Samstag, 13. September 2014

Der Zerg,der aufmüpfig wurde,Teil 9



Neuntes  Kapitel

Willkommen im Intrigantenstadl

Viel hatte Martin nun nicht erfahren, aber es reichte, um einiges nach Berlin zu melden. Allerdings so viel war es auch nicht. die Armee von Gülleberg war nun wirklich nicht sonderlich Furcht einflößend, was man sich aber bei einem so jungen, kleinen Staat denken konnte. Es schien völlig unwahrscheinlich, das es nötig wäre ,dort einzumarschieren, aber wer wusste schon, was im Kopf dieser also Kriegslüsternen Verteidigungsministerin vorging.
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Paul Heimlich saß am Tisch  eines Cafés, ihm gegenüber ein unscheinbarer ,kahlköpfiger Mann,mit einer Sonnenbrille. „Wie stellen sie sich das genau vor?“, fragte gerade der Kahlköpfige „Nun, ich dachte an etwas Stimmungsmache, die mir die Radikalen an die Seite bringen, und die öffentliche Meinung in Deutschland gegen die Regierung von Gülleberg aufbringt.“ „Hmm, sollen die Russen drin verwickelt werden? Putin eignet sich im Moment gut als Sündenbock. Oder doch Islamisten?“ „Na, soweit müssen wir noch nicht gehen. Ich glaube, es genügt erst Mal, Gülleberg als totalitär hinzustellen. Ich denke ,wir können hier auf der Monarchie aufbauen,. Stellen wir Fürst Jan, als  Autokraten hin.“
„In Ordnung, aber ich brauch´ einen Aufhänger, irgend ein Ereignis, einen Skandal.“  „Den liefere ich schon. Mir schwebt schon was vor ,und dafür kann ich die Koalitionssituation benutzen. Ich glaube nicht, das wirklich alle damit zufrieden sind. Zunächst mal, damit du zum Redaktionsschluss was hast ,kannst du erstmal von der autokratischen ,Fürstennahen Regierungspartei schreiben, geheime ‚Diktatur, irgendwas in der Art“ Die Beiden verabschiedeten sich, und Heimlich verließ das Café. Er hatte jetzt noch ein Treffen ,bei dem er die Dinge in Bewegung bringen wollte, um sein Ziel zu erreichen, das ein Generalstreik war.
*
„Natürlich ,euer Durchlaucht, es ist alles klar“, sagte Hinnerk Laake, dessen Gesicht man ansehen konnte, wie befremdlich es ihm immer noch war, seinen ehemaligen Knecht als Durchlaucht zu bezeichnen, der keine Gelegenheit ausließ, seinen ehemaligen Dienstherren und jetzigen Landwirtschaftsminister daran zu erinnern, wer jetzt der Herr war.
Feixend beobachtete der Fürst, wie sich Laake mit säuerlicher Mine entfernte. Der Haushofmeister kam herein und meldete einen Schweizer Herren, der seine Durchlaucht zu sprechen wünschte.“ Ein…äh, gewisser Schwätzli. Hier, seine Karte.“ Der Fürst las sie aufmerksam, und legte sie auf den Schreibisch vor sich. „In Ordnung, soll rein kommen“ Der Haushofmeister nickte ,und entfernte sich.
Wenig später trat Schwätzli ein, er ging zu ihm und reichte ihm die Hand über den Schreibtisch.“ Schwätzli, Reto Schwätzli. Freut mich ,sie kennen zu lernen, euer Durchlaucht“ „Ganz meinerseits. Nehmen sie Platz." Schwätzli tat, wie ihm geheißen ,und begann: „Ich habe ihre Heilwasserquelle besichtigt. Sie ist sehr beeindruckend. Schauen sie,ich arbeite für ein großes Unternehmen ,das in der Lebensmittelbranche, gerade auch bei Getränken tätigt ist, und wir interessieren uns für die Quelle. Selbstverständlich werden sie angemessen am Gewinn beteiligt. Natürlich meine ich sie persönlich, und vielleicht ihren Präsidenten. Es gibt sicherlich auch Posten im Aufsichtsrat oder im Vorstand unserer Firma ,die zu besetzen wären, und ein gutes Auskommen garantieren würden.“ „Sie kommen ja schnell zur Sache“, meinte Jan Stirn runzelnd „Aber sie müssten doch wissen, das die Quelle nicht in meinem Besitz ist ,sondern dem Staat Gülleberg gehört, wenn ,muss also das ganze Parlament dem Verkauf zustimmen. Haben sie so viele Posten zu bieten? Abgesehen davon, wer sagt ihnen ,das ich an ihrem Angebot interessiert sein könnte?“
Schwätzli lächelte. „Das kann man alles regeln. Nach meiner Erfahrung ,gibt es niemanden, der nicht käuflich ist, und wenn nötig, sorgt man für entsprechende Sachzwänge“, er hob hob Zeige und Ringfinger beider Hände und machte Symbolische Anführungszeichen , „damit er es wird. Im Übrigen wird es sie vielleicht interessieren, das sich in ihrem Land zwei Agenten mit feindlicher Absicht befinden. Einer sitzt bei ihrem Heer ,und arbeitet für  das Bundesverteidigungsministerium ,der Zweite soll im Auftrag der Bundesregierung einen kleinen Aufruhr bei ihnen inszenieren, um einen Vorwand für einen Einmarsch zu liefern. Sie werden sich nun fragen, woher ich das weiß, und warum ich es ihnen erzähle. Nun, ich habe so meine Quellen, z.B. im Kanzleramt, die mich über die Lage informiert haben. Ein paar Indiskretionen, die mir diese wertvollen Informationen geliefert haben.
Es liegt sehr in unserem Interesse, das Gülleberg unabhängig bleibt, daher biete ich ihnen an, sie gegen diese Feindseligkeiten zu unterstützen. Als Gegenleistung, wir wollen ja nicht gleich alles, fordern wir zunächst mal eine Beteiligung von Fünfzig Prozent an der Quelle, als stiller Teilhaber. Wir könnten ihnen auch weitere Märkte eröffnen.“ Jan hatte mit gerunzelter Stirn zugehört. „Es dürfte ihnen klar sein, das ich das nicht allein entscheiden kann“ „Sind sie nicht der Fürst?“ „Ja, aber wir sind de facto eine Demokratie, auch wenn wir  uns Fürstentum nennen. Im Grunde bin ich ein Grüßaugust ,ähnlich ,wie der Bundespräsident, die Entscheidung trifft das Parlament.“ „Hmm, nun gut, ich werde in…sagen wir 48 Stunden wieder da sein, dann erwarte ich eine Entscheidung“
Und  Schwätzli stand auf, und verlies den Saal. Zurück blieb ein nachdenklicher Fürst Jan, der sich die Sache wohl auch anders vorgestellt hatte. Jetzt nahm die Sache Züge an,die bedrohlich wurden. Das die Politik durch den Schritt Güllebergs aufgeschreckt war, war klar, doch das man zu solchen Mitteln griff ,hätte er doch nicht erwartet. Waren sie zu naiv gewesen? Wie dem auch sei, das Angebot dieses Schwätzli anzunehmen, schien ihm,wie ein Pakt mit dem Teufel….

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