte. Seine Mähne hatte plötzlich die Farben des Regenbogens, und aus seiner Stirn wuchs ein langes, spitzes Horn.

Die beiden drehten sich noch einmal um. Tamora winkte ihm zu, dann schritten sie wieder dem Wald zu, und waren im nächsten Moment in einem schwirrenden Licht verschwunden.


Sonntag, 9. Juli 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 12

*
Die Kreaturen und ihre Gefangenen hetzten durch den Wald, einem noch unbekannten Ziel zu. Es war Zeit aufzubrechen Dann jedoch, ließ der Anführer den Zug plötzlich stoppen.
Offenbar hatte er einen Zuruf erhalten. Er blickte sich um.
„Was sein?“, schnautzte er seinen Untergebenen an.
„Kinder fehlen. müssen geflohen sein“
„Nehmen drei Mann, und gehen zurück. Suchen Kinder .werden gebraucht!“
Der andere nickte, nahm sich drei Helfer, und ging.
„Glauben nicht, das ihr könnt auch entkommen .Haben auch so noch genug wachen, zu halten euch.“
Und sie zogen weiter.
*
Es war Zeit aufzubrechen. Der Geheimnisvolle im schwarzen Kapuzenumhang machte sich auf den weg. Er hatte das Buch in einer Ledertasche verpackt, und schritt durch die Katakomben. Wenn seine Feinde wüssten, wie nahe er ihnen gewesen war. Nun ja, sie würden es ohnehin bald wissen, doch dann würde es für sie zu spät sein.
Plötzlich erschütterte ihn etwas .er musste sich an einer Felswand festhalten.
Mit verdrehten Augen erstarrte er, dann flüsterte er:
„Ja, sie werden wieder eingefangen. Nichts wird uns jetzt noch aufhalten .Ich mache mich jetzt auf den Weg“
Dann entspannte er sich, betätigte einen geheimen Mechanismus, und schritt durch eine, sich Öffnende Tür…
*
Savinius atmete tief durch. Eine schreckliche Ahnung hatte sich für ihn bestätigt. Es war nicht seine art oder die seines Ordens, sich ein zu mischen, doch nun musste es sein. Er musste heraus finden, ob seine Vermutung zutraf. Wenn der dritte Band des Zyklus von  Mohrar noch existierte, dann war er die einzige Möglichkeit, die Apokalypse aufzuhalten. So machte sich der Abt auf den Weg…
*
Langsam, und recht tief, segelte das fliegende Einhorn über den Wald, berührte öfter Baumkronen, und ratschte an Ästen entlang, immer dem Uhu folgend, bis schließlich eine Lichtung in sicht kam , auf der sie mehrer Wölfe sahen, und mitten zwischen ihnen drei kleine ,menschliche Gestalten.
„Da sind sie!“, rief Lucina „Käpt´n, landen!“
Doch Rotbart befand sich bereits im Landeanflug auf die kleine Lichtung, und bald setzte das fliegende Einhorn auf.

Die Begrüßung war herzlich, dann gingen die Freunde zu den Kindern.
Es war nicht viel von ihnen zu erfahren, über die Absicht der Feinde.
„Die Kinder haben uns, in die sie die anderen schaffen. Ich habe ihnen  Kundschafter nach geschickt.“, sagte Grauwyn
„Vortrefflich“, meinte Lucina „Kapitän Rotbart, bringen sie bitte die drei Kinder zum Kloster der blauen Mönche. Dort sind sie erst einmal sicher. Wir folgen mit den Wölfen der Spur der anderen Kinder, um sie zu befreien.“
*
Die vier Kreaturen schritten den Wald weg zurück, fanden die spur der Flüchtigen, und dann auch die der Wölfe.
„Kommen zu spät“, krächzte der Anführer „werden Chef nicht gefallen. Sie folgten den Spuren von Kindern und Wölfen bis zu einer Lichtung. dort sahen sie ein fliegendes Schiff, und wurden Zeugen, wie die Kinder, die sie suchten, es bestiegen.
„Kinder entkommen“, sagte  der Anführer „Wir zu wenig „

