Sonntag, 5. Januar 2014

Das Geheimnis von Helmburg-Teil 21


Vorbemerkung:

Hier wird der Fall aufgelöst und der Mörder entlarvt.Wer jetzt erst jetzt dazu gestossen ist,und sich die Spannung nicht verderben möchte,sollte also erst die anderen Teile lesen.allen Anderen viel Spass.

8.


Als ich erwachte,fand ich mich auf einem kalten Steinboden in einem dunklen Raum wieder.Ich versuchte auf zu stehen. Meine Glieder waren schwer, mir war schwindelig, und mein Kopf tat weh. Wo  befand ich mich hier?auf den ersten Blick schien es eine Art Verlies zu sein. Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich Steinwände erkennen. Ein viereckiger Raum. Allmählich verging auch mein Schwindelgefühl. Ich sah mir mein Gefängnis genau an. So weit ich konnte. Ein rechteckiger Raum mit rohen Steinwänden. Jetzt konnte ich auch eine schwere ,hölzerne Tür erkennen.
Ich ging darauf zu ,drückte auf die Klinke und warf mich dagegen, doch die Tür blieb zu.
Resigniert ging ich zurück und setzte mich an der Mauer nieder. Wer hielt mich hier gefangen und warum? Der Mörder? Aber warum hatte er mich nicht gleich getötet. Ich verfiel in Gedanken. Vielleicht um mir die Zeit meiner Gefangenschaft zu vertreiben, lies ich mir alle Ereignisse ,seit ich hier im Schloß war, durch den Kopf gehen ,durchdachte, was wir herausgefunden hatten. Ich weiss nicht,wie lange ich dort in Gedanken gesessen hatte, aber irgendwann fügte sich alles zu einer Kette zusammen, an deren einem Ende das Wort Mord stand ,während am anderen Ende ein Gesicht hing,ein Gesicht das ich kannte. Ja, ich wusste jetzt ,wer die Morde begangen hatte und ich wusste auch warum. eigentlich musste ich mich tadeln, weil ich nicht eher darauf gekommen war, wenn man genau nachdachte, sprang es sogar ins Auge.
Ich musste hier raus! Da lief eine höchstgefährliche Person frei herum, die weiter morden würde ,denn sie stand mit dem Rücken zur Wand. Ich begann wieder mein Gefängnis zu erkunden, rüttelte an der Tür und tastete die Wände ab. Sie bestanden aus roh gehauenem Stein. Wand für Wand tastete ich ab. Da, an der hinteren, der Tür gegenüberliegenden Wand, ertastete ich so etwas wie einen eisernen Ring, von vielleicht zwanzig Zentimeter Durchmesser. Ich betastete ihn genau. Ob man ihn irgendwie nutzen konnte, eventuell ,um die Tür aufzubrechen, eine schwache Hoffnung zwar ,aber immerhin eine Hoffnung. So zog ich kräftig  daran. Nanu, als ich zog, stellte ich fest,das der Ring an einem Seil hing. aber was noch viel wichtiger war :durch das ziehen an dem Ring, hatte sich eine Nische in der Mauer geöffnet .Mein Herz begann zu klopfen. Ich zog weiter, es ging schwer ,aber das Seil lies sich Stück für Stück herausziehen und gleichzeitig vergrößerte sich die Öffnung in der Mauer immer mehr. Eine Geheimtür! Nun Geheimtüren und Geheimgänge waren ja in einem Schloß nichts ungewöhnliches. Schon war die Öffnung groß genug ,das man hindurchschlüpfen konnte.Ich zwängte mich durch die Öffnung, es ging so gerade, und fand mich in einem dunklen ,feuchten Gang wieder. Wo lang jetzt? Einer Eingebung folgend, wandte ich mich nach Links und begann dem Gang zu folgen. Meine Augen hatten sich inzwischen gut an die Dunkelheit gewöhnt ,so das ich einiger maßen zügig dem Gang folgen konnte .hier und da musste ich mich um Kurven tasten und berührte mit dem Kopf die stellenweise, niedrige Decke. Nach einiger Zeit führte der Gang leicht bergan und endete schließlich in einer Treppe, die zu einer Lukenähnlichen Tür führte .Herrgott, lass sie nicht verschlossen sein! Ich betastete sie und stellte freudig fest,das sie keine Klinke  besass, nur einen Riegel der vorgeschoben war.Ich begann ihn langsam zurück zu ziehen. Er war wohl Jahrhunderte lang nicht betätigt