Sonntag, 15. Januar 2017

Ronny 2-Rückkehr in den Dusterwald-Teil 6

Ein frohes neues Jahr, und herzlich willkommen zum ersten Post in 2017.Da es allerdings etwas länger her ist , gibt es erst mal ein "Was geschah bisher?"

http://schumt5.blogspot.de/2016/07/ronny-ruckkehr-in-den-dusterwald-teil-1.html
http://schumt5.blogspot.de/2016/08/ronny-ruckkehr-in-den-dusterwald-teil-2.html
http://schumt5.blogspot.de/2016/08/ronny-2-ruckkehr-in-den-dusterwald-teil 3.html
http://schumt5.blogspot.de/2016/09/ronny-2-ruckkehr-nach-dusterwald-teil-4.html
http://schumt5.blogspot.de/2016/10/ronny-2-ruckkehr-in-den-dusterwald-teil 5.html

Und wenn ihr nun alle auf dem Laufenden seid, geht´s nun weiter:
*
Bei den blauen Mönchen

Dunkelheit, bleierne Schwärze. Das war es, was sie umgab. und Dunkelheit war es, was sie als Erstes war nahm, als ihr die Kapuze abgenommen wurde.
Jetzt war es nicht mehr ganz so dunkel. Zwei Pechfackeln in Wandhalterungen erhellten ein wenig die Finsternisse, doch nur gerade so, das sie in der Lage war, sich zu orientieren.

Sie musste sich in einer Art Höhle befinden. Die Wände bestanden aus rohem Fels. Die Luft war feucht, und roch nach Moder. Als sie zu Hause den alten Keller geöffnet hatten, roch es ähnlich.

Sie sah sich um, und stellte fest, dass mit ihr noch andere Kinder gefangen waren. Neben ihrem Gefängnis, das aus Verschlag aus schweren eisernen Gittern bestand, befand sich ein weiterer Käfig, in dem noch mehr Kinder untergebracht waren.

Sie saßen zum Teil apathisch, eng aneinander gedrückt auf dem Boden. Ihre Kleidung war teils beschädigt und schmutzig. Schmutzig waren hier und da auch die Gesichter und das zerzauste Haar.

So wird man wohl, wenn man länger hier ist, dachte sie Aber nicht sie .Sie wie wollte so schnell wie möglich wieder hier raus, und sie würde es auch schaffen. Aber möglicher Weise hatten die anderen Kinder das auch gedacht. Niemand würde doch freiwillig hier bleiben. Dennoch war sie entschlossen.

Plötzlich fühlte sie eine Hand, die ihre Linke ergriff. Sie drehte sich um, und konnte, da sich ihre Augen an die schummrigen Verhältnisse gewöhnt hatten, einen verängstigten kleinen Jungen, der sie aus großen Augen fast flehend ansah. Er mochte halb so alt sein, wie die Zwölfjährige.

Sie strich ihm übers Haar, und legte den Arm um ihn.
„Hab keine Angst wir kommen hier raus. Irgendwie werden wir uns befreien.“
Sie wusste  nicht, ob das tatsächlich möglich war, doch fiel ihr nichts anderes ein, und es beruhigte den kleinen, und auch sie schöpfte daraus Mut.

„Mädchen irrt sich“, ertönte eine krächzende Stimme von der Wand vor dem Käfig. Jetzt erst sah sie die Kreatur, sie bewachte, und anders konnte sie das Ding wirklich nicht nennen.
Es war fast Zwei Meter groß, und von dunkelbrauner, runzliger Haut bedeckt, die ihrerseits auf Kopf und  Rücken, sowie an Armen und Beinen mit verfilztem schwarzem Haar bedeckt war. Sein Körper wirkte plump und unförmig.

Der Kopf hatte die Form einer Kartoffel, in dessen Mitte eine Nase saß, deren Form auch im Hellen und mit scharfen Augen, nur schwer bestimmbar war. Zwei tückisch blickende, kleine gelbe Augen saßen in wulstigen Höhlen. Ein, von einer Hasenscharte verunzierter, breiter Mund, (oder sollte man Maul sagen?) mit schorfigen Lippen, grinste ihnen entgegen, und ließ gelbe Zahnstummel sehen.

