Sonntag, 26. April 2015

Mordsmenü für Fenris



1.

Wer meinen Boss, Tjark Fenrissen,  seines Zeichens Privatdetektiv, 45 Jahre alt, groß, dick, mit vollem blonden Haar, einem rundlichen Gesicht mit Knollennase und einer runden Brille, kennt, weiß, das er nicht nur leidenschaftlicher Craft- Bier -Trinker, sondern auch ausgesprochener Feinschmecker ist. Ein großer erfolg seinerseits  war vor diesem Hintergrund die Anwerbung unserer Haushälterin Frederike Brahms , die eine gute Koch-Ausbildung in Frankreich genossen hatte.

Für einen solchen Gourmet war es eine besondere Herausforderung , zu einem Koch-Wettbewerb ins Hotel „Nordsee-Palast“ als Jury-Mitglied eingeladen zu werden. Nun, es kam nicht ganz von ungefähr, speiste Fenris doch auch öfter im dortigen Restaurant, so das sein feiner Gaumen dort bekannt war. Entsprechend erfreut war er auch, als er nun den Einladungsbrief bekam, und so standen wir nun am Samstag- Nachmittag im Restaurant, und worden vom Hotel-Manager Hein Schriever und Chef- Koch Martin Feller  herzlich begrüßt, der neben Fenris der Jury angehören würde. Drittes Mitglied würde Paul Hendricks sein, Gastro- Kritiker, der in mehreren Zeitungen, darunter dem Frersumer Kurier veröffentlichte.
„Freut mich, sie zu sehen, Herr Fenrissen. Unsere drei Koch-Mannschaften sind schon bei der Arbeit an der Vorspeise. Sie können ihren Platz am Jury-Tisch schon annehmen. Sie , Herr Alldag ,nehmen im Publikum Platz.“

„Danke“, meinte Fenris „Wer sind eigentlich die Kandidaten?“
„Ja, da ist zunächst Pierre Ziegler, vom Restaurant „Trocador“, in Bremerhaven, dann Gerhard Broer vom „Frersumer Hof“, und schließlich Luigi di Liero  vom „Seggiano“ im Nachbarort.“
Ich entschied mich vor Beginn der Veranstaltung noch einmal die Toilette auf zu suchen. Als ich wieder heraus kam , vernahm ich in der Nähe einen großen Lärm, wie von einem Streit. Ich ging in die Richtung, aus der der Lärm zu hören war, und gewahrte draußen im Hinterhof zwei Männer im Konflikt Den Einen kannte ich. Es war Hendricks, dessen Bild ich schon in der Zeitung gesehen hatte.Der Zweite trug die Kleidung eines Kochs. Gerade hörte ich Hendricks sagen: "Passen sie auf Ziegler, wenn sie auf meine Bedingungen nicht eingehen wollen, dann möchte ich was finden, und wenn ich was finden möchte, dann finde ich auch was.Wenn wir überein kommen, wird auch mein  Bericht entsprechend“
„Ich lasse mich nicht erpressen“, entgegnete Ziegler kalt, und ging wieder in die Küche.  Ich zog mich zurück, ging wieder in Veranstaltungsraum , und nahm meinen Platz an einem der Bistro-Tische ein, hinter denen eine Tribüne aufgebaut worden war.

Die drei Jury-Mitglieder hatten ihre Plätze eingenommen ,und die Köche und ihre Teams waren eifrig mit dem Ersten Gang beschäftigt, welcher eine Spargel- Creme- Suppe sein sollte. Ein Paar Minuten später kam auch Ziegler zu seinem Team. Seine Mine war ein wenig düster, und feindselig ging sein Blick zum Jury- Tisch , wo neben Fenris und Feller auch Hendricks Platz genommen hatte.

