Sonntag, 6. April 2014

Ronny Riese vom Dusterwald Teil 10



Feenstaub und Elfen

Weit davon entfernt, erholte sich Ronny zunehmend von seinen Verletzungen und genas .Hutzelmann kam immer mal wieder vorbei ,und sah nach ihm. Ronny wollte wissen, was mit seinen Freunden war, doch Hutzelmann wiegelte geheimnisvoll ab. Nur das sie wohlauf waren, konnte er ihm entlocken. Er begann wieder hinaus zu gehen, aber nicht über den Garten hinaus ,den er nicht verlassen sollte .“Es ist zu gefährlich“, hatte Mummine gesagt. Ab und zu in der Abenddämmerung hatte er gelbe Augenpaare gesehen und dann war ihm auch schon einmal ,als hörte er schrille Schreie durch die Nacht. Auch sah er des Nachts eine
Eule an seinem Fenster sitzen oder tagsüber einen Raben auf dem Zaun oder Dach . Thore ging öfter in den Wald und berichtete von schwarzen Wölfen, die er in der Gegend beobachtet hatte. „Seine Kundschafter sind in der Nähe“, sagte Mummine dann. „umso wichtiger ist es ,das du hier beim Haus bleibst.
Eines Abends, als er fast wieder Gesund und bei Kräften war, saß er mit Mummine im Garten. Thore lag bequem unter einem nahen Baum, die Kräuter in ihrem Garten verströmten einen herrlichen Duft, als es in der Luft zu flirren begann.
Orange-gelbe Funken erfüllten sie ,die sich schließlich zu einer menschlichen Gestalt verdichteten. Es war die von Lucina. Sie trat auf sie zu.
„Ronny“ , begann sie „schön ist es ,dich wohlauf zu sehen. Dank dir Mummine ,für seine Heilung.“
„Lucina ,ich habe versagt, ich habe dem Schattenfürsten nicht standhalten können.“ ,sagte Ronny. „nicht doch“, entgegnete sie Fee „Zu früh traft ihr aufeinander. Du warst noch nicht bereit dafür .Doch ,das er selbst kam ,zeigt ,das er dich fürchtet, und die Macht, die dir innewohnt“
„Was ist mit meinen Freunden, sehe ich sie wieder.?“ „Baugin, Fenrick, Grauwyn und Rotpelz sind wohlauf, doch werden eure Wege getrennt sein, denn sie müssen Lichtfang befreien, der auf Schloß Grendelsen gefangen gehalten wird. Wenn das Schicksal es will, werdet ihr wieder vereint. Du und Thore werdet aber nicht allein eure schwere Mission erfüllen müssen .Ihr werdet Hilfe haben, und ich habe auch noch etwas für euch“ und sie griff in ihren Umhang, und zog einen faustgroßen Beutel hervor, den sie Ronny reichte.
„Das ist Feenstaub. Er wird aus einer Pflanze gewonnen ,die nur wir Waldfeen kennen. In großer Gefahr um euch herum ausgestreut, macht euch  unsichtbar, und dient euch als Versteckt. Er ist auch ein starkes Gegengift gegen die meisten Gifte. Doch ihr müsst bald aufbrechen.. Wenn es soweit ist, wird Hutzelmann kommen und dich ein stück begleiten, bis zum Nordwald-Stern, der großen Fünf-Wege Kreuzung“ Dann begann sie sich aufzulösen.
In der folgenden Nacht lag Ronny noch lange wach, und dachte nach .Seine Gedanken waren bei seinen Freunden und bei Lichtfang, in seiner verzweifelten Situation. Doch er dachte auch darüber nach , was Lucina gesagt hatte .Die Macht, die ihm inne wohnte. aber wo war sie denn? Er war chancenlos gewesen .Was gab ihr die Gewissheit ,das es beim nächsten Mal anders laufen sollte? War er wirklich der auserkorene oder hatte man nicht doch einen Fehler gemacht? Aber wäre ein Fehler wirklich möglich ? Mit diesen Gedanken schlief er ein.
