Sonntag, 2. Juni 2013

Goldfieber in Ostfriesland-oder das Vermächtnis des Heinrich Klüterboom-Teil 8

4.

Peter Hentz,der Rechtsanwalt,verlies genervt das Rathaus von Veddergroden,in dem er gerade mühevoll den Bürgermeister und den Gemeinderat davon überzeugt hatte,das er nicht Schuld war an Klüterbooms Testament und auch bis zur Verlesung keine Ahnung hatte,was genau drin stand,geschweige denn,um was für einen Schatz es sich handelte und wo er verborgen war.Sicher,hatte er es beglaubigt,vom Inhalt allerdings keine Notiz genommen.Das war schließlich Klüterbooms Privatsache.Und darum trug er auch keine Verantwortung für das Goldfieber,das,so schien es ,mittlererweile die ganze Region erfasst hatte.
Nun stieg er in seinen Borgward und fuhr nach Vedderfehn ,um dort das Gleiche zu tun .Während er die Küstenstrasse entlang fuhr,dachte er über die Sache nach.Frederike hatte ihn angerufen und von diesem Tammo de Vries berichtet,der bei ihr aufgetaucht war.Ein kluger Mann ,schien es .Heinrich hatte ihm einmal von ihm berichtet,als er bei ihm in Bremen war,und vermögenstechnische Dinge mit ihm regelte.Hentz war froh,das sich Frederike in dieser Gesellschaft befand.Als Testamentsvollstrecker hätte er ihr gar nicht helfen können und er hatte so genug zu tun,als das er sich hätte um sie kümmern können.
An ,nicht von Pflügen, umgegrabenen  Äckern vorbei fuhr am Deich entlang.Da,eine Weide.Oh-und ein Bauer ,der gerade eine Horde Schatzjäger davon jagte,während die durch sie gestörten Kühe ihnen,teils wiederkäuend , verwirrt hinterglotzten,wohl nicht verstehend,warum die einen Hektisch ihre Weide umgruben und ihr Bauer sie darum anschrie und sie,einen Knüppel schwingend , verfolgte.Ihr Interesse währte aber nur kurz,dann gaben sie sich wieder dem Grasen und Wiederkäuen hin,und ließen die Menschen,Menschen sein.
An solchen und ähnlichen Szenen vorbei ,gelangte Hentz schließlich nach Vederfehn.Die Strasse zum Hafen kreuzend ,kam er in den Ortskern und am Rathaus an.
Fidi Menks erwartete ihn bereits."Nun ,wollen sie die Posse nicht endlich beenden und sagen,wo der Schatz ist?",sagte nach der Begrüßung.Hentz lächelte säuerlich"Wie soll ich ihnen das sagen,wenn ich es selbst nicht weiss.Ich habe das auch schon in veddergroden gesagt:Ich weiss nicht ,wo der Schatz ist,noch ,was er ist.Das könnte uns höchstens Heinrich sagen,aber der ist ja nun mal tot.""Verkaufen sie mich nicht für dumm.Sie waren sein Anwalt,sie müssen doch mehr wissen.""Entschuldigung",sagte der Notar"Selbst seinem Anwalt und Testamentsvollstrecker sagt ein Mandant nicht alles,und schon gar nicht ein Heinrich Klüterboom."
*
Tammo und Frederike folgten der Richtung,in die die Gallionsfigur zeigte.Und in der Richtung stand-der alte Leuchtturm!
"Glaubst du,dort ist der Schatz versteckt?"Sie war plötzlich ins "Du" verfallen,Tammo störte das aber nciht-im Gegenteil.Mit leichtem Lächeln sagte er: Nicht sehr warscheinlich,eher ein weiterer Hinweis,denke ich,aber lass´ uns sehen."
Sie setzten sich ins Auto und fuhren los zur Landzunge ,auf der der alte Leuchtturm stand.Mit dem Auto waren es normalerweise fünf Minuten.Nun jedoch,mußte man sich vorsichtig an emsigen Schatzsuchern vorbeischlängeln,die auch hier nur mit Mühe von Dorfpolizei,Hafenmeister und deren Helfern daran gehindert werden konnten,auch noch die Strasse aufzureißen.Irgendwie schien alles verrückt geworden zu sein,und einige clevere Strassenhändler hatten sich das Goldfieber zu Nutze gemacht ,indem sie an Ständen Dinge wie Schaufeln,Spitzhacken,"Goldgräberkleidung",bis hin zu Schatzkarten und angeblichen Kopien des Testamentes, feil boten.Auf letzteres fielen natürlich am ehesten Touristen herein ,die ihr Glück versuchen wollten.Die Welt wollte halt betrogen sein und wer weiss,sagten sich einige ,wenn nicht Klüterbooms Schatz,finden wir vielleicht auch einen anderen.
  Frederike und Tammo kamen am alten Leuchtturm an,liessen den DS an der Strasse stehen,und gingen eine kurze Treppe mit sanfter Steigung bis zum Leuchtturm hoch.Auch hier war schon gegraben worden.Offensichtlich,beim fluchtartigen Entfernen weggeworfenes Werkzeug,zeugte jedoch davon,das der Leuchtturmwärter nicht gewillt war ,es sich gefallen zulassen.
"Wir sollten wohl mit dem Leuchtturmwärter reden",meinte Tammo und leutete.

Fortsetzung demnächst auf diesem Blog

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