Donnerstag, 5. September 2013

Der Bremer Stadtkater:Timmy bringt den Müll weg

Timmys zweites Abenteuer,viel Spaß!


Vormittag im Schnoor. Die würzige kühle Morgenluft, wurde von der sommerlichen Morgensonne gewärmt. Im Viertel ging es geschäftig zu .Die Ladenbesitzer öffneten ihre Geschäfte ,stellten Ständer mit Ware heraus ,die Kneipen und Restaurants wurden mit Ware beliefert und vor einem kleinen Laden ,stand in der Einfahrt zum Hinterhof ein kleiner Lieferwagen. Folgte man der Einfahrt ,so kam man in einen Hinterhof mit kleinem Garten,in dem auf einer mit Blumenkübeln umstandenen Terrasse ein Tisch mit mit vier zusammengeklappten Stühlen stand.

Auf dem Rasen dahinter stand eine alte Eiche und darunter lag eine rotbraun getigerte Katze, die sich in der morgendlichen Sonne räkelte und von dem Lieferwagen kaum Notiz nahm.Die alte Emma kannte diese rollenden Kisten zur Genüge.

Jemand anders hingegen, beobachtete den Lieferwagen sehr genau aus grün-gelben Augen.Er war klein,schwarz  unter dem ´Tisch und blickte hinter einem Stuhl hervor, auf das ,was da geschah.Mit Interesse sah er,das Günther und ein anderer Zweibeiner eine Art kleinen Schrank aus dem Haus trugen und in den Wagen luden. Was wollten sie damit,und wo wollten sie ihn hinbringen?

„So",meinte Günther „Das müsste es gewesen sein.Machen wir eine Pause und sehen wir ,ob es noch kleinere Teile gibt ,die mit sol
"Wollen wir den Wagen nicht lieber zu machen?“,fragte der andere
“Nö,wieso,wird schon nichts geklaut,is ja eh nur Müll und die Autoschlüssel habe ich ja bei mir.“So gingen sie hinein."

Timmy konnte seine Neugier nicht zurückhalten, und schlich sich zu dem Lieferwagen,als die beiden weg waren.Ein kurzer Blick nach oben,ein Satz über die Ladekante, und er war drin.Neugierig lief er weiter hinein, schnupperte hier und da.und staunte über das was der Wagen geladen hatte. Da waren neben dem besagten Schrank noch ein Sessel ,ein Tisch,ein Fernseher und zwei Kartons mit kleinen Dingen,die er nicht kannte.

Wo wollten sie nur dieses Zeug hinfahren?Eigenartig!
Er steckte seinen Kopf in einen der Kartons um zu sehen,was drin war.Es waren einige Hausratsgegenstände,wie eine kleine Lampe ,ein Bilderrahmen und ein paar kleine Geräte. Timmy wollte gerade seinen Kopf wieder aus dem Karton herausziehen, als es einen dumpfen Knall gab.

Er zog den Kopf heraus,doch es war trotzdem stock dunkel .Nun können Katzen zwar im Dunkeln sehen ,aber auch ihre Augen müssen sich an abrupte Finsternis erst einmal gewöhnen und als das geschehen war,stellte er mit Schrecken fest, das die Tür des Wagens zu war.In Panik wollte er zur Tür Laufen, als plötzlich  der Wagen zu vibrieren begann und der Motor aufbrummte. Er war nicht nur in dem Wagen gefangen ,er fuhr auch noch mit ihm weg!

Zunächst lähmte ihn der Schreck,dann versuchte er sich nach vorne in Richtung Tür zu tasten, doch dann gab es einen Ruck und er wurde durch den Laderaum nach hinten geschleudert.Unter sich hörte er das laute Dröhnen des Motors.Als es wieder ruckte krallte er sich an einem der Kartons fest und als der Wagen zwischendurch stand,schlüpfte er hinein.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern,Dröhnen und Ruckeln, dazwischen konnte er die Stimmen von Günther und dem anderen Zweibeiner hören,die sich miteinander unterhielten.
            
So ging es ruckelnd und zuckelend und dröhnend,bis das Fahrzeug schließlich zum stehen kam.Der Motor lief zwar noch,doch sie schienen am Ziel zu sein.Waren sie wieder Zu Hause im Schnoor?Das war zu schön um wahr zu sein.Timmy schlüpfte aus dem Karton ,um zur Tür zu laufen,als er draußen eine fremde Stimme hörte:
“Was  haben sie drin?“.
Das klang nun merkwürdig.Wer im Schnoor könnte daran interessiert sein,was Günther in seinem Auto hatte,und warum?
“Können sie mal aufmachen?“
Jetzt hielt es unser Kater doch für besser,wieder in den Karton zu schlüpfen,und kaum,das er drin war,wurde die Tür geöffnet.Vorsichtig lugte er zwischen den Pappdeckeln hervor.

So einen Typen hatte er im Schnoor noch nie gesehen.Der Zweibeiner ,der neben Günther stand und ins innere des Fahrzeuges blickte ,war groß,hatte Jeans,ein rotes T-Shirt und einen gelben Überzug,sie nannten das wohl Weste,mit silbernen Streifen an .dabei war das Gelb von einer so grellen Farbe,das es fast in den Augen wehtat.

Da Timmy in einem ,von Zweibeinern eng bewohntem und besuchten, Viertel aufgewachsen war,in dem es viele Läden mit Aufschriften gab,hatte er die Symbole der Zweibeiner zu unterscheiden und zu lesen gelernt,so gut es eben ging.Was auf der Brustseite der Weste des Fremden stand,hatte er aber noch nie gehört:2D-i-e-B-r-e-m-e-r-S-t-t-a-d-t-r-e-i-n-i-g-u-n-g,-seltsam.

Der Westenträger sah sich in dem Wagen um und fragte“was ist in den Kartons?“Nicht doch,dachte Timmy,Du willst da nicht reingucken,nein ,das willst du nicht!.
„Elektrogeräte und ein bischen Schrott.Der Große nickte“In Ordnung“,dann wurde die Tür wieder zugeschlagen.

Timmy seufzte,ohne wirklich erleichtert zu sein.Im nächsten Moment fuhr der Wagen wieder an ,und nach kurzer Zeit hielt er wieder und nun wurde der Motor abgestellt.

Nun waren sie Zu Hause.Er wartete noch in seinem Karton.Die Tür wurde geöffnet und Günther und sein Helfer luden  den kleinen vor ihm Schrank aus und gingen damit weg.
Das ist die Gelegenheit!,dachte Timmy,schlüpfte aus seinem Karton ,flitzte zur Tür und sprang aus dem Wagen.und sauste los.

“Juchu,wieder Zu hause im Schnoor ,bloß schnell zu Em…“,wollte er sagen gefror seine Bewegung und starrte mit Schrecken auf das war sah.Das war doch nicht der Schnoor!

Erst jetzt merkte er,das er auf einer Schräge stand.Er tapste vorsichtig  nach vorn und sah sich um.Da waren mehrere dieser Schrägen,die wie auf einen Hügel führten und auf der anderen Seite wieder abwärts gingen.Dazwischen waren Schluchten,in denen riesige Kisten Standen,in die Zweibeiner Dinge hinein warfen.Es hingen große Schilder darüber,auf denen Dinge standen,wie:“S-P-E-E-R-M-Ü-L-L und
H-O-L-Z

Er betrachtete das emsige Treiben der Zweibeiner, zwischen denen auch einige waren,deren Kleidung dem  glich,der vorher ins Auto geschaut hatte.Es gab also noch mehr von der Sorte und irgendwie schienen sie hier das Sagen zu haben.Timmy dachte kurz,an die mit der schwarzen Kleidung und den schwarzen Mützen,die in blausilbernen Kisten mit Lampen auf dem Dach herumfuhren aber dazu schienen diese hier denn doch nicht zu gehören.

Ein plötzlicher Lärm riss ihn  jäh aus seinen Gedanken.Eines dieser Autos ,ähnlich dem von Günther,war im Begriff die Schräge hoch zu fahren,direkt auf ihn zu!Mit einem Satz sprang er über die Mauer in den Schacht vor der Riesenkiste nur, um im nächsten Moment mit lähmenden Entsetzen festzustellen,das da ein riesiges rollendes Ungetüm auf ihn zu fuhr.Blieb er hier,so würde er mit Sicherheit zerquetscht.

Er tat einen Riesensatz auf die nächste Schräge und lief in Panik los ,ohne richtig zu überlegen, wohin .Er hob den Kopf. Vorbei ging es an einem riesigen Turm und an einer großen,roten Kiste auf einen großen Platz ,wo noch mehr dieser Riesenkisten stand und noch größere ,an denen auch Schilder standen.auch hier ein geschäftiges Treiben von Zweibeinern,die etwas in die Kisten füllten,dazwischen noch welche mit gelben Westen.

