Sonntag, 8. November 2015

Tagebuch eines unfreiwilligen Helden-Teil 12

21.05.2025,Bistritza,Morgens

Jetzt komme ich wieder zum Schreiben. Die letzten knapp Achtundvierzig Stunden ist einiges passiert. Ich fange am Besten dort an, wo ich aufgehört habe.
Die Tür der Scheune öffnete sich, und eine Gruppe Männer trat ein.
 Ein Aufruf in einer fremden Sprache, wohl rumänisch, klang mir scharf entgegen.
 Eine Taschenlampe leuchtete mir ins Gesicht.
„Er ist es“, sagte dieselbe Stimme plötzlich in gebrochenem Deutsch, „Er ist es wirklich“
Der Sprecher mit der Lampe kam näher.

„Willkommen, Tobias Schubert. Wir haben dich erwartet. Wir gehören zum Widerstand. Wir sind schon die ganze Zeit an der Grenze unterwegs, um dich abzuholen, und in Sicherheit zu bringen. Ich bin Georghe Radu. Komm ins haus, du wirst hungrig sein.“
Mit einem Gefühl großer Erleichterung, erhob ich mich, und ging mit.
Als wir am Tisch saßen, konnte ich mir meinen Gastgeber näher ansehen. Georghe war ein mittelgroßer, leicht beleibter Mann, Mitte vierzig mit kurz geschorenem, dunklem Haar, und braunen Augen. Die anderen bei ihm waren bieder aussehende Bauern.
Es gab ein einfaches Mahl, dann meinte Georghe:
Das mit Steiner weißt du“

„Ich habe davon gehört“, sagte ich.
„Nach allem, was wir wissen, wird er auf Schloß Branac  fest gehalten. Wir müssen erst ihn befreien, denn er kennt als einziger einen geheimen Weg in die Felsenfestung. Nicht mal die dunklen wissen davon“

„Wo liegt Schloß Branac“, wollte ich wissen.
„In der Nähe von Bistritza, in Richtung der Karpaten. Morgen früh, wir bringen dich nach Bistritza. Dort triffst du Sergiu, unseren Anführer. “

Ich schlief gut in einem weichen Bett, und am nächsten morgen, nach einem kräftigen Frühstück, fuhren wir nach Bistritza. In einem alten Haus in der Innenstadt, trafen wir einen schwarzhaarigen jungen Mann, Anfang Dreißig mit einem hübschen, aber ernsthaften Gesicht, Mittelgroß, aber Kräftig gebaut. Dunkle Augen blickten mich unter buschigen Brauen interessiert an.

„So, du bist das also.“, sagte er in fließendem Deutsch „Aber du solltest Begleitung haben.“
„Sind in Novi Sad gefangen genommen worden.“, entgegnete ich. „und was mit dem Mädchen ist, weißt du, denke ich mal.
Er nickte „Sicher. Wollen wir also sehen, wie wir sie befreien. Georghe hat dir das mit Steinmann gesagt?“
„Das hat er“

„Wir werden uns ins Schloß einschleichen müssen. Ich habe einen Plan. Teile des Schlosses werden grade restauriert. Es ist also möglich, als Handwerker getarnt hinein zu kommen. Dann müssen wir heraus finden, wo er dort festgehalten wird.“

 Ich bekam ein Zimmer unter dem Dach zugewiesen, in dem ich mich einrichtete .Nun ja, das bisschen, was ich mit hatte war schnell verstaut. Meine Gedanken waren wieder bei Celia, und beim Kapitän und seiner Crew.Ich legte mich hin, und fiel schnell in einen traumlosen Schlaf. Als ich erwachte, war es bereits früher Abend.

Ich ging zum Abendessen herunter, und da erfuhr ich, dass wir am nächsten morgen nach Branac aufbrechen würden. Es war gelungen, einen Auftrag als Klempner-Firma im Schloß zu bekommen. Vor Ort mussten wir dann den Rest heraus finden.


Jetzt schreibe ich gerade diese Zeilen, denn es ist noch Zeit bis zum Frühstück, dann geht’s  los. Aber jetzt herrscht unten Lärm. Durch die angelehnte Tür höre ich unten jemanden rufen. Jetzt kommen Schritte herauf, meine Tür wird von einem arm in einer schwarzen Uniform geöffnet.

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