Sonntag, 10. August 2014

Der Zwerg,der aufmüpfig wurde, Teil 7




Siebtes Kapitel

Erzählt von Landdiplomatie, und wie Fürst Jan die Kanzlerin traf

Inzwischen hatte sich die Junge Republik Gülleberg endgültig konstituiert. Mit den Umlandgemeinden hatte man Zollvereinbarungen getroffen ,die es den Landwirten erlaubte, ohne  große Grenzmodalitäten  ihre Felder und Weiden zu erreichen. Die Gemeinden zahlten, wenn auch widerwillig, den Zoll  und die Landwirte hatten freie Fahrt.
Um die Heilwasser-Quelle war ein Zaun gezogen und ,und eine Rohrleitung zu einer Abfüllanlage gelegt wurden. „Gülleberger Fürstenquelle“ war bereits jetzt ein Exportschlager, und lockten auch Touristen an,die die Quelle und die Abfüllanlage besichtigen wollten, darunter auch eine Schweizer Delegation ,geführt von einem Herrn Schwätzli.
Auch entdeckte man jetzt die Sage vom Gülleberger Burggespenst, bei dem sich um den Geist des Raubritters Ewald von Gülleberg handeln sollte ,der die Quelle bewachte. Tatsächlich wurde bei der Burgruine auch eine Gestalt gesichtet. Ob es sich dabei aber um ein echtes Gespenst handelte war nicht zu sagen, aber man kannte den Wahlspruch des Wirtschaftsministers und Fremdenverkehrsbeauftragten  Hein Klinke: “Die Welt will betrogen sein, denn soll sie´s man auch“
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In Berlin nahm Fürst Jan einen Ersten großen Repräsentativen Termin war ,zur offiziellen Einweihung ihrer Botschaft. Dabei traf er auch die Kanzlerin und den Bundespräsidenten, deren gequältes Lächeln und Einsilbigkeit zeigten, das das nun kein Termin war, um den sie sich gerissen hätten. Am Liebsten hätte sie Stabel hingeschickt. „Eine typische Aufgabe für ihn“, hatte sie gemeint, aber der Kanzleramtsminister hatte davon abgeraten. Es wäre PR-mäßig doch besser, nach außen hin gut Wetter zu machen und dem erstaunten Michel mitzuteilen, das man jetzt doch den jungen Staat anzuerkennen gedachte. Es würde ihn ja eh nicht lang geben. Aber was wäre, wenn jetzt andere Gemeinden auch auf die Idee kämen ,unabhängig werden zu wollen? Schon hörte man aus Bayern Stimmen nach Selbstständigkeit des Freistaates. “Hört man doch öfter“, wiegelte der Minister ab, und so willigte sie ein, den Empfang in der Gülleberger Botschaft zu besuchen.
Fürst Jan, in einer eigens für ihn geschneiderten Uniform, begrüßte die Gäste persönlich. So gab er auch der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten die Hand ,erläuterte ihnen die warum Gülleberg so ein wunderbares Fleckchen war ,gab die Sage vom Burggespenst zum Besten ,und selbstverständlich gab es auch Kostproben der einzigartigen Gülleberger Fürstenquelle, der mittlerer Weile schon Wunderdinge zugeschrieben wurden(Klinkes Wahlspruch ,sie wissen schon…).
Die Gäste aus Politik und Presse konnten sich auch von der Fortschrittlichkeit der Gülleberger Gesellschaft überzeugen. „Sie sollten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern“. meinte die Kanzlerin und auch der Bundespräsident mahnte Reformen an. Jan hörte da gar nicht hin. die mussten sich wohl mit der Presse gut stellen. Wieso dieser Schritt überhaupt nötig war, immerhin hatte die EU doch auch Vorteile, wollte ein Reporter auf der Pressekonferenz wissen. Nun ,die Eu mische sich zu sehr in regionale Projekte ein. Man müsse regional unabhängiger sein, daher der Schritt, und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation seit dem ,gebe der Gülleberger Regierung auch Recht, so die Antwort des Fürsten. aber eine Konstruktive Zusammenarbeit sei durchaus erwünscht, betonte er.
Insgesamt konnte man den Empfang und die Pressekonferenz wohl als Erfolg ansehen ,durch den das Ansehen Güllebergs gestärkt wurde.
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Im Hotel „zum Landblick“, in Klein Gülleberg ,quartierte sich zur selben Zeit ein Paul Heimlich aus Berlin ein…

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