Schriever  trat jetzt mit einem Mikrofon in die Mitte und sagte: “Herzlich willkommen zu unserem großen Koch-Wettbewerb, in dem sich die Teams dreier namhafter Restaurants  in ihren Künsten messen. Sie werden drei Gänge zubereiten , nämlich eine Spargelcreme- Suppe, ein Kalbs-Ragout, und eine echt norddeutsche rote Grütze, wobei sie diese Gerichte auf ihre individuelle Art kreieren sollen. Bewertet wird der jeweils beste mit drei, der zweitbeste mit zwei ,und der dritte mit einem Punkt. Und mit der Vorspeise sind sie fertig, so das sie gleich serviert werden kann.“

Während die drei Koch-Teams aufzutun begannen, wurde der Jury Wasser in Gläsern serviert. Ich hatte gerade weg gesehen, als ich ein lautes Klirren ertönte. „Das tut mir sehr Leid“, sagte Feller gerade „nehmen sie doch meins“, und schob ihm generös sein volles Glas zu.
„Ich lasse mir ein neues bringen“ Damit winkte er dem Kellner, der sofort kam.
Nun wurde die Suppe serviert und bewertet, wobei das  Team vom Frersumer
Hof  den ersten Sieg des Tages holte.
Danach tranken die Jury- Mitglieder aus ihren Wasser- Gläsern ,um den Mund zu reinigen, denn auch das schon vorher angesetzte Ragout war fertig.
Es wurde am Tisch serviert. Fenris und Hendricks redeten kurz miteinander ,nickten sich zu ,und vertauschten dann die Teller. Fenris Probierte, Feller Probierte. Es schmeckte schon von fern her köstlich, und ich kam nicht umhin die Jury-Mitglieder zu beneiden. Da riss mich ein Poltern aus meinen Gedanken. Ich bekam gerade noch mit, wie Hendricks zusammenbrach ,und vom Stuhl kippte, wobei er auch sein Glas mit herunter riss.
Sofort waren Fenris und der Kellner über ihm. Fenris hob den Kopf und rief: „Ist ein Arzt hier?“
Tatsächlich kam jemand aus dem Publikum.Er untersuchte Hendricks kurz, um dann mit ernster Mine zu den umstehenden zu sagen: „Dieser Mann ist tot“ 
   
2.

„Herr Schriever“ , sagte Fenris "Sorgen sie bitte dafür,das keiner das Hotel verlässt, und rufen sie die Polizei .Es riecht hier verdächtig nach bitteren Mandeln. Ach ja ,und lassen sie die Teller so stehen, wie sie waren“, ergänzte er noch mit einem Blick auf Feller , der sich schon an den Tellern zu schaffen machte :
„Lassen sie die bitte stehen“

Kurz darauf erschienen Polizei, Notarzt, Spurensicherung, sowie ein Gerichtsmediziner aus Bremerhaven. Notarzt und Gerichtsmediziner bestätigten den Verdacht einer Zyanid-Vergiftung. Der Tote wurde abtransportiert, und die Ragout-Reste auf den Tellern eingesammelt.  
„Gut, gut“, meinte Kommissar Stieler, ein hochgewachsener, schlaksiger Mann, Mitte fünfzig, mit dunkelrötlichem Haarkranz, “Wir bekommen den Befund zwar noch, aber die Wahrscheinlichkeit, das das Gift im Essen war, ist hoch. Als sie vom Wasser getrunken hatten war noch alles in Ordnung?“
"Ja das war nur ein paar Minuten vorher“, meinte Fenris
„Und das Ragout war da schon zubereitet ?“
„Sicher“, sagte Feller, “Da ein Ragout ja ein bis zwei Stunden schmoren muss, muss , und wir einen gewissen Zeitrahmen in dieser Veranstaltung haben, wurde es schon vorher angesetzt.“
„Verstehe“, brummte Stieler „somit wären ,sollte sich der Verdacht bestätigen, unsere drei Köche die Hauptverdächtigen.“
„Insbesondere Ziegler“, meinte ich, und berichtete von meiner Beobachtung vor der Veranstaltung.