Ein gelbes Ungetüm mit einer Art riesigem Gehörn, rollte plötzlich auf ihn zu.In größter Panik lief er zur Seite, nur um gleich wieder einem anderen im Weg zu sein.Er lief zwischen einer kleinen roten Kiste(Was zur Hölle war Asbest?)und einer großen weißen durch, über eine kleine grüne Insel und wieder auf einer Strasse zwischen Autos herum ,und schließlich hinter einer großen Mauer einen Hang hinauf ,ohne zurück zu sehen einfach durch das Grün.Weg von dem Lärm und diesen Fahrzeugen und lief immer weiter und höher ,bis es plötzlich einen dumpfen Aufprall gab,und Timmy unsanft zurückgeschleudert wurde.

„Hey,pass doch auf“,sagte eine klangvolle,getragene Stimme.Er schüttelte sich kurz und sah in zwei große ,braune Augen,die in einem länglichen,rotbraunen Kopf lagen,der so etwas wie Hörner enthielt.
“Kann man nicht mal in Ruhe fressen?“

Timmy kannte nur eine Sorte Tiere mit Hörnern.Die Zweibeiner nannten sie Kühe.Sie waren zwar meistens schwarzweiß,aber sie konnten auch braun sein.War dies eine Kuh? Unbedarft sagte er also:
“Entschuldigung ,rotbraune Kuh,ich bin in Panik hier hoch gelaufen und hab´dich nicht gesehen.“
“Ich bin keine Kuh“entgegnete das Wesen,das er jetzt in seiner ganzen Größe sehen konnte,beleidigt.“Ich bin ein Reh“
“Äh,ach so,Entschuldigung“
“Aber du gehörst doch nicht hierher?“
“Nein ",sagte Timmy,ich bin versehentlich mit Günther…“er kam nicht weiter,denn jetzt fiel ihm siedend heiß ein,das er sich von ihrem Auto entfernt hatte.Hastig drehte er sich um und sah nach unten und konnte in der Ferne gerade Günthers Auto davon fahren sehen.Er saß hier fest!Er würde nie mehr zurückkommen zum Schnoor,würde Emma nie mehr wiedersehen und den Käpt´n und Günther und Elise.Das wurde ihm plötzlich schlagartig klar und sein Herz war leer.Er schwankte , setzte sich und sah vor sich hin.

“Was hast du auf einmal und wer ist Günther?“,fragte das Reh
„Ich komm nicht mehr nach Hause .Günther ist unser Dosenöffner,na,der Zweibeiner, bei wir leben,Emma und ich.Und er ist weg gefahren und jetzt komm´ich nicht mehr nach Hause.“
„Hmm“,machte das Reh,“Das ist freilich schlimm,aber man soll nicht verzagen,es gibt immer irgendwo einen Weg,du kannst mich übrigens Ben nennen.“

“Sehr philosophisch“,entgegnete der Kater,aber wo soll dieser Weg sein?“und er blickte nach unten
“Und wo sind wir hier eigentlich ,was ist das da unten?“
“Soweit ich weiss,nennen die Zweibeiner so was Deponie und das unten eine,wie war das noch-Reci-zei -,also einen Platz,wo sie das hinbringen,was sie nicht mehr haben wollen.“
“Heißt das nicht Tierheim?“
“Nein,Nein,Sachen,die sie nicht mehr wollen, nicht Tiere..“
“Wie dem auch sei“,meinte Timmy“wie soll ich wieder nach Hause kommen.?“
“Tjaa,meinte Ben eigentlich hatte ich das nur gesagt,um dich aufzumuntern,aber eventuell kann deinesgleichen dir helfen.“

“Meinesgleichen?,gibt es hier etwa auch…“
“Ja,gibt es“,knarrte es aus einem nahen Brombeergebüsch.Es raschelte und aus dem Busch kamen zwei Gestalten,die wohl eindeutig Katzen waren,aber was für welche!So traurige Exemplare seiner Art,,hatte Timmy noch nie gesehen.

Der Erste war grau getigert oder war es mal gewesen,bei dem Schmutz war es nicht mehr
Richtig zu erkennen .Sein Fell war zerzaust und stellenweise räudig.Von einem Ohr fehlte die Spitze und er hatte nur ein Auge.Auch zwei Schnurrhaare fehlten.

Der andere in schwarzweiß sah nicht viel besser aus.Auch sein Pelz schien schon bessere Tage erlebt zu haben und er hinkte,da ,wie Timmy sah,das rechte Hinterbein wohl einmal gebrochen und nicht richtig behandelt worden ,und so in unnatürlicher Haltung zusammengewachsen war.

Diese beiden Ritter von der traurigen Gestalt,kamen nun auf ihn zu und beäugten ihn neugierig,wobei er feststellte,das beide auch einen ziemlichen Gestank verbreiteten.Und das war nun wohl seine einzige Hoffnung wieder nach Hause zu kommen!Aber er war entschlossen ,auch diesen letzten Strohhalm zu ergreifen.

“So,so“, sagte der Graue,er musste es auch gewesen sein,der aus dem Gebüsch gerufen hatte.“ Ein neuer hier,ich muß es wissen,dich habe ich hier noch nie gesehen.“
"Ftimmt“pflichtete der andere bei,wobei Timmy sah,das ihm auch ein paar Zähne fehlten“Ich hab´ihn auch noch nie gefehen.Der gehört hier nicht her.“
"Tut er auch nicht“,,sagte das Reh würdevoll,“er ist versehentlich mit seinem Zweibeiner hergekommen und will wieder nach Hause.

“So,wieder nach Hause willst du",sagte der Einäugige,“gefällt dir hier wohl nicht.“
"Äh,nun nicht wirklich.Sicher hat das hier auch seine schönen Seiten,aber  nicht vergleichbar mit dem Schnoor.“
“Schnoor,waf ift daf denn ?“fragte  Humpelbein,wie Timmy ihn heimlich getauft hatte.
“Öh.das ist unten in der Stadt.ei-ein kleiner Stadtteil mit alten Häusern.“
“Ftadt,bääh,“,meinte der hinkende.

“Nun ja" sagte der Einäugige,“wenn du unbedingt wieder dahin willst,weiß ich vielleicht jemand ,der dir helfen kann,unseren Anführer,übrigens:Ich heiße Max und er heißt Moritz und bitte keine Sprüche ,wir haben uns die Namen nicht ausgesucht.“
"Wer ist denn euer Anführer?“,fagte Timmy
 „Er heißt Kuder,wenn du willst bringen wir dich zu ihm“
“Ja“,meinte Ben,“das wird wohl das beste sein,Ich könnte dir eh nicht weiter helfen.Ich wünsche dir viel Glück.“Und bevor Timmy etwas sagen konnte,hatten sich die beiden Strauchritter umgedreht und auf den Weg gemacht.

Schnell lief er ihnen nach,denn er sah ein,das sie wirklich seine einzige Hoffnung waren.Er drehte sich noch einmal um und rief:
“Vielen Dank,Tschüss,rotbraune Kuh!“
“Reh!,Ich bin ein Reh!“,rief Ben ihm nach
„Oh,äh genau“,rief Timmy zurück und beeilte sich ,um mit den beiden anderen Katern mitzuhalten.Das Reh sah ihm nach ,schüttelte den Kopf,murmelte :“Stadtkatzen“,und begann die unterbrochene Mahlzeit fortzusetzen.

Durch Gras,Sträucher,an Bäumen vorbei,ging es zunächst den Hang weiter hinauf.Oben war eine freier Platz zwischen den hohen Gräsern,auf dem sich eine Bank und eine Stange befanden,auf der ein großes Gerät befestigt war,das Timmy nicht kannte.

“Was ist das?“,wollte Timmy wissen
“Die Zweibeiner schauen da rein,wenn sie hier Oben stehen“,erklärte Max.
Timmy drehte sich um und sah herunter.Er war zwar nicht so groß,wie ein Zweibeiner,doch konnte er zwischen den Gräsern nach einen Blick auf die Aussicht erhaschen,auf die Stadt,die dort unten lag.Irgendwo,weiter hinten,musste auch sein Schnoor sein.So weit weg!

„Komm,lass uns weitergehen" riss ihn Max`Stimme aus seinen Gedanken.
Sie gingen weiter.Über einen staubigen Weg,dann wieder durch dichtes Grün,bis es plötzlich wieder bergab ging und hier wandten sie sich nach rechts und liefen herunter,über einen staubigen Platz,wo hier und da Häufen lagen.

“Daf kippen die Fweibeiner mit grofen Ftinkkisten hierher“ ,klärte Moritz auf.
Hinter diesem Platz ging es wieder ein Stück bergab durch hohes Gras,bis rechts ein gigantisches Brombeergebüsch auftauchte.Sie gingen ein paar Meter an ihm entlang und an einer Stelle schlüpften die beiden Strauchritter wie zufällig hinein.Timmy zögerte kurz und folgte ihnen dann.Ein Stück weit ging es durch hohes Dickicht,dann öffnete sich vor ihnen eine große Lichtung.

