Sonntag, 11. Januar 2015

Neptun hat´s Satt-Teil 1

Heute startet eine neue Fortsetzungs-Geschichte, in der Meergott Neptun die Hauptrolle spielt.
Ich hoffe ,sie gefällt euch.




Eine frische, frühsommerliche Brise weht über die Nordseeküste bei dem Dorf  Bensumersiel. Man bereitet sich auf die Hauptsaison vor, die unmittelbar bevor steht. Am Strand sind bereits die ersten Touristen angekommen, die die vormittägliche sonne genießen, während auf den benachbarten Salzwiesen friedlich Kühe grasen.
Es ist Ebbe, das Meer ist trocken gelegt, und man kann bis zum Horizont über das in der sonne glitzernde Watt sehen. Nanu, da bewegt sich doch was .Ist schon jemand im Watt unterwegs?
Zwei Gestalten sind es, die da durchs Watt in Richtung Strand kommen. Je näher sie kommen, desto mehr Aufmerksamkeit haben sie. Immer mehr Leute stehen auf und gehen zum Strand .Neugierig blicken sie auf die höchst seltsame Prozession, die ihnen da entgegen kommt.
Jetzt kann man sie gut  erkennen. Es handelt sich um einen älteren Mann  und ein Mädchen. Das wäre erst einmal nicht ungewöhnlich, das Besondere ist ihr Aussehen. Der Mann hat langes weißes Haar, das grünlich schimmert, und einen ebensolchen, langen, Bart. Tang hängt vereinzelt zwischen den Haaren .auf seinem Kopf sitzt eine goldene Krone, und über die linke Schulter trägt er einen…, ja, einen Dreizack. Bekleidet ist er mit einem weißen Gewand, das an ein Fischernetz erinnert. Fußbekleidung trägt er keine, aber auf seiner rechten Schulter sitzt ein Hummer. Das Mädchen ist etwa 16 Jahre alt, hat langes schwarzes Haar, das blaugrün schimmert. sie trägt ein  grünes Kleid .Auch in ihrem Haar ist Tang zu sehen, und eine Muschel, die wie ein Schmuck im Haar sitzt. Auch sie ist Barfuß.

Dieses seltsame Paar ist nun am Strand angekommen, und ersteigt das Ufer. Oben bleiben sie kurz stehen, und sehen sich um. Dann erblicken sie einen Mann, der an seiner Brust ein Schild, mit Aufschrift: Tjark Matthiessen, Strandmeister trägt. Mann und  Mädchen nicken sich zu, dann bahnen sie sich den Weg durch die erstaunten Touristen zu jenem Mann, der nicht weniger erstaunt zu sein scheint.
„Verzeihung“, sagt der alte Mann mit tiefer, aber angenehmer Stimme „Können sie mich zu ihrem Anführer bringen?“ der Strandmeister sieht die Beiden mit offenem mund verdattert an. Er hätte wohl nicht weniger ungläubig ausgesehen, wenn ihn eine Kuh nach dem Weg gefragt hätte.
„Bitte“, sagt der Alte geduldig,  „wenn sie ihren Mund genug gelüftet haben, könnten sie dann meine bitte erfüllen, und uns zu ihrem Anführer bringen?“
„Zu meinem, äh, also zum Bürgermeister?“ „Nun, wenn er sich so nennt ,dann also zum Bürgermeister.“
„Aber so, ich meine in ihrem Aufzug?“
„Wieso, was ist damit?“
„Na ja, ins Büro des Bürgermeisters geht man in einem Anzug oder etwas ähnlichem.“
„So, nun, ich glaube diesmal geht´s auch so, ich habe etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen.“
„Und wen soll ich ihm melden?“
„Oh.. Neptun, nebst Tochter Bella“, damit weist er auf das Mädchen.
„Und was is mit mir?“, zischt es von seiner Schulter
„Oh ja“, meint der alte Mann lächelnd „und Käpt´n Kidd“
Und er zeigt auf den Hummer auf seiner Schulter.
Der Strandmeister sieht jetzt noch entgeisterter aus „Hat das Ding…“
„Der Hummer“, verbessert Neptun sanft „Ja ,er hat gesprochen. Eigentlich tut er das immer. Sie können ihn jetzt verstehen, weil ich dabei bin, aber wieder zu meiner Bitte…“
Strandmeister Matthiessen  überlegt kurz, dann sagt er: „Kommen sie“
Der Strandmeister führt das seltsame Paar den Strand hinauf ,am kleinen Kutterhafen vorbei ,über den Deich zur Ortschaft. Nur 200m weiter kommen sie zu einem großen, alten Gebäude ,auf dem oben „RATHAUS“ steht.

