Sonntag, 22. Juni 2014

Der Zwerg,der aufmüpfig wurde Teil 6




Sechstes Kapitel

Wirtschaftliche und politische Mühlen beginnen zu mahlen

Reto  Schwätzli eilte den Gang zum Konferenzraum der Bechard-Konzernzentrale in Basel, entlang. Der Bechard- Konzern kontrollierte große Teile der europäischen Lebensmittelproduktion unterschiedlichster art, darunter auch eine Getränke-Sparte,für die Schwätzli zuständig war.er ein kleiner Mann ,Mitte Vierzig,mit angegrautem Haarkranz und Nickelbrille. Atemlos betrat er den Konferenzraum, in dem bereits der Vorstand ,unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Carlo Krämi tagte.
„Setzen sie sich Schwätzli“, sagte Krämi, ein großgewachsener, weißhaariger Endsechziger ,mit glattrasiertem Gesicht, und stechenden, grauen Augen unter buschigen Brauen.
Wir haben sie hergebeten, wegen diesem Bericht“, er wies auf eine, vor ihm liegende, Zeitung.“ diese Mineralwasserquelle in dem Deutschen Dorf…“ „Fürstentum“, berichtigte ihn einer der Manager „Na eigentlich ist es doch ein Dorf“ „für sie vielleicht, aber sie nennen sich Fürstentum und gehören nicht mehr zu Deutschland, also sagen sie selbst. Sie haben sich für unabhängig erklärt.“ „Aber die Bundesregierung hat das doch nicht anerkannt, also ist es Deutschland“ „Streng genommen ja, ich hörte ,sie wollen bereits etwas übernehmen.“ „Wie dem auch sei, Schwätzli, was wissen sie über die Quelle?“
„Nun“ ,begann Schwätzli, und erhob sich „Es handelt sich um eine Hochwertige Mineralwasserquelle mit Heilwasserqualität. Meine Mittelsmänner teilten mir auch mit, das sie sehr ergiebig ist.“ „Und wie gewinnträchtig ist sie?“ „Sehr“, antwortete  Schwätzli Bei der Qualität und der Ergiebigkeit sind Gewinnmargen im Millionen- ,bis Milliardenbereich drin.“
„Wie können wir sie am einfachsten kriegen?“ „Nun, meiner Einschätzung nach, wäre es am Besten für uns ,wenn wir die Unabhängigeitsbestrebungen Güllebergs unterstützen. ein kleines Fürstentum, oder wie auch immer die sich nennen, lässt sich leichter korrumpieren, als Deutschland ,und vor allem preiswerter. Die deutschen Politiker sind doch ziemlich gierig. Diese Kleinstaat-Politiker dürften doch bescheidener sein.“ „Hmm interessant, meinte Krämi ,und wie würden sie´s anstellen?“ „Ich plane ,mich morgen mit meinem Schwager, einem Beamten im Außenministerium zu treffen,dann fahren wir nach Gülleberg und knüpfen diplomatische Kontakte“
„Gut, stimmen wir darüber ab“, sagte Krämi „Wer ist dafür?“ Alle Hände hoben sich. „Schön. Ach, es ist ihnen natürlich klar, das der Name unseres Unternehmens nicht öffentlich auftauchen darf.“ „Versteht sich“, entgegnete Schwätzli.

*
Fern davon,in Berlin, saß Staatssekretär Stabel  dem Agenten Paul Heimlich in einem Hotelzimmer gegenüber. „Nun ,haben sie ihren Auftrag verstanden?“ Heimlich war ein kleiner schmächtiger Mann mit zurück gekämmten mausgrauen Haar, und einem Gesicht, das ebenfalls irgendwie Mäuseähnlich wirkte, mit den kleinen braunen Knopfaugen, der spitzen Nase und dem schmallippigen Mund.
„Alles klar“, sagte Heimlich mit leiser Stimme „Destabilisierung Güllebergs, Diskreditierung seiner Regierung und Anzettelung eines Aufstandes ,mit dem Ziel des Wideranschlusses an Deutschland. Übrigens, wenn ihr das mit Putin weiter plant ,kann ich noch russische uniformen besorgen.“ „Ähem, na warten wir erstmal ab. Wir bereiten schon Pressemitteilungen vor ,die das Ganze unterstützen sollen. Offiziell gehört Gülleberg immer noch zu Deutschland., und so soll es auch bleiben. Jetzt ,wo sie die Mineralwasserquelle gefunden haben, ist das noch umso dringlicher. Ach noch Eins: Die Bundesregierung bleibt narürlich nach Außen hin aus dem Spiel. Wenn etwas schief geht, wir wissen von nichts. Die Kanzlerin wird jede Kenntnis leugnen.“ „Das tut sie doch sowieso immer“, feixte Heimlich
„Blödmann“, gab Stabel unwirsch zurück. Innerlich aber, musste er dem Agenten Recht geben .Wenn nun die Sache schief ging und etwas nach Aussen drang, wer würde dann verantwortlich sein. Und irgendwie kam er immer zu dem Ergebnis, das er am Ende der Dumme war. Blöde Situation, da musste man doch was machen können. Nachdenklich schied er von Heimlich, der sich auf den Weg machte ,seine Mission anzutreten.

*
An einem anderen Ort in Berlin saßen die Verteidigungsministerin, ein General und ein junger Leutnant des Militärischen Abschirmdienstes zusammen.
„Ist es denn möglich, das wir militärisch gegen Gülleberg vorgehen?“ fragte Martin Jensen, der MAD-Leutnant „Im Moment noch nicht“, sagte die Ministerin, aber das kann sich schnell ändern, und es wird sich ändern. Wir müssen endlich die Leistungsbereitschaft unserer Armee unter Beweis stellen. Immerhin wäre es nicht mal ein Einsatz im inneren“ „Darum sollen wir eventuell auf sie schiessen?“
„Jensen, wenn sie ein Gewissen haben, sind sie in ihrem Job schlecht aufgehoben“, sagte der General „Sowas ist nur hinderlich bei der Beförderung Es geht ja auch um unseren Etat.“
„Ja, aber rechtfertigt das einen Krieg?“ „Guter Mann“, meinte die Ministerin „Es ist alles gerechtfertigt, was dem Wohl unseres Landes und seiner Wirtschaft dient. Außerdem geht es erstmal nur darum auszukundschaften, wie ihre Armee- und Waffenstärke ist, das können wir allein mit Satelliten nicht erkunden. Alles Andere entscheiden wir dann, wenn wir diese Informationen haben. Aber wenn sie nicht wollen,gibt es sicher noch andere für diese Mission“ „Nein, nein“, antworte Jensen düster,“ Ich mach´ s“ „Gut“,meinte der General „Dann gehen wir jetzt in mein Büro und besprechen die Einzelheiten.“
Und so kam es ,das sich drei Personen auf den Weg ins kleine, vorher noch unbedeutende Gülleberg machten .mit Absichten, die nicht wirklich zum Besten des neugeborenen Staates waren…      

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