Timmy blinzelte und staunte nicht schlecht,ob des Anblicks,der sich ihm hier bot.Es schien,als wäre hier ein Loch in das Brombeergebüsch geschnitten worden.ein freier,staubiger von etwas Gras bewachsener Platz,auf dem allerlei Gerümpel,wie Holzkisten,Reifen und ähnlichem lag.Dazwischen saßen oder lagen etwa 10-15 Katzen unterschiedlicher Farbe und Größe und sahen den Besucher neugierig an.Viele von ihnen sahen ähnlich mitgenommen aus ,wie Max und Moritz.An der Stirnseite,lag ein Haufen alter Steinblöcke und Säulen ,die eine Art Höhle bildeten,aus der ihm zwei giftgrüne Augen ansahen,die sich im nächsten Augenblick näherten.

Timmy hatte schon von seinen wilden Verwandten gehört,jetzt bekam er einen von ihnen leibhaftig zu Gesicht.Es war eine Wildkatze oder ein Wildkater mit hellgrau getigertem Fell,der um einiges Größer,als seine domestizierten Artgenossen war.Geschmeidig bewegte er sich auf den verängstigten Besucher zu,bis er schließlich vor ihm stand.Mit tiefer ,knurrender Stimme,sagte er:

“Wem habt ihr denn da angebracht?“
“Er ist irrtümlich mit seinem Zweibeiner hierhergekommen und zurückgeblieben.“antwortete Max
“Fofufagen geftrandet" ,ergänzte Moritz.
“Hmm,und jetzt will er hierbleiben?“

“Äh,nein,schaltete Timmy sich ein,ohne zu wissen,ob das eine gute Idee war“Wenn es geht ,möchte ich gern wieder nach Hause“
“So?“,der Wildkater wandte sich ihm zu „und darf ich fragen ,wer du überhaupt bist“
“Ööh,ich heiße Timmy“
“Gut,und ich bin Kuder,und bin der Anführer der wilden Katzen vom Berg.“
dabei machte er eine ausladende  Bewegung mit der rechten Vorderpfote.

“Wilde Katzen vom Berg?“,fragte Timmy,neugierig geworden,wo kommen die den her.?“
“Sie wurden ausgesetzt von ihren Zweibeinern oder sind ausgerissen,erklärte Kuder“Sie sind Ausgestoßene.Einige sind auch hier geboren,als ihre Nachfahren.Sie leben hier frei und unabhängig von den Zweibeinern.Es ist ein hartes Leben,aber sie sind hier glücklich.“

„Nun,ist ja schön,wenn sie hier glücklich sind,aber ich möchte doch lieber nach Hause in den Schnoor und Max sagte ,du könntest mir helfen.“
“So,sagt er das?Nun ja,du bist ein Stadtkater,kleiner Freund,aber ich glaube ,du könntest hier klarkommen,Nein?Nun denn,dann denken wir mal nach.An die große Strasse der Stinkkisten kannst du nicht.Du würdest totgefahren und wenn du zurück nach unten auf den Platz gingst,würden sie dich höchstens ins Tierheim bringen.Jaa,es gibt einen Weg,der allerdings auch riskant ist.

Es ist der Weg ,auf dem ich hier hergekommen bin.Da unten,nahe der Stadt,gibt es ein Wasser,das sie Torfkanal nennen,und das  hier hinter dem Berg vorbeiführt.Zweibeiner fahren andere Zweibeiner auf alten Holzkähnen dieses Wasser entlang.Auf einem dieser Kähne bin ich hierher gelangt,als ich aus ihrem Bürgerpark ausgebrochen war,weil ich mich nicht mehr begaffen lassen wollte.Du könntest auf diesem Weg auch in die Stadt kommen.Aber es ist ein langer Weg dahin,und du musst aufpassen,das du nicht den Mardern begegnest.“

“Marder?“,fragte Timmy“
"Widerliche kleine Räuber".erläuterte Moritz,“Hinterliftig,aggreffiv und fie ftinken“
"Nun ,ihr riecht auch nicht gerade,als würdet ihr regelmässig gebadet,werden",wollte. Timmy sagen,verschluckte es aber,um seine Helfer nicht zu beleidigen.

„Vielleicht ist es besser,wenn wir ihn begleiten.Zumindest zu der Stelle,wo der Kahn fährt.“
“Ja“,stimmte Kuder zu „Es ist wohl besser so,aber bevor ihr geht,stärkt ihr euch erstmal“,und damit wies er auf eine Stelle direkt vor seiner Höhle,wo ein paar tote Mäuse lagen:
“Heute Morgen gefangen.“

Timmy merkte erst jetzt ,welch großen Hunger er hatte.Wählerisch sein konnte er nicht,und so begab er sich mit Max und Moritz zu den Mäusen und begann zu fressen.Nach der Mahlzeit legten sich eine Weile hin um zu ruhen,dann brachen sie auf.“Viel Erfolg,kleiner Freund und denk´ mal an uns „,sagte Kuder „Das werde ich“,sagte Timmy,“Vielen Dank“Und sie verliessen die Lichtung.

Der Weg führte den Hang hinunter durch hohes Gras,dann auf einem Zweibeinerweg ,vorbei an runden schwarzen Gebilden und einem großen ,grauen Kasten ,bis sie irgendwann rechts ab bogen und durch hohes Gras liefen. Plötzlich stockte Max  und im nächsten Augenblick kamen vier dunkle Gestalten aus dem hohen Gras.Klein,dunkelbraun,mit tückischen,schmalen Äuglein.

“Sieh mal an“,sagte der vordere mit hoher,höhnischer Stimme,“Das sind ja unsere Katzenfreunde,und wen habt ihr  da bei euch?“
“Geht euch nichts an“,entgegnete Max“lasst uns vorbei“
“Na,mal nicht so unfreundlich ,und ob ihr vorbei kommt entscheiden wir.“
“Fo meint ihr?“sagte Moritz und rammte ,dem ,ihm am nächsten stehenden, Marder den Kopf in den Bauch.Max tat es ihm nach,die übrigen beiden,waren zu überrascht ,um reagieren zu können,so schlüpften sie zwischen ihnen hindurch und rannten los.

Doch die Marder brauchten nicht lange ,um sich zu besinnen und nahmen die Verfolgung auf und sie waren äußerst flink.“Wir haben euch gleich!“,schrie der vordere. "und dann geht´s euch schlecht!“
“Die könnten recht haben“,meinte Max besorgt und sein Blick fiel vor allem auf Moritz,der sich redlich mühte ,durch sein Hinkebein,aber doch schwer gebremst wurde.
Timmy sah nach vorn und da war die Rettung.Ein Baum am Wegrand und ein tiefliegender dünner Ast brachten ihn auf eine Idee.

Abrupt blieb er bei dem Baum stehen und rief den anderen beiden zu:“Lauft weiter!“
“Aber Timmy was zum…“
“Ich hab´eine Idee,lauft!“

So liefen sie weiter.Timmy hatte inzwischen die Spitze des Astes ins Maul genommen und zerrte sie mit aller Kraft nach hinten.Der Ast bog sich durch und er wartete.Die Marder kamen schnell näher und der Ast drohte aus seinem Maul zu rutschen
“Jetzt haben wir dich!“,rief der vordere triumphierend“Nein,jetzt habe ich euch,dachte
Timmy und lies den Ast los.

Boing!,der Ast schnellte zurück und traf die Marder mit voller Wucht,so das sie Meterweit zurückgeschleudert wurden und benommen liegen blieben.
Das hatte Timmy gar nicht erst abgewartet,sondern war sofort,nachdem er den Ast losgelassen hatte,weiter gelaufen und hatte mit Max und Moritz aufgeschlossen.

“So,die wären wir los“sagte er grimmig
“Klaffe,Timmy!“,rief Moritz ausser Atem.
Sie liefen noch ein Stück,bis sie zu einer Stelle am Wasser waren,wo das eine in das andere mündete.

“ So ,da wären wir.Hier müssen wir dich verlassen.Hier kommt ein paar Mal am Tag so´n Kahn vorbei“,sagte Max“Sie pflegen hier kurz zu halten,dann kannst du hinaufspringen.Ich glaube nicht,das ihnen so ein kleiner Kater auffällt“

Er sah ihn an und es glänzte in seinen Augen
“dann leb wohl Kleiner und viel Glück“
“Machf gut,Timmy und vergiff unf nicht“,schluchzte Moritz.
“Vielen Dank für alles,ich vergess euch nie“,sagte Timmy.Sie rieben ihren Kopf an seinen ,drehten sich dann um und gingen .Timmy sah ihnen lange nach,und nach einer Weile drehten sie sich noch einmal um und hoben die Pfoten und Timmy erwiderte es und dann wurden  sie immer kleiner ,schrumpften zu Punkten,die schließlich in der Ferne verschwanden.