Sie betreten das Haus, und gehen an staunenden Gemeindebeamten vorbei zum Amtszimmer des Bürgermeisters. Matthiessen klopft an. „Herein“, klingt es von drinnen, und sie treten ein.
Bürgermeister Grams sitzt an seinem Schreibtisch. Er ist ein großer, dicker Mann mit einer Glatze, und einem vollen, Runden Gesicht mit wasserhellen, blauen Augen, und einer großen Knollennase.
Auch er schaut erstaunt auf die merkwürdigen Gäste, die Strandmeister Matthiessen da anbringt.
„Matthiessen, was zum…“
Doch da kommt schon der Alte mit strahlendem Lächeln  auf ihn zu, und reicht ihm die Hand.
Neptun, mein Name. Ich freue mich sie kennen zu lernen. Ich habe wichtiges mit ihnen zu besprechen, genau genommen möchte ich mich beschweren. Also, wir dürfen keine zeit verlieren, die Menschheit ist in Gefahr!“, so sprudelte es aus ihm heraus.

„In Gefahr?“, wiederholt Grams.
„Ja ,in Gefahr, wenn das mit der Meeresverschmutzung so weiter geht. Ich möchte mich im Namen der Meersbewohner über die Verschmutzung und Leerfischung der Meere beschweren, und ich wäre ungern gezwungen drastische Maßnahmen gegen die Menschen zu ergreifen. Ich habe es nun gründlich satt!“
„Sie wollen was? Maßnahmen ergreifen?“
„Na ja, immerhin bin ich der Gott der Meere“
„Vielleicht sollten wir das Irrenhaus verständigen“, schaltet sich Matthiessen ein
„Was ist ein Irrenhaus?“, fragt das Mädchen interessiert. Statt einer antwort sagt ihr Vater:
„Hören sie, ich bin weder verrückt, noch ein Hochstapler. Meine Warnung ist ernst und gut gemeint.“
„Hmm... macht der Bürgermeister, aber vielleicht bin ich dann die falsche Instanz. Vielleicht sollten sie dann lieber mit der Kanzlerin reden.“
„Was soll das heißen, haben sie nichts zu sagen?“
„doch schon, aber nur hier im Ort. Wenn es um eine so große Sache geht, dann reichen meine Kompetenzen nicht weit genug“
„Und diese Kanzlerin, ist die ihre Königin?“
„Oh äh, so was in der Art, ja“
„Dann möchte ich zu ihr“
„Ja nur sie sitzt in Berlin, das ist recht weit von hier“
„Und wie komme ich dorthin?“
„Mit dem Zug vielleicht“
„Zug?“
„Ja. Wagen, die auf schienen fahren“
„Und wo fährt der“
„Vom Bahnhof, etwa 150 Meter die Strasse hinauf.“
„Nun Gut, dann werde ich es versuchen“ er nickt seiner Tochter zu “Komm, wir gehen.“
Als sie draußen sind, sagt der der Strandmeister
„Glauben sie diesen Unsinn etwa?“
„Nu, eigentlich wollte mir diesen Spinner nur los werden, der kommt sowieso nicht zur Kanzlerin“
„Na hoffentlich irren sie sich da nicht…“

*

Damit beginnt nun Neptuns Reise im Dienste der Umwelt, mal sehen, wo sie ihn hinführt...


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