worden. Langsam, Stück für Stück ,gelang es mir ,ihn zurück zu ziehen, dann drückte ich mit aller Kraft gegen die Tür und Zentimeter für Zentimeter ging sie auf. Vorsichtig schob ich mich hindurch und kroch ,zu meiner Überraschung aus einem dichten Gebüsch hervor. Ich blinzelte im Sonnenlicht, erhob mich ,und sah mich um. Ich stand vor einem bewachsenen Berg und als ich ein wenig zurücktrat ,stellte ich fest,das ich unterhalb der Aussichtsplattform stand, an der ich gestern betäubt worden war.Ich sah hoch oben die Zinnen. Dann senkte ich den Blick und besah mich selbst und stellte fest ,das ich staubig und voll Spinnweben war.Ich klopfte mich ab, dann begann ich den geschlängelten Weg bergan zu laufen.
*
Es dauerte wohl eine halbe Stunde, bis ich oben war.Ich lief über den Schlosshof und betrat das Schloß. Die junge Frau an der Rezeption sah auf und als sie mich bemerkte rief sie:“ Herr Hansen, da sind sie ja ,sie werden schon groß gesucht.“ Bevor ich antworten konnte, kam Kommissar Voss durch die Halle gestürmt und rief:“Finn ,ein Glück, sie leben, wir fürchteten schon das Schlimmste,. Wo waren sie?““ Ich berichtete ihm mein Abenteuer und er hörte staunend zu. “Unglaublich ,was hatten sie für ein Glück „“In der Tat“, stimmte ich zu“ Wie spät ist es eigentlich?““ Halb zehn Morgens ““Dann hab ´ich die ganze Nacht da drin gesessen ,aber ich weiss jetzt ,wer unser Mörder ist““ Voss sah mich ungläubig an “Wer?“, fragte er nur “gleich“ ,sagte ich. zuerst, wo ist Lily?“ “Äh, im  Park. Sie hat Frühdienst und gerade Pause. Selma fragte sie gerade,ob sie nicht Lust auf einen Spaziergang hat“ “Rasch ,verlieren wir keine Zeit!“ ,rief ich und rannte los.
„Wieso, was hat das zu bedeuten?“ ,fragte Voss Atemlos „ist das noch nicht klar? Selma hat die Morde begangen, sie ist die Person, die wir suchen. “Voss riss die Augen auf“Selma?Das kann nicht sein ,sie ist doch selber vergiftet worden“ „Ja, raffiniertes Frauenzimmer was?“ ,meinte ich „Sie hatte die vergifteten Pfefferminzpralinen mitgebracht und dann behauptet ,das sie geliefert worden waren. Das sie eine Probierte,  war ganz normal und sie ging kein Risiko ein, dann sie hatte ja einen fähigen Arzt nebenan. Auf diese Weise hatte sie den Verdacht sowohl von sich ,als auch ihrem Bruder abgelenkt“
Wir liefen weiter, waren inzwischen im Park angekommen und sahen uns um. Wo konnten sie sein. Hoffentlich war es noch nicht geschehen, denn es war ja klar, warum Selma Lily zum Spaziergang im Park überredet hatte, hier war es um die Zeit ruhig. Da, war das ein Hilferuf? Voss hatte ebenfalls den Kopf in die Richtung gedreht ,die zum Pavillon führte. Jetzt ganz deutlich. wir liefen wieder los. Da war der Pavillon. Ich war als erster dort und stürmte hinein .Da waren sie Lily lag am Boden. Selma war über ihr und hatte eine Spritze in der Hand. Ich packte Selma ,die im Kampf nicht darauf achtete, wer hinter ihr war. Da war auch schon Voss, der sie mit festhielt und ihr die Spritze aus der Hand wand und ihr dann Handschellen anlegte. Ich ging zu Lily und nahm sie in den Arm, während ich zu Selma aufsah, in deren Blick etwas Bösartiges lag. “Sie“ ,fragte sie ungläubig“ sie sind da raus gekommen?“ “Ja ,ich hatte wohl mehr Glück, als sie geplant hatten“, erwiderte ich“ Schon ne enorme Leistung, mich darunter zu schleppen“ “sie lächelte “Gar nicht mal. Unmittelbar dort, wo ich sie betäubte ,gibt es eine Falltür, durch die ich sie rutschen lies .Der Rest war dann einfach. Es steckt eben mehr in mir, als man mir zutraut“ “Selma“ Wisperte jetzt Lily “Du? Warum? ““Für ihren Bruder, Dr. Möller“ ,sagte ich „Selma nickte “Ich musste mich immer um ihn kümmern, ihn beschützen .Ihn und sein Werk. und wer das zerstören wollte, musste sterben.“   

