Sonntag, 9. November 2014

Der Zwerg, der aufmüpfig wurde,Teil 12



Zwölftes  Kapitel


Vom Erfolg der Geheimdiplomatie

In Berlin, traf sich Reto  Schwätzli mit der Kanzlerin in einem Hotelzimmer. “Also ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was sie von mir wollen. Ich weiß nichts von einem Paul Heimlich oder Gülleberg.“, sagte sie
„Sicher“, grinste  der Schweizer, „Das hat ja auch ihr Staatssekretär, Herr Stabel eingefädelt, selbstverständlich ohne ihr Wissen. Ach, das hier“ Er nahm einen Stapel Papiere aus seiner Aktentasche , „sollten sie sich mal durchlesen. Sehr interessant. Ich kenne einige Leute bei gewissen Boulevard-Magazinen, die so eine Story sicher sehr interessieren wird.“
„Äh, ich werde mir das mal ansehen. Aber warum sind sie so an diesem Gülleberg interessiert?“
„Sagen wir , wir versprechen uns einigen Gewinn von dieser Partnerschaft“
„Und welchen Vorteil sollen wir davon haben, wenn wir ihnen ihre Unabhängigkeit lassen?“
„Nun, wenn sie es richtig machen, werden sie sicher bereit sein, ein gewinnträchtiges Handelsabkommen mit ihnen zu schließen, nur dazu müssen sie zunächst mal diesen Heimlich zurück pfeifen.“
„Ich kenne keinen Heimlich, aber ich werde mal mit dem Staatssekretär reden. Wie war noch sein Name? Ah, Ja Stabel.“   
„Sehr gut, tun sie das. Am Besten sofort, sonst könnte es Morgen gewisse Schlagzeilen geben“
„Ich werde sie benachrichtigen.“
Die Kanzlerin verliest das Zimmer, und lies einen zufriedenen Schwätzli zurück.

*
Martin machte sich auf den Weg zum Rathaus, gemeinsam mit der, einzigen, Militäreinheit. Er hatte ein sehr mulmiges Gefühl im Bauch. Ihm war klar, dass hier ein irrationaler Krieg entfesselt werden könnte.
Das besetzte Rathaus kam in Sicht, und es schien, als wäre ein Zusammenstoss unvermeidlich.
*
Mummsen, Fürst Jan, und die anderen Regierungsmitglieder, saßen in Mummsens Büro, und warteten. Etwas anderes konnten sie nicht tun. Von unten drang der Lärm der Demonstranten herauf. Sie schienen das Mobiliar zu zerschlagen.
„Ich fürchte, Schwätzli kommt zu spät“, meinte der Bürgermeister.“
„Ja, vielleicht haben wir wirklich dem Falschen vertraut“, stimmte Jan zu „Wollen wir das Ganze jetzt beenden, und den Staat auflösen?“
Da klingelte das Telefon, und fast zeitgleich, unten ein Handy.

*
Plötzlich begann die Demonstration sich aufzulösen. Die Aufständischen verließen friedlich das Rathaus, und bestiegen einen Bus ,der in diesem Moment vorfuhr.
Aus dem Funkgerät kam eine Durchsage, das der Einsatz beendet war, auch die Polizei zog sich zurück. Martin schwante, das auch seine Mission hier beendet war.
*
Einen Tag später kam die Kanzlerin zum ersten Staatsbesuch in Gülleberg an. Ein Handelsabkommen wurde geschlossen, nachdem die Bundesregierung den kleinen Staat auch offiziell anerkannt hatte.
Es begannen auch, Verhandlungen mit der EU, über eine privilegierte Partnerschaft. Zum Beitritt hatte man das Fürstentum nicht bewegen können.
Wie abgemacht, bekam der Bechard- Konzern fünfzig Prozent der Fürstenquelle in stiller Partnerschaft. Mummsen wurde Mitglied des Vorstandes, Jan des Aufsichtsrates. Fürst Jan dankte ab ,und heiratete Kathrin Gehrcke, mit der er sich in seinen Palast zurück zog. Gülleberg kam jetzt auch ohne Fürst aus.
Stabel blieb Staatssekretär für sonstiges , blieb aber für größeres bereit. Irgendwann musste die DDR -Tuse doch auch mal abtreten. Heimlich tauchte wieder unter , und man hörte nichts mehr von ihm, aber wenn wieder ein Agent Provokateur geraucht wird, wird er sicher da sein.
Martin kehrte nach Berlin zurück, quittierte seinen Dienst, und wurde Privatdetektiv, weil er diesen Sumpf nicht mehr mitmachen wollte.
So bestand der kleine Staat Gülleberg die erste große Bewährungsprobe, und bewahrte seine Unabhängigkeit.
Tja, und wenn nicht irgendwelche Konzerne oder Politiker wieder irgendwelche Intrigen spinnen, weil sie den Hals nicht voll bekommen kann, dann wird er es auch weiterhin tun.

ENDE


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