„Kinder werden aus diesem Kerker nicht entkommen. Kinder sind vorgesehen für große Sache. Sollten sich geehrt fühlen“ Dabei lachte es keckernd.

Pia empfand Angst und Verunsicherung. Nie hatte sie sich so einsam und verloren gefühlt. doch dann riss sie sich zusammen, und zog Jungen näher an sich heran. Einfach aufgeben, das war noch nie ihre art gewesen, und  hier zu bleiben, mit dieser abscheulichen Kreatur als Kerkermeister, das fiel ihr auch nicht ein. Irgendwann musste es eine Möglichkeit zur flucht geben, und sie würde sie nutzen.
*
Todesangst stieg in ihm auf. Mit entsetzen sah er den Speer auf sich zu fliegen. Sah den Schrecken in den Augen der Freunde, konnte ihre schrei nur undeutlich, wie durch einen Schleier wahr nehmen, und erwartete jede Sekunde einen entsetzlichen schmerz, wenn die Waffe ihn durchbohrte und das Ende, und dann traf der Speer auf- und durchbohrte ihn nicht!

Statt dessen prallte er von ihm ab, als trage er eine starke Rüstung .Im selben Moment fühlte er, wie der eiserne Griff, der ihn haltenden Hände nachließ, sie los ließen, und er sich wieder bewegen konnte.

Ein blaues Licht leuchtete um sie herum auf, und schleuderte, wie eine riesige Welle, die Angreifer fort. Die Gefährten blickten sich um, und gewahrten einen Mann in einer dunkelblauen Kutte, der einen, aus einer Baumwurzel gefertigten stock empor hielt, und ihn nun langsam sinken lies.

Er schob die Kapuze vom kopf, und zum Vorschein kam ein Mann, etwa  Mitte Fünfzig, mit kurzem, grauen Haar, einem hageren Gesicht, einer Nase wie ein Adlerschnabel, und blauen Augen, deren Blick scharf und prüfend auf ihnen lag.

„Wer seid ihr, das ihr euch auf diesen gefährlichen Pfad begebt?“,  fragte er mit sonorer Stimme.
„Wir sind Reisend, die zum Kloster der blauen Mönche wollen.“, entgegnete Lucina
„Die blauen Mönche sind es nicht gewohnt, Besucher zu empfangen.“
„Das mag sein, doch wir haben mit ihrem Abt, Savinius in einer wichtigen Angelegenheit zu reden. Außerdem wird er die Fee Lucina empfangen.“
Die Augen des Mönches schienen in der Dunkelheit aufzuleuchten, doch in seiner Sprache blieb er ruhig.
„Wird er das? nun gut, wir werden sehen, folgt mir. Es ist ohne hin besser, wenn wir uns jetzt entfernen. die Dämonen des Moores lassen sich nicht lange vertreiben. Ich bringe euch an euer Ziel, zum Kloster.
*

Vielleicht eine gute Stunde lang, zogen sie, jetzt unbehelligt, durchs Moor. Schließlich endete der Weg vor einem großen Felsenmassiv. Vor ihnen, halb in den Felsen gehauen, erhob sich ein burgähnliches Gebäude, das Kloster der blauen Mönche!

Sie blieben an einer großen, zinnenförmigen Mauer stehen, die das Kloster umgab, vor einem riesigen, schweren Eichenportal. Der Mönch hob den Stab, und schlug dreimal dagegen, dann rief er laut: “Dignus est entrare!“

Dass Portal begann sich zu teilen, und öffnete sich. Sie traten ein, und befanden sich in einem Innenhof. Das Tor hinter ihnen schloss sich wieder.