So saß ein kleiner schwarzer Kater nun allein am Ufer im hohen Gras und wartete.Er fühlte sich sehr einsam und dachte an den Schnoor,aber auch an die Katzen vom Berg.Hin und wieder beobachtete er einen vorbeigaukelnden Schmetterling und versuchte ihn,vergeblich zu fangen.Wie lange er da gesessen hatte wusste er nicht .Zwischendurch nickte er auch kurz ein.Es mochten vielleicht zwei Stunden vergangen sein,als er Stimmen hörte und  Plätschern im Wasser.

Er sah auf.Langsam schob sich da ein dunkelbraunes Holzgebilde auf dem Wasser lang.Das musste doch so ein Kahn sein!Tatsächlich.Es war ein schmales. Boot,dass nun langsam ans Ufer fuhr.
"So,Kurze Pause,wer will kann sich etwas die Füße vertreten!“ ,sagte die Stimme eines Zweibeiners am Ende des Schiffes,der seltsam gekleidet war.

Timmy wartete ,bis die Leute ausstiegen und erkannte jetzt seine Chance,denn der Zweibeiner,der eben gesprochen hatte,war beim aussteigen behilflich.Niemand achtete auf das Heck.Das nutzte der Kater und sprang in einem gewaltigen Satz auf das Boot.Da war eine Nische,in der er nicht gesehen wurde .Ohne zu überlegen schlüpfte er hinein.

Etwa eine halbe Stunde später,stiegen die Gäste wieder hinein.Das Boot stieß vom Ufer ab und fuhr los.Neben sich hörte Timmy etwas surren,aber es störte ihn nicht.Er dachte nur eins:Hauptsache ,sie fahren in die richtige Richtung .Er lugte vorsichtig über den Rand.Die Zweibeiner,auch der Fahrer hatten ihm den Rücken zugewandt,konnten ihn daher auch nicht sehen,Er sah den Berg an ihnen vorbeiziehen und da-da oben bei den Brombeerbüschen-saßen da nicht ein paar Katzen,und hoben kurz die Pfoten?Er zog den Kopf wieder zurück und legte sich in seiner Nische hin.

Eine gute Stunde war wohl vergangen,als unvermittelt der Fahrer rief:
“So,da wären wir wieder im Torfhafen!,Vorsicht beim Aussteigen!“
Kuder hatte einen Torfkanal erwähnt.War das hier?
Vorsichtig,schlüpfte aus seiner Nische und stellte fest,das die Zweibeiner gerade ausstiegen.der Fahrer half einigen dabei,dadurch war Timmy unbeobachtet.

Jetzt oder nie,dachte er und sprang aus dem Fahrzeug an Land.Er sich um.Ein Stückchen weiter führte eine Treppe hoch,aber er vermied den Umweg und lief gleich die Böschung hoch.
“Hey,wo kommt denn die Katze her?“,hörte er noch jemanden rufen,aber achtete nicht darauf und lief los.
Den Graben entlang zu der nahen Brücke hin.Er roch die Nähe zur Stadt,lief über die Brücke,überquerte die Strasse und lief erst einmal in den dahinter liegenden Wald.

Dies musste der Bürgerpark sein,von dem Kuder erzählt hatte. Interessant!Er lief den Schotterweg entlang,bis er zu einer großen Grasfläche kam,auf der einige Zweibeiner in grüner Kleidung anscheinend das Grün Pflegten.Timmy hatte gehört,das es solche Zweibeiner gab.Nun sah er sie also wirklich.Ein Mädchen kam auf ihn zu,und nahm ihn hoch,noch ehe er weglaufen könnte.Auf ihrer Jacke standen die Worte,U-M-W-E-L-T-B-E-T-R-I-E-B B-R-E-M-E-N“Na,wer bist du denn?“fragte sieDas könnte ich dir sagen,aber du würdest wohl doch nur Miau verstehen,dachte er.

Sie kraulte ihn kurz hinter den Ohren,was ihm sehr gut tat und setzte ihn dann wieder auf den Boden
“So ,nun muß ich weiterarbeiten“
Und da gerade wieder so ein lärmendes Ungetüm des Weges kam ,machte Timmy ,das er weiterkam.Eine Weile lief er durch den Park,bis er schließlich an einer Strasse herauskam.Links war hinter Büschen ein großes Wasser,dahinter ein großes Haus mit einem runden Dach.Er wandte sich nach rechts und kam an einer großen Strasse an ,wo viele ,dieser rollenden Kisten der Zweibeiner fuhren.

Er wandte sich nach links und lief den Fußweg entlang,bis er zu einer,jener Leuchtsäulen kam,die er schon kannte und daran lehnte ein Zweibeiner auf einem Gestell mit nur zwei Rädern und wartete .ein paar Sekunden später sprang die Leuchtsäule auf Grün ,der Zweibeiner fuhr auf seinem Gestell los und Timmy folgte ihm.Einen Schotterweg entlang,dann auf dem Fußweg an einem Riesenhaus vorbei,an dem AWD-ARENA,stand und dann an einem großen Platz vorbei auf dem viele Kisten der Zweibeiner standen.

Und da-da sah er es.Er konnte sich nicht täuschen,das war da Auto von Günther!Timmys Herz überschlug sich vor Freude .So schnell ihn seine mittlerweile schmerzenden Pfoten trugen rannte er hin..Wie heute Morgen,stand die Hintertür auf,dann konnte Günther nicht weit sein,und wirklich.
Timmy konnte seine Beine hinter dem Fahrzeug sehen und da standen noch zwei andere.Er unterhielt sich offenbar mit einem anderen Zweibeiner.

Schnell hüpfte er ins Auto und machte es sich hinter einer aufgeladenen Kiste bequem.Nur eine Minute später wurde die Tür zugeschlagen,Günther stieg vorne ein,startete den Motor und fuhr los.Diesmal war die Fahrt wesentlich kürzer.Das Dröhnen des Motors war jetzt Musik in Timmys Ohren.Dann,endlich,kam der Wagen zum Stehen.Günther stieg aus,die Tür hinten wurde geöffnet.

Timmy wartete ,bis eine Kiste ausgeladen wurde ,kaum ,das er weg war,kam er hinter seiner Kiste hervor und lief zur Tür .Ein Blick hinaus-Er war wieder zu hause.Mit einem Jubel-„Mau“,schoss er hinaus und lief in den Garten.

Dort saßen Emma und der Käpt´n
 „Tja,loidär känn ich diär nechts besseres sogn,Fiete hat auf soin Rundflug auch nechts gefunden.Hoffen wir,dos ihm nechts passiärt is und er bald wiedär kommt“
Jetzt erst bemerkte er den merkwürdigen Federschmuck auf dem Kopf des Beagles,der sich jetzt plötzlich bewegte und als Lachmöwe entpuppte.
Timmy kannte diese Vögel,er begegnete ihnen öfter mal auf dem Dach
.“Joa,hass Recht,käpt´n du“,
“Emma,Käpt´n!“,rief er und die anderen drehten sich nach ihm und die Möwe flog auf.

“Timmy!",rief Emma
“Nee,do iss er joa!“,rief der Hund.“Wo warst du denn,wir haben die ganze Innenstadt nach dir abgesucht,was haben wir uns für Sorgen gemacht“.
Und jetzt sah er nach einem Blick auf den rotglühenden Himmel,das es bereits Abend war.

“Ach,da ist ja unser Ausreißer“,hörte er jetzt Günthers Stimme“Elise hat schon in der ganzen Nachbarschaft nachgefragt“Den Hund und die Möwe hingegen,bemerkte er nicht,da sie sich in den –Schatten zurückgezogen hatten.
“Na hier hast du erstmal was,damit du dich stärken kannst und Emma natürlich auch.Damit stellte er einen Teller mit Futter hin,den beide gerne annahmen.

“Obbär,jetzt säch uns mal ,wo du den ganzen Tag warst“,sagte der Käpt´n
“Jo,woll´n wir wohl gern wissen“,sagte Fiete und auch Emma sah ihn erwartungsvoll an,und so begann er seine Abenteuer zu erzählen und sie staunten nicht schlecht

“Katzen,die auf dem Berg leben,sehr interessant“,meinte Emma“Käpt´n,Fiete,ich danke euch für eure Hilfe“
“Koine uärsache,war uns einVergnügen,meinte der Beagle“nech woahr Fiede?“
“Klar Käpt´n du!“,rief die Möwe und flatterte davon“joa,dänn mocht´s ma gut und wenn ihr mo Hilfe braucht,wisst ihr joa wo ihär mich findet“

und er ging,von ihnen verabschiedet ,davon.“Hmm,dann wird´s wohl auch für uns Zeit“,meinte Emma und jetzt erst ,merkte Timmy,wie müde und erschöpft er war.Sie gingen ins Haus und er hüpfte gleich auf sein Kissen am Terassenfenster,Emma auf ihres daneben Nach der Fellpflege rollte er sich ein und konnte ,wenn er nach oben sah,die Sterne sehen und er dachte an Max und Moritz und Kuder und die anderen ihrer Gruppe.

