Sonntag, 7. August 2016

Ronny-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 2

2.Zurück im Dusterwald

Als der Wegestein se absetzte, fielen sie vor Lucinas Haus ins Moos, umgeben von wild wuchernden Bäumen und Gesträuch. In der Ferne rauschte leise ein kleiner Bach. Vögel zwitscherten in den Ästen, und auf den Geäst einer prächtigen Fichte saß ein großer Uhu, der ihm mit tiefer Stimme:“Willkommen, Ronny“, zuraunte.

Vom Haus  aus schallte es ebenfalls „Ronny!“ Es war Fenrick, der die Neuankömmlinge stürmisch begrüßte.
Nun kam auch Lucina heraus.
„Willkommen, wie schön, dich wieder zu sehen, wenn auch unter diesen Umständen.“ Sie trat zurück, und betrachtete ihn.
„Du hast dich inzwischen kaum verändert. Etwas kräftiger geworden bist du. bist du.“

Sie setzten sich an den Tisch in ihrem Garten, und hielten ein Mahl ab. Dabei erzählte Ronny, wie es ihm seit der Trennung ergangen war, und die Freunde, was inzwischen so in Dusterwald geschehen war. So verging viel Zeit, und schließlich kam Lucina zur Sache.

„Wir haben dich immer ein wenig im Auge behalten, und auch das Verschwinden der Kinder blieb uns nicht verborgen. Es war natürlich auffällig, das sie immer im Wald, oder an dessen Rand verschwanden. Unbemerkt von den Menschen, sahen wir uns selber einige Orte an, an denen sie verschwanden, und wir bemerkten beunruhigende Hinweise. Hinweise, dass die Kinder nicht Menschen zum Opfer gefallen waren, sondern anderen Wesen.Wesen aus den Wäldern.

Wir wissen nichts genaues .Unsere Nachforschungen ergaben nur, das die Spur in die Wälder führt, in besonders dunkle und gefährliche Regionen, über die man nur an einem Ort etwas erfährt.“

„Ja, Baugin sagte etwas von einem Haus am Hexenstern.“
„Richtig. Der Hexenstern ist eine Weggabelung von Fünf Wegen, die in unterschiedliche Richtungen führen. Es ist ein unheimlicher Ort. Das Haus selber ist ein Gasthaus, oder mehr eine Spelunke, in die mehr oder weniger seltsame und zwielichtige Gestalten einkehren. Der Wirt soll ein äußerst verschlagenes Wesen halb Mensch, halb Troll sein.“

„Und er kann uns sagen, wonach wir suchen?“
„Er weiß soviel um die dunklen Geschöpfe dieser Region, wie kaum ein anderer.“
„Aber ihr wart noch nicht dort?“
„Nein. Wir brauchen dich, denn du gehörst zu den Menschen. Es braucht einen Menschen, und deine Fähigkeiten.
Es werden noch mehr Kinder verschwinden. Ihre Entführung hat einen bestimmten Sinn. Man hat etwas mit ihnen vor, so sie noch leben, und das ist bestimmt nichts Gutes. Es könnte uns etwas Entsetzliches bevor stehen. Wir alle könnten in großer Gefahr sein.“

„Wie meinst du das?“
„Ich weiß nichts genaues, nur: Die Entführung von Kindern durch dunkle Wesen hat sicher einen sehr bösen Zweck.“

„Wann brechen wir auf?“
 „Morgen früh, jetzt ist keine Zeit mehr. Außerdem müssen noch gewisse Vorbereitungen getroffen werden. Du wirst Heute Nacht hier schlafen.“

Ronny bekam ein einfaches Zimmer im hinteren Teil des Hauses .Es war eine warme Sommernacht, und so war sein Zimmer offen. Lange lag er noch wach und dachte über das nach, was er von Lucina erfahren hatte. Da war also eventuell etwas Großes im Gange, und er wieder mitten drin. Er erinnerte sich an sein damaliges Abenteuer, und dabei fiel ihm ein, was seine Eltern nun dachte. Jetzt würde er auch zu den vermissten Kindern gehören.

Plötzlich wehte ein Luftzug die Vorhänge der Fenster nach innen. Er glaubte ein Flattern wahr zunehmen, aber das waren wohl die Vorhänge, und so schlief er ein.

Die ersten Strahlen der Sonne trafen ihn, als er am nächsten Morgen erwachte. Er streckte sich, erhob sich langsam, und erstarrte.
In dem Holztisch, am Fußende seines Bettes, steckte ein geschwungener Dolch mit dunklem Griff, mit dem ein Pergament darauf festgenagelt war.

„eigentlich sollte dies ein sicherer Ort sein“, meinte Lucina sinnend, während sie das Pergament betrachtete.

„Eine Art Runenschrift. Ich kenne jemanden, der sie entziffern kann. Was mich jedoch beunruhigt ist, das, wer immer die Kinder entfernt hat, weiß, dass du hier bist. Die Sache entwickelt sich sehr schnell. Ich fürchte, es braut sich etwas über uns zusammen “…  

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