„Sehr interessant“, meinte Stieler „dann werden wir ihn uns einmal näher ansehen. Es dürfte sie übrigens interessieren, das das Opfer Paul Hendricks eine Akte bei der Polizei  hat. Er ist vorbestraft wegen Erpressung. Offenbar hat er in Hamburg Restaurant-Besitzer erpresst ,ihn für gute Kritiken zu bezahlen. Darum hat er auch seinen Job bei einem dortigen Gourmet-Journal verloren.. Das würde auch zu ihrer Beobachtung passen.“
„Und sie wird es interessieren“, sagte Fenris, „Das der Anschlag auch mir gegolten haben kann. Hendricks und ich tauschten vor der Probe die Teller.“
„Das interessiert mich sogar sehr“, meinte der Kommissar, „Trotzdem möchte ich erst mal mit Ziegler sprechen.“
„Natürlich“

Pierre Ziegler war ein mittelgroßer Mann, Ende Dreißig, mit Bauchansatz, gewelltem, halblangem braunen Haar, und blauen Augen. Als er uns gegenüber saß, wirkte er sehr nervös.
Auf meine Beobachtung angesprochen, wirkte er peinlich berührt, räumte dann aber ein:
„Ja ,ich hatte Streit mit Hendricks, aber ich war beileibe nicht der Einzige, der im Clinch mit ihm lag. Wenn sie Informationen über ihn eingeholt haben, müssten heraus gefunden haben, das er nicht sehr beliebt war.“
„Ja,“ sagte Stieler, "Das ist uns in der Tat aufgefallen. Und worum ging´s bei ihnen? Kommen sie, es geht um eine Mord- Untersuchung, und sie gehören zu den Hauptverdächtigen.“
„Er wollte mein Restaurant. Ich weiß nicht, ob ihnen klar ist, das er schon mehrere Restaurants besitzt. Er erpresste mich ,ihm meinen Laden für einen Spottpreis zu überlassen, sonst würde mich mit einem Verriss ruinieren, und das Restaurant nach dem Konkurs übernehmen.“
„Was sie selbstverständlich ablehnten“
„Selbstverständlich. Mein Laden ist ein Familienbetrieb. Ich führe ihn in der vierten Generation, und ich habe nicht vor, mich erpressen zu lassen.“
„Hätten sie sich notfalls auch mit Mord gewehrt?“
„Unsinn, ich habe einen guten Anwalt“
„Mit Herrn Fenrissen hier sind sie nicht bekannt?“
„Ich sah ihn heute zum ersten Mal“
„Das kann ich bestätigen“, meinte Fenris. „Sie kamen etwas später in den Raum“
„Ja, ich musste mich erst einmal beruhigen“
„Verständlich“, meinte Stieler. “Bis auf Weiters müssen sie hier im Hotel bleiben, wie ihre beiden Kollegen auch.“
„Ich habe ein Restaurant zu führen“
„Und ich einen Mörder zu fassen. Herr Schriever hat ihnen bereits Zimmer herrichten lassen. Ich lasse sie dort unter Polizei-Bewachung stellen, und sehen, das wir so schnell wie möglich fertig sind.“

Ziegler wurde entlassen, und ging ,von einem Beamten begleitet, davon.
Wir ließen nun Broer kommen. Einen massigen Mann ,mit schütterem, blonden Haar. Fenris erkannte ihn wieder
„Herr Broer, hab sie zuerst gar nicht erkannt. Da war doch mal was mit einem Versicherungs-Betrug“
„Ähem ja, aber das ist Vergangenheit. Wie sie sehen habe ich jetzt einen ehrlichen Job. Im Gefängnis habe ich das Koch -Handwerk gelernt, und mir, als ich raus kam eine Existenz aufgebaut, und jetzt…“
„Nicht doch, nicht doch“, meinte Fenris ,"Das kann ja unter uns bleiben, und ihre Spargelcreme-Suppe war ein Gedicht. Sie hegen also auch keinen Groll mehr gegen mich“
„Keinen, der mich dazu führen würde ,meine vorzüglichen Gerichte mit Gift zu versetzen. Schade ,das sie nicht mehr dazu kamen, das Ragout zu kosten.sie wären begeistert gewesen“
„Oh ja, wenn ich mich nicht irre ,habe ich es Hendricks herüber geschoben ,und dafür das von Ziegler bekommen. Er meinte , er hätte ihren ersten Gang zuerst probiert, jetzt sollte ein anderer der Erste sein.“
„Schon, aber ich sage ihnen ,es war einwandfrei. Ich habe selber davon probiert, kurz bevor ich es hingestellt hatte.“
„Nun, das wird die Labor-Untersuchung des Teller-Inhaltes zeigen. Wie steht´s, kannten sie Hendricks?“
„Natürlich kannte ich diese Giftspritze. Er hätte mich beinahe ruiniert mit seinem Geschmiere, aber ich hab´s auch geschafft ,ohne ihn zu bezahlen.“