Wie viele verschieden Arten es doch gab,sein Leben zu verbringen.Und obschon ihn die Welt da draußen interessierte,kam er nach den heutigen Abenteuern zu dem Schluß,das es Zu Hause doch am schönsten war.Und mit dieser Erkenntnis ,schlief er schließlich ein.

Ende

Sonntag, 25. August 2013

Das Geheimnis von Helmburg-Teil 16

"Tja",meinte Voss,"Jemand hat dem Doctor Pfefferminzpralinen geschickt,die isst er gern.Nach der Aufschrift und nach dem was er mir eben gesagt hat,ein Dankeschön einer Patientin.Ja,er macht aus seiner Vorliebe Nascherei kein Hehl,ich erinnere mich,auf seinem Schreibtisch eine kleine Schachtel gesehen zu haben,aber man hält sowas ja nicht für wichtig.

Jedenfalls hat er Selma zuerst eine angeboten und als er selber eine nehmen wollte ,lag sie mit verzerrtem Gesicht und sich windend am Boden.Wenn nicht ein Arzt zugegen gewesen wäre,wäre sie jetzt wohl tot."
"Das ist verrückt",sagte ich nachdenklich,während der Komissar die Schachtel einem Kriminaltechniker übergab."Bis eben war er noch Hauptverdächtiger,aber jetzt sind wir wohl wieder am Anfang,das heißt...er weiß auf jedenfall genug über die Medikamentenversuche und ich glaube nicht ,das er sie abgebrochen hat,denn nur so bekommt alles einen Sinn."

"Ja nur jetzt ist nicht gerade der Moment für ein weiteres Verhör,er ist ziemlich fertig."
"Im Gegenteil",widersprach ich,"Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt,denn ich denke er hat jetzt Angst.Wenn es so ist,wie wir denken,kann er auch zwei und Zwei zusammenzählen und ihm wird klar sein,das es wohl nicht der letzte Anschlag auf ihn sein wird.Das gibt uns die Möglichkeit ihn unter Druck zu setzen."
*
"Unfug,"rief Möller aufgebracht,"Das ist nicht wahr,sie irren sich"
"Und warum hätte man sie sonst umbringen sollen?",entgegnete Komissar Voss
"Und kommen sie mir nicht mit der Ausrede einer Verwechslung,das können sie ihrem Friseur erzählen.Ich warne sie,wir können sie nur schützen,wenn sie jetzt reinen Tisch machen!"

Möller ging einige Minuten im Büro auf und ab,dann setzte er sich an seinen Schreibtisch,seufzte tief und begann:
"Also gut,ich werde alles sagen.Als mir mitgeteilt wurde,das meine Versuche nicht mehr unterstützt wurden und sofort beendet werden sollten,war ich am Boden zerstört.Ich war von meinen Forschungen überzeugt und wollte nicht einfach aufgeben.Ich führte sie im Geheimen weiter."
"Mit Hilfe von Selma",warf ich ein.
"Ja,genau,sie ging mir zur Hand .Wir machten Fortschritte und ich wagte es das Medikament an einem Menschen auszuprobieren.An Lydia Braun.Sie müssen wissen ,das sie auch ein Herzleiden hatte,nicht schlimm,ein paar Tabletten reichten,aber ich glaubte ,nach meiner Behandlung brauchte sie auch die nicht mehr."

"Aber es ging schief",ergänzte ich,denn ich begann zu verstehen"Sie starb daran,und um das zu vertuschen,täuschten sie Selbstmord vor.Das erklärt,warum ihr Tod nicht recht in die Reihe der Morde passen wollte ,er gehörte gar nicht dazu,denn es war kein Mord,es war,im weitesten Sinne ein Unfall,für den sie sich werden verantworten müssen"

Er nickte
"Natürlich,aber mit den Morden habe ich nichts zu tun,das müssen sie mir glauben."
"Das wollen wir gerne",meinte Voss"Aber sie müssen schon zugeben,das sie ein gutes Motiv haben.Einzig der Anschlag auf sie passt nicht ins Bild,obwohl sie auch nicht der Erste wären,der mit einem fingierten Anschlag von sich ablenken will.Aber wie dem auch sei,ich halte sie nicht für einen Mörder.Trotzdem möchte ich sie bitten,aufzuschreiben,wo sie die letzten Tage waren."
"Das werde ich",antwortete der Arzt.
*
 "Nun",meinte ich,da hätten wir einen unserer Todesfälle bereits aufgeklärt".
Wir sassen zur Lagebesprechung in meinem Zimmer,weil wir dort am ungestörtesten waren,Lily sass bei uns
"Der arme Doktor Möller,aber er ist bestimmt kein schlechter Mensch",sagte sie
"Nein",meinte ihr Bruder,"das ist er sicher nicht,aber er hat einen schweren Fehler gemacht,und jetzt müssen wir dafür sorgen,das dieser Fehler nicht tödlich wird."

Sein Handy klingelte,er wandte sich von uns ab ,sprach ein paar Minuten,legte auf und wandte sich uns wider zu:"Nun,Kollege Hansen,was halten sie von einem kleinen Ausflug nach unten ins Dorf?Katja Block ist aus dem Koma aufgewacht.wenn sie wollen ,können sie mich zu ihr begleiten."
Fortsetzung demnächst hier im Blog

Sonntag, 11. August 2013

Goldfieber in Ostfriesland-oder-Das Vermächtnis des Heinrich Klüterboom-Teil 16

Wir lagen also gerade in Sansibar vor Anker.Damals war die Insel noch unter britischer Herrschaft,aber es lebten hier,und vor allem im Hafen Menschen aller Nationalitäten und Rassen,Schwarze ,Araber,Inder,Chinesen und Europäer.Es war ein Schmelztiegel damals und die Lokale und Casinos gut besucht.

Ich ging über den Basar im Hafen und kam dabei zu einem Händler,der Antiquitäten und Souveniers verkaufte.An seinem Stand sah ich etwas,das mir sofort gefiel:Ein wunderschönes ,altes Schiffsmodell.Als ich näher herantrat,stockte mir der Atem.Ein ähnliches Modell hatten wir zuhause gehabt(genau genommen wurde dadurch meine Leidenschaft für Schiffsmodelle geweckt.).Es war die "Cayenne",auf der Frans-Ubbo nach Amerika ausgewandert war.

Es war klar,das ich dieses Modell haben mußte und nach zähen Verhandlungen mit dem arabischen Händler bekam ich es schließlich.
Als ich stolz damit auf die Wilhelmintje kam und in meine Kajüte kam,vergass ich in meiner Euphorie,auf die Stufe zu achten.Ich blieb hängen und stolperte.Das Schiff fiel mir aus der Hand,Krachte auf den Boden und zerschellte.
Ich ärgerte mich natürlich zuerst fürchterlich,aber dann entdeckte ich zwischen den Teilen des kaputten Schiffes etwas,das meine Unachtsamkeit zum Glücksfall machte:Eine Handvoll Schriftrollen.Als ich sie entrollte ,stellte ich zu meiner Überraschung fest,das sie von Frans Ubbo von Klüterboom geschrieben wurden waren.

Aus ihnen entnahm ich ,das Frans tatsächlich von Piraten überfallen worden war,der Überfall aber abgeschlagen werden konnte,allerdings unter schweren Opfern an Männern und in Form eines stark beschädigten Schiffes.
Sie kamen noch bis zu einer kleinen Insel,irgendwo im Pazifik.Dort lief das irreparabel beschädigte Schiff auf Grund und mußte aufgegeben werden.

Von Klüterboom ließ seine Schätze,und einen ganz besondern,vom Schiff auf die Insel bringen und dort in einer Höhle einlagern,in der Absicht es später wieder  abzuholen.Dann bauten er und die verbliebenen Seeleute aus Wrackteilen der Cayenne und einem ihrer Segel eine Schaluppe ,die gerade Platz für die Menschen hatte .-Sie nahmen das nur das Nötigste mit, um durchzukommen.Als erfahrener Seemann hatte Frans kein Problem,die Längen-und Breitengrade,an der die Insel lag,mit Hilfe der Gestirne zu berechnen, und all dies zeichnete er auf.

Die Fahrt mit der Schaluppe ging lange gut ,dann gerieten sie in einen Sturm,wurden abgetrieben und kamen nach Wochen auf Sansibar an.Kurz vor der Insel sank die Schaluppe schließlich und sie mußten den Rest schwimmen.

Völlig entkräftet am Strand liegend,wurden sie von Ordensbrüdern eines naheliegenden Klosters gefunden und gesund gepflegt.Hier baute Klüterboom sein Modell und versteckte die Schriftrollen darin,damit sein Geheimnis gewahrt blieb.

Mit seinen Gedanken war bei seiner Frau und seinem Sohn und wollte nur in die Heimat zurück.Er hatte sogar schon eine Schiffspassage gebucht.Jedoch,wie aus seinen letzten Aufzeichnungen zu ersehen ,Erkrankte er schwer,zumal die lange Zeit mit der Schaluppe auf See,im Sturm und das Schwimmen ans Ufer seine Gesundheit so stark angegriffen hatte ,das er anfällig für Krankheiten war.