*
„Ich hätte früher darauf kommen müssen, es sprang doch ins Auge Wer ausser Dr. Möller wusste von den Versuchen, und das jemand davon wusste. und wer hätte am ehesten Grund gehabt ihn zu schützen? ,Selma, sie assistierte ihm ja dabei, und sie half auch Lydia Brauns Tod wie einen Selbstmord aussehen zu lassen .“,sagte ich. Wir sassen im Kaminzimmer an jenem Tisch ,an dem ich damals mit Agnes geredet hatte. Bei mir waren Lily und ihr Bruder, Kommissar Voss. “Ja, meinte dieser nun “Sie hat ein umfassendes Geständnis abgelegt. Ich habe auch mit Dr. Möller gesprochen ,der bereits gekündigt hat .Dadurch liessen sich einige Dinge ergänzen und so haben wir jetzt ein klares Bild.
Es ging tatsächlich um die Versuche, :Hausmeister Harting war bei bei einer Routinewartung auf der Station darauf gestoßen. Er war zwar kein Mediziner, aber nicht dumm. Er war ein Mann mit Prinzipien, daher wollte er damit zur Polizei. er vertraute sich aber erst Dr. Möller an, weil er nicht wusste ,das der selber derjenige war, der die Experimente durchführte, und der besprach sich darüber mit Selma, ahnte aber nicht, das sie die Sache auf ihre Weise zu lösen gedachte. Sie bot Harting an ,ihm beim Wechsel des defekten Kabels zu helfen, indem sie darauf achtete ,das niemand die Sicherung einschalten Würde. Es war so einfach. Als er am Arbeiten war, schaltete sie den Strom an ,und er bekam den tödlichen Schlag. Danach schlug sie Alarm und gab vor grade erst angekommen zu sein und ihn gefunden zu haben.“
Aber es gab noch eine andere Person, die von den Versuchen wusste“ ergänzte ich“Anna Kläring. Sie muß das Gespräch zwischen Dr.Möller und Harting belauscht haben. sie hatte aber nicht seine Prinzipien“ “Richtig“, sagte Voss „Sie hat ihn erpresst, er hat das bestätigt. Er wollte auch zahlen. Selma sah das anders und sie hatten einen Streit deswegen.“
„Und sie nahm die Sache in die eigene Hand „,sagte Lily “Sie sägte die hölzerne Fensterbank an, wo Anna die Fenster putzte und stellte sich in eine Nische dahinter. Da sie alle Verwaltungstechnischen Dinge erledigte kannte sie auch Annas Arbeitsplan. Und als Anna dann auf der beschädigten Fensterbank das Gleichgewicht verlor, brauchte sie ihr nur noch einen kleinen Stoss zu geben und sie fiel.“ “Ja“, ergänzte Voss sie kam hervor ,gab vor sie retten zu wollen und stiess sie in Wirklichkeit hinunter und als die anderen kam ,gab sie die schockierte nach einem vergeblichen Rettungsversuch ““Lydia starb infolge der Versuche, das wissen wir.“, sagte ich “und natürlich war die Person, die ich im Pavillon mit Dr. Möller belauschte Selma, die ihrem Bruder, sagte, was sie getan hatte.