Kein Problem“, sagte eine Stimme hinter ihnen, „Es gibt auch noch andere Wege.“…

Sonntag, 2. Juli 2017

Stadtkater-Breminale-Special

Heute zur Abwechslung mal eine Verlinkung zu einer neuen Version meiner letzten Timmy-Geschichte:

Timmy hebt ab:Breminale-Version

Sonntag, 4. Juni 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 11

*
War das jetzt das Ende? Das Scheitern ihrer Mission? Würde Ronny seine Eltern, den Ort, in dem er lebte, die Freunde, nie wieder sehen? Gedanken,. die durch den kopf gehen, wenn man in einen gähnenden Abgrund fällt.

Mitten in diese Gedanken hinein, gellte ein Pfiff. Rotbart hatte ihn ausgestoßen, und plötzlich schlug Ronny auf. Jetzt mussten seine Knochen zerschmettern. Er erwartete einen jähen Schmerz und große Schwärze, doch nichts davon geschah. Als er vorsichtig die Augen öffnete, stellte er fest, dass er noch lebte, und auf Schiffsplanken lag, und seine Freunde um ihn herum.

„Was ist los?“, fragte er, nicht unbedingt eine antwort erwartend.
„Das fliegende Einhorn hat noch ein paar Überraschungen parat“, schmunzelte der Kapitän.

Tatsächlich, sie befanden sich auf dem fliegenden Schiff, welches sich nun in der Luft unterhalb des Wasserfalls befand, und nun von seinem Kapitän langsam zur Erde dirigiert wird.


9.Jagd in der Dunkelheit

Die Kreaturen hatten ihre flucht anscheinend noch nicht bemerkt. So schlugen sich Pia, Kevin und der kleine Jan durch die Büsche. Sie wussten nicht wo sie waren, noch wie sie nach Hause kommen sollten, die Dornen kratzten, es war kühl und dunkel, und immer wieder erklangen Geräusche, die sie in Angst versetzten.

Sie kannten nur eine Richtung: erst mal weg von diesen Kreaturen und Hilfe finden. Der Wald wirkte in der Dunkelheit bedrohlich, die Bäume wie bösartige, skurrile Kreaturen.
Sie waren eine Weile gegangen, als vor ihnen mehrere Paare gelber Augen auftauchten. Wie angewurzelt blieben sie stehen. die Kreaturen kamen näher, und sie erkannten, es waren Wölfe!

Jan weinte vor angst, Pia klammerte sich an Kevin, da sagte eine raue Stimme:
„Fürchtet euch nicht, ich bin Grauwyn, der König der Wölfe. Klettert auf unseren Rücken, wir bringen euch in Sicherheit.“…

*
Der Unheimliche befand sich in freudiger Erregung .Bald war es soweit. Bald  würde es verzogen. Die Kinder waren bereits auf dem Weg.
Bald, bald war die die Stunde der dunklen Mächte, und er würde sie kontrollieren…
*
„Aber wie finden wir jetzt die Kinder?“, fragte Ronny
Diese Frage ging allen durch den Kopf. Natürlich war klar, das ihre Entführer sie heraus geschafft hatten, und zu einem unbekannten Ort brachten, doch wo konnte das sein?

Sie begannen in der ganzen Gegend nach spuren zu suchen, doch vergeblich. Das konnte doch nicht sein. So konnte es doch nicht scheitern. Irgendwo musste doch ein Hinweis zu finden sein.

So saßen sie an Bord des Schiffes. Betrübt und enttäuscht, als sie plötzlich aus ihren Gedanken gerissen wurden, weil ein Uhu an Deck gelandet war.

„Nachtklug“, rief Lucina „Was tust du denn hier?“
„Ich wollte eigentlich zu Lusaga. Grauwyn schickt mich. Er und seine Wölfe haben im Wald, vielleicht einen Kilometer  ein paar Kinder gefunden, die entführt wurden waren, da sah ich dieses Schiff, und euch. Was für ein glücklicher Zufall.“


„In der Tat ein glücklicher Zufall. Wir suchen entführte Kinder. Käpt´n starten wir wieder, und du Nachtklug, flieg uns voraus!“…. 