Nachforschungen auf der Insel ergaben schließlich,das er am 15.August 1697 an Malaria hier gestorben war.Auf einem alten verwitterten Friedhof,hinter den Ruinen eines kleinen Klosters,fand ich schließlich auch sein Grab,geschmückt von einem schlichten Steinkreuz.

Bei den Schriftrollen war auch eine kleine Seekarte mit Präzisen Längen und Breitenangaben der Insel und Ortsbezeichnungen die zur Höhle führten.Nachdem meine Mannschaft bereit war den Umweg zu machen,Waren hatten wir geladen und wir lagen gut im Zeitplan,fuhren wir hin.

Die Höhle fanden wir,dank der präzisen Angaben schnell,fanden den Schatz und luden ihn auf´s Schiff(genau genommen mußten wir noch ein zweites Mal kommen ,um alles zu holen).Auch den besonderen Schatz.

Welch ein Stolz erfüllte mich ,endlich diese Generationen übergreifende Aufgabe erfüllt zu haben.Natürlich bekam auch die Mannschaft ihren Anteil(Wenn das der Reeder gewußt hätte,aber wir hatten nachts mit einem Beiboot diese besondere Fracht gelöscht,glücklicherweise war auch der Zoll damals nicht,was er heute ist.)
.
Tja ,und so bin ich damals an meine Reichtümer gekommen und der größte Schatz der Familie Klüterboom war wieder zu ihr zurück gekehrt und die Stunde,da er aus der Vergangenheit hervortritt und seine Aufgabe erfüllt, ist bald gekommen. 



Fortsetzung folgt auf diesem Blog

Samstag, 10. August 2013

Das Geheimnis von Helmburg-Teil 15

6.

Mein Kopf war voller Gedanken.Kombinierte man das ,was ich belauscht hatte und was Selma mir erzählt hatte,so ergab sich daraus ein eindeutiges Mordmotiv,nämlich,die illegale Weiterführung  der Medikamentenversuche.In diesem Fall war Dr.Möller unser Hauptverdächtiger,aber irgendwie schien das zu einfach.Und eine Sache bekam ich nicht eingeordnet.:Das Motiv für die Morde an Hausmeister Harting und Frau Kläring war klar,sie wurden offenkundig zum Schweigen gebracht,ebenso Agnes und Schwester Inge,aber Lydia Braun,warum mußte die sterben?Hatte sie auch etwas gesehen?oder belauscht wie ich ,oder gab es einen anderen Grund?Ging dieser Mord vielleicht sogar auf ein anderes Konto?

Nun,nach dem Mittagessen wollte Dr.Möller sowieso nach mir schauen,dakönnte ich ihm ein paar Fragen stellen.Ich beschloß bis dahin zu warten.
Nicht lange nachdem ich auf mein Zimmer zurückgekehrt war,kam der Arzt.Er untersuchte mich,maß Blutdruck,hörte Herz und Lunge ab,die üblichen Routineuntersuchungen,und bat,das ich Morgen Früh zum EKG kommen sollte.

Ich erzählte ,wie nebenbei,das ich mit Selma gesprochen hatte
"Selma?,ja die ist sowas wie der gute Geist der Klinik,kümmert sich um alles und ist für alle da.Ich wäre ziemlich hilflos ohne sie."
"Sie hat ihnen auch bei den Forschungen für ihr Medikament geholfen?"
"Ja,sie war dabei eine große Hilfe und hat sehr für das Projekt gekämpft,aber vergeblich."
"Und das Projekt ist gestoppt?"
"Selbstverständlich,da findet gar nichts mehr statt"
"Könnte sie jemand ohne ihr Wissen fort geführt haben?"
"Unmöglich,wie kommen sie darauf?"

Ich erzählte ihm von dem Gespräch,das ich belauscht hatte und glaubte zu sehen,wie sein Gesicht blass wurde.
"Ach Unfug,da müssen sie sich verhört haben."
"Sind sie sicher?"
"Ganz sicher"

Davon war ich nicht überzeugt.
"Können sie mir was über diese Lydia Braun sagen?"
"Danach hat mich Voss auch schon gefragt,aber da kann ich ihnen nicht weiterhelfen,,sie war ja wegen eines Nervenzusammenbruchs hier,daher war sie Dr.Hirschs Patientin ."
"Nun,dann danke ich ihnen"
Der Doctor verabschiedete sich und ging..

Ich wollte mir sowieso die Füsse vertreten,da konnte ich Doch Dr.Hirsch aufsuchen.
Die Psychatrische Station war eine Etage unter meiner. Dr.Hirsch war ein mittelgroßer Mann,Mitte 40 mit halblangem angegrauten Haar,einem runden,weich geschnitten Gesicht und einer Brille mit kleinen viereckigen Gläsern.

Glücklicherweise hatte er gerade Zeit und war bereit mich zu empfangen.Aufmerksam hörte er meinem Bericht über die Mordserie,die natürlich auch ihm nicht verborgen geblieben war.
"Ich wollte mit ihnen über Lydia Braun sprechen",sagte ich
"Lydia Braun,ja,die arme Frau,hatte so gute Fortschritte gemacht,hier sogar einen Mann kennen gelernt und dann das.Ich dachte schon an einen Rückfall,der dann zum Suizid geführt hat,aber das sie ermordet wurde,entsetzlich."
"Ja,was können sie mir denn über sie sagen?"
"Nun,sie kam aus Hannover,hatte wohl so eine Art Burnout.Ich hatte mehrere Sitzungen mit ihr,ordnete ihr an,keinen Gedanken an ihren Alltag zu verschwenden,sonder davon auszugehen,das jetzt ein anderes Leben begann.Nun im Grunde war es auch so.Diese Liebesaffaire war natürlich ein Glücksfall."
"Ja,mit diesem Richard...Garms. Wie ist der eigentlich?"

"Ein liebenswürdiger,gemütlicher Mensch,aber sie können ihn sich selbst ansehen,er ist ja Wirt unten im Dorf."
"Richtig,Danke,werde ich noch tun,Ja danke für ihre Zeit",sagte ich und erhob mich.
"Keine Ursache"entgegnete Hirsch.
Wir verabschiedeten uns und ich ging hinunter.Gegen einen Ausflug ins Dorf war ja eigentlich nichts einzuwenden.

Als ich runter in die Halle kam herrschte dort Aufruhr.Ich sah mich um,was los war,und da kam plötzlich Lily aus der Richtung des Bürotraktes und fiel mir in die Arme."Hey,was ist denn los?,fragte ich"Selma Es ist,...also,man hat einen Mordanschlag auf Dr.Möller unternommen,mit Gift,aber Selma hat´s erwischt,sie ist...,da kommt sie!"

Jetzt erst sah ich den Krankenwagen vor dem Haupteingang und vom Bürotrakt her kamen mehrere Sanitäter mit einer Trage,auf der,mit aschfahlem Gesicht,Selma Blank lag.Hinter ihnen gingen Polizeibeamte und Komissar Voss,der eine Pralinenschachtel trug.Wir gingen zu ihm.

Fortsetzung demnächst auf diesem Blog 

Samstag, 3. August 2013

Der Bremer Stadtkater-Timmy und der Käpt´n

Vorbemerkung:

Dies ist eine erste abgeschlossene Kurzgeschichte um den Bremer Stadtkater Timmy.Ich hoffe ihr mögt sie.Es wird noch mehr davon geben,aber auch andere Kurzgeschichten.So,und nun  geht´s los:


