Sonntag, 19. Oktober 2014

Der Zwerg,der aufmüpfig wurde,Teil 11



Elftes  Kapitel


Handelt von der ersten harten Bewährungsprobe für den jungen Staat


„Nun, wie sieht das Ergebnis aus?“, wollte Kalle Mummsen wissen. „Tja“, meinte Hein. Nach dreifacher Zählung gibt es eine Zwei Drittel-Mehrheit für die Annahme der Offerte.“
„Gut, Jan und ich werden uns umgehend mit diesem Schwätzli treffen. Die Sitzung ist hiermit beendet.“
Am nächsten Morgen staunte Mummsen nicht schlecht, als er auf dem Platz vor dem Rathaus eine große Menschenmenge  mit Plakaten und Transparenten antraf, die mehr Demokratie ,und die Abdankung des Fürsten verlangten. Eilig durchschritt er die Menge, betrat das Rathaus ,und suchte sein Büro auf, wo Schwätzli und Jan auf ihn warteten.
„Was ist denn das für ein Auflauf da draußen?“ ,fragte er Jan nach der Begrüßung.
„Das ,was man erwarten konnte“, antwortete Schwätzli an Jans stelle „dahinter steckt ein gewisser Paul Heimlich, ein ehemaliger BND-Agent. Spezialist für Infiltration und Erzeugung ,künstlichen Aufruhrs.“
„Woher wissen sie das alles?“
„Oh, wir haben unsere Quellen in Berlin.“
„Und was sollen wir jetzt tun?“
„Zunächst mal die Polizei und ähnliches zurück halten. Lasst sie erst mal demonstrieren, das schadet ihnen nicht so sehr. Wenn sie restriktiv dagegen angehen, haben sie schon verloren. Das ist, genau, was Heimlich will. Die meisten Leute da unten dürften nicht mal Bürger ihres, äh…, Staates sein, sondern hier her gebrachte Agent Provocateurs. Sobald Ordnungskräfte auftauchen, werden sie alles tun, um Unruhe zu schaffen, und Heimlich hat gute Beziehungen zur Presse“
„Aber wenn sie auch ohne Polizei Krawalle anrichten, sollen wir sie einfach gewähren lassen?“
„Solange es nur Sachschaden ist, ja. dann können sie den schwarzen Peter immer den Demonstranten zuschieben. Im Übrigen haben auch wir unsere Verbindungen zur Presse. Ich werde, nachdem wir unseren Deal abgeschlossen haben, nach Berlin fahren, und mich mit Vertretern der Bundesregierung treffen, und sie mit dem konfrontieren, was wir über Heimlich wissen. Sicher werden sie es sich dann noch einmal überlegen, ob sie so weiter gegen sie arbeiten wollen. “
„Nun gut, die Regierung hat sich mit großer Mehrheit für die Annahme ihres Angebotes entschieden. Bringen wir es also hinter uns..“
„Eine sehr kluge Entscheidung “,meinte Schwätzli, und entnahm der Aktentasche, die er mitgebracht hatte einen Ordner, in dem  sich ein Dokument befand.
„Hier ist der Vertrag. „Wie sie sehen werden, enthält er die besprochene ,stille Teilhaberschaft. Sie werden feststellen ,das die Bedingungen sehr Fair, und wir in der Entlohnung der Aufsichtsratsposten nicht kleinlich sind.“
Mummsen und Jan nahmen das Dokument, und studierten es eingehend.
„Wenn sie einverstanden sind, möchte ich nunmehr um die Unterschrift bitten.“
Und der Präsident ,sowie der Fürst von Gülleberg unterschrieben den Vertrag, der dem Bechard -Konzern Anteile an der Gülleberger Fürstenquelle sicherte.
„Sehr schön“, war Schwätzli zufrieden, “Und nun fahre ich nach Berlin. Sie hören dann von mir.“  

*

Bisher hatte Martin vor allem eines heraus gefunden ,nämlich das Gülleberg eigentlich keine Armee hatte, sondern sich diese erst noch im Aufbau befand. Er rang mit sich ,ob er dies nach Berlin melden sollte. Was ,wenn sie sich darauf hin entscheiden sollten, einzumarschieren?. Eine völlig unwirkliche Situation.
Ein eintretender Polizist riss ihn aus seinen Gedanken.
„Da findet ne´ Demo Statt vor dem Rathaus.“
„Sind sie gewalttätig?“, fragte der hinzutretende Konrad Bull
„Nein, bisher ist alles friedlich“
„Gut, einen Einsatzbefehl gibt es auch nicht. beobachten sie es weiter, und falls es Ausschreitungen gibt, geben sie Bescheid.“

*

Vor dem Rathaus koordinierte Heimlich seine Demonstration.
„Hat sich bis jetzt Polizei sehen  lassen?“ ,fragte er einen bulligen Kerl mit Bürstenschnitt neben sich.
„Bis jetzt nicht nennenswert. Sie lassen uns gewähren.“
„Vielleicht müssen wir den Druck noch ein bisschen erhöhen. Besetzen wir  den Eingang, und wenn das nichts bringt das Rathaus.“
Die Menge bewegte sich zum Rathauseingang, und begann Beschäftigte daran zu hindern ,ins Gebäude zu gelangen.

*

Drinnen berieten Mummsen, Fürst Jan, und Klimke, ob sie nun die Polizei aufmarschieren lassen sollten.
„Das können wir uns doch nicht länger ansehen“, sagte Klimke erbost. Das ist offener Aufstand“
„Ich habe dir doch gesagt, das die von außerhalb kommen, und uns provozieren sollten“
„Ja aber…“
„Wir warten noch, solange wir können.“
Die Tür wurde aufgestoßen, und Hein kam atemlos herein.
„Sie besetzen das Rathaus. sie sind schon im unteren Geschoß.“
Die anderen sahen sich mit bleichen Gesichtern an. Mummsen und Jan nickten einander zu, und dann zu Klimke.
„In Ordnung“, sagte Mummsen. Riegel die Aufgänge ab, danach diesen Raum, und dann ruf Bull an ,er soll mobil machen.Ich hoffe ,wir hören bald von diesem Schwätzli, sonst kommen wir wohl an Krawallen nicht mehr herum…


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