Nachdem er darüber informiert war, das er im Hotel zu bleiben hatte, er kam zwar aus dem Ort ,aber Stieler wollte sie alle drei gern dort haben, wo er sie kontrollieren konnte, ging auch er ,von einem Beamten begleitet, von dannen.
Als letzter kam Di Liero ,der Italiener. Ja, auch er hatte Bekanntschaft mit den miesen Praktiken von Hendricks gemacht, mehr noch, Hendricks hatte auch seine Frau belästigt, aber Di Liero hatte die Polizei eingeschaltet, und nach einem Bußgeld  und einer einstweiligen Verfügung hatte er es aufgegeben. Fenris kannte er nicht, was dieser auch bestätigen konnte.
Schließlich ließen sie auch Feller kommen und den Kellner , aber beide konnten keine großartigen Angaben machen.

„Sie hatten selber mal ein Restaurant nicht wahr?“, fragte Fenris Feller
„Ja, aber es ist abgebrannt durch einen Unfall, danach habe ich die Einstellung hier bekommen.“
„Nun, meinte Stieler, Was halten sie von all dem ?“
„Zunächst mal wissen wir eigentlich nur, das wir nichts genaues wissen“, meinte Fenris.
„Drei Männer, alle kannten das Opfer , und waren, vorsichtig ausgedrückt , nicht sehr gut auf ihn zu sprechen. Aber nur einer von ihnen kannte mich, und ob er wirklich ein Motiv hatte, mich zu töten, ist eher fraglich.“
„Was ist mit Feller?“, fragte ich
„Ist nicht sonderlich verdächtig“, meinte der Kommissar. Kein Motiv, keine Gelegenheit. Gut, ich muss auch sie bitten, heute Abend hier zu bleiben“
„Äh, das ist nicht ihr Ernst“
„Das ist mein vollster Ernst, allein schon darum ,weil sie eventuell das ziel dieses und noch eines weiteren Anschlages sein könnten.“
Damit stand der Kommissar auf ,und ein Beamter nahm uns mit, nachdem er Stieler bestätigt hatte, das die drei Köche in ihren Zimmern waren, und vor jedem ein Polizist postiert war.
Murrend erhob sich Fenris und folgte dem Polizisten. Ich begleitete die Prozession
Zum Zimmer mussten wir durch einen gläsernen Gang zum Neubautrakt, der vor kurzem erst fertig gestellt worden war.

„Es ist eine Unverschämtheit von Stieler“, murrte Fenris. Ich nickte, musste mir aber eigentlich ein Grinsen zu verkneifen. Fenris schlief nicht gern Auswärts ,und er empfand es als Beleidigung, genauso behandelt zu werden, wie die Verdächtigen.
„Machen sie sich keine Gedanken“, meinte der Beamte. Morgen können sie wahrscheinlich schon wieder nach Hause“
„Ihr Wort in Gottes Gehörgang“.
Krach! Die Scheibe Linkerseits ging zu Bruch , und dicht neben Fenris schlug es in den Stamm eines großen Benjamini ein, der in einem Topf den Gang schmückte
„Runter!“, rief ich ,ließ mich fallen, und zog meine Waffe. Der Polizist ebenfalls.
Durch die Scheibe konnte man in der Dunkelheit eine Gestalt in die Büsche verschwinden sehen.Ich sprang auf, und sah ihr nach.Zwecklos jetzt noch die Verfolgung aufzunehmen.
„Jetzt wird´ s interessant“, meinte ich, während ich Fenris hoch half.
„In der Tat“, entgegnete Fenris „Vor allem, weil sich unser Freund nun selbst ans Messer geliefert hat. Allerdings erscheint der Fall jetzt doch in ganz anderem Licht, obwohl…doch, natürlich, ja, so muss es gewesen sein. Morgen früh müssen wir uns mit Kommissar Stieler zusammen setzen. Ich bräuchte noch die eine oder andere Information, aber dann können wir den Mörder entlarven.“
3.