Links und Rechts standen Gebäude mit Stallungen, Werkstätten, Bäckerei und ähnlichem. Vor ihnen erhob sich, aus dem Fels gehauen, das Hauptgebäude, mit dem großen Turm.
Der Mönch führte sie hinein ,und eine gewundene Treppe hinauf, bis in einen Raum, der wie ein Büro eingerichtet war, mit einem Bücherregal, einem wuchtigem Schreibtisch, vor dem einige Stühle standen, und einem Labortisch in der anderen Ecke, auf dem mehrere seltsame Instrumente standen.

Der Raum der Audienz. Nehmt Platz. Der Abt kommt umgehend zu euch. Während sich die Freunde setzten, klatschte er in die Hände. Ein anderer Mönch, noch jung, kam herein. Bringt Wein, und etwas zu essen für die Gäste. Der Junge nickte
„Ja, Bruder Abt“
Baugin sprang auf
„Bruder Abt? Dann bist du Abt Savinius?“
Der Mönch verbeugte sich lächelnd
„Ja, es ist Zeit, die Komödie zu beenden. Ich bin Savinius, Abt der blauen Mönche. Verzeiht die Verstellung, doch ich habe eine Schwäche für theatralische Auftritte.“
Er setzte sich hinter den Schreibtisch.
„Und jetzt, da ihr wisst, dass ihr am Ziel seid, sagt, was kann ich für euch tun.“

In diesem Moment öffnete sich die Tür, der junge Mönch brachte ein großes Tablett mit einem einfachen Abendessen und Wein herein, und stellte es auf dem Schreibtisch ab.“
Lucina begann zu berichten. Von den Entführungen, vom Bericht Lilliths, Der verhexten Baumwurzel, und dem, was sie von Olchas, dem Wirt erfahren hatten.

Savinius hörte ruhig zu, dann nickte er bedächtig, und sagte:
„Du weißt, wir mischen uns nicht in irdische Angelegenheiten, wenn wir es nicht für richtig halten, das haben wir auch beim Schattenfürsten so getan, doch was ihr uns schildert, ist bedenklich, denn hier haben wir es mit einer weit mächtigeren schwarzen Magie zu tun, einer gefährlichen Urzeitlichen Macht.“
Er erhob sich, und schritt zum Bücherregal. Suchend blieb er davor stehen, dann zog er einen band halb heraus, und am äußersten Ende öffnete sich eine Klappe.

Er zog ein großes, schmuddlig wirkendes, in Leder gebundenes Buch heraus, und kehrte damit an den Schreibtisch zurück.

„Der erste Band des  Zyklus von Mohrar, welcher aus drei Büchern besteht. Hierin ist die Geschichte jenes unter gegangenem Volk  verzeichnet, von dem Lillith erzählte. Lilllith sprach von einer Katastrophe. Ich kann euch sagen, diese Katastrophe wurde herauf beschworen, weil diese Leute glaubten, eine gewaltige Macht zähmen, kontrollieren zu können. Im ersten Band wird die Katastrophe geschildert, der Zweite enthält Riten und Beschwörungsformeln, der dritte soll, der Legende nach sagen, wie es wieder gestoppt werden kann.

Einst befanden sich alle drei Bände in einem Kloster, in einer kleinen Stadt im Harz. doch dann wurde das Kloster von einer Feuerkatastrophe heim gesucht. Die Bibliothek verbrannte, und mit ihr der Zyklus, bis auf diesen band, den ihr vor euch seht, und der durch einen Zufall in meine Hand geriet, und nun hier gehütet wird.“

„Und die anderen Bände wurden sicher vernichtet?“, fragte Lucina

„So dachte ich bisher ,doch was ihr mir geschildert, lässt mich glauben, das der Mittelband noch existiert, denn diese art von Magie, welche der Fremde ,in des Wirtes Schilderung, bei der Entführung anwandte ist  sehr mächtig, und entspricht der Beschreibung in dem Band. Sollte dieses Buch noch existieren, und sich in den falschen Händen befinden, droht der ganzen Welt eine Katastrophe, die das jüngste Gericht in den Schatten stellt“….

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