Flirrende Sommerhitze lag über der Bremer Innenstadt,und so auch über den verwinkelten Dächern der schönen mittelalterlichen Häuser des Schnoorviertels.Vor langer Zeit war der Schnoor das Kapitäns-und Schifferviertel Bremens gewesen.Zu jenen Zeiten lag der Hafen von Bremen noch an der Tiefer,und zwar anstatt der gleichnamigen Strasse,und in einem Nebenarm der Weser,der Balge,die dort war,wo heute Strassenbahnen und Busse an der Domsheide halten.Zur Erinnerung heisst die Strasse heute Balgebrückstrasse.
Aber genug der Heimatkunde,wir wollen jetzt zum Helden unserer Geschichte kommen(wenn man ihn denn so nennen kann).
Der war im Moment noch ein kleines schwarzes Bündel,das auf dem Dach,eines der Häuser lag,sich die Sonne auf den Pelz brennen lies und vor sich hin döste.Es handelte sich bei diesem Bündel um eine Katze ,genau gesagt ,einen Kater,der auf den Namen Timmy hörte(wenn er hörte).Seit er denken konnte,hatte er hier im Schnoor gelebt .Seit er denken konnte-das waren knapp zwei Jahre,Menschenjahre wohlgemerkt.Damals hatten ihn seine "Zweibeinigen Dosenöffner",ein mittelaltriges Händlerehepaar,namerns Günther und Elise,als Junges hierher gebracht,und Emma,die alte Katze der beiden ,hatte ihn an Jungen statt angenommen und ihn groß gezogen.
Emma war gütig,warmherzig ,klug und weise,rotbraun getigert mt einem braunem Tupfer auf der weissen Nase.
Aus dem Jungen war so ein stattlicher, jugendlicher Kater im besten Flegelalter geworden,der nun also auf dem Dach lag und den Nachmittag verdöste und verschlief.Gelegentlich warf er einen Blick auf das rege Treiben in den engen Gassen des Schnoor unter ihm.
Da liefen viele zweibeinige Dosenöffner (Katzenbezeichnung für Menschen)herum,große,kleine,die umhertollten und schrien,wie Timmy inzwischen wusste,die älteren Jungen der Zweibeiner(die Jüngeren waren rosig,hatten keine Haare und wurden in rollenden Körbchen umher geschoben),dicke,dünne ,solche mit heller und mit dunkler Haut(was ihn nicht wunderte ,schließlich gab es ja auch schwarze und weisse Katzen)durch den Schnoor und bewunderten die alten Häuser ,die schönen kleinen Läden darin und die kleinen Plätze hier im Viertel.
Offen gesagt,verstand Timmy nicht ganz,warum man um ein paar alte Häuser und Läden so ein Gewese machte,die Speicher und Dachböden mit den Mäusen waren da viel interessanter,aber er war eben auch kein Zweibeiner.Besonders schräg fand er jene mit den fahlgelben Gesichtern,die bei jeder sich bietenden Gelegenheit, einen kleinen Kasten vor die schmalen,mandelförmigen Augen hielten und wenige Minuten später verzückt hineinsahen.Was immer darin war,mußte sie sehr glücklich machen.
Ein Kater hat natürlich dafür wenig Sinn,dennoch war es interessant,das Leben da unten zu betrachten.Er drehte müde den Kopf,und blickte über die umliegenden Dächer,wo er zwischen Grün jenes große Wasser sehen konnte ,das die Zweibeiner Weser nannten,und das sich wie ein gigantisches Band durch die Stadt schlängelte.Timmy war mit Emma schon schon dort gewesen und seitdem interessierte ihn,wohin sich dieses Band schlängelte.,denn wenn man ihm nachsah,verschwand es fern am Horizont,aber es war doch nicht wirklich weg.Sinnend sah er dem Band nach,und da fiel ihm plötzlich ein:Wieso hab eigentlich Emma noch nicht danach gefragt?Sollte ich mal tun,aber erst nach dem Nickerchen.Und so legte den Kopf wieder auf die Vorderpfoten und döste ein.
Als er erwachte,begann die Sonne bereits rotglühend unterzugehen.Die beste Zeit für unternehmungslustige junge Kater!Er gähnte herzhaft,und reckte und streckte seine Glieder,dann trippelte er zu dem Dachfenster,das im Sommer immer offen stand und durch das  er immer auf das Dach kletterte,schlüpfte hindurch und hüpfte behende auf die große Holztruhe,die darunter stand.Dann,nach einem weiteren Hüpfer von der Kiste,durchquerte er den Dachboden und schlüpfte unter der Gittertür durch,die den Raum zwar für Zweibeiner verschloß,für einen gelenkigen ,kleinen Kater,aber kein ernsthaftes Hindernis war.Er lief die Treppen,des ,um diese Zeit leeren, Treppenhauses, hinunter,schoß aus der Tür hinaus und in den Hinterhof.Dort,unter einer alten Eiche saß Emma bei der Fellpflege.
Timmy lief zu ihr hin und rief:"Du Emma,sag mal..."Na",unterbrach sie ihn"willst du nicht auch ersteinmal Fellpflege machen?""Wie?..."Ach stimmt,da war ja noch was"Oh ,natürlich"Und Timmy begann begann sich sorgsam ,das Fell zu lecken."Du sag mal...",leck,leck ",...sag mal,diese Weser...",leck..."wohin...",leck,leck,"...fließt sie eigentlich?"leck.
Emma hielt inne,betrachtete ihn scharf und sagte:"Hmm,das weiß ich auch nicht so genau..."Nanu,dachte Timmy,es gibt etwas ,das Emma nicht weiß?Er war es gewohnt,das sie alles wusste."...aber ich kenne jemanden,der weiss es bestimmt.Was meinst du,sollen wir ihn mal besuchen,Ich glaube ,er ist um diese Zeit noch wach."
Natürlich wollte Timmy ihn besuchen,und so liefen sie los,die enge Gasse entlang und zwischen den Häusern hindurch,auf die Strasse,die Tiefer genannt wurde .Zwar war um diese Zeit nicht mehr viel Verkehr,dieser lärmenden ,stinkenden ,rollenden Kisten,die wie Emma sagte,von den Zweibeinern Autos  genannt wurden,aber dennoch ,beschlossen sie ,bei jenen dreifarbigen Leuchtstangen die Strasse zu überqueren,an denen es auch die Zweibeiner taten.
Zielsicher lief Emma den Weg hinunter zum Wasser und hielt sich Rechts,wo es unter einer Brücke durchging,den Weg am Wasser entlang.Links war eine große Mauer,rechts waren Holzwege,an denen große Hausähnliche Gebilde auf vorne spitz zulaufenden Schüsseln auf dem Waser schwammen,und ,wie Timmy schnell sah,Zweibeiner auf dem Wasser beförderten.An diesem Treiben vorbei,ging es bis zu einer zweiten Brücke,und dort war eine Nische,in die sie hinein schlüpften.
Sie wurde teilweise beleuchtet,weil von oben das Licht einer Laterne hineinschien und Tagsüber wohl die Sonne.Es lagen ein paar Fleischknochen umher,doch ansonsten war es sauber.
Den größten Teil der Nische ,nahm eine große Kiste ein,die schon bessere Tage erlebt hatte.Ihr Holz war ausgeblichen und wurmstichig und auf allen Seiten prangten Aufkleber mit Namen,wie:Sidney,Shanghai,Sansibar,Rio,San Francisco und andere.Die Kiste lag so auf der Seite,das der Deckel ihnen zugewandt war.In diesem Deckel befand sich ein Loch,das so groß war,das Timmy zweimal Platz darin gehabt hätte.
Aus diesem Loch rief eine Stimme:"Wer is dor",und durch das Loch schob sich nun der Kopf eines-Hundes!Genau gesagt war es ein Beagle,der ,so fand Timmy,ähnlich wie seine Behausung schon bessere Tage erlebt hatte.Sein Fell war ein Wenig zerzaust und hier und da fehlte auch ein kleines Büschel.Eines der Schlappohren,hatte eine große Kerbe und über dem linken Auge ,zog sich eine Narbe bis in die Augenhöhle,wodurch deren oberer Teil leicht gespalten wurde.Und doch konnte man seine Haltung würdevoll nennen und die Augen zeigten einen Ausdruck jugendlicher Frische und blickten Wach,aber freundlich auf die beiden Besucher.
"Ach moin Emma,häst dich jo auch lang nech mehr sehn lassen.Und wen brings miär dor mit?"
"Hallo Käpt´n,ja ,bin lange nicht mehr aus dem Schnoor heraus gekommen.Dies ist Timmy,er ist ...sozusagen mein Ziehsohn.Ja,und Timmy,das ist der Käpt´n." "So,so",meinte der so vorgestellte"ischa gediegen,biss´aufoinmal Mudder geworden,und ganz ohne Zutun eines Kaders,obber,nur deswegen biss´jo nech hier odär?""Nun ja,wo du Recht hast,hast du Recht.Weisst du,Timmy ist ja noch jung und unerfahren und er hat eine Frage,die du mit Sicherheit beantworten kannst."Während sie das sagte,blickte der Hund von ihr zu dem kleinen,schwarzen Kater mit den gelblich grünen Augen."Er möchte gern wissen,wohin dieses Wasser fliesst,das sie Weser nennen.""Oh",lachte der Beagle und machte es sich bequem"das ist alles?,Nun ,es fliesst einem,noch viel größerem,Wossär zu,das die Zweiboiner das Meer nennen.""Und ist es sehr groß?",fragte Timmy"So groß,das du wochenläng darauf fohrn kannst,und die ganze Zeit ringsrum nuär Wasser siehst,bissas nächste Land kommt.""Gibt es denn noch andere Länder als Bremen?""Muhahaha",lachte der Hund"Und ob.Sogar sehr viele.Biss wohl noch nech weit gekommen woa?"""Eigentlich nicht viel über den Schnoor hinaus,so bis an die Weser",mußte Timmy ein wenig zerknirscht zugeben."Weiss,warum sie mich Käpt´n nennen?...ach kommt doch moa mit ans Wossär" Und er stand auf und schlüpfte aus der Nische heraus auf die Uferpromenade und stieg das Steinufer hinunter.Emma und Timmy folgten ihm.