Den nächsten Morgen und den Vormittag nahmen unser Gespräch und Recherchen ein. Von Kommissar Stieler erfuhren wir zunächst, das nach dem Laborbericht, das Ragout auf dem Teller von Hendricks vergiftet war,  Am Nachmittag schließlich Saßen wir in jenem Saal, in dem Gestern der Koch-Wettbewerb statt gefunden hatte, an einem der Tische, während Fenris am Jury-Tisch saß, und das Wort führte. Es waren hier anwesend, Ziegler, Broer, Di Liero, Feller ,der Kellner, und die Teams der Köche.

„Nun“ , begann Fenris „vielen Dank, für ihre Anwesenheit ,und ihre Geduld. Ich möchte heute mit ihrer Hilfe zwei Verbrechen aufklären. Dem ersten wohnten sie hier gestern bei ,dem Mord an Paul Hendricks. Das zweite war ein Mordanschlag auf meine Person Gestern Abend.
Jeder von ihnen, Herr Broer, Herr Ziegler, Herr di Liero kannte Hendricks ,und hatte Grund genug ihn zu hassen .Aber hatte auch jemand ein Mordmotiv? Die Frage stellt sich jetzt vielleicht nicht mehr, nachdem auf mich geschossen wurde , denn es gibt nur einen unter ihnen, der mich kannte, und den ich wegen Versicherungsbetrug ins Gefängnis brachte.“

 Er sah Broer durchdringend an.
 „Nicht doch“, Entgegnete der Gefragte erbost „Das ist lange her, ich bin nicht nachtragend, und außerdem ,mit der Kochlehre im Gefängnis habe ich den Grundstein für meine Existenz gelegt. Ich müsste ihnen insofern sogar dankbar sein!“
„Da muss ich ihnen Recht geben. Wie dem auch sei, mit dem Anschlag Gestern Abend, hat unser Mann einen entscheidenden Fehler begangen ,und sich selbst ans Messer geliefert.“
„Das heißt, sie wissen, wer es ist?“, fragte Feller "und wer ist es nun?“

„Jaa“, meinte Fenris gedehnt „Erinnern sie sich noch? Beim ersten Gang war alles noch normal. Dann spülten wir mit Wasser durch, und beim Hauptgang brach Hendricks dann zusammen „
„Nun und ?“, meinte Feller
„Hinterher fand sich im Ragout von Hendricks´ Teller eine Dosis des Giftes.“
„Dann“, meinte Feller, „ist doch klar ,wie er vergiftet wurde, mit dem Ragout.“
„Mein Ragout war nicht vergiftet“, fuhr Broer auf.
„Ah, schweigen sie doch“ ,sagte Fenris leicht genervt.

„Das Ragout kann, bei Licht gesehen nicht die Mordwaffe gewesen sein, denn den Teller hätte auch der Falsche bekommen können. Das wäre zu unsicher gewesen. Viel wichtiger ist jedoch, das mir bei nochmaligen Nachdenken Gestern Abend einfiel, das Hendricks das Ragout noch gar nicht gekostet hatte.er brach zusammen, als er es gerade tun wollte. Folglich kann er nicht mit dem Ragout vergiftet worden sein.“
 Er sah in die Runde.
„Und da die Vorspeise Defenitiv nicht vergiftet wurde, abgesehen davon , das niemand danach umfiel, wurde sie auch untersucht, gibt es nur eine Möglichkeit, wie er die tödliche Dosis verabreicht bekommen hat, nämlich mit dem Wasser , das zwischen den Gängen gereicht wurde.“

Ein Moment tiefer Stille trat ein, in dem sich alle Blicke auf den kellner richteten. Doch Fenris erhob sich langsam, kam zu uns ,und blieb vor Feller stehen.
„Da ich von mir ganz sicher weiß, das ich ihn nicht umgebracht habe, dürfte ihnen klar sein, zu welchem Schluss ich kommen muss.“
Feller machte große Augen.
„Natürlich der Kellner hat ihn getötet!“
Noch bevor der Angesprochene protestieren konnte, antwortete Fenris scharf:
„Machen sie keine Witze! Der Kellner scheidet aus, zumal er uns vorher Getränke serviert hatte, ohne das jemand starb. Nein, sie haben Hendricks vergiftet!“