Zwei Tage später kam Hutzelmann. Mummine hatte ihm einen neuen Rucksack gepackt mit Vorräten.. Den Feenstaub hatte er in die Tasche zum Wegestein gesteckt. Mummine verabschiedete sich mit einer sehr herzlichen Umarmung ,und mit tränen in den Augen von ihm und drückte auch Thore fest. Dann ging es los .Sie nahmen den Weg ,der nach Norden in den Wald führte. Mummine winkte ihnen noch lange nach.
Sie waren wohl eine Stunde lang, einem schmalen Weg durch dichten Wald gefolgt, da kamen sie an eine große Lichtung, auf der sich der Weg in fünf verschiedene Richtungen. Zunächst ,die, aus der sie kamen, dann nach Links und nach Rechts ,und geradeaus gabelte sich der Weg in nordöstlicher und nordwestlicher Richtung. „Der Nordwaldstern“, sagte Hutzelmann „Hier, ich werde euch verlassen .doch werden sehen uns wieder. Nehmt die Nordost-Gabelung und auf den richtigen Weg kommt ihr.“ Der Waldgeist löste sich auf, und Ronny und Thore standen an der Gabelung allein.
So nahmen sie also jene Gabelung, und setzen den Weg fort. Bis zum Nachmittag gingen sie, dann machten sie Rast unter einem Baum.
Nach einer guten Stunde gingen sie weiter und am Nachmittag und anbrechenden Abend wurde die Luft kühler. Als es dunkler wurde suchten sie einen Platz zum Lagern, als vor ihnen plötzlich Lichter schwirrten. Einem ersten Instinkt folgend, wollte Ronny das Feenstaub  heraus holen, doch dann rief eine piepsende Stimme: „Habt keine Angst, wirt sind eure Freunde“, und vor ihnen materialisierten sich sechs kleine Gestalten ,die alle ähnlich aussahen und gekleidet waren,wie Lichtfang. Die vordere ,die weiblich war, näherte sich ihm. „Ich bin Aurea, Königin der Nordwaldelfen. Euer kommen wurde uns angekündigt. Wir haben einen sicheren Schlafplatz für die Nacht für euch kommt.“ Und sie drehte sich um ,und mit ihr die übrigen Elfen ,und Ronny und Thore folgten ihnen.
Sie führten die Beiden in den Wald bis zu einem riesigen alten Baum, der unmittelbar vor einem verwitterten Felsen stand.
„Du musst dich auf unsere Größe verkleinern und mit hoch schweben“ ,sagte Aurea. Ronny griff nach seinem Medaillon ,das er wieder umhängen hatte, nahm sich Thore, und schloß die Augen, und schwebte auf ihre Größe gebracht, mit dem Kater im arm nach Oben. An einer großen Öffnung ,die in einer Astgabelung lag, machten sie halt. Die Elfen schlüpften in die Öffnung und schwebten in dem hohlen Baum nach weiter nach Oben. Ronny folgte ihnen. Schließlich kamen sie an einer weiteren Öffnung an ,und Ronny stellte fest,das sie direkt in eine Felsenhöhle führte. „Der Baum steht mit seiner Krone so dicht am Fels ,das man diese Höhle nicht sehen kann. Ein sicheres Versteck. Trotz dem sah Ronny zwischen den Ästen Elfen, die wohl Wache hielten.
Drinnen bekamen sie zu essen und zu trinken, dann führte man sie zu einer Höhle ,in der sich Zwei, aus  Moosen und Farnen gemachtes, Lager , ein großes und ein kleines befanden.
„Hier könnt ihr sicher schlafen“, sagte Aurea, „Ich wünsche euch eine gute Nacht.“ Und sie ging .Jetzt erst merkte Ronny, wie müde er war und legte sich hin .Thore ,dem auch die Pfoten wehtaten, tat es ihm gleich.
Als er versuchte in Schlaf zu kommen, konnte er von fern her Wölfe heulen hören, und fragte sich ,ob es graue oder schwarze waren ,und dachte an die Freunde .Wo mochten sie jetzt sein, und wie mochte es ihnen gehen?  

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