Hier,auf den Steinen am Ufer,liessen sie sich nieder und der Beagle erzählte:"Ech bin frühär,da wor ich noch so jung wie du,naja,n´böschn älter als du vielleicht,ja dor bin ich übers Meer gefohrn,mit einer diesär Schüsseln,die die Zweiboiner Schiffe nennen"Dabei blickte er sehnsüchtig auf das Wasser, und einen ,grad vorbeifahrenden ,Binnenfrachter."Moin Herrchen war Kapitän,müsst ihr wissen, und  nahm mich immär mit auf große Fahrt.""Mit sowas da?"fragte Timmy und zeigte auf das Binnenschiff."Nee,Nee,soin Schiff war´n paar Nummern größer.Solche Schiffe findest du da,wo das große Wossär anfängt.hier aufm dem Fluß fohrn die nech.""Und wieso wohnst du jetzt hier?"
Der Hund sah abwesend auf das Wasser und beobachtete die ,in der rotglühenden Abendsonne glitzernden, Wellen ."Als mein Herrchen starb,steckten mich seine Verwandten in die Kiste und brachten mich hieär runtär.Ich höärte noch wie sagten,>Mist,die haben uns noch gefehlt,dann lassen wir sie hier stehen,anstatt sie reinzuwerfen.< Dann Krächte es und die Kiste stand.Sie wollten mich wohl nicht mehr haben.Es war nicht leicht sie in die Nische zu bekommen und dorbei kam dos Loch in den Deckel,und sie so rein,wie sie jetzt steht.Nu ja,und so leb´ich jetzt hier.Immerhin,ech bin am wossär und Fudder finde ich auch immer,man is joa einfallsreich."
Nun wurde auch Timmy´s Stimmung etwas Melancholisch und er blickte ebenfalls aufs Wasser.
Es war Emma,die das Schweigen brach."Seht mal da",sagte sie und wies mit der Pfote schräg nach hinten.Da am Ufer,das ist doch auch ein Schiff,nicht wahr?""Noin,Rudärboot nennen sie es",meinte der Käpt´n,offenkundig froh wieder über Schiffe reden zu dürfen.
Dort,kurz vor der Brücke am Ufer,lag in der Tat ein kleines Ruderboot,vertäut an einem ,im Wasser stehenden Pfahl,der ziemlich morsch wirkte,und schaukelte im Rythmus der Wellen.Aber nicht nur der Pfahl,auch das Boot machte nicht mehr den frischesten Eindruck.
"Timmy,hast du es auch ges...Timmy!"Emma stockte.Natürlich hatte Timmy das Boot auch gesehen und war sofort hinunter gelaufen,um es zu erkunden.Mit einem Satz war er  hinein gesprungen und beschnupperte ausgiebig dieses Boot.Das Holz roch nach Wasser , Moder  und Teer,diesen Geruch nach Teer kannte er von Günthers Ausbesserungsarbeiten am Dach."Timmy,komm da raus!",rief Emma "Ja,komm raus",unterstützte sie der Käpt´n"Das Ding sieht ziemlich Morsch aus,das kann gefährlich werden!" Timmy drehte sich zu ihnen und rief :"In Ordnung,einen moment n..."Krach!,Ein größeres Schiff war eben vorbeigefahren und hatte größere Wellen ausgelöst,.Eine besonders große Welle war unter das Boot gefahren,hatte es aus dem Wasser gehoben und gegen das Ufer geschleudert,und wieder zurück ins Wasser .Dabei wurde Timmy wild durchs Boot geschleudert und prallte mehrmals gegen eine Wand.Ein paar Sekunden blieb er benommen liegen,dann schüttelte er sich,ging zur dem Ufer zugewandten Seite des Bootes ,hüpfte auf die Sitzbank und lukte über den Rand.Und erschrak.Als das Boot auf das Ufer geschleudert wurde ,mußte es gegen den ,sowieso schon morschen, Pfahl getrieben worden sein und ihn zerbrochen haben.So trieb das Boot nun auf dem Wasser und trieb vom Ufer ab.Timmy Angst steigerte sich noch,als er bei einem Blick nach hinten feststellte,das, das Boot bei dem Stoß offenbar auch noch Leck geschlagen war und sich langsam mit Wasser füllte.
"Timmy,Timmy",schrie Emma vom Ufer aus "Spring raus und schwimm ans Ufär .Jetzt geht es noch",rief der Käpt´n..Beide folgten am Ufer dem Boot"Ins Wasser springen?",rief Timmy starr vor Schrecken,aber ich kann doch gar nicht schwimmen."Dich ans Ufer paddeln wirst du doch noch können!" ,Timmy wusste nicht was schlimmer war.Mit dem Boot weiter abzutreiben und irgentwann unterzu gehen oder ins Wasser zu springen und zu schwimmen.gut,nass würde es in beiden Fällen werden.
Währenddessen liefen Hund und Katze am Ufer entlang und sahen angstvoll dem treibenden Boot nach."Vielleicht sollten wir die Zweibeiner auf uns aufmerksam machen",schlug Emma verzweifelt vor und lief zu einigen Passanten denen sie zurief:"Hilfe,mein Timmy treibt ab""Ja ,er wird untergehen und ertrinken",ergänzte der Käpt´n.Unglücklicherweise klang das aber für die Zweibeiner nur wie Miau,miau und Wau,wau,sodas  die  Passanten sie nur erstaunt oder ärgerlich ansahen und weitergingen.Blöde Kommunikationsprobleme mit den Zweibeibeinern!
In der Zwischenzeit war Timmy zu der Erkenntnis gekommen,das das Hinausspringen und ans Ufer schwimmen wohl von zwei Übeln das Kleinere war.So kletterte er vor sichtig auf den Rand und sah auf dasWasser.Jetzt mußte es sein,sonst war es zu spät.Das Boot war inzwischen beträchtlich mit Wasser gefüllt.
Also dann!Wumms!Wieder war eine Welle unter das Boot geschlagen,erneut ein Schiff vorbeigefahren war.Das Boot wurde wieder in Richtung Ufer geworfen und Timmy,der auf dem Rand gesessen hatte wurde hoch durch die Luft geschleudert."Miachrrr",schrie er als er dem Ufer zuflog und Platsch-Kopfüber ins Wasser fiel.Er drehte sich und stampelte.Sollte es das jetzt schon gewesen sein ?Ertrunken in der Weser?Da wurde er von zwei kräftigen Kiefern am Nacken gepackt und fühlte sich aus dem Wasser gezogen.Er konnte wieder sehn und sah sich hängend dem Ufer zuschwimmen.Er versuchte den Hals zu drehen,um zu sehen ,wer ihn da trug.Es war der Käpt´n .Schon waren sie am Ufer angelangt.Der Hund stieg aus dem Wasser,kletterte das Ufer hoch und legte ihn schliesslich ab-vor Emma ,die am Ufer gewartet hatte.Emma funkelte ihn an,während sich der Käpt´n schüttelte."Tut auchma ganz gut so´n Bad",sagte er und zwinkerte Timmy zu"Hascha man ganz schön Glück gehabt bei deiner ersten Havarie""Ich hatte dir doch gesagt,du sollst da raus gehen"sagte Emma scharf.Dann lächelte sie verschmitzt."Nun,ich will jetzt nicht mehr schimpfen.Ich glaube dieses Bad war dir Lehre genug."Timmy fühlte eine Mischung aus Wut und Beschämung,aber das einzige ,was er hervorbrachte war:"Ich hasse Wasser"
"Na na",lachte der Käpt´n,"wirst es schon noch schätzen lernen .Hass ja alle Anlogen für´n zünftigen Seemann,nur von morschen Pödden,wie dem da solltes du dich in Zukunft fernhalten.""Tja Käpt´n,"meinte Emma,bei der die Erleichterung über den guten Ausgang des Abenteuers mittlererweile überwog "Ich denke wir müssen jetzt gehen.Timmy muss sich erstmal erholen und säubern.Wir plaudern ein anderes Mal weiter""Ja,aber sicher"sagte der Käpt´n vergnügt"könnt mich gern wieder besuchen."Sie nahmen Abschied.Der Käpt´n ging zu seiner Nische zurück,Emma und Timmy folgten dem Weg zum Schnoor.Die frische Luft hatte ihn wieder klar im Kopf werden lassen und die Schmerzen in seinem,gegen die Bootswände geschleuderten Körper  liessen nun auch nach.
Später,als es schon dunkel war,saß er wieder oben auf dem Dach,genoss die laue Sommernacht und die Luft,die erfüllt war,vom süssen Duft von Blüten und sah zu jenem dunklen Band,der Weser hin,folgte ihm bis zu der Stelle,wo der sternenklare Hilmmel sich über sie wölbte und sie scheinbar begrenzte,und dachte an andere Länder.Das wäre heute zwar fast schief gegangen,aber seine Lust,die Dinge ausserhalb des Schnoors  zu erkunden, war geweckt.Was gab es da noch alles für einen jungen Kater zu sehen?Und er legte sich hin und träumte von der Welt da draussen.
ENDE