“ “So ist es“ ,sagte Voss“ und sie hat sie auch an dem Abend hier belauscht, als sie ankamen ,bei ihrem Gespräch mit Agnes Balg. Sie erkannte ,das Agnes Verdacht geschöpft hatte und ihr gefährlich werden konnte und brachte sie noch in der selben Nacht um, indem sie ihr eine Überdosis Morphium spritzte.“ “Dabei verlor sie die Fiole ,die Lily und ich dann fanden. Sie war es ,die dann Agnes `Zimmer durchsuchte, als wir uns im Bad versteckten“ “Und als sie hörte, das man nun wegen Mordes ermittelte ,geriet sie in Panik und wollte die Nachtschwestern töten, aus Angst ,eine könnte sie gesehen haben, sagte Lily, “Aus ihre Sicht ist das rational. Sie kam zu Schwester Inge zum Kaffee ,brachte sie dazu sich weg zu drehen und gab ihr ein starkes Schlafmittel in den Kaffee. Als Inge dann bewusstlos war, legte sie sie aufs Bett, deckte sie zu und gab ihr den tödlichen Schuß“ “Wir haben ihre Wohnung durchsucht und die Waffe gefunden “,sagte Voss “Tja ,und sie wissen doch noch ,das wir Selma im Postamt, in der Nähe von Katja Blocks Wohnung antrafen. Sie gab vor Post für die Klinik besorgt zu haben ,in Wirklichkeit aber, hatte sie ein Paket geliefert, nämlich das mit den vergifteten Pralinen an Frau Block ,das hat der Postbeamte bestätigt. Sie war kurz vor uns ins Postamt gekommen und hatte sich umgesehen, auf diese Weise konnte sie erklären, warum sie gerade jetzt hier war. Ihr Pech, das Katja Block gerettet werden konnte ,weil einer meiner Leute dort war.“
Nun ja und der Rest ist auch klar. Ich wusste von den Versuchen ,ich hatte sie ja belauscht, darum musste ich beseitigt werden, und nachdem der erste Versuch nichtgeklappt hatte ,wollte sich in diesem Verlies verrotten lassen. Vielleicht wäre sie aber auch noch runtergekommen und hätte mir den Rest gegeben. Sie wähnte mich da unten ja sicher und wollte sich wohl erst um Lily kümmern“ “So war es tatsächlich, sagte Voss, das hat sie im Verhör gestanden.“
„Nun,“, sagte ich,“ damit wäre der Fall abgeschlossen“ “Und was hast du nun vor?“ ,fragte Lily und sah mich mit schmelzendem Blick an. “Tja, eine gute Frage. Ich glaube, ich werde den dienst in Bremen quittieren und hierher ziehen. Hier  ist es schön, und hier wohnt die Frau, die ich liebe“ ,sagte ich und legte den arm um sie “Gute Idee“, hauchte sie, schmiegte sich an  mich, umarmte und küsste mich. Voss grinste von einem Ohr zum anderen. “Nun, wenn das so ist, bei uns ist noch eine Stelle frei. Ach ,und dann sollten wir uns doch jetzt duzen, Schwager. Ich heisse Daniel!“

ENDE


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