„Aber wie soll ich das denn getan haben? Ich saß doch neben ihnen am Tisch. Wie hätte ich da Gift in sein Glas tun können, ohne das es jemand merkt?“
„Haben sie ja nicht. Sie füllten es in ihr eigenes Glas, und dann begingen sie jene Ungeschicklichkeit, sein Glas vom Tisch zu stoßen, die natürlich Absicht war.
Sie entschuldigen sich tausendmal bei ihm, und schieben ihm ihr Glas herüber ,mit der Bemerkung: Nehmen sie mein Glas ,ich lasse mir ein neues bringen , was sie auch tun, und so hat Hendricks nichts ahnend ein Glas mit vergiftetem Wasser vor sich, das er austrinkt. Als er dann zusammen bricht, nutzen sie den anschließenden Tumult, um den Rest des Giftes in seinen Teller mit Ragout zu schütten, um den Anschein zu erwecken, das dies die Mordwaffe war, und, da sie unseren Teller-Tausch mit bekommen hatten, den Verdacht aufkommen zu lassen, das der Anschlag eigentlich mir galt.

Übrigens wissen wir sicher, das das Wasser im Glas  vergiftet worden war, weil Hauptkommissar Stieler die Kleidung des Opfers hat untersuchen lassen. Sie wissen ja noch ,das Hendricks, als er stürzte ,auch sein Glas mit herunter riss. Der Inhalt benetzte seine Kleidung und es fand sich eindeutig Zyanid darin
Und um den verdacht  das eigentlich ich das Ziel sein sollte, noch zu verstärken, begehen sie den zweiten Anschlag auf mich, der ihnen nun das Genick bricht, denn da unsere drei anderen Hauptverdächtigen unter Polizei-Überwachung auf ihren Zimmern waren ,können nur sie auf mich geschossen haben. Ein Schmauchspurentest wird endgültige Klarheit bringen.“

„Und warum soll ich Hendricks getötet haben?“
„Das kann ihnen Herr Alldag sagen“
„Ja ",sagte ich “Ich habe im Auftrag von Herr Fenrissen Recherchen betrieben ,über ihren Unfall damals. Das Restaurant „zum Hafen“, so hieß doch ihr Laden, fiel, wie sie richtig sagten ,einem Brand zum Opfer. Was sie uns allerdings verschwiegen, ist die Tatsache, das sie ihn verursachten, und das dabei ihre Frau und ihr Kind starben.“
„In Ordnung, sie haben Recht“, sagte Feller „Aber was hat das mit dem Mord zu tun.?“
„Will ich ihnen sagen, sie machten Hendricks damals dafür verantwortlich, denn er hatte ihr Restaurant mit einer schlechten Kritik an den Rand des Ruins gebracht, obwohl es einen guten Ruf genoss. Mittlerer Weile wissen wir ja von seinen miesen Machenschaften.“

Feller stieß einen tiefen Seufzer aus.
„Ich wollte mich nicht erpressen lassen. Ich wehrte mich. Und dann kam dieser Schmutzartikel, in dem er mich sogar beschuldigte ,Hygienevorschriften nicht beachtet zu haben.
Ich verklagte ihn, doch ich verlor. Ich war verzweifelt in dieser Nacht. Ich trank und beging im Rausch den schweren Fehler mit der Gasflasche. Auf einmal brannte alles“
"Und sie machten ihn dafür verantwortlich“ ,sagte Fenris
„Natürlich, mit seinen dreckigen Verleumdungen hat er mich ins Unglück gestürzt.“
„Und als dann hier der Koch-Wettbewerb statt finden sollte, und er daran Teil nahm, sahen sie ihre Gelegenheit gekommen, Rache zu nehmen, und sie ergriffen sie..."
Feller wurde fest genommen, der Rest durfte gehen.
Als wir nach Hause fuhren, sagte ‚Fenris zu mir:
„Wenn wir zu Hause sind, kann Frederike uns etwas Hausmannskost zubereiten. Von Gourmet-Küche, habe ich zunächst mal die Nase voll!“  


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