Sonntag, 14. Mai 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 10

Die Dunkelheit war von fackeln beleuchtet, welche die unheimlichen Wesen trugen, die sie voran trieben. Über einen Waldpfad, ging es zwischen dichtem Gestrüpp und Bäumen entlang. Wenn eines der Kinder nicht schnell genug lief, bekam es von den ungeschlachten Wächtern einen Stoss, begleitet von üblen Beschimpfungen und Verwünschungen.

Kevin, der blonde junge, der zuletzt dazu gekommen war, war jetzt an der Seite von Pia, die sich mühte, den kleinen Jungen an ihrer Hand mit zu bekommen.
„Sie haben Schwierigkeiten die Kinder zu kontrollieren. Jetzt wäre eine Chance zu  fliehen.“, sagte er leise zu ihr, so das ihre Peiniger es nicht hörten. Sie nickte still.

Nun kamen sie an einem großen, dichten Gebüsch vorbei, und die
Wächter drehten ihnen die Rücken zu. Bewusst ließen sie sic h nach hinten fallen, und als das Wesen zunächst zu ihnen ein Kind vor ihnen antrieb, raunte Kevin:“Jetzt!“

Damit schlug er sich durchs dichte Gestrüpp, und augenblicklich folgte sie ihm, den kleinen Jungen an der Hand.
„Hinlegen und still!“, zischte er .sie taten wie geheißen, und kurze Zeit später war die gesamte Prozession an ihnen vorbei.
Eine Zeit blieben sie liegen und lauschten, dann richteten sie sich auf, und setzten sich.
„Nun“, meinte Kevin, „müssen wir uns überlegen, wie es weiter geht.“…
*
Gefangen in einem unterirdischen Stollen. Von Geröll lebendig begraben. Sollte es ihr Schicksal sein, hier zu verschmachten? Nach dem ersten Schock untersuchte Lucina den Gang. Sie gingen zurück in das Kerker-Gewölbe, in der Hoffnung, hier einen Ausweg zu finden. Möglicher Weise gab es hier ja einen zweiten Ausgang.

Ein Versuch das Geröll magisch zu bewegen, scheiterte. Es war zuviel. Aber dennoch wollten sie nicht aufgeben. Wer immer sie hier gefangen, hatte eine starke magische Barriere gelegt.

Sie folgten einem Gang, der auf der anderen Seite der Kerker lag, aus dem ihnen ein kühler Hauch entgegen kam. Am Ende des Ganges kamen sie zu einer Quelle. Das Wasser ergoss sich hier in einen unterirdischen Flusslauf.

„Das könnte unsere Rettung sein“, meinte Lucina „möglicher Weise fließt dieser Fluss aus dem Berg.“
„Den Versuch ist es Wert’“, meinte Baugin, und auch die anderen stimmten zu.
Vorsichtig stiegen sie ins Wasser, das erwartungsgemäß eiskalt war, und folgten dem unterirdischen Flusslauf. Nur aufgrund der Tiefe des Wassers, konnten sie in dem Gang stehen.

Mit der Zeit wurden das Bett abschüssiger, und die Geschwindigkeit des Flusses schneller, bis sie sich zu einer reißenden Stromschnelle entwickelte. Die Freunde verloren zunehmend den Halt, und wurden  vom Wasser den Lauf hinunter getrieben, prallten hier und da gegen Felsen, und konnten sich nur mühsam über Wasser halten.


Nach ein paar Minuten konnten sie deutlich einen hellen Punkt erkennen, der schnell näher kam, und sich tatsächlich als Öffnung nach draußen erwies, auf die sie nun zu trieben, Schon durchquerte das Wasser die Felsenöffnung, und stürzte sich einen Abhang hinunter- und die Freunde mit ihm…